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Der Telebasel News Beitrag vom 29. November 2021.
Basel

Bis zu 500’000 Franken für ein paar Meter Gummi

Gummi im Tramgleis soll künftig für mehr Sicherheit im Veloverkehr sorgen. Der Kanton Basel-Stadt startet am Montag eine einjährige Testphase.

An der Haltestelle Bruderholzstrasse ist am Montag in Basel das erste velofreundliche Tramgleis in Betrieb genommen worden.

Bis zu einer halben Million Franken pro Haltestelle

Wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement bekannt gibt, kostet der Einbau dieses Gummi in die Tramgleise jeweils zusätzlich 170’000 Franken pro Kaphaltestelle. Ist die Haltestelle bereits gebaut, kostet das Einbauen des Gummis gar eine halbe Million Franken pro Strassenseite.

Viel Geld, welches sich laut der Projektleiterin Adrienne Hungerbühler lohnen würde. Es hätte vermehrt Unfälle gegeben. Und: «Wenn man Veloförderung machen will, wenn man wirklich findet, dass es wichtig ist, dass es sicher ist, dann ist es dieses Geld wert», sagt sie am Montag. «Das war auch das Votum der Politik, die sagte: ‹Doch das ist es uns wert, dass wir dort so viel Geld ausgeben.›»

Der Grosse Rat befürwortet die Einführung des velofreundlichen Gleis. Insofern die Testphase positiv ausfällt, werden weitere Gleise in der ganzen Stadt mit dem Gummi ergänzt.

Testphase startet

In einer Testphase soll abgeklärt werden, ob sich das Gleis im Alltagsbetrieb bewähren kann, wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement mitteilte. Bisher wurde das System erst mit Velos getestet. Velofreundlich wird das Gleis durch eine Gummifüllung, die verhindern soll, dass Velofahrerinnen und -fahrer in die Gleisrille einsinken und so zu Fall gebracht werden. Diese Gefahr besteht in erster Linie an behindertengerecht umgestalteten Kaphaltestellen, wo die Distanz zwischen den erhöhten Haltestellenkanten und den Gleisen verkürzt werden muss.

Schematische Darstellung des velofreundlichen Tramgleises mit der Gummifüllung. (Bild: Basler Verkehrs-Betriebe)

Eine solchermassen umgebaute Haltestelle befindet sich an der Bruderholzstrasse in Fahrtrichtung Bruderholz. Dort soll nach ersten Probeläufen auf einer Teststrecke in Füllinsdorf nun der Tauglichkeitstest in der Praxis stattfinden.

Bereits seit 2019 arbeitet der Kanton an diesem Projekt. Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) werden gemäss Communiqué bis Ende 2022 die ersten Erfahrungen mit dem neuen Gleis auswerten. Im Fokus stünden die Abnutzung der Gummifüllung im täglichen Betrieb. Täglich würden 150 Tramzüge durch die Haltestelle Bruderholzstrasse fahren.

Ganz ohne Folgen auf den Trambetrieb werden die velofreundlichen Gleisabschnitte nicht sein. So seien diese von Anhängern von Oldtimer- und sogenannten Cornichon-Tramzügen nicht befahrbar, weil diese zu leicht seien, um die Gummifüllung in die Gleisrille zu pressen.

Mehr dazu am Montag, 29. November 2021, um 18:30 Uhr und ab 19:00 Uhr in den Telebasel News.

3 Kommentare

  1. Wurde vor 3 Jahren schon in der Stadt ZH getestet und erfüllte die Erwartungen leider nicht. Die Abnützungen des Gummis durch die Räder waren zu gross, leider!Report

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