Aus welchem Grund der Geländewagen am Sonntag bei dem Weihnachtsumzug in die Menschenmenge gesteuert wurde, ist noch immer nicht bekannt. (Foto: Key)
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Mutmasslicher Täter wegen Mordes angeklagt

Der Mann, der mit einem SUV in eine Weihnachtsparade in den USA gerast war, ist des fünffachen Mordes angeklagt worden. Das erklärte die Staatsanwaltschaft.

Weil inzwischen ein Kind seinen Verletzungen erlegen sei und es damit sechs Todesopfer gebe, werde die Anklage wohl noch erweitert werden. Zudem könnten wegen der rund 60 Verletzten, von denen einige noch in Lebensgefahr schwebten, weitere Anklagepunkte folgen, sagte eine Staatsanwältin.

Der für die Kaution zuständige Justizbeamte, Kevin Costello, legte die zu hinterlegende Summe für den Angeklagten Darrell B. angesichts von dessen Vorstrafen aus mehreren Bundesstaaten auf fünf Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) fest. «Die Natur dieser Tat ist schockierend», sagte er zu dem Vorfall in Waukesha.

Bei dem Kind, das laut Staatsanwaltschaft am Dienstag im Krankenhaus starb, handelt es sich einer Spenden-Webseite der Familie zufolge um einen achtjährigen Jungen, dessen zwölfjähriger Bruder ebenfalls verletzt worden war. Dieser solle am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen werden, hiess es dort.

Es droht lebenslange Haft

Im Fall eines Schuldspruchs würde dem 39-jährigen Tatverdächtigen für jeden der fünf Anklagepunkte lebenslange Haft drohen. Nach dem Recht des Bundesstaats Wisconsin wird ihm «absichtliche Tötung ersten Grades» zur Last gelegt. Das entspräche im deutschen Recht am ehesten dem Tatbestand des Mordes.

Das zuständige Kinderkrankenhaus im nahegelegenen Milwaukee bestätigte den Tod des Jungen und erklärte, 13 Kinder würden derzeit noch behandelt. Sechs davon schwebten in Lebensgefahr. Zwei verletzte Kinder seien bereits am Montag entlassen worden.

Der mutmassliche Täter hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrere Vorstrafen, war bereits inhaftiert und muss sich auch noch in anhängigen Verfahren vor der Justiz verantworten. Er war erst wenige Tage vor dem Zwischenfall wegen eines tätlichen Angriffs festgenommen worden und kurz darauf gegen 1000 US-Dollar Kaution freigekommen.

Grund weiter unklar

Aus welchem Grund der Geländewagen am Sonntag bei dem Weihnachtsumzug in die Menschenmenge gesteuert wurde, ist noch immer nicht bekannt. In der Anklageschrift werden zwei Polizeibeamte, die vor Ort waren, mit der Aussage zitiert, das Fahrverhalten des Täters lasse darauf schliessen, dass er absichtlich in die Menge gefahren sei.

Während der Waukesha Christmas Parade hatten Menschen im Zentrum der Stadt am Sonntagnachmittag beide Seiten der Strasse gesäumt. Die alljährliche Veranstaltung im Vorort der Grossstadt Milwaukee lockt traditionell Tanzgruppen, High-School-Bands, Politiker und zahlreiche Zuschauer an. Auch viele Familien mit Kindern besuchten die Parade am Sonntag und bestaunten Weihnachtsfiguren, Tänzer und Musiker.

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