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Der Talk vom 3. Dezember 2021.
Schweiz

Basler Energieexperte kritisiert AKW-Papier der SVP Schweiz

Rudolf Rechsteiner gehört zu den profiliertesten Energieexperten der Region. An der Forderung der SVP nach neuen AKWs lässt er kein gutes Haar.

Es war das Topthema im Telebasel Sonntags-Talk vom 7. November 2021: Die SVP fordert neue AKWs. SVP-Nationalrat Christian Imark vertrat die Parteilinie. Bis ins Jahr 2050 rechnet die Partei mit einem Verbraucheranstieg, der Ausserbetriebnahme laufender Kernkraftwerke sowie Verlusten bei der Wasserkraft. Den Strommangel mit erneuerbarer Energie (Sonne, Wind, Geothermie) zu kompensieren, sei unrealistisch. Es fehlten 40 Terrawatt Strom, sagte Imark:

Der Telebasel Sonntags-Talk vom 7. November 2021.

Rudolf Rechsteiner: AKWs verzögern Ausbau erneuerbarer Energien

Mittlerweile hat die Partei Christian Imarks ihre Analysen und Forderungen in einem Positionspapier öffentlich gemacht. Damit beisst sie bei Rudolf Rechsteiner auf Granit. Der AKW-Gegner, Ökonom und ETH-Dozent für erneuerbare Energien stösst sich an mehreren Punkten, zum Beispiel: Die «wichtigste Energie – Photovoltaik – mit hoher Wertschöpfung in der Schweiz (65%) kommt im Szenario der SVP gar nicht vor».

Mit der Verlängerung der Nutzung von Atomkraftwerken würde zudem der Ausbau der neuen erneuerbaren Energien verzögert. Zwar anerkennt der Ex-SP-Nationalrat und IWB-Verwaltungsrat das Problem der drohenden Stromlücke. Aber dazu brauche es jetzt eine Solaroffensive. In seinem im Mai erschienenen Buch «Die Energiewende im Wartesaal» kritisierte er die bisherige Energiepolitik und die «lähmende Bürokratie» deshalb scharf.

Neue AKWs: Sympathien in der Klimabewegung und bei economiesuisse

Im erwähnten Sonntags-Talk stand Imark mit seiner AKW-Forderung allein. Die grüne Nationalrätin Florence Brenzikofer und LDP-Nationalrat Christoph Eymann wehrten den Vorschlag ab.

Ob das so bleibt? Es gibt Mitglieder der Klimabewegung, die die Kerntechnologie im Vergleich zu anderen Energiegewinnungsformen für das geringere Übel halten. Auf der anderen politischen Seite: economiesuisse-Präsident Christoph Mäder kritisierte im Oktober den Atomausstieg. Die geltende Energiestrategie sei zu optimistisch.

Ab 18:45 Uhr im Talk vom Freitag, 3. November 2021: Rudolf Rechsteiner, ETH-Dozent und Ökonom.

4 Kommentare

  1. In der Schweiz werden in den nächsten 50 Jahren keine AKWs gebaut, weil sie schlicht viel zu teuer werden. Man vergleiche dazu die aktuellen AKW Baustellen in Europa. Solarzellen und Batteriespeicher wurden im Gegenzug ca. 10x günstiger in den letzten 10 Jahren und Batterien werden nochmals 10x günstiger bis 2030.
    Schon heute ist Solarstrom absolut konkurrenzfähig und dank den grossen Speicherseen ist die Schweiz perfekt gerüstet für 100% erneuerbaren Strom OHNE Stromimporte das ganze Jahr über. Alles was es braucht sind deutlich mehr Solaranlagen. Die Leute sind sich leider noch viel zu wenig bewusst was in den letzten 10 Jahren für Meilensteine erreicht wurden und die Entwicklung geht rasant weiter. AKWs und fossile Energieträger werden gerade verdrängt durch erneuerbare Energiequellen. Da steht die SVP komplett auf verlorenem Posten…Report

  2. Logisch ist SP-Rechsteiner gegen die SVP-Pläne
    Er denkt immer noch im Links/Rechts Schema
    Beim Riesenstrombedarf der kommt muss man Gräben überwinden
    Und Sorry: Ich vertraue da einfach mehr SVP-NR-Imark. Er ist einfach näher dran.Report

  3. Es fehlen nicht 40 Terrawatt Strom, sondern 40 Terawattstunden Strom. E = Exponent
    Merke: Terawatt (TW) ist eine Leistung, Terawattstunden (TWh) ist Einheit der Energie. Man misst damit Produktion und Verbrauch von Energie, wobei dies genau genommen aber nicht stimmt, weil Energie nicht verschwindet sondern umgewandelt wird, beispielsweise in Wärme. Terra ist falsch und hat nichts mit Erde zu tun. Tera mit einem «r» ist die Abkürzung für die Zahl 10E12. Milliarde 10E9 (Giga), Million = 10E6 (Mega), Tausend = 10E3 (Kilo)Report

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