Viele User in der Telebasel-Community können das Verbot von Gästefans nicht nachvollziehen. (Foto: Keystone/Montage: Telebasel)
Basel

Geschlossene Gästesektoren: «Da wird Corona nur vorgeschoben»

Die Schweizer Fussballliga schliesst die Gästesektoren bis Ende Jahr. In der Telebasel-Community stösst dieser Entscheid auf Unverständnis und Misstrauen.

Keine Gästefans bis zur Winterpause. In sämtlichen Stadien der Super League und der Challenge League. Und somit auch beim Knüller YB gegen Basel vom kommenden Mittwoch, 15. Dezember, dem die FCB-Fans bereits entgegenfiebern.

Sowohl für den FC Basel wie auch für dessen Anhänger ist dieser Entscheid ein herber Dämpfer. Reist man doch mit dem Vorhaben nach Bern, im Wankdorf-Stadion an einem kalten Dezemberabend ein heisses, rauschendes Fussballfest zu feiern und den mehrfachen Meister in der Tabelle auf Distanz zu halten. Die rotblauten Anhänger wollten sogar bereits am Mittwochnachmittag anreisen und sich in der Berner Altstadt versammeln. Die Muttenzerkurve publizierte entsprechende Pläne schon Mitte November auf ihrer Website.

«Genau jetzt, wenn der FCB zu Besuch kommt»

Die Swiss Football League (SFL) begründete das vorläufige Verbot von Gästefans einerseits mit der epidemiologischen Lage, die hierzulande zurzeit heikel ist. Volle Extrazüge zu Fussballspielen seien in der jetzigen Situation nicht zu verantworten, argumentiert die Liga. Zudem bezieht man sich auf die Ausschreitungen, zu denen es in den letzten Spielen vermehrt gekommen sei und die jeweils auf die Gästefans zurückzuführen seien.

Einen vollen Extrazug würde es beim Schlagerspiel in Bern wohl so oder so nicht geben, da die Muttenzerkurve am Spieltag ihr eigenes Programm machen will. Und genau das könnte nach Ansicht mancher Telebasel-User das Problem sein. In diversen Wortmeldungen äussert die Community auf der Telebasel-Facebookseite Zweifel an der Argumentation der SFL – und auch Unverständnis. «Genau jetzt, wo der FCB zu Besuch kommt», kommentiert ein User wütend. «Bessere Rückendeckung für Herrn Nause gibt es nicht», schreibt ein anderer und spielt damit auf die möglicherweise hitzige Ausgangslage vor und während des Knüllers YB gegen FCB an: Reto Nause ist Sicherheitsdirektor der Stadt Bern und für seine repressive Fan-Politik bekannt.

Manche User vermuten die Corona-Argumentation gar als Vorwand, um Gästefans aus den Schweizer Fussballstadien fern zu halten. «Da wird Corona nur vorgeschoben», glaubt ein User. Der Entscheid habe damit zu tun, dass «die Basler nicht mit dem Extrazug anreisen wollten». Und eine andere Nutzerin meint mit einer guten Portion Ironie zum Verbot der Gästefans: «Ist doch grad praktisch, dass die Schublade Corona gerade noch zur Verfügung steht.» Sie sei sich aber nicht sicher, ob die Liga und die Behörden damit ein Eigentor schiessen werden: «Die FCB-Fans werden da wohl nicht mitspielen».

Reisen Basler Fans trotzdem nach Bern?

Mit dieser Vermutung ist sie nicht allein. Auch andere Facebook-User gehen davon aus, dass Basler Fans trotzdem das Spiel in Bern besuchen werden. Und weitere Nutzer äussern ihr Unverständnis mit Humor und Sarkasmus: «Verstehst du es denn nicht, nur die Gästefans können Corona einschleppen».

Einzelne User unterstützen aber auch das vorläufige Verbot von Gästefans in den Stadien. «Macht gar nichts, selbst schuld», findet eine Userin in Richtung von Krawalle verursachenden und gewalttätigen Fussballfans. «Super», meint ein Anderer. Und jemand kommentiert auf der Telebasel-Website: Ein sehr guter Entscheid, der so beibehalten werden sollte. Eine Userin bezieht sich zudem auf die Diskussion rund um das Basler Gastspiel am 15. Dezember in Bern: «Es betrifft alle Clubs».

FCB nicht begeistert

Bei Vertretern des FC Basel kam der Entscheid ebenfalls nicht besonders gut an, wie erste Reaktionen zeigen. Trainer Patrick Rahmen sagte an der Medienkonferenz vom Mittwoch vielsagend «nichts dazu». Sein Blick zeugte sichtlich von Enttäuschung darüber, dass keine FCB-Fans die Mannschaft in Bern unterstützen dürfen. Und Spieler Pajtim Kasami versteht nicht, «warum man diese Massnahme gerade bei den letzten Spielen trifft».

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