In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem BAG am 8. Dezember innerhalb von 24 Stunden 12'598 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. (Bild: Keystone)
Schweiz

Deutlich mehr Neuansteckungen – Einzelne Kantone reagieren

Die Covid-19-Neuansteckungen sind schweizweit innert Wochenfrist um über 20 Prozent angestiegen. Einzelne Kantone ergreifen zusätzliche Massnahmen.

Gleichzeitig registrierte das BAG 34 neue Todesfälle und 113 Spitaleinweisungen. Vor einer Woche hatte das BAG innert 24 Stunden eine rekordhohe Zahl von 10’466 bestätigten Ansteckungen gemeldet. Ausserdem waren beim BAG Meldungen über 140 Spitaleintritte und 22 neue Todesfälle eingegangen.

Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern ist innert Wochenfrist weiter angestiegen und beträgt laut den neusten BAG-Zahlen inzwischen schweizweit 81,7 Prozent. 30,5 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten besetzt.

Wie der Kanton Bern am Mittwoch mitteilte, machen in Berner Spitälern die Ungeimpften auf den normalen Pflegestationen gut 60 Prozent der Covid-Kranken aus. Auf den Intensivstationen betrage ihr Anteil 80 Prozent. Drei Viertel der am 8. Dezember gemeldeten Neuinfizierten im Kanton Bern seien ungeimpft.

Der Kanton Bern folgt, wie er weiter mitteilte, bei der 2G-Pflicht dem vergangene Woche eingeführten neuen Bundesrecht. Im Kantonsgebiet muss in Lokalen mit 2G-Regel keine Maske getragen werden.

Diese Bundesregelung übernommen hatten bereits die Kantone St. Gallen, Aargau, Solothurn und Baselland. Der Kanton Basel-Stadt hingegen hält an der Masken- und Sitzpflicht bei der Konsumation in Restaurants, Bars und Clubs fest.

Weitere Kantone ergreifen Massnahmen

Weitergehende Massnahmen als sie der Bund vorsieht, halten auch die Kantone Jura, Thurgau, Tessin und Genf für angezeigt. Die jurassische Regierung hat am Mittwoch kantonale Bestimmungen angepasst und teilweise verschärft. So werden an den Schulen im Jura wieder wöchentliche Tests von der 3. bis zur 8. Klasse eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen müssen zudem eine Schutzmaske tragen, wenn ein positiver Corona-Fall in der Klasse bestätigt ist.

Im Kanton Jura gilt zudem in öffentlich zugänglichen Innenräumen weiterhin eine Maskenpflicht – unabhängig davon, ob man geimpft, getestet oder genesen ist. Es bleiben private Versammlungen mit mehr als zehn Personen ohne Zertifikatspflicht verboten. Auch an Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen müssen alle eine Maske tragen, selbst wenn an der Veranstaltung nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind.

Auch der Kanton Thurgau hält an der vor einer Woche eingeführten erweiterten Maskenpflicht fest. Die Regelung gilt auch für 2G-Veranstaltungen. Grund für die strengere Regelung sei die angespannte Covid-Situation im Thurgau, teilte die Kantonsregierung mit.

Der Kanton Genf hat am Mittwoch ebenfalls die Maskenpflicht ausgeweitet. Im beruflichen Umfeld ist das Tragen einer Maske obligatorisch, ausser in Einzelbüros. Eine Maske muss auch in Geschäftsautos und Privatautos getragen werden, mit Ausnahme von Familiengruppen.

In den Genfer Schulen ist das Maskentragen ab 8 Jahren obligatorisch. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind Zertifikat und Masken obligatorisch, es sei denn, es gilt 2G. Bei Veranstaltungen im Freien wird das Zertifikat bei mehr als 300 Personen obligatorisch.

Aufgrund der Verschlechterung der epidemiologischen Lage sowie der Adventszeit mit ihren zahlreichen gesellschaftlichen Anlässen hatte die Tessiner Regierung am Dienstagabend die Gemeinden aufgefordert, an gut frequentierten Orten im Freien ein Maskenobligatorium zu verhängen. Dadurch könnten weitere Ansteckungen verhindert werden.

Kostenlose Tests ohne Symptome

Das eidgenössische Parlament diskutiert derzeit über das Covid-19-Gesetz. Am Mittwoch wurde beschlossen, dass Corona-Tests für Personen ohne Symptome künftig kostenlos sein sollen. Wenn diese Personen einen Corona-Test machen, um ein Zertifikat zu erlangen, muss der Bund künftig die Kosten dafür übernehmen. PCR-Tests hingegen müssen selber berappt werden. Der Nationalrat folgte am Mittwoch einem entsprechenden Vorschlag des Ständerats.

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