Mehr als 200 Covid-Patienten werden auf den Intensivstationen in der Schweiz behandelt. (Bild: Keystone)
Schweiz

Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen steigt auf über 200

Mehr als 200 Covid-Patienten sind nach Angaben der Kantone zurzeit in Intensivstationen von Spitälern. Die Situation lässt sich demnach noch bewältigen.

Mehr als 200 Covid-Patientinnen und -Patienten sind nach Angaben der Kantone zurzeit in Intensivstationen von Spitälern. Die Situation lässt sich demnach noch bewältigen. Die neue Coronavirus-Variante Omikron wurde bis Sonntag in der Schweiz nicht nachgewiesen. Bei der eidgenössische Abstimmung über das Covid-19-Gesetz stimmten 62 Prozent Ja.

Aufgrund der gegenwärtigen Dynamik sei mit einer weiteren Zunahme von Hospitalisationen und einer steigenden Belastung der Intensivstationen zu rechnen, teilte Tobias Bär, Sprecher der Kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. In einigen Kantonen beziehungsweise Spitälern gebe es fast keine freien Betten mehr. Bär bestätigte damit Berichte in verschiedenen Sonntagszeitungen.

Die GDK geht daher davon aus, dass bald wieder vermehrt Patientinnen und Patienten in Spitäler anderer Kantone verlegt und sogenannt nicht dringliche Eingriffe verschoben werden müssen. Dazu zählen auch Krebsoperationen.

Bei einer Zuspitzung der Lage und einer ausserordentlichen Ressourcenknappheit seien Triagen von Patienten nicht auszuschliessen, schrieb die GDK. Handlungsleitend seien dabei die medizinisch-ethischen Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI).

Demnach ist das übergeordnete Ziel, möglichst viele Menschenleben zu retten. Für die Triage bleibt die kurzfristige Überlebensprognose das erste und wichtigste Entscheidungskriterium. Die Ressourcen sind ohne Diskriminierung zu verteilen. Merkmale wie Alter, Geschlecht, Behinderung, soziale Stellung oder Impfstatus dürfen nicht als Triagekriterien herangezogen werden.

Omikron in der Schweiz nicht nachgewiesen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) teilte am Sonntag auf Anfrage von Keystone-SDA mit, dass die neue Coronavirus-Variante Omikron (B.1.1.529) bisher in der Schweiz nicht nachgewiesen wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Variante am Freitag als «besorgniserregend» eingestuft.

Die Stimmbevölkerung stützt die Pandemiepolitik des Bundesrats und des Parlaments erneut. Rund zwei Drittel legten am Sonntag ein Ja zum Covid-19-Gesetz in die Urne. Der grosse Aufmarsch der Corona-Massnahmen-Gegner blieb dagegen am Sonntag in Bern aus. Nach dem klaren Ja zum Covid-19-Gesetz versammelten sich am Nachmittag bloss einige Dutzend Personen auf dem Bundesplatz.

Eine deutliche Mehrheit der Schweizer Bevölkerung befürwortet eine Verschärfung des Regimes gegenüber Menschen, die sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des «SonntagsBlick». Demnach möchten 63 Prozent der Befragten eine Einführung der 2G-Regel – also den Status «geimpft» oder «genesen» – als Bedingung für die Teilnahme am öffentlichen Leben. Eine Impfpflicht unterstützen 53 Prozent.

Keinen Rückhalt fände dagegen ein neuer Lockdown: Nur gerade 18 Prozent befürworteten in der Umfrage diese Massnahme. Für einen Lockdown nur für Ungeimpfte könnten sich 47 Prozent erwärmen.

Negativer Test und Quarantäne bei Einreise

Seit Samstag müssen alle Personen beim Einsteigen (Boarding) in ein Flugzeug und bei der Einreise in die Schweiz aus Grossbritannien, den Niederlanden, Tschechien, Ägypten und Malawi einen negativen Covid-19-Test vorlegen und 10 Tage in Quarantäne. Seit Freitagabend 20.00 Uhr galt bereits ein Verbot für Direktflüge aus dem südlichen Afrika.

Die zusätzlichen Herkunftsländer listete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstagabend auf und teilte sie über den Kurznachrichtenkanal Twitter mit. Laut BAG müssen auch Einreisende aus Südafrika, Belgien und weiteren Ländern einen negativen Covid-19-Test vorlegen und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben – auch wenn sie geimpft oder genesen sind.

Grundsätzlich gilt ein Einreisestopp für Reisende aus Botsuana, Eswatini, Hongkong, Israel, Lesotho, Mosambik, Namibia, Simbabwe und Südafrika. Davon ausgenommen sind allerdings Schweizer Bürgerinnen und Bürger sowie Personen, die über eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz verfügen.

Kündigung für fünf Berufssoldaten

Unterdessen erhielten fünf Angehörige einer Sondereinheit der Schweizer Armee die Kündigung, weil sie sich nicht gegen das Coronavirus Covid-19 impfen lassen wollten. Die Berufssoldaten konnten laut Armee ihre Arbeitsverträge nicht mehr vollumfänglich wahrnehmen.

Bei den Betroffenen handle es sich um Mitglieder des Kommandos Spezialkräfte der Schweizer Armee (KSK). Armeesprecher Daniel Reist bestätigte am Samstag gegenüber Keystone-SDA entsprechende Informationen der Tamedia-Zeitungen.

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