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Die Medienkonferenz des Bundesrats vom 3. Dezember 2021. (Video: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

Berset: «Die Situation ist sehr ernst»

Der Bundesrat informierte am Freitagnachmittag über weitere Corona-Massnahmen. Die ganze Medienkonferenz gibt es hier in der Übersicht.
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Die Pressekonferenz des Bundesrats ist beendet. Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Die neuen Corona-Massnahmen nochmals im Überblick
Berset will nicht alle Regionen über einen Leisten schlagen

Im Kampf gegen die Überlastung der Spitäler setzt Gesundheitsminister Alain Berset weiterhin auf regional unterschiedliche Massnahmen. Der Bund könne nicht schweizweit strenge Regeln erlassen, dafür seien die Unterschiede zwischen den Kantonen zu gross.

Es sei nicht sinnvoll, dass sich die Corona-Politik einfach an jenen Gebieten orientiere, in denen die Lage am angespanntesten sei, erklärte Berset am Freitag vor den Medien in Bern. Die Kantone müssten nun mehr tun, bekräftigte er.

Die Frage einer Journalistin, wie schlimm sich die Lage in einzelnen Spitälern entwickeln müsste, damit der Bundesrat von dieser Haltung abweichen würde, beantwortete Berset nicht direkt.

Omikron könnte Pandemie verlängern

Stimmt die Befürchtung, dass Omikron die Immunabwehr umgehen kann, sieht Gesundheitsminister Alain Berset eine Verlängerung der Pandemie, wie er am Freitag sagt. Man müsse hier aber weitere wissenschaftliche Ergebnisse abwarten, um die Situation einzuschätzen.

Berset: «Verhalten der Bevölkerung ist ausschlaggebend»

Laut Gesundheitsminister Alain Berset kann nur das Verhalten der Bevölkerung dazu führen, die Situation aufgrund des Coronavirus in den Griff zu bekommen. Wichtig sei, die Kontakte zu reduzieren und vorsichtig zu sein.

Das sagte Berset am Freitag vor den Medien in Bern. «Wir wollten keine Bussen im privaten Rahmen einführen», sagte Berset. Die Verantwortung liege bei jedem einzelnen und jeder einzelnen.

Berset hofft, dass die beschlossenen Massnahmen helfen und genügen. «Wir werden die Situation weiter beobachten», sagte er.

Neue Massnahmen für Skilifte?

Ist 2G auch etwa auf Skiliften, in Kinos oder auf Eiskunstbahnen möglich? Prinzipiell ja, antwortet Bundesrat Alain Berset.

Skilifte seien dabei aber weiterhin unter die Kategorie öffentliche Verkehrsmittel fallen unter diese Regeln, so der Gesundheitsminister.

Im Profisport gelten die selben Regeln, wie in der Arbeitswelt: Der Arbeitgeber legt die Schutzmassnahmen, wie eine 3G-Regel und regelmässiges Test, fest.

Bald noch schärfere Massnahmen?

Der Bundesrat verhängt im Vergleich zum Ausland viel weniger strengere Massnahmen. Reicht das?, fragt ein Journalist. Berset antwortet: «Ja, wenn sich alle daran halten und mitmachen.»

Die Verdoppelung der Ansteckungszahlen würde nicht wie in der zweiten Welle alle vier bis fünf Tage stattfinden, sondern etwa alle zwei Wochen. Das ermögliche es, die Massnahmen zu überprüfen und anzupassen. Jetzt sei ein Finetuning möglich, vor einem Jahr sei alles so schnell gegangen, dass es nicht anders gehe.

Berset: «Kantone wollen keine Testpflicht an Schulen»

Laut Gesundheitsminister Alain Berset bedauert der Bundesrat die Tatsache, dass die Kantone keine Testpflicht an den Schulen einführen wollen. 17 von 26 Kantonen lehnten in der Blitzkonsultation ab, verpflichtende, repetitive Tests an obligatorischen Schulen und der Sekundarstufe II durchzuführen.

Der Bundesrat sei von der Wirksamkeit repetitiver Tests überzeugt, teilte er am Freitag mit. Mit diesen könnten Ansteckungen früh entdeckt und Übertragungsketten unterbrochen werden.

Grenzgänger werden am Arbeitsplatz getestet

Bei der Einreise in der Schweiz müssen neu alle einen negativen Test vorweisen. Pendler aus dem nahen Ausland können dabei aufatmen: Grenzgänger bei Einreise-Testpflicht ausgenommen. Der Bund verweist hier auf das regelmässige Testen in Unternehmen, das vorgeschlagen wird.

Das sagte Michael Gerber, Leitung Abteilung Recht beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Freitag vor den Medien in Bern. Grenzgängerinnen und Grenzgänger machten einen wesentlichen Teil der Einreisenden aus.

«Alle müssen mitmachen»

Berset mahnt, nochmals sich an die Hygieneregeln zu halten. «Wir können das schaffen, aber wir müssen auch alle mitmachen», so Berset. «Die Situation ist schwieriger, als wir uns vorgestellt haben», räumt er ein. Nun gelte, es zusammenzuhalten und sich an die Massnahmen zu halten.

«Wir müssen keine Angst haben vor der aktuellen Lage, aber Respekt ist geboten», so der Gesundheitsminister.

Berset sieht keine Alternative zu schärferen Massnahmen

Laut Gesundheitsminister Alain Berset ist die Verschärfung der Massnahmen alternativlos. «Die Lage ist sehr ernst.» Gewisse Spitäler seien an der Kapazitätsgrenze. Trotzdem habe der Bundesrat verhältnismässig gehandelt.

«Wir haben immer noch weniger strenge Regeln als die Nachbarländer», sagte Berset am Freitag vor den Medien in Bern. Von den am Dienstag vorgeschlagenen Massnahmen würden nun aber fast alle umgesetzt.

«Wir dürfen uns nicht von der Omikron-Variante überraschen lassen», hielt Berset fest. Schon mit der Delta-Variante sei die Lage mehr als angespannt. «Was uns am meisten beunruhigt, sind die vermehrten Spitaleintritte.» Diese Entwicklung müsse nun gestoppt werden.

Zertifikate im Privaten nicht überprüfbar

Der Bundesrat gibt eine Empfehlung bei den Privattreffen zur Zertifikatspflicht ab. Es sei im privaten nicht durchführbar.

Er ruft Unternehmen dazu auf, wo möglich, Homeoffice zu ermöglichen.

Berset warnt

«Wir müssen die Situation jetzt stoppen. Wir müssen alles unternehmen, dass weniger Leute infiziert werden», so Gesundheitsminister Alain Berset. «Wir wollen die Situation in den Griff kriegen, bevor wir noch weiter gehen müssen, als noch andere Länder.

Gesundheitsminister Alain Berset sieht bei den Spitalkapazitäten die Kantone in der Pflicht. Diese müssten, wenn nötig, strengere Massnahmen ergreifen.

Die Gesundheitsversorgung sei eine kantonale Kompetenz, betonte er am Freitag vor den Bundeshausmedien in Bern. Zugleich zeigte er sich zufrieden mit dem Geist der Zusammenarbeit, der in der Konsultation sichtbar geworden sei.

Appell zur Vorsicht

Berset appellierte an die Bevölkerung, bei privaten Treffen etwa über die Feiertage vorsichtig zu sein. Dies sei wichtig, auch wenn bei privaten Treffen mit mehr als zehn Personen neu lediglich eine Empfehlung und keine Pflicht gelte, das Covid-Zertifikat einzusetzen.

Diskotheken und Bars hätten in der Vernehmlassung darum gebeten, die 2G-Regeln anwenden zu dürfen. Anders, also mit einer Konsumation nur im Sitzen, sei für sie ein rentabler Betrieb nicht möglich, so Berset.

Im Bezug aufs die Homeoffice-Empfehlung sagte Berset, viele Unternehmen hätten erfreulicherweise schon von sich aus gehandelt. Es sei schon sichtbar, dass wieder mehr Menschen von zuhause aus arbeiteten.

Die nachfolgenden Entscheide zu Corona-Schutzmassnahmen hat der Bundesrat am Freitag beschlossen. Die Massnahmen im Inland treten am Montag in Kraft und gelten bis vorerst am 24. Januar. Die neuen Einreisebestimmungen treten bereits am Samstag in Kraft. Mehr dazu hier.

Bundesrat beschliesst ausgedehnte Masken- und Zertifikatspflicht

Ab Montag gelten in der ganzen Schweiz schärfere Corona-Massnahmen. Nach einer Blitzkonsultation hat der Bundesrat am Freitag entschieden, die Masken- und die Zertifikatspflicht auszuweiten. Zudem können Betriebe und Veranstalter eine 2G-Regel einführen.

Dass der Bundesrat die Massnahmen gegen die Pandemie verstärkt, stand bereits am Dienstag ausser Frage. Wegen der sich zuspitzenden Lage in den Spitälern handelt er nun rasch. Ab Montag und erst einmal bis am 24. Januar 2022 gilt ein strikteres Corona-Regime, um die Zahl schwer Erkrankter möglichst zu minimieren. Hier gibt es mehr dazu.

Aufhebung der Quarantänepflicht bei der Einreise in die Schweiz

Der Bundesrat hat die Quarantänepflicht bei der Einreise in die Schweiz für alle Länder aufgehoben – sowohl für die Schengen-Staaten als auch für Länder im Süden Afrikas. Die neue Regelung gilt ab dem (morgigen) Samstag.

Um die Einschleppung der neuen Omikron-Variante möglichst zu verhindern, gilt jedoch eine verschärfte Testpflicht, wie der Bundesrat am Freitag mitteilte. Alle Personen, auch geimpfte und genesene, müssen bei der Einreise in die Schweiz ein negatives Testergebnis eines PCR-Tests vorweisen. Zudem muss ein zweiter Test, PCR- oder Antigenschnelltest, zwischen dem vierten und dem siebten Tag nach der Einreise gemacht werden. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Alle Massnahmen in der Übersicht

  • Die Zertifikatspflicht wird auf alle öffentlich zugänglichen Veranstaltungen in Innenräumen und auf alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten von Laien in Innenräumen ausgeweitet.
  • Bei Veranstaltungen im Freien gilt die Zertifikatspflicht bereits ab 300 statt ab tausend Personen.
  • Bei privaten Treffen gilt ab elf Personen die «dringliche Empfehlung», das Zertifikat einzusetzen.
  • Die Maskenpflicht wird ausgeweitet. Neu gilt sie drinnen überall dort, wo auch die Zertifikatspflicht gilt. Ausgenommen sind private Treffen.
  • Wo Maskentragen nicht möglich ist, gelten Ersatzmassnahmen: Im Restaurant und in Clubs wird eine Sitzpflicht beim Essen und Trinken erlassen, bei Sport- und Kulturaktivitäten wie etwa Hallentrainings oder Chorproben müssen Kontaktdaten erhoben werden.
  • Explizit sieht der Bundesrat die Anwendung der 2G-Regel vor: Alle öffentlichen Einrichtungen, für welche die Zertifikatspflicht gilt, dürfen den Zugang auf Geimpfte und Genesene beschränken. Im Gegenzug darf auf die Maskenpflicht verzichtet werden.
  • Analog kann die 2G-Regel auch bei allen Veranstaltungen drinnen oder im Freien angewandt werden.
  • Am Arbeitsplatz gilt eine dringliche Homeoffice-Empfehlung. Zudem müssen alle Mitarbeitenden in Innenräumen eine Maske tragen, in denen sich mehrere Personen aufhalten.
  • Die Gültigkeitsdauer der Testzertifikate wird verkürzt: ein Antigen-Schnelltest noch 24 statt 48 Stunden. Ein PCR-Test ist nach wie vor 72 Stunden gültig.
  • Die Kapazitätsbeschränkungen für Innenräume werden mangels gesetzlicher Grundlage aufgehoben.
  • Verzichtet hat der Bundesrat nach Kritik aus den Kantonen auf eine Testpflicht an Schulen. Ursprünglich wollte er, dass alle obligatorischen Schulen und die Schulen der Sekundarstufe II repetitive Tests anbieten müssen.

Einreisebestimmungen

  • Ab Samstag werden sämtliche Länder von der Quarantäneliste gestrichen.
  • Alle Personen, auch Geimpfte und Genesene, müssen vor der Einreise einen PCR-Test machen lassen.
  • Alle Personen müssen sich zwischen dem vierten und siebten Tag nach der Einreise einem PCR- oder Antigen-Test unterziehen.
  • Einreisende müssen die Testkosten selbst tragen.
  • Ungeimpfte Personen dürfen aus Risikoländern oder -regionen ausserhalb des Schengen-Raums zu privaten Zwecken nur noch in Härtefällen einreisen. Betroffen sind namentlich Besuche oder touristische Reisen.

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