Unter anderem schlagen die Kosten der Coronatests dieses Jahr zu buche. (Bild: Keystone)
Schweiz

Gesundheitskosten schiessen 2021 in die Höhe

Die Gesundheitskosten in der Schweiz sind deutlich höher ausgefallen als prognostiziert. Im 2021 sind sie wegen der Coronapandemie um 7,3 Prozent gestiegen.

Die Gesundheitsausgaben steigen laut Prognose dieses Jahr aufgrund der Coronapandemie um 7,3 Prozent auf 91 Milliarden Franken. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) hatte 2020 noch eine Zunahme von 3,3 Prozent vorausgesagt.

Auf Staatsseite schlagen vor allem die Kostenübernahme der Coronatests und der Coronaimpfung zu Buche, wie die KOF am Donnerstag mitteilte. Aber auch die privaten Haushalte haben mit einem Gesundheitskostenwachstum zu kämpfen: Das liegt grösstenteils an den nicht vom Bund übernommenen Coronatests.

Letztes Jahr lagen die von der KOF berechneten Gesundheitskosten noch bei 84,9 Milliarden Franken bei einer Wachstumsrate von 2,9 Prozent.

Für die nächsten zwei Jahre rechnet die KOF mit einem weit weniger starken Wachstum der Gesundheitsausgaben: So sollen es 2022 noch 1,3 Prozent und 2023 1,2 Prozent sein. Über den gesamten Prognosezeitraum von 2020 bis 2023 rechnet die KOF mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 3,2 Prozent.

Vorhersagen wegen Corona schwierig

Diese Vorhersagen hängen allerdings vom weiteren Verlauf der Pandemie ab; die KOF geht von einer Normalisierungsphase in der Schweiz aus.

«Prognosen sind immer mit Unsicherheiten verbunden», sagte Michael Graff, Leiter des KOF-Forschungsbereichs Konjunktur vor den Medien. «Aber hier ist sie noch einmal grösser.» Die Folgen von Strukturbrüchen wie der Coronapandemie seien schwierig einzuschätzen. Diese sei nur vergleichbar mit der Spanischen Grippe am Ende des Ersten Weltkriegs, die schon über 100 Jahre her ist.

Der Onlinevergleichsdienst Comparis, der die Studie finanzierte, teilte mit, die Gesundheitsausgaben würden «definitiv» nicht zu einem Prämienschock führen. Die Krankenkassen hätten genügend Reserven und übernähmen nur einen Teil der medizinischen Coronakosten.

Allerdings: Da die Reserven in der Pandemie aufgebraucht würden, sei es «nicht wirklich schlau», jetzt auch noch die Prämien zu senken, sagte Felix Schneuwly von Comparis.

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