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Der Telebasel News-Beitrag vom 30. November 2021.
Basel

Wärmestube im Gundeli: zunehmend auch Armutsbetroffene aus dem Quartier

Immer mehr Menschen nützen die Wärmestube Soup&Chill. Dort wird der Platz langsam knapp, denn ausgerechnet zum Wintereinbruch steigen die Corona-Fallzahlen.

Morgens um 9: Drei Mitarbeiterinnen rüsten schon mal das Gemüse. Die Suppe für einige hungrige Gäste soll schliesslich am Abend  bereitstehen. Die sinkenden Temperaturen sind aber nicht der einzige Grund für vermehrten Bedarf bei Soup&Chill.

Vereinspräsidentin Claudia Adrario de Roche sieht gewichtige Gründe in der Coronakrise: «Seit Beginn 2020 hat die Zahl der Gäste etwa um ein Drittel zugenommen». An Wochenenden seien vorher ungefähr 100 Gäste gekommen, nun sind es aber etwa 150. «Wir haben zunehmend, und das macht uns grosse Sorgen, auch Leute aus dem Gundeli, die durch die wegfallenden vollen Gehälter in die Bedürftigkeit gerutscht sind nun bei uns Essen holen», sagt Claudia Adrario. So handle es sich zum Beispiel um Leute in Kurzarbeit und «Working Poor», die kleinere Jobs und somit wichtigen Zustupf verloren haben.

Forderung nach mehr warmen Aufenthaltsräumen

Covid-19 trifft die Bedürftigen auch anderweitig. So werden die Gäste gebeten, die Suppe abzuholen. Um die Leute vor Ort zu verpflegen, sei der Platz einfach zu knapp. Mit den sinkenden Temperaturen, steigenden Fallzahlen und den jüngsten Corona-Verschärfungen im Kanton sieht Claudia Adrario schwierige Zeiten auf die Gäste von Soup&Chill zukommen.

In ihren Augen braucht es nun ein grösseres Angebot an Wärmestuben und abendlichen Mahlzeiten, auch an den Feiertagen. «Ich frage mich einfach zunehmend, was noch passieren muss, bevor die Verantwortlichen des sozialen Basel reagieren. Wir brauchen jetzt, wo jede Häufung von Menschen vermieden werden soll, mehr warme Aufenthaltsräume», so Claudia Adrario. Sie appelliert daher an die Behörden, nach Räumlichkeiten Ausschau zu halten.

Unterstützung von Privaten und Stiftungen

Wie dieses Jahr bekannt wurde, erhält Soup&Chill kein Geld mehr von der GGG und der Christoph Merian Stiftung. Dies aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Betriebsführung. Wie Claudia Adrario de Roche sagt, erhalte sie weiterhin Unterstützung von anderen Stiftungen und Privaten.

Noch aber funktioniert die Versorgung im Soup&Chill auch dank Vernetzung. Das Küchenteam aus dem benachbarten Restaurant du Cœur kümmert sich um die Suppe. Es sind grösstenteils Asylsuchende, zum Beispiel aus Eritrea, die hier Hand anlegen.

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