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Von 3G auf 2G: Für manche PolitikerInnen der Linken und Mitte ein denkbares Szenario. (Bild: Keystone)
Schweiz

Jetzt preschen Politiker mit 2G vor

Mit dem deutlichen Ja zum Covid-Gesetz im Rücken machen sich Politiker für eine Einführung von 2G stark. Vor allem, sollten die Fallzahlen weiter steigen.

Das Verdikt ist klar: 62 Prozent der Schweizer StimmbürgerInnen goutieren das Covid-Gesetz und die damit verbundenen Massnahmen gegen die Pandemie wie zum Beispiel das Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestete. Im Zuge des deutlichen Abstimmungsresultats formulieren diverse PolitikerInnen konkrete Vorstellungen: Eine 2G-Regel für bestimmte Bereiche wie Freizeit, Veranstaltungen und Pflegeheime wird für sie zum Thema.

«Ich bin heute so weit, dass ich sagen muss: 2G in gewissen Lebensbereichen müssen wir uns ernsthaft überlegen», sagt FDP-Nationalrat Matthias Jauslin (AG) gegenüber «20 Minuten». Nur mit einer höheren Impfquote komme man aus der Pandemie. 2G könnte helfen, dieses Ziel zu erreichen, glaubt Jauslin. Zudem wolle er «die Ungeimpften dazu ermuntern, einen Beitrag an unsere Gesellschaft und das Gesundheitswesen zu leisten».

Die Jungen Grünen sind dezidiert für eine Begrenzung von Veranstaltungen auf 2G oder 2G plus. Bei Letzterem ist zusätzlich zur Impfung oder der Genesung noch ein negativer Corona-Test erforderlich. Dass sich die Bevölkerung am Abstimmungssonntag klar fürs Zertifikat und Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung ausgesprochen habe, müsse «der Gradmesser für weitere Massnahmen sein – und nicht die Schreie einer lauten Minderheit», argumentiert die Jungpartei im Bericht von «20 Minuten». Die Juso fordert ebenfalls «griffige Massnahmen», um eine Überlastung der Spitäler zu verhindern.

Für die SP kommt alles infrage

Die SP bläst ins selbe Horn und schliesst laut ihrem Co-Präsidenten Cédric Wermuth «keine einzige Massnahme» aus. Um weitere Einschränkungen werde die Schweiz in Anbetracht der aktuellen Corona-Lage nicht herumkommen, ist er überzeugt. Der Bundesrat müsse in den nächsten Tagen wohl über weitere nationale Massnahmen diskutieren. Dieser hält am Mittwoch seine nächste Sitzung ab.

Mitte-Nationalrätin und Co-Präsidentin der Gesundheitskommission des Nationalrats, Ruth Humbel, sieht 2G als letztes Mittel im Kampf gegen die Pandemie, um einen Shutdown oder die Absage von Veranstaltungen zu verhindern. Auch Impfobligatorien schliesst sie laut dem Medienbericht nicht aus. «Für bestimmte Gruppen sind diese juristisch denkbar.» Sie nennt als Beispiel den Schutz der BewohnerInnen von Pflegeheimen.

Grünen-Präsident Balthasar Glättli ist da skeptischer. Er glaubt, dass die obligatorische Impfung für bestimmte Berufsgruppen sehr umstritten ist. Auch wenn er persönlich wenig Verständnis für ungeimpftes Lehr- und Pflegepersonal hat.

2G geniesst breite Unterstützung

Die Rückendeckung vieler SchweizerInnen für eine Einführung von 2G hätte die Politik: In einer Umfrage des «Sonntagsblick» sprachen sich rund 62 Prozent für eine Verschärfung des Regimes gegenüber Ungeimpften aus. Knapp zwei Drittel befürworteten die 2G-Regel im öffentlichen Leben. Und 53 Prozent sind sogar für eine Impfpflicht.

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