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Der Telebasel Report vom 1. Dezember 2021.
Baselland

«Lueget nit umme, dr Wolf goht umme»

Fredi Rickenbacher sah dem Wolf in die Augen, Christian Degen verlor sieben Geisslein und Sarah Müri schützt ihre Herde vor seinen Angriffen.

«Der Wolf kann überall sein. Man weiss nie, wo er ist», sagt Sarah Müri. Im Hintergrund bimmeln die Glocken von 400 Schafen. Sie grasen zurzeit auf der Stöckmatt nahe Wasserfallen, Reigoldswil. Als Schafhirtin ist sie für das Wohl der Tiere verantwortlich. Ob sie mit einem Wolfsangriff rechnet? «Ja, klar».

Vielleicht bald öfters zu sehen? Symbolbild eines Wolfes im Wald. (Bild: Envato)

Hirtin mitten im Wolfsrudel

Besonders nervös sei sie deshalb jedoch nicht, sagt Sarah Müri. In ihrer Heimat im Wallis hat sie bereits mehrere Jahre auf der Alp verbracht, inmitten von einem ganzen Wolfsrudel: «Bisher ist zum Glück noch nie etwas passiert», sagt sie. Lediglich vor und nach der Alpung hätte sie den Wolf einmal gesehen.

Alleine das Wissen um dessen Präsenz verändere aber einiges. Die Alp, auf der sie zu Hause arbeitet hätte kurz vor ihrer Anstellung einen grossen Wolfsriss erlebt. Danach habe man auf Herdenschutzmassnahmen umgestellt: «So einfach ist das nicht, ein Riesenaufwand», sagt Müri.

Hat die Verantwortung für 400 Schafe. Hirtin Sarah Müri auf der Stöckmatt nahe Wasserfallen, Reigoldswil. (Bild: Telebasel)

Herdenschutz kostet Zeit und Geld

Zuhause hätte man unterdessen jemanden angestellt, einzig und allein des Schutzes vor dem Wolf wegen. «Das muss man auch zuerst finanzieren können», gibt Müri zu bedenken. Gerade für kleinere Betriebe könne der Herdenschutz ein existenzielles Problem werden. Zwar gebe es hier und dort Unterstützung, diese müsse man aber auch immer wieder zuerst finden.

Das Problem: Nur wer nachweisen kann, dass er Herdenschutzmassnahmen nach Vorschrift betrieben hat, kann im Falle eines Wolfsrisses Schadenersatz beim Bund einfordern. Die Anschaffung der höheren Zäune oder der Materialien zur Elektrifizierung des Zaunes seien teuer. Das ständige Umzäunen und kontrollieren der Netze zeitaufwändig.

Teamarbeit: Sarah Müri wird bei ihrer Arbeit von ihren Hütehunden unterstützt. (Bild: Telebasel)

Herdenschutzhunde kein Patentrezept

Müri lässt ihre Herde auf der Stöckmatt von zwei Herdenschutzhunden bewachen. Diese seien gerade jetzt, wo der Wolf in der Nähe sei wichtig. Doch kaum ein kleinerer Betrieb könne sich die Ausbildung und die Haltung eines Schutzhundes leisten: «Um die Hunde muss man sich kümmern, sie füttern, sie pflegen – wieder Zeit und wieder Geld».

Zudem seien Schutzhunde je näher man der Zivilisation komme auch problematisch, da sie oftmals auch Menschen, Katzen oder andere Hunde als Gefahr für ihre Herde wahrnähmen. «Die Geben bei jedem Mäuschen an», sagt ein Schafbauer aus der Region.

Helfen im Kampf gegen den Wolf: Herdenschutzhunde verteidigen ihre Herde gegen Gefahren. (Bild: Telebasel)

Die Diskussionen um die Finanzierung und das Ausmass des Herdenschutzes dürfte bei der erwarteten Zunahme von Wölfen in der Region also noch für ordentlich Gesprächsstoff führen.

9 Kommentare

  1. Die grossen Prädatoren, wie Wolf und Luchs schaffen dem Ökosystem und damit nicht nur den Menschen einen Mehrwert.Vielleicht hilft ihnen dies etwas schlauer zu werden.Report

  2. Wer nicht versteht was für eine Bedeutung der Wolf in einem Ökosystem hat, der dürfte auch nicht verstehen, dass der Mensch aus Wildtieren zu seinen Gunsten «Nutztiere» gezüchtet hat…offenbar ist nur das von Nutzen, was man als nützlich betrachtet…Report

  3. Ja das nimmt mich auch Wunder meine Beiträge werden gelöscht was ist das für eine Zeitung ? Wo nicht mit Kritik umgehen kann dann schlisst doch diese Umfragen ich bin ein Pro Wolf aber auch für ein gemeinsamesReport

  4. Mich nimmt wunder warum gewisse Kommentare gelöscht werden ? warum löscht Ihr Kommentare wo Euch nicht passen Der Wolf ist da und wird da bleiben.Report

  5. Schau die können schreiben was sie wollen meine Meinung ist der Wolf wird immer bleiben egal was kommt sie sollen weiter drohen mit keinen Alpen mehr bestossen, dann soll es so sein und sie können bestimmt mit Stolz mal Ihren nachkommen sagen diese Alpen waren mal sowas von schön nur heute sind sie verwildert weil wir zu Geizig wahren.Report

  6. Ich frage mich immer warum man so ein Aufstand macht, für niemanden ist es schön Tode Tiere zu finden aber ist nun mal die Natur und in die Natur gehört nun mal auch ein Wolf wie auch Luchs Bär und auch der Bieber. Erklärt mal Eueren Schafen wie auch Kühen Kälber, Geisen das sie kein Grass fressen sollen tz echt ist und bleibt die Natur findet Euch damit ab es wird kein Aussterben mehr geben von unseren Wölfen. Und wenn jetzt einer kommt und schreibt ja dann bestossen wir unsere Alpen nicht mehr naja dann soll es so sein, wegen dem werden die Wölfe weiterhin da sein. Es ist möglich Alpwirtschaft und Wölfe Punkt.Report

  7. Nutztiere welche den Menschen einen Mehrwert schaffen werden dem Wolf ausgesetzt. Ein Raubtier, welches im Gegensatz der Gesellschhaft wenig bis nichts bringt. Trotzdem ist diese Tiergattung geschützt. Soll verstehen wer will, ich werde nie schlau werden aus dieser Logik.Report

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