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Der Telebasel News-Beitrag vom 14. Dezember 2021.
Region

JUSO: «Mobility Pricing ist nicht sozial»

Basel-Stadt möchte Mobility Pricing testen. In der SP gehen die Meinungen zwischen JUSO und Mutterpartei auseinander.

Langen Staus und überfüllten Trams den Kampf ansagen: Das ist das Ziel von Mobility Pricing. Wer Mobilität nutzt, soll künftig die vollen Kosten oder zumindest einen grösseren Teil als bisher übernehmen. Vor allem das Tram-, Bus-, Zug- oder Autofahren zu Stosszeiten sollen teurer werden, dies mit dem Ziel, dass nicht alle Leute zur gleichen Zeit unterwegs sind. Von Seiten der JUSO hagelt es nun aber Kritik.

«Es trifft vor allem Leute mit tiefem Einkommen»

Das sich in puncto Mobilität etwas ändern muss, sehen auch die JungsozialistInnen so. Für Ronja Jansen, Präsidentin der JUSO Schweiz, ist Mobility Pricing aber der falsche Ansatz: «Ich finde es nicht sozial, weil das Konzept vor allem Menschen trifft, die sich nicht aussuchen können, wann sie im Verkehr unterwegs sind». Davon betroffen wären vorwiegend Personen auf dem Weg zur Arbeit. «Mobility Pricing trifft vor allem Menschen mit tieferem Einkommen», sagt Jansen.

Für den Präsidenten der JUSO Basel-Stadt, Nino Russano, ist die Anwendung intelligenter Verkehrskonzepte die bessere Lösung: «Man sollte sich überlegen, ob Autos, in denen mehrere Personen sitzen, eine Extraspur auf der Autobahn erhalten. Das wäre deutlich effizienter.» Weiter solle die Velo-Infrastruktur verbessert werden. «Auch die ÖV-Verbindungen müssen verschnellert werden. Das sind Massnahmen, die wirklich zu einer Entlastung der Strassen führen», sagt Russano. Wie die «BaZ» berichtet, ist man bei den JUSO Baselland gleicher Meinung.

Die Mutterpartei SP hingegen befürwortet Pilotprojekte für das Mobility Pricing. Auf Anfrage von Telebasel sagt die Co-Präsidentin der SP Basel-Stadt, Lisa Mathys, jedoch, dass man diesen Meinungsunterschied entspannt sehe.

Basel-Stadt wartet noch auf Post aus Bern

Die Basler Baudirektorin Esther Keller zeigt Verständnis für die Einwände: «Mich erinnert dies ein wenig an die Debatte ums CO2-Gesetz, wo es um die Flugtarife ging. Da kam auch das Argument, dass sich viele Familien Ferien nicht mehr leisten könnten». Trotzdem sei es wichtig, die Kostenwahrheit im Verkehr aufzuzeigen. «Da würde Mobility Pricing in die richtige Richtung gehen», sagt Keller.

Wie Esther Keller sagt, hat sich Basel-Stadt beim Bund für einen Pilotversuch angemeldet. Aus Kostengründen fokussiere sich dieser aber nur auf die Strasse und nicht auch noch aufs ÖV-Netz. Eine Rückmeldung aus Bern habe man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erhalten.

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