Laut Lukas Engelberger ist die flächendeckende Einführung von 2G-Regeln als Massnahme zur Bekämpfung des Coronavirus eine Option. (Archivbild: Keystone)
Basel

Flächendeckende Einführung von 2G ist für Engelberger eine Option

Lukas Engelberger schliesst die flächendeckende Einführung von 2G-Regeln nicht aus. Der Bundesrat habe mit seinem Entscheid am Freitag schon vorgespurt.

Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektoren, schliesst die flächendeckende Einführung von 2G-Regeln als Massnahme zur Bekämpfung des Coronavirus nicht aus. Der Bundesrat habe mit seinem Entscheid am Freitag schon vorgespurt.

Wenn man die Dynamik aber nicht in den Griff bekomme, würden Zulassungen nur für geimpfte und genesene Personen (2G) im öffentlichen Raum nicht ausreichen, sagte Engelberger in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Dann werde man die Maskenpflicht ausweiten und neue Kapazitätsbeschränkungen einführen müssen.

Wenig Kredit erhält derweil die Einführung einer Impfpflicht. In der Schweiz gelte der Grundsatz, dass die Impfung ein individueller Entscheid sein sollte, sagte Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, der «NZZ am Sonntag». Mit einer allgemeinen Impfpflicht würde dieser Grundsatz verletzt.

Allgemeine Impfpflicht kommt nicht in Frage

Die Kommission sei der Meinung, dass eine solche allgemeine Impfpflicht nicht in Frage komme – ausser es seien zuvor schon alle anderen Massnahmen bis hin zum Lockdown erfolglos ausgeschöpft worden. Engelberger sagte seinerseits, er glaube nicht, dass ein Obligatorium die Impfquote wesentlich erhöhe.

Es würde damit nur eine gewaltige Drohkulisse aufgebaut, die die Impfmotivation gefährden könnte. Denn um ein Impfobligatorium durchzusetzen, müsste die Schweiz so harte Methoden anwenden, dass das Verhältnis zwischen Bürgern und Staat langfristig schwer beschädigt würde, sagte Engelberger weiter.

2G-Diskussion läuft heiss

SP-Co-Präsident Cedric Wermuth (AG) forderte gegenüber der «Sonntagszeitung» «rasch eine offene Debatte über Massnahmen wie 2G oder eine Impfpflicht». Nach 20 Monaten Pandemie dürfe nichts mehr ausgeschlossen werden. GLP-Präsident Jürg Grossen (BE) seinerseits will weiterhin auf «Eigenverantwortung und Anreize setzen, anstatt noch mehr Obligatorien auszusprechen», wie er der «Sonntagszeitung» sagte.

Auch Bundespräsident Guy Parmelin schloss die Einführung einer allgemeinen 2G-Pflicht nicht mehr kategorisch aus, sollten die nun getroffenen Massnahmen nicht den erwünschten Effekt bringen. «Es bleiben nicht viele Möglichkeiten» sagte Parmelin in der SRF-Samstagsrundschau. «Wenn wir keinen Impfzwang wollen, dann bleiben nur noch Massnahmen wie eine 2G-Pflicht».

3 Kommentare

  1. 2 G + (geimpft, genesen und getestet) wäre das einzig sinvolle, wenn man Begegnungen sicher ohne Ansteckungsrisiko gestalten möchte, mit Omikron erst recht.
    ausserdem
    Die möglichen Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung bekommen von der Politik eindeutig nicht ausreichend Aufmerksamkeit. Es geht um die Menschen, die nach einer Infektion nicht richtig genesen, sondern krank und angeschlagen zurückbleiben. Diese Folgen könnten für jeden Einzelnen, für die Volksgesundheit und schliesslich auch für die Wirtschaft ein echtes Problem werden.Report

  2. die Impfmotivation ist mit den Einreisetests für Ungeimpfte UND Geimpfte schon entscheidend gedämpft worden. Was haben wir für Dilettanten in der Regierung. Damit haben die bei mir den letzten Kredit verspielt. Ein Impfobligatorium muss VOR einem Lockdown kommen, resp. Lockdown NUR für Ungeimpfte! Ich habe fertig.Report

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