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Der Telebasel News-Beitrag vom 7. Dezember 2021.
Region

Lukas Engelberger verteidigt harte Linie im Kampf gegen Corona

Der Kanton Baselland verzichtet auf strengere Corona-Massnahmen bei freiwilliger 2G-Regel in Bars und Clubs. Basel-Stadt hingegen hält an den Regeln fest.

Der Landkanton passt die kantonale Verordnung der Bundesregelung an. Nicht so der Kanton Basel-Stadt, der an seinem Alleingang festhält.

Mit der 2G-Regel würden Maskenpflicht und Sitzpflicht bei der Konsumation entfallen, teilte die Baselbieter Regierung am Dienstag, 7. Dezember, mit. Die aktuell geltende kantonale Bestimmung zur Maskenpflicht in Innenräumen werde obsolet und deshalb aufgehoben. Im Stadtkanton weht ein anderer Wind.

Basel-Stadt will Bundesregelung nicht übernehmen

In der Nordwestschweiz hat derzeit nur Basel-Stadt strengere Regeln: Der Stadtkanton hält an der Masken- und Sitzpflicht bei der Konsumation in Restaurants, Bars und Clubs fest. Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger begründet das damit, dass man Masken nicht gegen die Impfung ausspielen soll.

«Auch Geimpfte können sich selbst anstecken, sie können die Krankheit weitergeben. Sie haben einen sehr hohen Schutz davor, schwer krank zu werden oder gar zu sterben. Aber eben: Man kann das Virus trotzdem weitergeben. Ich glaube, das müssen wir auch einfach ernst nehmen», begründet Lukas Engelberger am Dienstag gegenüber Telebasel den Basler Alleingang.

Bei diesem Entscheid beziehe sich Engelberger gemeinsam mit der Basler Regierung auf die wissenschaftlichen Fakten: «Die Wissenschaft sagt uns schon lange, man müsse die Impfung mit der Maske kombinieren. Ich denke, das sollten wir auch machen». Insofern sei der Entscheid vom Dienstag auch als Appell zu verstehen: «An den Bundesrat, nämlich schweizweit in diese Richtung zu gehen».

Konkret wolle die Basler Regierung, dass die 2G-Regel gar in Innenräumen bei Sport- und Freizeitaktivitäten ausgeweitet wird. «In unserer Sicht wäre es sinnvoll, die Betriebe, in denen die Maske nicht durchgängig getragen werden kann, nur für 2G zu öffnen. Das sind Restaurants, Fitness, gewisse Sport- und Freizeitanlagen.» Laut Lukas Engelberger sei diese 2G-Regelung aber schweizweit umzusetzen.

Basel will keine Massnahmen-Oase im Dreiland sein

Beim Entscheid in Basel habe man auch über die Landesgrenze hinausgeschaut. In Frankreich sind die Nachtclubs für die nächsten vier Wochen geschlossen. In Baden-Württemberg herrschen strengere Massnahmen für den Besuch im Restaurant.

Basel soll laut Engelberger nicht Ausweichdestination für Einkäufe und Freizeitaktivitäten von Menschen aus Frankreich und Deutschland werden: «Dann ziehen wir hier Risiken an, das wäre aus unserer Sicht nicht sinnvoll.»

Baselland spielt nicht mit

Der Kanton Baselland hatte wegen der angespannten epidemiologischen Lage per 1. Dezember die Maskentragpflicht auf Restaurants, Bars und Clubs ausgeweitet, auf eine Sitzpflicht verzichtete er aber.

Zudem gilt ab Mittwoch, 8. Dezember, im Baselbiet auch in Kindertagesstätten sowie in Kinder- und Jugendheimen Maskentragpflicht. Ferner müssen auch Schülerinnen und Schüler ab der 5. Primarschulklasse im Sportunterricht Masken tragen.

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger bedauert, dass sein Baselbieter Kollege Thomas Weber eine andere Schiene fährt: «Leider kamen wir bei diesem Massnahmenpunkt nicht zu denselben Schlüssen». Dies, obwohl die Gesundheitsdirektoren aus den beiden Basel regelmässig telefonieren und Entwürfe austauschen.

Doch nicht nur das Baselbiet geht die aktuelle Lage lockerer an. Viele Kantone passen ihre Massnahmen den vorgeschlagenen Regeln des Bundes an. «Wir bedauern, dass die meisten jetzt in diesem Entscheid eine andere Richtung gingen. Schlussendlich haben wir alle die gleichen Interessen», so Engelberger. Und er betont nochmals: «Eine strengere, schweizweite Regelung würde allen dienen».

Dem Nachtleben winkt Entschädigung

Die strengeren Regeln sind gemäss der Basler Regierung besonders für Clubs und Bars «einschneidend». Die Exekutive will deshalb besonders betroffene Betriebe finanziell unterstützen und ein neues Unterstützungsprogramm erarbeiten.

Dass durch die Massnahmen gewisse Betriebe schliessen müssen, sieht Engelberger jedoch nicht ganz ein: «Schliessen muss in diesem Sinne niemand. Man kann weiterhin in Gastronomiebetriebe gehen. Man kann selbstverständlich auch konsumieren, dafür muss man allerdings sitzen».

Dass die Sitzpflicht nicht überall umsetzbar ist, könne die Regierung nachvollziehen: «Ich sehe, dass das nicht für alle Betriebe passt. Da wird es solche geben, die sagen, dass sie unter diesen Bedingungen nicht mehr arbeiten und geöffnet haben können. Wir wollen ihnen entgegenkommen und sind bereit, sie auch finanziell zu unterstützen».

Die genaue Höhe der Entschädigung ist noch nicht definiert. «Diese Betriebe werden sich jetzt bei uns melden», schlussendlich liege die Federführung punkto Entschädigung nicht beim Gesundheitsdepartement. Trotzdem sagt Lukas Engelberger: «Wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass wir im Kanton Basel-Stadt die Not sehen, dass wir bereit sind, zu helfen, und das gilt auch weiterhin».

4 Kommentare

  1. @GL. Unsere Intensivstationen laufen am Limit, darum sobald als möglich schärfere Massnahmen, z.B. Clubs schliessen, Beizen /Fitness, überall 2 G.Report

  2. Nicht Herr Weber macht den Alleingang. Auch andere Kantone verfahren wie Baselland. Der Alleingang macht immer Baselstadt mit Herr Engelberger.Report

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