Die Kinder wurden von der Mutter nach Syrien mitgenommen, wo sie sich dem IS anschlossen. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Kinder von IS-Frau kehren aus Syrien in die Schweiz zurück

Zwei Minderjährige werden aus dem Lager Roj in Syrien zurückgeführt, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten am Montag mitteilte.

Über den Irak befinden sie sich demnach auf dem Weg in die Schweiz, erklärte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montag auf Twitter.

Die Rückführung erfolgte mit dem Einverständnis der Mutter und ihrer Anwältin, wie das EDA mitteilte. Und sie erfolgte im Rahmen des Bundesratsbeschlusses vom 8. März 2019, der nach Prüfung und im Interesse des Kindes die Rückführung von Minderjährigen ermöglicht.

Die Operation erfolgte demnach in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden in der Schweiz und im Ausland, insbesondere mit den Behörden, die für das Lager zuständig sind, in dem sich die Kinder befanden. Aus Gründen des Schutzes der Minderjährigen und der Privatsphäre gibt das EDA nach eigenen Angaben keine weiteren Informationen über die Rückführung bekannt.

Mutter schloss sich IS an

Die Mutter aus Genf hatte sich nach Medienberichten 2015 in Syrien in Begleitung ihrer Kinder der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) angeschlossen, geriet dann aber in Gefangenschaft und war seither in einem kurdisch kontrollierten Internierungslager in Nord-Syrien.

Bisher hatte sich die Schweiz mit dem Argument der inneren Sicherheit gegen eine Rückführung sogenannter Dschihad-Reisender gesperrt. Die Väter der beiden Kinder appellierten allerdings im Frühjahr an die Bundesbehörden. Und unterdessen hat die Mutter ihr Einverständnis für die Rückkehr ihrer Kinder in die Schweiz gegeben. Sie selbst wird offenbar weiterhin als Sicherheitsrisiko angesehen und muss in Syrien bleiben.

Laut dem Westschweizer Fernsehens RTS vom Montagabend handelt es sich bei den betroffenen Kindern um zwei 9 und 15 Jahre alte Mädchen mit Schweizer Staatsangehörigkeit.

Kinder sind Halbschwestern

Bei den betroffenen Kindern handelt es sich um zwei neun und 15 Jahre alte Halbschwestern mit Schweizer Staatsangehörigkeit, wie Johannes Matyassy, stellvertretender EDA-Staatssekretär, in der Sendung «10vor10» von Schweizer Fernsehen SRF sagte. Die beiden Mädchen würden bei ihrer Integration in der Schweiz begleitet und unterstützt.

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