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Der Telebasel News Beitrag vom 22. November 2021.
Baselland

Gelterkinden ist der Weihnachtsbaum zu teuer

Der Gelterkinder Gemeinderat legt der Gemeindeversammlung ein Sparprogramm in Millionenhöhe vor. Unter anderem soll der Weihnachtsbaum gestrichen werden.

Es steht nicht gut um die Finanzen der Zentrumsgemeinde im Oberbaselbiet. Über eine Million Franken will der Gemeinderat mit dem Budget 2022 einsparen, sagt Gemeinderat und Finanzvorsteher Stefan Degen (FDP/BZG). Das Geld soll durch diverse Massnahmen eingespart werden. So sollen zum Beispiel die Löhne der Gemeindeangestellten nicht erhöht werden. Wie Degen relativiert, betreffe dies aber nur einen Teil der Mitarbeitenden. So seien die LehrerInnen vom Lohnstopp nicht betroffen, weil diese über einen kantonsweit verbindlichen Vertrag angestellt sind.

Auf Weihnachtstanne soll verzichtet werden

Einen anderen Sparposten dürften im Dorf aber alle mitbekommen: Jeden Advent stellt die Gemeinde einen grossen Weihnachtsbaum auf den Dorfplatz. Mit Auf- und Abbau werden dafür 2’000 Franken fällig. Einen Betrag, den der Gemeinderat künftig einsparen will. Diesen Dezember soll zum letzten Mal eine Tanne aufgestellt werden. Für Stefan Degen sei der Baum ein Beispiel für viele Ausgabenpunkte, die sich die Gemeinde bisher geleistet hat, auf die sie aber verzichten könne.

Trotz Einsparungen von über einer Million Franken, oder Optimierungsmassnahmen, wie es Stefan Degen lieber ausdrückt, wird das Budget im nächsten Jahr nicht mit einer schwarzen Null abschliessen. Für die Erfolgsrechnung wird mit einem Mehraufwand von rund 1,3 Millionen Franken gerechnet.

Hallenbad kostet eine Million pro Jahr

Pikant dabei ist, dass alleine das vor drei Jahren eingeweihte neue Hallenbad etwa eine Million Franken pro Jahr kostet. Der 18 Millionen Franken teure Bau wurde im Dezember 2018 eröffnet, rund zwölf Millionen der Kosten wurden durch die Gemeinde Gelterkinden übernommen. Und sie muss auch die laufenden Kosten tragen, wie Gemeinderat Degen sagt. Das Bad wird während den geplanten 40 Jahren Betriebszeit 40 Millionen an weiteren Kosten auslösen. Zwar hatten sich einige umliegende Gemeinden mit rund einer Million an den Baukosten beteiligt. Es kam aber zu keiner Kooperation im Bereich der weiteren Kosten.

Trotz des Millionendefizits in der Gemeindekasse sei der Bau des Hallenbades richtig gewesen. «Es braucht ein Schwimmbad in diesem Teil des Kantons», ist Degen überzeugt. Ob das vom Gemeinderat vorgeschlagene Budget 2022 so abgesegnet wird, entscheidet die Gemeindeversammlung am 8. Dezember.

Stefan Degen möchte lieber optimieren statt die Steuern zu erhöhen. Die Gemeinde könnte sonst für gute Steuerzahler unattraktiv werden, befürchtet er – gerade solche möchte das Dorf eigentlich anlocken.

4 Kommentare

  1. Ich finde es so was von daneben, läppische 2000 Franken einzusparen, die kann man auch an einem anderen Ort einsparen.
    Viele Dorfbewohner freuen sich jedes Jahr an der schön geschmückten Tanne mit ihren Lichtern. Ich gehöre auch dazu.
    Ich hoffe sehr, dass diese Tradition auch im 2022 fortgesetzt wird. Sonst müssten wir eine Kollekte stellen.Report

  2. Degen möchte ja nicht nur den Weihnachtsbaum wegsparen sondern auch auch die Fasnacht. Tragbar ist er sowieso nicht mehr. Im Dorf wird sich erzählt er hätte im Suff mit seinem Amtskollegen Persson Plakate vom Parteilosen Rico Tirri für die kommende Gemeinderats-Ersatzwahl geklaut. Zum Glück geht er freiwillig und wir dürfen im Februar auch einen Ersatz für ihn wählen.Report

  3. Die Lieferung des Weihnachtsbaums, inkl. die Mithilfe beim Aufstellen auf dem Gelterkinder Dorfplatz, erfolgt seit jeher unentgeltlich durch das Forstrevier Farnsberg. Die geplanten Einsparungen betreffen m. E. daher nur die Miete einer Hebebühne für die Montage, bzw. Demontage der Beleuchtung.Report

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