Das Monitoring zeige weiter, dass die Gesamtkosten für die sechs Gruppen der Eingriffe auch 2020 leicht zurückgegangen sind. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Weitere Verlagerung von Operationen in den ambulanten Bereich

Die Verlagerung von operativen Eingriffen vom stationären in den ambulanten Bereich schreitet weiter voran. Der Einfluss der Pandemie ist nicht bezifferbar.

Die Verlagerung von operativen Eingriffen vom stationären in den ambulanten Bereich schreitet weiter voran. Somit konnten wie beabsichtigt die Kosten mit den auf Anfang 2019 eingeführten Massnahmen gesenkt werden. Wie gross genau der Einfluss der Corona-Pandemie auf diese Entwicklung war, ist nicht bezifferbar.

Zu diesem Ergebnis kommt das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) in seinem am Montag veröffentlichten zweiten Monitoring im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Die Zahlen zeigten, dass die Einführung einer gesamtschweizerischen Liste mit ausgewählten, ambulant durchzuführenden Eingriffen die gewünschte Wirkung zeige.

Seit Januar 2019 werden bei sechs Gruppen von Eingriffen die Kosten nur noch bei ambulanter Durchführung von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergütet. Begründete Fälle sind von dieser Regelung ausgenommen. Das Gesundheitsdepartement (EDI) geht davon aus, dass eine ambulante Operation in medizinisch begründeten Fällen patientengerechter ist und weniger Ressourcen beansprucht, wie das BAG schreibt.

Das zweite Monitoring 2020 des Obsan zeige allerdings, dass der Rückgang der stationären Eingriffe 2020 schwächer war als noch im Jahr zuvor. Auch die ambulanten Eingriffe sind demnach 2020 im Vergleich zu 2019 etwas zurückgegangen.

Weniger ambulante Eingriffe wegen Covid

Es sei davon auszugehen, dass der Rückgang der ambulanten Eingriffe auf die Corona-Pandemie-bedingte Aufschiebung nicht dringender Operationen im Frühjahr 2020 zurückzuführen ist, schreibt das BAG.

Bei 43 Prozent (Hämorrhoiden) bis 95 Prozent (Kniearthroskopien) der 2020 stationär durchgeführten Eingriffe konnte ein Grund ausgemacht werden, weshalb die Behandlung stationär erfolgte. Bei 5 bis 57 Prozent der ausnahmsweise stationär durchgeführten Eingriffe konnte jedoch keine Erklärung dafür gefunden werden. Allerdings gibt es laut BAG einen Teil von Ausnahmekriterien, der nicht statistisch erfasst werden kann.

Das Monitoring zeige weiter, dass die Gesamtkosten (ambulant und stationär) für die sechs Gruppen der Eingriffe auch 2020 leicht zurückgegangen sind.

Während 2019 in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung der Rückgang der stationären Kosten durch den Anstieg der ambulanten Kosten kompensiert worden sei, seien 2020 die Kosten für ambulante Eingriffe ebenfalls gesunken.

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