Kann in einem engen Büro der Abstand nicht eingehalten werden, ist das Tragen einer Maske wieder angebracht. (Symbolbild: Keystone)
Basel

So kommen Sie durch die 5. Welle

Der Bundesrat setzt weiterhin auf Eigenverantwortung. Infektiologin Madeleine Rothen gibt Tipps, wie man sich im Alltag vor Corona schützen kann.

Die Corona-Zahlen steigen und steigen – die fünfte Welle hat die Schweiz erfasst. Der Bundesrat setzt jedoch weiterhin auf Eigenverantwortung und nimmt die Kantone in die Pflicht. Diese spielen den Ball wieder zurück nach Bundesbern. In absehbarer Zeit dürften sich die Massnahmen daher wohl nicht ändern. Telebasel hat mit der Basler Hausärztin und Infektiologin Madeleine Rothen im Telebasel Talk darüber gesprochen, wie man sich jetzt verhalten soll, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Telebasel: Zurzeit sind es vor allem Kinder und Jugendliche, die sich anstecken. Sie bringen quasi das Virus aus der Schule nach Hause in die Familie. Wie sollen Eltern mit dieser Situation umgehen?

Madeleine Rothen: Die Regel ist grundsätzlich so, dass wer infiziert ist, in Isolation gehen muss. Innerhalb der Familie braucht es eine individuelle Lösung. Da kommt es darauf an, was das Kind selber machen kann. Bei den Familienangehörigen kommt es darauf an, ob sie geimpft sind. Sind die Eltern geimpft, können sie weiterhin arbeiten gehen. Ich empfehle ihnen jedoch, dass sie ihre soziale Kontakte weitgehend zurückfahren. Denn eine Ansteckung ist trotz einer Impfung möglich.

Wie sieht es in einer Partnerschaft aus, wenn jemand Corona hat?

Da gibt es Anleitungen, wie man in einer solchen Situation umgehen soll. Das Bad oder die Küche sollten getrennt benutzt werden. Die Oberflächen sollten jeweils nach dem Aufenthalt gereinigt werden. Der Kontakt sollte so gering wie möglich sein.

Soll ich mir nach dem Kontakt einer Oberfläche, also zum Beispiel einer Türklinke, jeweils die Hände waschen?

Oberflächenansteckungen gibt es sicher theoretisch. Vor allem dann, wenn man sich häufig ins Gesicht fasst. Jedoch ist es nicht der wichtigste Ansteckungsweg. Das ist die Luft mit Tröpfchen und Aerosolen.

Bei der Arbeit: Nehmen wir an, wir sind im Team alle geimpft und haben eine Sitzung. Soll man nun wieder eine Maske tragen?

Das ist eine Frage, welche man sich im Einzelfall überlegen muss. Wo der Platz im Büro eng ist und Lüften nicht so gut geht, denke ich, ist es eine sichere Sache, wenn man vermehrt wieder eine Maske trägt. Bei genügend Abstand kann auch mal auf die Maske verzichtet werden.

Wie sieht es beim Apéro aus?

Abstand, Abstand, Abstand. Ein Apéro mit Cüpli und Küsschen ist in diesem Jahr sicher nicht angebracht. Auch hier gilt: Versuchen Sie Abstand zu wahren und auf das Begrüssungsküsschen zu verzichten. Zwischen dem Trinken kann auch gut wieder eine Maske getragen werden.

Wie verhalte ich mich im Fitnesscenter? Ist ein Besuch angebracht?

Auch mit 3G oder 2G besteht ein Restrisiko, sich anzustecken. Dies muss man sich bewusst sein. Auch hier gilt, dass man sehr gut Abstand hält und darauf achtet, dass die Geräte nicht zu nahe beieinander aufgestellt sind und man sich nicht zu nahe kommt.

Darf das Grosskind seine Grosseltern besuchen und ihnen auch wieder näherkommen?

Hier sind wir wieder in einem Ermessensbereich. Ich denke, ein gesundes Kind ohne eine Erkältung, soll auch wieder normal mit seinen Grosseltern spielen dürfen. Grosseltern sollten sich beim Grosskind mit respiratorischen Symptomen – also Schnupfen oder Husten – eher zurückhalten.

Ist gemeinsames Singen, also zum Beispiel eine Chorprobe, zurzeit angepasst?

Singen ist ein wichtiger Übertragungsweg. Dabei wird viel Luft mit viel Druck mit Aerosolen produziert. Wenn jemand im Chor infiziert ist, der es gar nicht weiss, dann kann es schon zu grossen Ansteckungszahlen kommen. Es ist eine schwierige Entscheidung, ob Chorproben abgesagt werden sollen. Sicher ist: Sie sollten in grossen Räumen und in kleinen Gruppen stattfinden.

Aber singen am Weihnachtsbaum in der Familie ist kein Problem?

In der Familie kommt man sich auch in andren Bereichen nahe. Zudem ist dies auch nicht mit dem Chorsingen zu vergleichen. Ich denke, man sollte den Leuten nicht alles verbieten. Man sollte ja auch noch etwas leben dürfen.

Der Bundesrat setzt weiterhin auf Eigenverantwortung. Ihre Tipps?

Wir müssen uns in unseren verschiedenen Lebenssituationen überlegen, wo ich die Nähe vermeiden kann. Wo dies nicht möglich ist, sollte man auf «Abstandshilfen» setzen. Das kann eine Maske sein oder das regelmässige Händewaschen helfen. Wir müssen selber denken.

Der Telebasel Talk vom 24. November 2021 mit Madeleine Rothen:

So schützen wir uns: Alle Verhaltens-Empfehlungen des Bundes im Zusammenhang mit Corona finden Sie hier

1 Kommentar

  1. Das Zählen von Wellen ist ja etwa so sinnvoll wie im Meer. Aber sowieso ist es in der Schweiz kein „Durchkommen“, da es keine wesentlichen Einschränkungen gibt und auch kaum je welche gab.Report

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