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Schweiz

Private Treffen im Wallis ab 10 Personen nur mit Zertifikat

Das Coronavirus stellt die Schweiz und die Welt auf den Kopf. Hier im Ticker bleiben Sie über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.
EU-Gesundheitsbehörde sorgt sich um Omicron-Folgen für Impfschutz

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sorgt sich um mögliche Auswirkungen der zunächst im südlichen Afrika aufgetretenen Corona-Variante Omicron auf den Impfschutz. B.1.1.529 sei die am stärksten abweichende Variante, die bislang während der Pandemie in umfassenden Zahlen entdeckt worden sei, teilte die in Stockholm ansässige Behörde am späten Freitagabend in einer Einschätzung zur Bedrohungslage durch die neue Virus-Variante mit. Dies wecke ernsthafte Sorgen, dass sie die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.

Laut ECDC verfügt die Omicron genannte Variante B.1.1.529 verglichen mit dem Ursprungsvirus über eine grosse Anzahl Genmutationen. Es gebe zwar noch grössere Unsicherheiten hinsichtlich der Übertragbarkeit, der Wirksamkeit der Impfstoffe und des Wiederansteckungsrisikos. Dennoch hält die Behörde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Einschleppung und Verbreitung der Variante im Europäischen Wirtschaftsraum für hoch.

Wegen dieser Unsicherheiten sei ein vorsorglicher Ansatz wichtig, schrieb das ECDC. Es werde dringend zur verstärkten Umsetzung von nicht-pharmazeutischen Interventionen (NPI) geraten. Zu solchen Massnahmen zählen zum Beispiel Abstand halten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Reisen von und in betroffene Gebiete sollten vermieden werden. «Zu diesem Zeitpunkt müssen wir basierend auf unseren Erfahrungen mit vorherigen Varianten proaktiv sein und vorsorglich Massnahmen umsetzen, um Zeit zu gewinnen, bis wir mehr Erkenntnisse gewinnen», erklärte die ECDC-Direktorin Andrea Ammon.

Bundesregierung stuft acht Länder als Virusvariantengebiete ein

Wegen der Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante im südlichen Afrika beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag um 0 Uhr als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

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Wallis führt Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Gebäuden ein

Der Kanton Wallis verschärft die Schutzmassnahmen gegen die Coronapandemie. In geschlossenen, öffentlich zugänglichen Räumen sowie bei Veranstaltungen im Innern muss ab Montag eine Maske getragen werden. Für private Treffen mit mehr als zehn Personen braucht es neu ein Covid-Zertifikat.

Die Maske sei gemäss dem Entscheid des Staatsrats insbesondere in Kinos, Theatern, Veranstaltungssälen und Restaurants vorgeschrieben – zusätzlich zum Covid-Zertifikat, teilte die Staatskanzlei am Freitagabend mit.

Im Kanton Wallis werden die Massnahmen verschärft: In öffentlichen Gebäuden gilt ab Montag Maskenpflicht. (Bild: Keystone)

Eine Maskenpflicht gilt demnach ausserdem auf Märkten und am Arbeitsplatz, ausgenommen sind Einzelbüros. Ausnahmen gibt es für Schulen, Kitas sowie Diskotheken, Bars und Nachtclubs. Auch in Bergbahnen bleibt es bei den derzeit geltenden Regeln.

Die neuen Bestimmungen betreffen nicht nur das öffentliche Leben, sondern auch den privaten Bereich: Private Treffen mit mehr als zehn Personen sind ab Montag und bis am 17. Dezember nicht mehr erlaubt, es sei denn, alle Teilnehmenden über 16 Jahre sind geimpft, genesen oder getestet.

Die anderen Massnahmen gälten so lange wie nötig, jedoch nicht länger als bis am 31. Januar, schrieb die Kantonsregierung in ihrem Communiqué. Darüber hinaus empfehle man nachdrücklich das Arbeiten im Homeoffice.

USA kündigen Beschränkungen für Einreisen aus dem südlichen Afrika an

Auch die US-Regierung wird wegen einer neuen Variante des Coronavirus Einreisen aus dem südlichen Afrika einschränken. Dies sei eine Vorsichtsmassnahme, erklärte das Weisse Haus am Freitag. Betroffen sind demnach Einreisen aus den Staaten Südafrika, Simbabwe, Namibia, Botsuana, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi. Zuvor hatten bereits mehrere Staaten Europas solche Beschränkungen oder das Aussetzen von Flügen angekündigt.

Die US-Beschränkungen würden nicht für einreisende amerikanische Staatsbürger, Menschen mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung und andere Ausnahmefälle gelten, hiess es aus dem Weissen Haus. Es blieb zunächst noch unklar, ab wann die Einreisebeschränkungen gelten würden. In der Vergangenheit mussten diese durch einen Erlass des Präsidenten verfügt werden. Das war zunächst noch nicht geschehen.

Kantone Aargau und Zürich reagieren auf angepasste Impfempfehlung

Weitere Kantone bieten auch Personen unter 65 die Booster-Impfung gegen Covid-19 an. Im Aargau können über 16-Jährige ab sofort Termine buchen, sofern ihre zweite Impfung mehr als sechs Monate zurückliegt. Der Kanton Zürich will ab Montag auch Jüngere per Brief oder SMS kontaktieren, für die eine Auffrischimpfung infrage kommt.

Der Aargau setze mit der Öffnung der Terminbuchung die neuen Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif) um, teilte das kantonale Departement für Gesundheit und Soziales am Freitagabend mit.

Gleichzeitig baten die Aargauer Behörden Jüngere um Geduld – und gesunde Personen unter 65 darum, mit der Terminbuchung noch eine oder zwei Wochen zu warten: Es könnten nicht alle Interessierten gleichzeitig bedient werden. Priorität müsse der Booster für über 65-Jährige, Menschen mit Vorerkrankungen und Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt haben.

Auch der Kanton Zürich hebt in seiner Mitteilung hervor, zentral sei die Booster-Impfung vor allem für vulnerable Personen. Bereits jetzt könnten besonders gefährdete Personen und das Gesundheitspersonal Termine buchen, hiess es in der Mitteilung der Staatskanzlei. Ab dem Montag werde man mittels SMS oder Brief aktiv auf alle Personen über 16 zugehen, deren letzte Impfung mindestens ein halbes Jahr zurückliege. Voraussetzung für eine Terminbuchung ist, dass die betreffende Person im kantonalen Impftool registriert ist.

Niederlande im Abend-Lockdown – alles dicht ab 17 Uhr

Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen verhängen die Niederlande einen abendlichen Lockdown. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen täglich bereits um 17 Uhr schliessen. Die verschärften Massnahmen gelten ab Sonntag für zunächst drei Wochen; das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag an. «In den Niederlanden ist dann im Prinzip alles ab 17 Uhr geschlossen.» Ausgenommen seien Supermärkte.

Schulen sollen vorerst geöffnet bleiben. Allerdings müssen Schüler ab zehn Jahre eine Mundmaske tragen, wenn sie nicht an ihrem Platz sitzen. Die 1,5-Meter-Distanz-Regel wird ausgeweitet auf Kinos, Theater und Gaststätten. Das heisst, dass sie weniger Besucher empfangen können. Dort wird auch wieder die Maskenpflicht gelten. Es muss echt eine Wende geben, sagte Rutte.

Schärfere Corona-Regeln im Bundeshaus

Die Teilnehmenden und Besuchenden der am kommenden Montag beginnenden Wintersession der eidgenössischen Räte müssen eine Maske tragen. Daneben gilt eine Covid-Zertifikatspflicht.

Die Verwaltungsdelegation der Räte hat am Freitag «angesichts der stark zunehmenden Neuinfektionen» die Covid-Schutzmassnahmen für die Wintersession verschärft, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Zudem empfiehlt sie den Sessionsteilnehmenden, sich regelmässig testen zu lassen – auch geimpften und genesenen Personen.

Im Bundeshaus müssen Besucher und Besucherinnen neu eine Maske tragen. (Bild: Keystone)

Mit den neuen Massnahmen trägt die Verwaltungsdelegation auch dem Entscheid des Kantons Bern Rechnung, der die Maskentrag- und Zertifikatspflicht ebenfalls am Freitag deutlich verschärft hat. Die Maske kann ab nächster Woche im Bundeshaus nur für Wortmeldungen an Rats- oder Kommissionssitzungen sowie während des Konsumierens in den Gastronomiebetrieben abgelegt werden.

Die Verwaltungsdelegation wird nach eigenen Angaben im Verlaufe der nächsten Woche eine erneute Lagebeurteilung vornehmen. «Je nach Entwicklung behält sie es sich vor, neue Massnahmen zu entscheiden.»

Minister: EU-Reaktion auf Corona-Variante in Südafrika «unberechtigt»

Die Reaktion vieler europäischer Länder auf eine in Südafrika neu entdeckte Variante des Coronavirus ist nach Ansicht des südafrikanischen Gesundheitsministers «unberechtigt». Bisher sei es unklar, ob die Variante B.1.1.529 ansteckender sei als andere Varianten, sagte Joe Phaahla am Freitagabend während einer virtuellen Pressekonferenz.

Massnahmen wie Einreiseverbote würden völlig gegen existierende Normen und Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verstossen, sagte Phaahla. Man habe mit den Mitteilungen am Donnerstag lediglich Erkenntnisse südafrikanischer Wissenschaftler schnellstmöglich teilen wollen. Auch sei ungeklärt, ob Corona-Impfstoffe gegen die neu entdeckte Virusvariante weniger wirksam sein könnten.

Die EU-Staaten wollen angesichts der neuen möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus alle Passagierflüge aus sieben Ländern im südlichen Afrika aussetzen. Davon betroffen sind Südafrika und Simbabwe sowie Botsuana, Swasiland, Lesotho, Mosambik und Namibia, wie die Deutsche Presse-Agentur in Brüssel nach einer Sondersitzung der EU-Staaten am Freitag erfuhr. Deutschland will Südafrika und Nachbarländer zum Virusvariantengebiet erklären; Fluggesellschaften dürften dann von dort nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern.

WHO stuft neue Corona-Variante als «besorgniserregend» ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die neue Corona-Variante B.1.1.529 als «besorgniserregend» eingestuft. Das teilte die UN-Behörde am Freitag nach Beratungen mit Experten mit. Diese Klassifizierung ist laut WHO-Definition ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Ausserdem besteht bei «besorgniserregenden Varianten» die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen, Medikamente oder Corona-Massnahmen weniger wirksam sind.

Diese nun Omikron genannte Variante weise eine grosse Anzahl Mutationen auf, von denen einige besorgniserregend seien, hiess es. Vorläufige Hinweise deuteten auf ein erhöhtes Risiko einer Reinfektion bei dieser Variante im Vergleich zu anderen besorgniserregenden Varianten, zu denen auch die derzeit vorherrschende Delta-Variante zählt.

Nach Beratungen mit Experten stuft die WHO am Freitag die Variante B.1.1.529 als «besorgniserregend» ein. (Bild: Keystone)

Laut WHO wurde B.1.1.529 in Südafrika mittels genetischer Analyse entdeckt, die vom 9. November stammt. Insgesamt ist die Variante bislang weniger als 100 Mal genetisch nachgewiesen worden. Sie weist viele Mutationen auf, die aus Sicht von Wissenschaftlern möglicherweise zu einer leichteren Übertragung führen können. Nach Angaben der WHO wird es jedoch noch Wochen dauern, bis klar wird, welche genauen Auswirkungen die Mutationen haben.

Bislang hatte die internationale Gesundheitsbehörde vier «besorgniserregende Varianten» («variants of concern») identifiziert: Alpha, Beta, Gamma, sowie Delta, die wegen ihrer hohen Übertragbarkeit zur vierten Pandemie-Welle beigetragen hat. Zusätzlich sind zwei «Varianten unter Beobachtung» («variants of interest») gelistet, die um den vorigen Jahreswechsel in Südamerika aufgetreten waren.

Neue Virusvariante in der Schweiz noch nicht nachgewiesen

Die besorgniserregende neue Corona-Variante ist bislang in der Schweiz nicht nachgewiesen worden. Der Bund empfiehlt angesichts der unsicheren Entwicklung den Menschen, bei Reiseplanungen für die nächsten Wochen wie auch über Weihnachten vorerst abzuwarten.

Die neue, zunächst im südlichen Afrika festgestellte Corona-Variante B.1.1.529 sei in der Schweiz mit dem Gensequenzierungs-Überwachungsprogramm bis jetzt nicht nachgewiesen worden, teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitagabend mit. Der Bund wies die Kantone und Fluggesellschaften an, alle Personen persönlich zu kontaktieren, die in den letzten zwei Wochen aus dem südlichen Afrika in die Schweiz eingereist sind. Den Reisenden werde die Durchführung eines PCR-Tests «dringlich» empfohlen. Positive Testresultate würden genauer auf die Virusvariante untersucht.

Für Reiseplanungen oder Änderungen von bestehenden Buchungen in den nächsten Wochen empfahl der Bund, vorerst zuzuwarten. Die Bürger sollen nach Ansicht des Bundes die Erkenntnisse zur neuen Virusvariante der kommenden Tage abwarten.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) steht laut Mitteilung in engem Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, der EU und den europäischen Nachbarländern. Die Massnahmen gegen die Virusausbreitung würden laufend den neuen Erkenntnissen angepasst.

Swiss Olympic ruft zu Maskentragpflicht auf

Swiss Olympic empfiehlt offiziell allen Mitgliedsverbänden und damit allen Sportvereinen und Veranstaltern, an ihren Wettkämpfen und Anlässen ab sofort eine Maskentragpflicht. Im Kampf gegen das Coronavirus sollen insbesondere bei Indoor-Sportarten alle Anwesenden ausser den aktiven Sportlerinnen und Sportler wieder eine Maske tragen.

Auch wenn er kein Treiber der Pandemie sei, leiste der Sport einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie, wenn er das tun könne, sagte Jürg Stahl, der Präsident von Swiss Olympic, am Sportparlament. «Es ist auch im Sinn der Sportlerinnen und Sportler, wenn uns die aktuellen Freiheiten erhalten bleiben.»

Mehrere Kantone haben in den letzten Tagen bereits eine Maskentragpflicht für (Sport-)Veranstaltungen beschlossen.

Schweiz streicht Direktflüge aus der Region des südlichen Afrikas

Wegen einer neuen Coronavirus-Variante werden alle Direktflüge aus der Region des südlichen Afrikas in die Schweiz verboten. Bei der Einreise aus der Region Südafrika, aus Hongkong, Israel und Belgien müssen sich alle Personen in Quarantäne begeben.

Das teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitagabend mit. Die verschärften Einreiseregeln gelten demnach ab 20 Uhr.

Laut BAG gibt die neu entdeckte Virusvariante B.1.1.529 Anlass zur Sorge. Sie weise mehr Mutationen auf, als der Wissenschaft von anderen besorgniserregenden Varianten bekannt seien. Die WHO hat diese neue Variante als besorgniserregend eingestuft. Es bestehe die Möglichkeit, dass die bisherigen Impfstoffe weniger wirksam seien, hiess es.

Neben dem Stopp aller direkten Flüge aus Ländern des südlichen Afrikas gelten bei der Einreise aus Hongkong, Israel und Belgien striktere Massnahmen. Einreisende aus diesen Ländern müssen einen negativen Covid-19-Test vorlegen und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben, wie das BAG festhielt.

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BAG empfiehlt Auffrischimpfung gegen Covid-19 für alle

Auffrischimpfung gegen Covid-19 für alle – auch für die unter 65-Jährigen. Das empfehlen das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) nun erstmals am Freitag. Dahinter stehen die stark angestiegenen Ansteckungszahlen.

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Swissmedic gibt grünes Licht für Moderna-Booster ab 18 Jahren

Das Heilmittelinstitut Swissmedic hat die Auffrischimpfung mit dem Impfstoff von Moderna für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen. Der Impfstoff von Pfizer/Biontech, die andere in der Schweiz verwendeten mRNA-Impfung, darf bereits seit vergangenem Dienstag als Booster verabreicht werden.

Zudem ist der Booster von Pfizer/Biontech bereits ab 16 Jahren zugelassen. Wie Swissmedic mitteilte, können mit dem neu zugelassenen Moderna-Impfstoff ab sofort alle Erwachsenen mindestens sechs Monate nach der zweiten Impfung eine Auffrischung mit einer halben Dosis erhalten.

Auch die Moderna-Drittimpfung ist seit Freitag ab 18 Jahren offiziell zugelassen. (Bild: Keystone)

Swissmedic passte die Arzneimittelinformation entsprechend an. Für besonders gefährdete Personen ist die Moderna-Impfung ab 12 Jahren wie bereits bisher für die Auffrischung zugelassen. Die Grundimmunisierung bei Moderna erfolgt mit zwei Dosen zu je 0,5 Milligramm. Für die Auffrischung sind 0,25 Milligramm vorgesehen. Daten zur Immunreaktion zeigen, dass die Booster-Impfung die mit der Zeit abnehmende Schutzwirkung wieder verstärken kann.

Impfstoffe werden gemäss den Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Impffragen verabreicht. Die Zulassungsinhaber müssen ständig Informationen über Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität ihrer Präparate liefern. Swissmedic überwacht Nutzen und Risiken aller Impfstoffe gegen das Coronavirus in der Schweiz und international genau.

Booster für alle in St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden

Im Kanton St. Gallen können sich alle über 16-Jährigen ab sofort für die Corona-Auffrischungsimpfung anmelden. Voraussetzung ist, dass die letzte Impfung mehr als sechs Monate zurückliegt. Appenzell Ausserrhoden bietet den Booster für alle ab dem 1. Dezember an.

Die beiden Kantone reagierten am Freitag auf die stark steigenden Fallzahlen der letzten Wochen. In St. Gallen können sich Impfwillige online oder bei Hausarztpraxen anmelden. Die vier regionalen Zentren in St. Gallen, Wil, Buchs und Jona und die Pop-Up-Impfstellen können pro Woche 30’000 Impfungen durchführen.

Bis Freitag erhielten 27’000 Personen den Booster, weitere 16’000 sind angemeldet, wie der Kanton mitteilte. Zusätzliche Kapazitäten gebe es bei den Hausärzten Wer rasch einen Termin wolle, finde freie Zeitfenster in den Pop-Up-Impfstellen in Flawil, Rorschach, St. Margrethen, Altstätten, Uznach, Walenstadt und Wattwil.

In Appenzell Ausserrhoden bieten die Impfzentren in Heiden und Herisau sowie Hausarztpraxen ab dem 1. Dezember Booster für alle an. Priorität haben weiterhin die über 65-Jährigen und die Risikopersonen, wie die Kantonskanzlei mitteilte. Wer sich online registriert, erhält per SMS oder E-Mail einen Terminvorschlag.

Auch in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden ist der Booster bald für alle verfügbar. (Bild: Keystone)

Bis Donnerstag erhielten in Ausserrhoden 2860 Personen die Auffrischungsimpfung. Die momentane Lage im Kanton sei besorgniserregend, heisst es. In den letzten sieben Tagen wurden 561 neue Covid-19-Infektionen nachgewiesen. Dies entspricht einer Sieben-Tages-Inzidenz von 1020 pro 100’000 Personen.

Im Spital Herisau sei derzeit nur noch einer von drei Intensivpflegeplätzen mit Sauerstoffzufuhr frei, schreibt der Kanton. Die überwiegende Zahl der Personen, die sich wegen Covid-19 in Spitalpflege befinden, seien nicht geimpft.

US-Immunologe Fauci: Viele offene Fragen zu neuer Corona-Variante

Der US-Immunologe Anthony Fauci schliesst wegen der besorgniserregenden neuen Variante des Coronavirus eine Einschränkung von Reisen aus dem südlichen Afrika in die USA nicht aus.

«Das ist sicherlich etwas, worüber man nachdenkt und worauf man sich vorbereitet», sagte der Berater des Präsidenten am Freitagmorgen dem Sender CNN. Er betonte jedoch, dass aktuell noch nicht genug Informationen vorlägen. Auch dazu, ob die neue Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe mindere, könne er noch nichts sagen.

US-Immunologe Anthony Fauci äusserte sich am Freitag zur Lage mit der neuen Virusvariante. (Bild: Keystone)

«Man ist bereit, alles zu tun, was man tun muss, um die amerikanische Öffentlichkeit zu schützen», sagte Fauci. Für alle Entscheidungen müsse es aber eine wissenschaftliche Grundlage geben.

US-Wissenschaftler wollten sich noch am Freitag detailliert mit Wissenschaftlern aus Südafrika austauschen, um mehr Informationen zu bekommen, sagte Fauci. Im Moment gebe es keine Anzeichen dafür, dass die neu auftretende Coronavirus-Variante B.1.1.529 bereits in den USA sei. Ausschliessen könne man das aber natürlich nicht.

EU-Exportkontrolle von Corona-Impfstoff soll Ende 2021 auslaufen

Die EU-Exportkontrolle von Corona-Impfstoffen soll Ende des Jahres auslaufen. Anschliessend werde es ein neues Überwachungsinstrument geben, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Freitag in Brüssel.

Von Januar 2022 an müssten Hersteller von Corona-Impfstoffen nicht mehr um Genehmigung für den Export ihrer Vakzine bitten. Dies solle dazu beitragen, eine umfangreiche und schnelle Produktion und Verteilung von Impfstoff zu ermöglichen, die die Welt so dringend brauche.

Angesichts knappen Impfstoffs und ausfallender Lieferungen hatte die EU-Kommission den Export-Mechanismus am 1. Februar eingeführt. Seitdem müssen Impfstoff-Exporte aus EU-Staaten in viele Länder angemeldet und genehmigt werden. Im März wurde das Instrument verschärft. In bestimmten Fällen kann die Ausfuhr untersagt werden. Die Sprecherin betonte, dass bislang mehr als 1,3 Milliarden Dosen aus der EU in mehr als 150 Länder exportiert worden seien.

Belgien registriert ersten Fall mit neuer Coronavirus-Variante

Belgien hat einen ersten Fall mit der neuen, zunächst im südlichen Afrika festgestellten Corona-Variante B.1.1.529 registriert. Das gab der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke bei einer Pressekonferenz am Freitag bekannt.

Der belgische Premierminister Alexander De Croo kündigte anschliessend laut der Nachrichtenagentur Belga Beschränkungen für Einreisende aus Ländern im südlichen Afrika an. Es sei Vorsicht erforderlich, aber keine Panik, sagte Vandenbroucke.

Bei dem Fall mit der neune Variante handele es sich um eine ungeimpfte Person, sagte Vandenbroucke. Die Zeitung «Le Soir» berichtete, es handele sich um eine Frau, die aus Ägypten über die Türkei nach Belgien gereist war und sich nicht im südlichen Afrika aufgehalten hatte. Es ist noch nicht bekannt, ob die neue Variante tatsächlich gefährlicher ist als bisherige Varianten.

Gleichzeitig führt Belgien wieder strengere Regeln für private Feiern, in der Gastwirtschaft und im Nachtleben ein. «Die Situation heute ist schlimmer als alle Szenarien, die uns die Experten vorgerechnet hatten», sagte De Croo.

Bereits vor gut einer Woche hatte Belgien strengere Corona-Massnahmen eingeführt, unter anderem eine teilweise Home-Office-Pflicht. Trotzdem schiessen die Infektionszahlen in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern immer weiter in die Höhe. Laut den jüngsten Daten der Gesundheitsbehörde Sciensano wurden über 25 000 neue Infektionen pro Tag gemeldet – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Swiss fliegt vorerst weiter nach Südafrika

Die Fluggesellschaft Swiss hat vorerst nicht vor, ihre Flüge nach Südafrika einzustellen. «Stand jetzt plant Swiss, den Flugbetrieb nach Südafrika aufrechtzuerhalten, um weiterhin Passagiere nachhause zu befördern und Fracht zu transportieren», sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Man stehe allerdings in Kontakt mit den Behörden, um allfällige Vorgaben sofort umzusetzen. Allerdings gibt die Sprecherin an, man prüfe derzeit «eine Änderung der sanitarischen Bestimmungen für Flüge von und nach Südafrika». Das könnten etwa zusätzliche Tests sein oder auch eine Quarantäne. Ein Entscheid in Absprache mit den Behörden sei allerdings noch nicht gefallen, sagte die Sprecherin.

Spielbetrieb wird wieder hinterfragt

In Deutschland werden erste Stimmen laut, man solle in den Fussball-Bundesligen den Spielbetrieb unterbrechen. Es sei fragwürdig, Polizeibeamte mitten in der vierten Welle einer unnötigen Gefahr auszusetzen. Mit Blick auf die rasant steigenden Corona-Zahlen sei der Spielbetrieb nicht mehr zu verantworten, tönt es von Bremens Senat, der seine Amtskollegen schon vor der Innenministerkonferenz von nächster Woche zum Handeln auffordert.

Biontech prüft Wirksamkeit des Impfstoffs gegen neue Variante

Der Impfstoff-Hersteller Biontech prüft, ob sein Corona-Vakzin auch gegen die neue, in Südafrika aufgetauchte Virusvariante wirkt. «Spätestens in zwei Wochen erwarten wir weiterführende Daten aus den Labortests», teilte Biontech am Freitag mit.

Diese Daten würden Aufschluss darüber geben, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich sei. Die Variante B.1.1.529 unterscheide sich deutlich von den bisher beobachteten Coronaviren. Sie weise zusätzliche Mutationen im Spike-Protein auf, das charakteristisch für Coronaviren ist.

In Bern gilt ab Montag Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen

Im Kanton Bern gilt ab Montag wieder eine Maskentragpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen und bei Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. In der Schule müssen Kinder ab dem 5. Schuljahr und die Lehrpersonen eine Maske tragen.

Auch führt die Kantonsregierung am Montag eine Zertifikatspflicht für Besucherinnen und Besucher von Spitälern, Pflege-, Behinderten-, Kinder- und Jugendheimen ein, wie sie am Freitag mitteilte. Auf die Wiedereinführung des repetitiven Testens in Schulen verzichtet sie.

Die Maskentragpflicht gilt für Personen ab 12 Jahren auch an Veranstaltungen, Märkten, Fach- und Publikumsmessen sowie in Kitas. In allen Fällen gilt sie unabhängig davon, ob der Zugang zu den Innenräumen oder Veranstaltungen mit einem Zertifikat beschränkt ist. Die Massnahmen für den öffentlichen Raum sind bis zum 23. Dezember befristet. Die erweiterte Maskentragpflicht an Schulen gilt vorerst bis Mitte Januar.

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8032 Neuinfektionen am Freitag

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 8032 neue Coronavirus-Ansteckungen innert 24 Stunden gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 106 Spitaleinweisungen und 12 Todesfälle.

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Frankreich verhängt Landeverbot für Flüge aus südlichem Afrika

Auch Frankreich verhängt wegen des Aufkommens der neuen Corona-Variante B.1.1.529 ein Landeverbot für Flüge aus dem südlichen Afrika. Dieses gelte ab sofort für wenigstens 48 Stunden, teilte Premierminister Jean Castex am Freitag in Paris mit.

Reisende aus Südafrika, Lesotho, Botsuana Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini dürften unabhängig von ihrem Impfstatus für wenigstens 48 Stunden nicht nach Frankreich einreisen.

Wer innerhalb der letzten 14 Tage aus einem dieser Länder in Frankreich eingetroffen sei, solle sich bei den Gesundheitsbehörden melden und schnellstens einen PCR-Test machen. Geplante Reisen in diese Länder sollten abgesagt werden. Das weitere Vorgehen werde in den nächsten Stunden auf EU-Ebene beraten.

Kanton Schaffhausen startet mit Booster-Impfung für Erwachsene

Der Kanton Schaffhausen vergibt ab sofort auch Termine für Covid-19-Auffrischungsimpfungen an Personen unter 65 Jahren. Die meisten Schaffhauserinnen und Schaffhauser werden sich aber noch gedulden müssen.

Anmelden können sich neu auch Personen, die zwischen 16 und 65 Jahren alt sind, und deren zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt, wie das Gesundheitsamt des Kantons Schaffhausen am Freitag mitteilte. Die Anmeldung erfolgt über die Website des Kantons.

Weil vorerst nur der Impfstoff von Pfizer/Biontech für die Boosterimpfung zugelassen ist, können sich nur Personen für eine dritte Impfung anmelden, deren Grundimmunisierung mit diesem Impfstoff erfolgt ist.

Personen, die mit dem Impfstoff von Moderna geimpft wurden, müssen warten. Die Erweiterung der Zulassung auf Boosterimpfungen für diesen Impfstoff wird in den kommenden Tagen erwartet.

WHO derzeit gegen Reisebeschränkungen wegen neuer Corona-Variante

Als Reaktion auf die neue Corona-Variante B.1.1.529 empfiehlt die UN-Gesundheitsorganisation WHO wissenschaftlich fundierte Massnahmen und Risikobewertungen, aber aktuell keine Reisebeschränkungen.

WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagte am Freitag in Genf, Staaten könnten auch ohne solche Einschränkungen eine Reihe von Massnahmen ergreifen, um die Ausbreitung von neuen Varianten einzudämmen. Dazu gehörten die genaue Beobachtung des Infektionsgeschehens und die Genanalyse von auftretenden Corona-Fällen.

Die Europäische Kommission, Deutschland, Frankreich und einige andere Staaten kündigten am Freitag an, Einreisen aus dem südlichen Afrika einschränken zu wollen. B.1.1.529, das viele Mutationen aufweist und deshalb als potenziell gefährlich gesehen wird, wurde erstmals am 11. November in Südafrika entdeckt.

«Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es Vorbehalte gegen Reisebeschränkungen», sagte Lindmeier während einer Pressekonferenz und verwies auf die entsprechenden bisherigen WHO-Empfehlungen. Demnach sollen Corona-Massnahmen den internationale Verkehr nicht unnötig behindern und Reisende nicht automatisch als Verdachtsfälle eingestuft werden.

Die WHO wollte noch im Laufe des Freitags entscheiden, ob die neue Variante als «besorgniserregend» klassifiziert werden soll. Lindmeier betonte, bekannte Mittel wie Masken, Handhygiene, Frischluft und das Vermeiden von Menschenmengen seien auch gegen B.1.1.529 wirksam.

Ölpreise brechen wegen neuer Virusvariante ein

Corona-Ängste haben die Ölpreise am Freitag stark belastet. Marktbeobachter nannten die Unsicherheit wegen einer neuen Variante des Coronavirus als Grund. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch US-Erdöl gaben um jeweils mehr als fünf Prozent nach und fielen auf zweimonatige Tiefstände.

Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 77,51 US-Dollar. Das waren 4,71 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 5,15 Dollar auf 73,24 Dollar.

Für erhebliche Verunsicherung an den Finanz- und Rohstoffmärkten sorgte die Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus im südlichen Teil Afrikas. Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen ansteckender ist und den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte.

Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren die Erdölpreise abgestürzt. Ausschlaggebend waren die Gegenmassnahmen wie die Schliessung vieler Bereiche des Wirtschaftslebens. Neue Varianten des Coronavirus wecken Erinnerungen an diese Zeit und schüren Ängste vor wirtschaftlichem Schaden, der auch auf der Energienachfrage lasten würde.

Uri verschärft Coronaregeln für Spitäler und Heime

Uri führt für seine Gesundheits- und Sozialeinrichtungen die 3G-Regel ein und ordnet das Maskentragen an. Die verschärften Bestimmungen gelten ab Montag, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte.

Das Kantonsspital Uri, die Pflegeheime und die Behinderteninstitutionen dürfen demnach nur noch von Personen besucht werden, die über ein Covid-Zertifikat verfügen und damit geimpft, genesen oder getestet sind. Ausnahmen sind, etwa beim Besuch einer sterbenden Person, möglich.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die weder geimpft noch genesen sind, müssen zwei Mal wöchentlich einen gepoolten Speichel-PCR-Test machen. Neu müssen auch alle Bewohnerinnen und Bewohner der Alters- und Pflegeheime und der Behinderteneinrichtungen, die ausser Haus gehen, einmal wöchentlich einen solchen Test machen.

Ergänzend zu 3G ordnet der Kanton das Tragen einer Gesichtsmaske in Innenräumen für Besucherinnen und Besucher sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlich an. In begründeten Fällen (zum Beispiel bei der Betreuung von Demenzkranken) sind auch hier Ausnahmen möglich.

Ein dritter Lockdown: So sehen Ökonomen dieses Szenario

Erste europäische Länder sind wegen der zunehmenden Corona-Fallzahlen schon wieder im Lockdown. Der Bundesrat wartet zwar noch ab, schliesst eine Verschärfung der Massnahmen allerdings nicht aus. Ökonomen bewerten die Auswirkungen eines möglichen weiteren Lockdowns in der Schweiz unterschiedlich.

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83 Prozent der Waadtländer immun gegen Coronavirus

Im Kanton Waadt sind laut einer Studie derzeit 83 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus immun. 73 Prozent der immunen Waadtländer verdanken dies der Impfung und 10 Prozent einer natürlichen Infektion. Mehr als ein Drittel der nicht geimpften Personen haben eine natürliche Immunität nach einer Infektion.

Dies teilte das Waadtländer Gesundheitsdepartement am Freitag mit. Die Studie wird seit Mai 2020 von Unisanté bei repräsentativen Stichproben in der Bevölkerung des Kantons durchgeführt und ist Teil des nationalen Forschungsprogramms Corona Immunitas.

Bei den 20- bis 64-Jährigen liegt der Anteil der immunen Personen sogar bei 91 Prozent und bei den 65-Jährigen und Älteren bei 94 Prozent. Bei den unter 20-Jährigen sind es hingegen nur 49 Prozent. Die Fehlermarge liegt bei plus/minus 2 Prozent.

Die Analyse führte die ETH Lausanne (EPFL) zwischen dem 4. und 31. Oktober durch. Zum Einsatz kam eine in der Schweiz noch nie zuvor eingesetzte Mikrotechnologie. Dabei wird ein einziger Blutstropfen benötigt, der von den Teilnehmenden der Studie selbst zu Hause entnommen wird.

Swiss fliegt vorerst weiter nach Südafrika

Die Fluggesellschaft Swiss hat vorerst nicht vor, ihre Flüge nach Südafrika einzustellen. «Stand jetzt plant Swiss, den Flugbetrieb nach Südafrika aufrechtzuerhalten, um weiterhin Passagiere nachhause zu befördern und Fracht zu transportieren», sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Man stehe allerdings in Kontakt mit den Behörden, um allfällige Vorgaben sofort umzusetzen. Allerdings gibt die Sprecherin an, man prüfe derzeit «eine Änderung der sanitarischen Bestimmungen für Flüge von und nach Südafrika». Fluggäste, die mit der Swiss nach Südafrika reisen, dürften also künftig zusätzliche Hygieneregeln einhalten müssen.

Die Ferienfluglinie Edelweiss gibt an, dass sie die Entwicklung laufend beobachte. «Ob die Behörden Weisungen für die Luftfahrt erlassen, ist derzeit noch nicht bekannt», sagte ein Sprecher. Die Fluggesellschaft bietet Flüge in die südafrikanische Metropole Kapstadt an. Über die Durchführung des nächsten geplanten Fluges vom 29. November werde man im Laufe des Tages entscheiden, so der Sprecher.

Auch Lufthansa fliegt Südafrika im Moment an

Die Swiss- und Edelweiss-Muttergesellschaft Lufthansa hält die Flugverbindungen in das Virusvariantengebiet Südafrika vorerst ebenfalls aufrecht. «Wir setzen die Vorgaben um und werden weiter fliegen, auch um Menschen nach Hause zu bringen und Fracht zu transportieren», sagte ein Lufthansasprecher am Freitagmorgen. Die Lufthansa beobachte die Lage intensiv und halte sich an alle gesetzlichen Auflagen und Regeln.

Zuvor hatte der geschäftsführende deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mitgeteilt, Deutschland werde Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären.

Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern. Gegebenenfalls seien auch Nachbarländer Südafrikas betroffen.

WHO-Beratungen zu neuer Corona-Variante B.1.1.529 am Nachmittag

Ein Expertengremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird am Freitagnachmittag über die Einstufung der neuen Corona-Variante B.1.1.529 beraten.

Es gehe dabei unter anderem um die Frage, ob die Mutante als «besorgniserregende Variante» («variant of concern») oder als «Variante unter Beobachtung» («variant of interest») klassifiziert werden soll, hiess es von der UN-Behörde. Danach sollen Medien und Regierungen über das Ergebnis und mögliche Massnahmen informiert werden.

Ob B.1.1.529 ansteckender oder aggressiver ist als bisherige Varianten, wird sich laut WHO erst in einigen Wochen herausstellen. Die im südlichen Afrika aufgetretene Version des Virus sei bislang weniger als 100 Mal genetisch sequenziert worden.

«Erste Analysen zeigen, dass diese Variante eine grosse Zahl an Mutationen aufweist, die näher geprüft werden müssen», teilte die WHO der Nachrichtenagentur dpa in einer Stellungnahme mit.

Laut der Definition der WHO sind «besorgniserregende Varianten» leichter übertragbar oder führen zu schwereren Verläufen der Atemwegserkrankung Covid-19. Ausserdem können sie die Wirksamkeit von Impfstoffen, Medikamenten, Virustests oder Corona-Massnahmen herabsetzen.

Neue Südafrika-Variante: BAG analysiert die Lage

Nachdem mehrere Staaten und die EU wegen einer neuen möglicherweise gefährlicheren Coronavirus-Variante aus dem südlichen Afrika die Flugreisen eingeschränkt haben, analysiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Lage. Massnahmen ergriff es noch nicht.

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit BAG. (Keystone)

In der Schweiz analysiert das BAG die vorhandenen Daten, wie es am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Das Amt steht demnach im Austausch mit allen Akteuren innerhalb und ausserhalb der Verwaltung. Mehr dazu hier.

Experte: Impfungen "fast sicher" weniger effektiv gegen B.1.1.529

Die derzeit verfügbaren Corona-Impfstoffe sind nach Ansicht eines britischen Experten «fast sicher» weniger effektiv gegen die im südlichen Afrika entdeckte neue Variante B.1.1.529.

Die Ausbreitung einer neuen möglicherweise sehr gefährlichen Variante des Coronavirus› im südlichen Afrika hat international Besorgnis ausgelöst. (Keystone)

Das sagte James Naismith, Professor für Strukturbiologie an der Universität Oxford, in der Radiosendung BBC 4 Today am Freitag. Ob die Variante auch leichter übertragbar sei, könne anhand der vorliegenden Daten bislang noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. «Wir vermuten das und es gibt einige frühe Daten», fuhr Naismith fort. Sollte sich eine leichtere Übertragbarkeit bestätigen, sei es unvermeidlich, dass die Variante auch nach Grossbritannien gelange, so der Experte weiter. Weitere Einschätzungen von Experten über die neue Supervariante Ny finden Sie hier.

Italien schränkt Einreise wegen Corona-Variante B.1.1.529 ein

Die deutsche Lufthansa hält die Flugverbindungen in das Virusvariantengebiet Südafrika vorerst aufrecht. «Wir setzen die Vorgaben um und werden weiter fliegen, auch um Menschen nach Hause zu bringen und Fracht zu transportieren», sagte ein Lufthansasprecher am Freitagmorgen auf Anfrage.

Lufthansa beobachte die Lage intensiv und halte sich an alle gesetzlichen Auflagen und Regeln. (Symbolbild: Keystone)

Eine Anfrage bei der Tochter Swiss, was den Flugplan ins südliche Afrika anbelangt, war zum Publikationszeitpunkt noch unbeantwortet.

Schweizer Aktienmarkt sackt wegen neuer Corona-Variante ab

Der Wochenschluss am Schweizer Aktienmarkt fällt tiefrot aus. Eine neue Covid-Variante aus Südafrika sorgt für starke Verunsicherung. «Mitten in die vierte Corona-Welle hinein taucht eine neue Variante auf», heisst es in einem Marktkommentar..

Der Schweizer Leitindex SMI sackt gegen 09.20 Uhr um 2,22 Prozent ab auf 12’173,35 Punkte. Er schlägt sich damit aber deutlich besser als seine europäischen Pendants, was nicht zuletzt an seiner defensiven Ausrichtung liegt. So rutschen Indizes wie der deutsche DAX, der britische FTSE oder auch der französische CAC 40 zwischen 3,5 und 4,4 Prozent ab.

Doch nicht nur die Aktenmärkte geraten ins Taumeln. Auch an den Devisen- und Rohstoffmärkten macht sich die Angst bemerkbar. Während sichere Häfen wie der Schweizer Franken und der japanische Yen gesucht sind, fallen die Preise für Rohöl aus Angst vor einer wirtschaftlichen Abkühlung zurück.

Italien schränkt Einreise wegen Corona-Variante B.1.1.529 ein

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hat wegen der Coronavirus-Variante B.1.1.529 per Anordnung die Einreise aus mehreren südafrikanischen Ländern eingeschränkt.

Italien hatte in der Vergangenheit schon Einreisen wegen Varianten des Coronavirus eingeschränkt, etwa Ende April wegen der auch in der Schweiz derzeit vorherrschenden Delta-Variante. (Keystone)

Wer in den vergangenen 14 Tagen in Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini gewesen sei, könne nicht nach Italien einreisen, teilte sein Ministerium am Freitag mit. Italienische Wissenschaftler arbeiteten daran, die Variante zu untersuchen. In der Zwischenzeit gilt laut Speranza «maximale Vorsicht».

Österreich verbietet Einreisen aus Südafrika wegen Corona-Variante

Österreich verbietet wegen der neuen Corona-Variante B.1.1.529 die Einreise aus Südafrika und einigen anderen afrikanischen Staaten.

Das gab das Gesundheitsministerium am Freitag bekannt. Nur Österreicher, die sich in Südafrika, Namibia, Botsuana, Simbabwe und Mosambik aufhielten, dürften noch in ihre Heimat zurückkehren. Sie müssten aber besonders strenge Quarantäne-Bedingungen beachten.

Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein könnte und womöglich auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte.

Neuer CDU-Chef wird wegen Corona auf Online-Parteitag gewählt

Die deutschen Christdemokraten (CDU) müssen ihren neuen Vorsitzenden wegen der dramatischen Corona-Lage im Januar erneut bei einem Online-Parteitag wählen.

Der Bundesvorstand der Partei entschied nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Freitag in einer digitalen Sitzung, das am 21./22. Januar in Hannover in Präsenz geplante Treffen der 1001 Delegierten abzusagen. Stattdessen soll es am 22. Januar einen digitalen Parteitag geben.

Nidwalden führt für Spital und Heime 3G ein

Der Kanton Nidwalden will alte und gesundheitlich angeschlagene Personen besser vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Ab Montag gilt in Spitälern und Heimen eine umfassende Zertifikatspflicht.

Wie das Gesundheitsamt am Freitag mitteilte, gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) für Alters- und Pflegeheime, für Spitäler, für das Geburtshaus, für die Spitex sowie für weitere soziale Einrichtungen, und zwar für das Personal, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher. Auch externe, die eine solche Einrichtung aufsuchen, etwa Handwerker, müssen ein Zertifikat vorlegen.

Ziel der Zertifikatspflicht sei es, ältere und vulnerable Bevölkerungsgruppen besser vor einem schweren Verlauf einer Covid-Erkrankung zu schützen, hiess es in der Mitteilung. Damit solle auch eine Überlastung des Gesundheitswesens abgewendet werden.

Das Gesundheitsamt betont, dass trotz der Zertifikatspflicht die anderen Schutzmassnahmen weiterhin gelten würden. Maskentragen, Abstandhalten, Lüften und Händewaschen seien weiterhin wichtig.

Nach Angaben des Gesundheitsamts haben in Nidwalden bislang 2300 Personen eine dritte Corona-Impfung erhalten. Knapp 69 Prozent der Bevölkerung, die sich theoretisch impfen lassen kann, ist gegen das Virus geimpft.

Von der Leyen: Reisen aus südafrikanischen Ländern aussetzen

Wegen der Ausbreitung einer neuen möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus will die EU-Kommission Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU auf ein absolutes Minimum beschränken. Die Brüsseler Behörde werde den EU-Staaten vorschlagen, die dafür vorgesehene Notbremse auszulösen um den Luftverkehr auszusetzen, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit. Die Echtheit des Tweet wurde der Deutschen Presse-Agentur bestätigt.

WHO: Neue Corona-Variante wird auf ihre Gefahr hin untersucht

Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht derzeit, ob die neue Corona-Variante B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft werden muss. Das sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove am Donnerstag in einem Briefing. Es werde dabei auch untersucht, inwieweit die Variante auch Folgen für die Diagnostik, Therapien und die Impfkampagnen habe. «Es wird ein paar Wochen dauern, bis wir verstehen, welchen Einfluss diese Variante hat», sagte Kerkhove.

Die WHO hat für die unterschiedlichen Corona-Variante mehrere Kategorien. Eine davon ist die Kategorie «Variant of Concern», auf deutsch «besorgniserregende Variante». Eine der «Variants of Concern» ist etwa die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus. Zu den Merkmalen einer solchen Variante kann etwa gehören, dass sie nachgewiesenermassen die Übertragbarkeit des Coronavirus erhöht hat.

Die Corona-Variante B.1.1.529 ist bisher im südlichen Afrika aufgetaucht. Experten befürchten, dass sie wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein könnte und womöglich auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Grossbritannien und Israel schränkten deswegen vorsorglich den Flugverkehr in einige Staaten im südlichen Afrika ein.

Neue Corona-Supervariante im Süden Afrikas

Die Ausbreitung einer neuen möglicherweise sehr gefährlichen Variante des Coronavirus› im südlichen Afrika hat international Besorgnis ausgelöst. Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur hoch ansteckend sei, sondern auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Grossbritannien und Israel schränkten deswegen vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein.

Mehr dazu hier.

Portugal verlangt negativen Corona-Test bei Einreise

Die Regierung von Portugal hat neue Massnahmen zur Eindämmung der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen ergriffen. Alle Besucher, die auf dem Luftweg einreisen, werden künftig im Rahmen des am 1. Dezember in Kraft tretenden Notfallzustands einen negativen Test vorweisen müssen. Das gilt auch, wenn sie geimpft oder genesen sind, wie Ministerpräsident António Costa am Donnerstagabend in Lissabon mitteilte. Neben anderen Massnahmen wird wieder eine generelle Maskenpflicht in allen geschlossenen öffentlichen Räumen eingeführt. Zum Besuch von Restaurants, Fitnesszentren und Veranstaltungen mit nummerierten Plätzen gilt die 3G-Regel.

WHO-Mitglieder wollen Verhandlungen über bessere Pandemievorbereitung

Die 194 Mitglieder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wollen aller Voraussicht nach Verhandlungen über einen globalen Pandemievertrag oder ein ähnliches Abkommen auf die Schiene bringen. Vor dem ausserordentlichen Ministertreffen ab Montag (29. November) zeichne sich dazu breite Einigkeit ab, verlautete aus diplomatischen Kreisen in Genf. So ein Vertrag soll verhindern, dass sich ein Virus wie in der Corona-Pandemie erneut global verbreiten und alle Länder in eine Krise stürzen kann. Es ist erst die zweite ausserordentliche Versammlung in der über 70-jährigen Geschichte der WHO.

Was der Pakt genau regeln soll, welche Vorschriften er macht, ob er Sanktionen enthält und wie verbindlich er sein soll – diese Fragen bleiben zunächst ungeklärt. Die EU steht hinter den Plänen, ebenso WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. In den USA, aber auch in China und anderen Ländern gibt es Vorbehalte gegen Auflagen, die die nationale Souveränität in irgendeiner Weise einschränken. Denkbar ist nach Angaben aus diplomatischen Kreisen, dass sich einem solchen Vertrag zunächst nicht alle Länder anschliessen.

Bei dem Ministertreffen soll nach bisherigen Plänen lediglich ein Mandat für Verhandlungen beschlossen werden. Eine Arbeitsgruppe soll dann die inhaltliche Themen bestimmen und womöglich bis Sommer 2022 erste Entwürfe vorlegen. Nach Angaben der Rechtsabteilung der WHO könnte ein Vertrag innerhalb weniger Monate ausgehandelt werden.

Wieder Höchsstand bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der binnen eines Tages übermittelten Corona-Neuinfektionen hat in Deutschland wieder einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen 76’414 Fälle in 24 Stunden.

Vor genau einer Woche waren es 52’970 erfasste Neuinfektionen gewesen. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI mit 438,2 an – ebenfalls ein Höchstwert. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 419,7 gelegen, vor einer Woche bei 340,7 (Vormonat: 113,0). Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.32 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 357 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 201 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5’650’170 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100’000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,79 an (Mittwoch: 5,74). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Eine halbe Million Menschen in Europa durch Corona-Impfung gerettet

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass die Corona-Impfungen allein in Europa mindestens einer halben Million Menschen das Leben gerettet haben. Das in Kopenhagen ansässige Europa-Büro der WHO veröffentlichte am Donnerstag einen Bericht, wonach allein in der Altersgruppe über 60 in rund 30 europäischen Ländern seit Beginn der Impfkampagne insgesamt 470’000 Menschenleben gerettet wurden.

Die von der WHO veröffentlichte Erhebung greift auf die Daten von mehr als der Hälfte der 53 Länder der Europa-Region zurück. Basierend auf diesen Zahlen geht die WHO davon aus, dass in England fast 160’000 Menschenleben gerettet wurden, in Frankreich rund 39’000. Für 20 Länder der Region lagen für die Erhebung keine Daten vor, darunter Deutschland, die Niederlande, Russland und die Türkei.

Die Studie zeige, dass die Impfstoffe das täten, was sie versprechen: «Sie retten Leben, indem sie einen hohen Schutz vor schweren Verläufen und dem Tod bieten», sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge. «In manchen Ländern wäre die Todeszahl ohne die Impfstoffe heute doppelt so hoch.»

In der Europäischen Union sind 67,7 Prozent der Bevölkerung geimpft. Zwischen einzelnen Mitgliedstaaten gibt es enorme Unterschiede: In Portugal liegt die Impfquote bei 86,7 Prozent, in Bulgarien nur bei 25 Prozent.

Rudolf-Steiner-Schulen stehen hinter Corona-Massnahmen des Bundes

Die Rudolf-Steiner-Schulen in der Schweiz begrüssen die Politik des Bundesrates, in Zeiten der Corona-Pandemie die Schulen offen zu halten und den Präsenzunterricht fortzuführen.

Das habe oberste Priorität, teilte der Verband der Rudolf-Steiner-Schulen Schweiz am Donnerstagabend mit. Der Verband stehe hinter den Massnahmen von Bund und Kantonen zur Eindämmung des Coronavirus. Er begrüsse de Impfungen gegen Covid-19 und grenze sich von Impfgegner und Massnahmen-Verweigerern ab.

Insbesondere anerkenne der Verband, dass die zugelassenen Schutz- und Auffrischungs-Impfungen geeignet seien, zur Eindämmung der Corona-Pandemie beizutragen. Die Rudolf-Steiner-Schulen begrüssten alle Massnahmen, die helfen würden, Schulen, Kindergärten und Spielgruppen im Präsenzunterricht offen zu halten.

Impf- und Massnahmenskepsis gebe es wie in allen anderen Teilen der Gesellschaft auch in den Rudolf-Steiner-Schulen. Die Skeptiker seien jedoch deutlich in der Minderheit. Das seien zum Beispiel Lehrpersonen, die eine Impfung ablehnten, oder auch Eltern, die sich gegen Masken und Spucktests engagierten. Der Dialog sei hier wichtig.

In der Schweiz gibt es rund 30 Rudolf-Steiner-Schulen und 51 Kindergärten – mit 1200 Mitarbeitenden und 5700 Schülerinnen und Schülern aus 4050 Familien. Der Verband koordiniert die Anliegen der Schulen und Kindergärten in den Bereichen Bildungspolitik, Öffentlichkeitsarbeit und Qualitätssicherung.

Grossbritannien stellt Reisen nach sechs afrikanischen Ländern ein

Grossbritannien hat wegen einer neuen Variante des Coronavirus den Reiseverkehr mit sechs afrikanischen Ländern eingestellt. Israel schränkt Reisen mit diesen Ländern ein. Die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss beobachten die weitere Entwicklung.

Es gebe Hinweise darauf, dass die neue Corona-Variante möglicherweise übertragbarer sei als die Delta-Variante und dass Impfstoffe (…) möglicherweise weniger wirksam seien, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Donnerstagabend.

Deshalb würden alle Flüge aus Südafrika, Namibia, Lesotho, Eswatini, Simbabwe und Botsuana nach Grossbritannien von Freitagmittag an eingestellt. Reisende, die bis dahin noch aus einem dieser Länder in Grossbritannien ankommen, müssten sich in Quarantäne begeben und am zweiten und achten Tag einen PCR-Test machen. Javid rief auch alle Reisenden, die in den vergangenen zehn Tagen aus diesen Ländern gekommen waren, auf, sich zu isolieren und testen zu lassen.

Swiss und Edelweiss fliegen Südafrika an

Die Swiss fliegt nach Angaben eines Sprechers nur Johannesburg an. Der nächste Flug findet am Samstag, 27. November, statt. Bisher sei dieser Flug noch nicht gestrichen worden. Die Fluggesellschaft Edelweiss hat laut einem Sprecher nur die Destination Kapstadt im Angebot. Der nächste Flug findet am Montag, 29. November.

In Südafrika war vergangenes Jahr bereits die Beta-Variante des Virus entdeckt worden. Südafrika ist mit rund 2,95 Millionen Corona-Fällen und mehr als 89’600 Toten das nach offiziellen Zahlen am schwersten betroffene Land in Afrika.

Neue Corona-Variante in Südafrika löst Sorgen aus

Die Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus im südlichen Afrika löst Besorgnis aus. Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD teilte am Donnerstag mit, es seien in Südafrika erste 22 Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden. Mit mehr Fällen sei im Zuge der laufenden Genomanalysen zu rechnen. «Obwohl die Datenlage noch beschränkt ist, machen unsere Experten mit allen Überwachungssystemen Überstunden, um die neue Variante und die damit möglicherweise verbundenen Implikationen zu verstehen.»

Gesundheitsminister Joe Phaahla erklärte, die neue Variante bestätige die «Tatsache, dass dieser unsichtbare Feind sehr unvorhersehbar ist». Er rief die Südafrikaner auf, Masken zu tragen und Abstand zu halten. «Wir haben auch das zusätzliche Mittel der Impfungen, das uns helfen wird, schwere Erkrankungen zu vermeiden, einschliesslich, dass wir in Klinik enden oder sogar dem Virus zum Opfer fallen.» Die Impfungen seien das entscheidende Schutzmittel.

Mehr dazu hier.

Corona-Variante: London schränkt Flugverkehr aus südlichem Afrika ein

Wegen einer besorgniserregenden neuen Variante des Coronavirus im südlichen Afrika schränkt die britische Regierung den Flugverkehr aus mehreren Ländern der Region ein. Zudem gilt für Ankommende eine strenge Pflicht zur Hotelquarantäne. Betroffen von der neuen Regelung seien Südafrika, Namibia, Lesotho, Botsuana, Eswatini und Zimbabwe, teilte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Donnerstag mit.

Es gebe Hinweise darauf, dass die Variante mit der Bezeichnung B.1.1.529 womöglich noch ansteckender sei als die Delta-Variante und dass die verfügbaren Impfstoffe weniger wirksam dagegen seien, sagte Javid. Der Flugverkehr aus den sechs Ländern sollen von Freitagmittag an eingestellt werden. Von Sonntag an gilt für Rückkehrer eine Pflicht zur Hotelquarantäne.

Sorge vor neuer Corona-Variante: Israel beschränkt Afrikareisen

Aus Sorge vor einer neuen Variante des Coronavirus hat Israel am Donnerstag sofortige Reisebeschränkungen für mehrere afrikanische Länder verhängt. Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini seien nach einer Sonderberatung als «rote Länder» eingestuft worden, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett mit.

Ausländer dürften aus diesen Ländern nicht mehr nach Israel einreisen, heisst es in der Mitteilung. Israelis, die aus diesen Ländern zurückkehrten, müssten für bis zu 14 Tage in Quarantäne in ein Corona-Hotel. Nach einer Woche könnten sie sich jedoch mit zwei negativen PCR-Tests freitesten.

Eine neue Corona-Variante aus dem südlichen Afrika sorgt für Reisebeschränkungen für diejenigen, die nach Israel reisen möchten. (Bild: Keystone)

Grund der Entscheidung in Israel ist eine neue Variante von Sars-CoV-2 aus dem südlichen Afrika mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1529. Regierungschef Bennett habe mit Gesundheitsminister Nitzan Horowitz sowie anderen Vertretern des Gesundheits- und des Verteidigungsministeriums über einen sofortigen Stopp aller Flüge aus den und in die betroffenen Länder beraten, hiess es. Man werde die neue Variante weiter genau beobachten, um eine Ausbreitung in Israel zu verhindern.

Nach dem Ende der vierten Corona-Welle in Israel war in dem Land zuletzt wieder ein leichter Anstieg der Neuinfektionen verzeichnet worden. Bei der letzten Welle dominierte die besonders ansteckende Delta-Variante.

Neue Corona-Massnahmen in Portugal: Einreise nur mit negativem Test

Die Regierung von Portugal hat neue Massnahmen zur Eindämmung der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen ergriffen. Alle Besucher, die auf dem Luftweg einreisen, werden künftig im Rahmen des am 1. Dezember in Kraft tretenden Notfallzustands einen negativen Test vorweisen müssen. Das gilt auch, wenn sie geimpft oder genesen sind, wie Ministerpräsident António Costa am Donnerstagabend in Lissabon mitteilte. Geimpfte und Genesene werden zudem genauso wie Ungeimpfte beim Besuch von Bars und Discos, von Krankenhäusern und Seniorenheimen sowie von Grossveranstaltungen ohne feste nummerierte Plätze einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorlegen müssen.

Neben anderen Massnahmen wird wieder eine generelle Maskenpflicht in allen geschlossenen öffentlichen Räumen eingeführt. Zum Besuch von Restaurants, Fitnesszentren, touristischen Einrichtungen und Veranstaltungen mit nummerierten Plätzen gilt die 3G-Regel.

Spanien auch ohne positiv getesteten Alcaraz

Spanien muss für das Finalturnier im Davis Cup einen weiteren kurzfristigen Ausfall verkraften. Nach dem wegen einer Verletzung fehlenden Roberto Bautista Agut (ATP 19) musste auch der 18-jährige Hoffnungsträger Carlos Alcaraz (ATP 32) wegen eines positiven Corona-Tests Forfait erklären. Nun versuchen Pablo Carreño Busta (ATP 20), Albert Ramos-Viñolas (ATP 45), Feliciano Lopez (ATP 106) und Marcel Granollers (ATP 7 im Doppel), den Titel erfolgreich zu verteidigen.

Tschechiens Präsident Zeman mit Corona in Klinik - Programm abgesagt

Der tschechische Präsident Milos Zeman ist kurz nach seiner Entlassung aus einer Klinik wieder ins Krankenhaus eingewiesen worden. Grund sei ein positiver Corona-Test, teilte ein Sprecher des 77-Jährigen am Donnerstagabend mit. Zeman müsse sein Arbeitsprogramm während der Behandlung unterbrechen. Die ursprünglich für Freitag geplante Ernennung des liberalkonservativen Wahlsiegers Petr Fiala zum neuen Ministerpräsidenten muss damit verschoben werden.

Eine Koalition aus Fialas Demokratischer Bürgerpartei (ODS) und vier weiteren Parteien hatten bei der Parlamentswahl im Oktober eine klare Mehrheit von 108 der 200 Sitze erobert. Derzeit bleibt die bisherige Regierung unter dem Multimilliardär Andrej Babis geschäftsführend im Amt. Zeman war gerade erst anderthalb Monate im Krankenhaus behandelt worden – nach offiziellen Angaben wegen Komplikationen einer seiner chronischen Erkrankungen.

Hohe Corona-Einbussen beim FC Bayern

Der FC Bayern München muss aufgrund der Corona-Pandemie erhebliche finanzielle Einbussen verkraften, wie er an der Jahreshauptversammlung bekanntgab. Nachdem im Rekord-Geschäftsjahr 2018/19 ein Umsatz von rund 750 Millionen Euro ausgewiesen worden war, betrug er in der Saison 2020/21 noch 643,9 Millionen Euro – sämtliche Heimspiele fanden ohne Zuschauer statt. Dennoch erzielte der deutsche Rekordmeister einen Minigewinn nach Steuern von 1,9 Millionen Euro.

Genf dehnt Maskenpflicht auf Innenräumen aus

Auch der Kanton Genf verschärft die Schutzmassnahmen, um die Coronapandemie einzudämmen. Ab Montag gilt eine Maskenpflicht in allen Innenräumen. Die Genfer Kantonsregierung hält in einer Mitteilung vom Donnerstag fest, dass die Zahl der Coronavirus-Fälle im Kanton zurzeit nicht progressiv, sondern exponentiell steigt. Eine solche Situation sei letztmals Ende 2020 verzeichnet worden.

Dies habe die Kantonsregierung überzeugt, eine Reihe weiterer Massnahmen zu treffen. Dazu gehört in erster Linie die Ausweitung der Maskenpflicht auf Innenräume von öffentlichen Einrichtungen, öffentlich zugänglichen Orten und bei Veranstaltungen, aber auch am Arbeitsplatz und in Ausbildungseinrichtungen. Die Massnahme tritt ab Montag in Kraft. Ausgenommen sind die unter 12-Jährigen.

Kanton Freiburg erlässt Zertifikatspflicht für Spitäler und Heime

Um das Wiederaufflammen der Coronapandemie einzudämmen, hat der Kanton Freiburg für Besuche in Gesundheitseinrichtungen eine Zertifikatspflicht erlassen. Der Bevölkerung empfiehlt er, wo nötig Masken zu tragen und die Hygieneregeln einzuhalten.

Besonders wichtig sei eine Impfung gegen das Coronavirus, wie der Staatsrat mitteilte. Ausserdem sei es unerlässlich, dass sich alle Freiburgerinnen und Freiburger weiterhin strikte an die festgelegten Hygiene- und Abstandsregeln hielten. Wo nötig, soll die Bevölkerung Masken tragen.

Kanton Solothurn: Keine Corona-Hilfe für Bielersee-Schifffahrt

Der Kanton Solothurn bezahlt der Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft (BSG) wegen der Coronavirus-Pandemie keine finanzielle Entschädigung. Der Kanton hat das Gesuch für eine Unterstützung der BSG um 250’000 Franken abgelehnt.

Keine Aussicht auf Geld: Der Kanton Solothurn bezahlt an die Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft keine Corona-Gelder. (Symbolbild: Keystone)

Die BSG habe ihren Sitz im Kanton Bern und sei nicht in unmittelbaren finanziellen Nöten, sagte Bernardo Albisetti, Departementssekretär des kantonalen Bau- und Justizdepartementes, am Donnerstag im SRF-Regionaljournal Aargau/Solothurn. Daher könne dem Gesuch nicht entsprochen werden.

Der Entscheid sei nachvollziehbar, hielt BSG-Direktor Thomas Mühlethaler fest. Die Existenz der BSG sei «im Moment nicht gefährdet», und die Arbeitsplätze seien gesichert. Wenn das nächste Jahr jedoch ähnlich verlaufe, so werde es sehr schwierig.

Kantone fordern weitere nationale Massnahmen gegen Pandemie

Die Plenarversammlung der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) plädiert für weitere Massnahmen gegen die Corona-Pandemie auf nationaler Ebene. Nur so könne eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindert werden.

Wegen der prekären Corona-Lage rufen die Kantone den Bundesrat zum Handeln auf. (Bild: Keystone)

Aufgrund der gegenwärtigen Dynamik der epidemiologischen Lage sei mit einer weiteren Zunahme der Hospitalisationen und einer steigenden Belastung der Intensivstationen zu rechnen, schreibt die GDK in einer Mitteilung vom Donnerstagabend.

Viele Kantone hätten in diesen Tagen Regelungen zur Verstärkung des Infektionsschutzes beschlossen, weitere Beschlüsse würden folgen. Die Kantone seien entschlossen, ihre Verantwortung wahrzunehmen: Sie riefen den Bundesrat aber auf, seinerseits ebenfalls diejenigen Massnahmen zu ergreifen, die zur Bewältigung der schweizweit problematischen Lage auf Bundesebene notwendig seien.

Tschechien ruft wegen Corona-Krise nationalen Notstand aus

Tschechien ruft wegen steigender Corona-Infektionszahlen erneut den nationalen Notstand aus. Das gab der geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babis nach einer Meldung der Agentur CTK am Donnerstag in Prag bekannt.

Der Notstand ermöglicht es der Regierung, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können Medizinstudenten zum Dienst in den Krankenhäusern verpflichtet werden. Die Massnahme gilt nach einem Kabinettsbeschluss von Freitag an für zunächst 30 Tage.

Besonders stark sind die östlichen Landesteile betroffen. Am Donnerstag wurden 19 Corona-Patienten mit Hubschraubern und Krankenwagen aus überlasteten Krankenhäusern in Brünn (Brno) nach Prag verlegt. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg landesweit auf 1097 je 100’000 Einwohner. Erst knapp 6,3 Millionen der 10,7 Millionen Einwohner Tschechiens sind vollständig geimpft. In vielen Bereichen wie in Hotels und Gaststätten gilt inzwischen die 2G-Regel (geimpft oder genesen).

EU-Arzneimittelbehörde EMA genehmigt Kinder-Impfstoff von BioNTech

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) macht den Weg frei für Impfungen von Kindern mit dem Covid-19-Impfstoff von BioNTech und Pfizer. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl am Donnerstag eine Erweiterung der Zulassung auf Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren.

Die finale Entscheidung muss noch von der Europäischen Kommission gefällt werden, dies gilt aber als Formsache. Bislang ist das Vakzin in der Europäischen Union erst ab zwölf Jahren zugelassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Montag erklärt, die gesamte EU erhalte die Lieferung des Kinder-Impfstoffs am 20. Dezember, Deutschland bekomme dann 2,4 Millionen Dosen auf einen Schlag.

Übersicht über die Covid-Impfstoffe in der EU

EU-Kommission spricht sich gegen Corona-Reisebeschränkungen aus

Die EU-Kommission hat den EU-Ländern empfohlen, keine zusätzlichen Reisebeschränkungen für Geimpfte, Genesene oder frisch Getestete einzuführen.

Wer ein gültiges EU-Corona-Zertifikat habe, solle «grundsätzlich keinen zusätzlichen Beschränkungen wie Tests oder Quarantäne unterworfen werden, unabhängig vom Abreiseort in der EU», teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit. Zudem solle die Gültigkeitsdauer der EU-Impfnachweise beschränkt werden.

Man schlage vor, dass diese Zertifikate neun Monate ab der vollständigen Impfung gültig bleiben sollen, bevor eine Auffrischungsimpfung notwendig werde, so die Vizepräsidentin der EU-Kommission Vera Jourova.

Luzern "boostert" ab sofort alle ab 16 Jahren
Im Kanton Luzern werden neu alle Menschen ab 16 Jahren geimpft. (Bild: Keystone)

Das Luzerner Kantonsspital (Luks) bietet ab sofort an den drei Standorten Luzern, Wolhusen und Sursee Auffrischungs-Impfungen gegen das Coronavirus an für alle ab 16 Jahren. Vorerst können sich nur jene Personen anmelden, die mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech geimpft wurden.

Weil die Zulassung von Swissmedic für Booster-Impfungen mit dem Impfstoff von Moderna noch ausstehend ist, müssten sich diese im Kanton Luzern noch gedulden, teilte das Luks am Donnerstag mit.

Der Kanton Zug bittet auch mit Moderna Geimpfte zur Auffrischung, die sich mit einem sogenannten «Off-Label-Use» einverstanden erklären müssen.

Belgien meldet Rekord an täglichen Corona-Infektionen

In Belgien sind so viele tägliche Corona-Infektionen wie noch nie seit Anfang der Pandemie festgestellt worden. Am Donnerstag verkündete die Gesundheitsbehörde, dass zuletzt 23 621 neue Fälle gemeldet wurden – so viele wie noch nie an einem Tag.

Der vorherige Rekord lag bei 22 221 im vergangenen Oktober. Die jüngsten Daten stammen von Montag, da die Zahlen in Belgien teils mit einigen Tagen Verspätung gemeldet werden.

Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern, die an Covid-19 erkrankt sind, sowie die Todeszahlen stiegen weiter an. In den vergangenen sieben Tagen wurden laut der Behörde durchschnittlich 294,7 Menschen pro Tag eingewiesen, 37,3 Menschen starben im Schnitt täglich an Corona.

Die 14-Tage-Inzidenz von Corona-Infektionen pro 100 000 Menschen lag zuletzt bei 1616,4. Insgesamt zählt Belgien seit Beginn der Pandemie über 1,7 Millionen Fälle. Rund 75 Prozent der 11,5 Millionen Einwohner Belgiens sind vollständig gegen das Virus geimpft.

Zürcher Regierungsrat führt Maskenpflicht ab 4. Klasse ein

Ab dem 1. Dezember müssen Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich ab der 4. Primarschulklasse wieder Masken tragen. Die Maskenpflicht ist vorerst bis zum 24. Januar befristet. Der Zürcher Regierungsrat reagiert damit auf steigende Covid-19-Fallzahlen.

Die Maskenpflicht an der Volksschule gelte auch für Lehrpersonen und alle weiteren dort beschäftigten Personen, teilte der Regierungsrat am Donnerstag mit.

Auch Zürich führt die Maskenpflicht an Schulen teilweise wieder ein. (Bild: Keystone)

Der Regierungsrat begründet den Schritt mit dem sprunghaften Anstieg der Covid-19-Fallzahlen in der Altersgruppe der 4- bis 11-Jährigen. Zum Schutz der Schülerinnen und Schüler, die sich zum Teil noch nicht impfen lassen könnten, müssten daher weitere Schutzmassnahmen ergriffen werden.

Mit den Schutzmassnahmen an den Schulen sollen laut dem Regierungsrat nicht nur die weitere Verbreitung des Coronavirus eingedämmt, sondern auch ein möglichst uneingeschränkter Schulbetrieb sichergestellt werden.

Auch Kanton Zug bietet Booster-Impfungen für alle ab 16 Jahren an

Im Kanton Zug können sich ab Montag alle ab 16 Jahren eine Auffrischungs-Impfung gegen das Coronavirus spritzen lassen. Der Kanton weitet das Angebot entsprechend aus, Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Wie andere Kantone auch startet der Kanton Zug mit der Booster-Impfung für alle Altersklassen, wie die Gesundheitsdirektion am Donnerstag mitteilte. Das sei möglich, weil sich bereits 6000 über 65-Jährige ein drittes Mal hätten impfen lassen. Vorerst beschränkt sich das Angebot auf Zugerinnen und Zuger.

Die Auffrischungs-Impfungen werden im Impfzentrum in Baar ZG durchgeführt, das dafür die Öffnungszeiten verlängert und die Kapazitäten ausbaut.

Anmelden kann sich, wer die letzte Impfung von Pfizer oder Moderna vor mindestens sechs Monaten erhalten hat. Personen, die sich sechs oder mehr Monate nach einer vollständigen Impfung mit dem Coronavirus infiziert haben, brauchen keine Auffrischungs-Impfung.

Der «Booster» sei nötig, weil die Wirkung der Coronaimpfung mit der Zeit etwas nachlasse. Auch nach der Öffnung für die gesamte Bevölkerung erhalten besonders gefährdete Personen priorisiert einen Impftermin.

BAG meldet 8042 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag innerhalb von 24 Stunden 8042 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 27 neue Todesfälle und 88 Spitaleinweisungen.

Alle aktuellen Corona-Zahlen vom BAG finden Sie hier.

EU-Arzneimittelbehörde EMA genehmigt Kinder-Impfstoff von BioNTech

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) gibt grünes Licht für den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren.

Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl am Donnerstag eine Erweiterung der Zulassung. Die finale Entscheidung muss noch von der Europäischen Kommission gefällt werden, dies gilt aber als Formsache. Bislang ist das Vakzin in der Europäischen Union ab zwölf Jahren zugelassen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Montag erklärt, die gesamte EU erhalte die Lieferung des Kinder-Impfstoffs am 20. Dezember, Deutschland bekomme dann 2,4 Millionen Dosen auf einen Schlag.

Vierte Corona-Welle in Teilen Afrikas – erst 6,6 Prozent geimpft

In Afrika sind erst 6,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Der Trend bei den Neuinfektionen zeigt insgesamt zwar nach unten, in mehreren Staaten des Kontinents hat sich aber eine vierte Corona-Welle ausgebreitet, wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht. Sorgen bereiten neben der niedrigen Impfquote auch offiziell bisher unbestätigte Berichte über eine neue Virusvariante, die in Südafrika aufgetreten sein soll, wo die Infektionszahlen langsam wieder steigen.

John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) betonte am Donnerstag, die Daten würden untersucht und ausgewertet. «Wir beobachten das sehr genau», sagte er. Aktuell könnten dazu aber keine Aussagen getroffen werden.

Insgesamt ist Trend bei den Neuinfektionen in Afrika derzeit rückläufig. Gegenüber der Vorwoche sank die Zahl um 11 Prozent, die Zahl der Todesfälle um 15 Prozent. Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC rund 8,6 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 222’000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Angaben von Nkengasong auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen allerdings höher liegen.

Booster-Impfungen im Thurgau für unter 65-Jährige

Der Kanton Thurgau öffnet ab kommendem Montag den Zugang für Booster-Impfungen für weitere Altersgruppen. Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten des Impfzentrums in Weinfelden auf sieben Tage die Woche ausgedehnt.

Personen ab 65 Jahren erhalten im Kanton Thurgau noch bis Sonntagabend exklusiv Termine für Auffrischimpfungen. Ab kommenden Montag werden die Impftermine sukzessive auch für jüngere Personengruppen geöffnet, wie der Kanton am Donnerstag mitteilte.

Die Nachfrage nach Booster-Impfungen gegen das Coronavirus ist gross: Im kantonalen Impfzentrum in Weinfelden sind zehn Impfspuren in Betrieb, vergangene Woche erhielten etwa 5800 Personen eine Auffrischimpfung, wie es im Communiqué weiter heisst. Gleichzeitig registrieren sich täglich 400 bis 600 Personen für einen dritten Impftermin.

Seit Anfang November können im Kanton Thurgau über 65-Jährige eine Auffrischimpfung erhalten, seit einer Woche auch das Gesundheitsfachpersonal.

Kanton Wallis führt Zertifikatspflicht für Spitalbesucher ein

Im Kanton Wallis wird das Covid-Zertifikat für Besucherinnen und Besucher von Spitälern, Alters- und Pflegeheimen ab Montag obligatorisch. Zudem werden in den Schulen die wöchentlichen Wiederholungstests auf der Sekundarschulstufe wieder eingeführt.

Der Kanton Wallis ergreift «angesichts der besorgniserregenden epidemiologischen Situation neue Massnahmen, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen». So müssen im Wallis ab dem nächsten Montag die Besucherinnen und Besucher von Spitälern, Kliniken, Alters- und Pflegeheimen, Tagesheimen und sozialen Einrichtungen im Erwachsenenbereich zwingend ein COVID-19-Zertifikat vorweisen, das bestätigt, dass sie geimpft, geheilt oder negativ getestet sind.

Besucher in Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern müssen im Wallis ab Montag ein Zertifikat vorweisen. (Bild: Keystone)

Diese Massnahme sei bis dahin von den Gesundheitsbehörden empfohlen, aber nicht von allen Einrichtungen umgesetzt worden, heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei vom Donnerstag. In diesen Einrichtungen muss das Personal zusätzlich zu den Tests, die weiterhin wöchentlich durchgeführt werden, bei der Pflege und in allen Gemeinschaftsräumen der Einrichtung unabhängig vom Impfstatus eine Maske tragen.

In den Schulen werden die wöchentlichen Speicheltests auf Poolbasis in den Klassen der Sekundarstufe I ab Anfang Dezember bis mindestens zum 21. Januar wieder systematisch durchgeführt, um positive Fälle zu erkennen und zu isolieren. Auf sämtlichen Schulstufen wird zudem das Ausbruchsmanagement durch zusätzliche Massnahmen verstärkt.

Die Lehrkräfte der Klassen, die von einer Untersuchung eines Ausbruchs betroffen sind, müssen unabhängig von ihrem epidemiologischen Status eine Maske tragen. In der Orientierungsstufe und in der Sekundarstufe II müssen die Schülerinnen und Schüler der betroffenen Klassen ebenfalls Masken tragen, bis sich die Lage wieder normalisiert hat.

Die Schülerinnen und Schüler eines positiven Pools müssen nicht mehr zu Hause zu bleiben, bis das individuelle Ergebnis vorliegt, da das Tragen einer Maske vorgeschrieben ist. Für über 12-Jährige wird das Tragen einer Maske in den Schultransporten eingeführt.

Israel fürchtet fünfte Corona-Welle

Israel steht nach Einschätzung des nationalen Corona-Beauftragten Salmans Sarka am Beginn einer neuen Infektionswelle. Aus Sicht des Experten komme der jüngste Anstieg der Zahl von Neu-Infektionen «zu früh und zu schnell», berichtete der Rundfunk am Donnerstag.

Im September hatte Israel sich mit mehr als 11 000 neuen Fällen pro Tag auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie befunden. Mithilfe von Booster-Impfungen gelang es, die Infektionszahlen wieder auf durchschnittlich 400 am Tag zu drücken. Die vierte Corona-Welle galt als überwunden.

Zuletzt verzeichnete das Gesundheitsministerium aber wieder einen leichten Anstieg der Fallzahlen und des R-Werts, der das Infektionsgeschehen widerspiegelt. Experten erklären dies dem Bericht zufolge unter anderem mit der sinkenden Immunität von mehr als einer Million Israelis, die ihre zweite Impfdosis vor mehr als sechs Monaten erhielten.

Als erstes Land weltweit hatte Israel Ende Juli eine Booster-Kampagne mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gestartet. Nach fünf Monaten nach der zweiten Impfung können Israelis eine Booster-Impfung bekommen. Diesr Woche begann zudem die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren. Von 9,4 Millionen israelischen Bürgern sind rund 43 Prozent inzwischen dreifach geimpft. Fast zwei Drittel bekamen zumindest zwei Spritzen.

Gesundheitskosten schiessen 2021 in die Höhe

Die Gesundheitsausgaben steigen laut Prognose dieses Jahr aufgrund der Coronapandemie um 7,3 Prozent auf 91 Milliarden Franken. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) hatte 2020 noch eine Zunahme von 3,3 Prozent vorausgesagt.

Auf Staatsseite schlagen vor allem die Kostenübernahme der Coronatests und der Coronaimpfung zu Buche, wie die KOF am Donnerstag mitteilte. Aber auch die privaten Haushalte haben mit einem Gesundheitskostenwachstum zu kämpfen: Das liegt grösstenteils an den nicht vom Bund übernommenen Coronatests.

Letztes Jahr lagen die von der KOF berechneten Gesundheitskosten noch bei 84,9 Milliarden Franken bei einer Wachstumsrate von 2,9 Prozent.

Für die nächsten zwei Jahre rechnet die KOF mit einem weit weniger starken Wachstum der Gesundheitsausgaben: So sollen es 2022 noch 1,3 Prozent und 2023 1,2 Prozent sein. Über den gesamten Prognosezeitraum von 2020 bis 2023 rechnet die KOF mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 3,2 Prozent.

Diese Vorhersagen hängen allerdings vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

Waadt führt Maskentragpflicht an Sekundarschule wieder ein

Im Kanton Waadt müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen auf der Sekundarschulstufe wieder Masken tragen. Ausserdem verstärkt der Kanton die Kontrollen in den Läden, Restaurants, Diskotheken und bei Grossveranstaltungen.

Diese Verschärfung der Schutzmassnahmen hat der Kanton Waadt am Donnerstag beschlossen. Das Maskenobligatorium auf Sekundarschulstufe gilt ab dem kommenden Montag und bis Weihnachten. In der Primarschule werden Masken empfohlen.

Der Bevölkerung ab 65 Jahren empfiehlt der Kanton, sich «rasch» für eine Auffrischungsimpfung anzumelden. Ab Montag kann zudem auch das Gesundheitspersonal von der «Booster»-Impfung profitieren.

Der Kanton Waadt befinde sich zurzeit am Anfang einer vierten Welle wie der Rest der Schweiz, auch wenn ihre Intensität in der Westschweiz noch weniger stark sei. Trotzdem sei die Lage fragil. Der Kanton Waadt zählt aktuell 300 neue Corona-Fälle pro Tag. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich diese Zahl in den nächsten Wochen verdreifache, schreibt der Kanton.

Graubünden startet mit Booster-Impfungen für alle Erwachsenen

Der Kanton Graubünden startet – wohl als erster – mit Booster-Impfungen für alle Erwachsenen und für ältere Teenager. Die Auffrischungsimpfung gegen Corona steht allen Menschen ab 16 offen, sobald die nötige Bewilligung dafür aus Bern eintrifft.

Der Kanton erwartet gemäss einer Mitteilung vom Donnerstag, dass spätestens Anfang kommender Woche alle Bewilligungen des Bundes vorliegen, um alle Personen ab 16 Jahren mit einer Drittimpfung immunisieren zu können. Voraussetzung dafür ist, dass die Grundimmunisierung der Impfwilligen länger als sechs Monate her ist.

Im Kanton Graubünden werden bereits 16-Jährige mit dem Booster geimpft. (Bild: Keystone)

Die Auffrischungsimpfung sei zur Eindämmung der Pandemie für alle sinnvoll, schrieb die kantonale Kommunikationsstelle Coronavirus. Die dritte Impfdosis werde aber weiterhin besonders Menschen ab 65 Jahren empfohlen. Bei ihnen nehme der Impfschutz vor einem schweren Verlauf mit der Zeit stärker ab als bei jüngeren Personen.

Die Impf-Booster für alle sind Teile des kantonalen Schutzkonzepts, welches die Bündner Regierung nun für die Wintermonate beschlossen hat. Zu den weiteren Massnahmen zählt eine Aufstockung der Intensivpflegeplätze. Zudem werden die flächendeckenden und regelmässigen Betriebs- und Schultestungen während des ganzen Winters weitergeführt.

Ziel aller Massnahmen sie es, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, hiess es in der Mitteilung. Die für Graubünden wichtige Wintersaison solle so sicher und gleichzeitig so reibungslos wie möglich ablaufen können. Dies wird laut der Corona-Kommunikationsstelle aber nur möglich sein, wenn die Fallzahlen in Graubünden «wieder spürbar sinken».

Maskenpflicht für St. Galler Schülerinnen und Schüler

Der Kanton St. Gallen reagiert auf die steigenden Corona-Fallzahlen. Ab Freitag gelten verschärfte Corona-Massnahmen an den Schulen. Der Bildungsrat verfügt erneut die Maskenpflicht.

Die Maskenpflicht ist unbefristet und wird dem Verlauf der Pandemie angepasst, wie die St. Galler Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte. Sie gilt für alle Lehrpersonen und Erwachsenen in Volksschule und Sekundarstufe II sowie für alle Kinder und Jugendlichen der Volksschul-Oberstufe und der Sekundarstufe II. Keine generelle Maskenpflicht besteht weiterhin für Schülerinnen und Schüler im Kindergarten und in der Primarschule.

(Symbolbild: Keystone)

Ausschlaggebend für den Entscheid waren die zahlreichen isolations- oder quarantänebedingten Ausfälle von Lehrpersonen sowie der Austausch mit Expertinnen und Experten, wie es weiter heisst.

Mit dem Entscheid, die Maskenpflicht an den Schulen erneut einzuführen, reagiert der Bildungsrat auch auf die ansteigende Anzahl der Neuansteckungen an den Schulen. Es handelt sich um dieselben Massnahmen, die bereits bis nach den Herbstferien Gültigkeit hatten.

Mit einer erneuten Maskenpflicht soll die Anzahl Personen in Isolation oder Quarantäne reduziert und der Schulbetrieb entlastet werden.

Obwalden führt 3G-Pflicht für Heim- und Spitalbesuch ein

Der Kanton Obwalden wird strenger, was Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus angeht. Er führt ab Montag eine 3G-Pflicht ein für Spital- und Heimbesuche. Gesundheitspersonal ohne Zertifikat muss sich zudem zweimal wöchentlich testen lassen und an den Schulen gilt Maskenpflicht.

Weil die Anzahl Coronafälle pro Einwohner in Obwalden deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt liege, bestehe dringender Handlungsbedarf, teilte der Regierungsrat am Donnerstag mit. Besonders betroffen seien jüngere Personen, im Vergleich zum Monatsbeginn befänden sich vier Mal so viele Schülerinnen und Schüler in Isolation.

Daher wird eine Maskenpflicht an der Schule ab Sekundarstufe 1 eingeführt, wenn weniger als 80 Prozent am Schulstandort an den repetitiven Tests teilnehmen. Im Sport- und im Musikunterricht gilt die Pflicht nicht, Kontaktsportarten sind aber verboten.

Wer jemanden im Spital oder im Altersheim besuchen will, muss zudem ein Covid-Zertifikat oder einen negativen Coronatest vorweisen können. Die Testkosten für Besuche würden vom Bund übernommen, heisst es in der Mitteilung.

Auch Mitarbeitende im Gesundheits- und Pflegebereich mit Patientenkontakt, die weder geimpft noch genesen sind, müssen sich künftig zweimal wöchentlich testen lassen. Mit den Massnahmen wolle man besonders vulnerable Personen besser schützen.

Der Bundesrat hatte am Mittwoch auf weitergehende Einschränkungen verzichtet, die besonders betroffenen Kantone aber aufgerufen, Massnahmen zu ergreifen. Der Kanton Luzern etwa kündigte in der Folge eine Maskenpflicht bei Veranstaltungen an.

Grosse Nachfrage nach Corona-Antikörpertests

Um ein für drei Monate gültiges Covid-Zertifikat zu erhalten, gibt es seit dem 16. November die Möglichkeit, einen Antikörpertest durchführen zu lassen. Die Nachfrage sei gross, wie die Tamedia Medien berichten. Innert sechs Tagen seien schweizweit 2316 solcher Zertifikate ausgestellt worden, wie Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gegenüber der Zeitung sagt. Die Antikörpertests müssen selbst bezahlt werden. Die Kosten dafür sind unterschiedlich, sie kosten zwischen 49 und 100 Franken.

Nach Impfpflicht: Nahezu gesamte Besatzung der Swiss geimpft

Die Fluggesellschaft Swiss hat ab Mitte November für das gesamte fliegende Personal die Impfpflicht eingeführt. In einer ersten Bilanz zeigt sich nun, dass der Druck Wirkung zeigt, berichtet «Blick». Weitgehend alle Besatzungsmitglieder haben ein Impfzertifikat eingereicht. Es sind nun nahezu alle der 1365 Pilotinnen und Piloten geimpft. Bei der Kabinenbesatzung, die 4442 Mitarbeitende zählt, hat nur eine Zahl im einstelligen Bereich kein Covid-19-Zertifikat.

Die eingeführte Impfpflicht für das Flugpersonal der Swiss hat Wirkung gezeigt. (Bild: Keystone)
Mehr als 100'000 Menschen in Deutschland an oder mit Covid gestorben

Die Zahl der an oder mit Corona gestorbenen Menschen in Deutschland hat die Schwelle von 100’000 Toten überschritten. Das geht aus Zahlen von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des Dashboards des Robert Koch-Instituts (RKI) von 03.47 Uhr wiedergeben. Demnach meldeten die Gesundheitsämter dem RKI jüngst 351 Todesfälle binnen 24 Stunden, die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie liegt nun bei 100’119.

Mehr dazu hier.

Italien verschärft Corona-Einschränkungen für Ungeimpfte

Italien verschärft wegen der steigenden Corona-Zahlen die Einschränkungen für Ungeimpfte. Die Lage im Land sei zwar eine der besten in Europa, sagte Ministerpräsident Mario Draghi am Mittwoch. Sie verschlechtere sich jedoch leicht, aber stetig.

Ab 6. Dezember haben demnach nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu Restaurants, Bars, Kinos, Theatern, Clubs und Fitnessstudios. Ein negatives Corona-Testergebnis reicht dann nicht mehr aus. Die Regelung soll vorerst bis 15. Januar gelten.

Einlass in Restaurants und Bars bekommen ab 6. Dezember in Italien nur noch geimpfte oder genesene Personen. (Bild: Keystone)

Zudem wird die Impfpflicht für Lehrer und das Gesundheitspersonal auf das Verwaltungspersonal im Gesundheits- und Schulwesen sowie Militär und Polizei ausgeweitet.

Das italienische Gesundheitsministerium verkürzte ausserdem die Frist für die Auffrischungsimpfungen. Seit Mittwoch können alle Menschen ab 40 Jahren ihre Drittimpfung fünf statt sechs Monate nach der zweiten Immunisierung erhalten.

Alle Italiener über 18 Jahre können ab 1. Dezember ihre Auffrischungsimpfung erhalten. Für das Gesundheitspersonal im Land wird die dritte Dosis ab 15. Dezember Pflicht.

Italien war zu Beginn der Corona-Pandemie besonders stark vom Infektionsgeschehen betroffen. Mehr als 133’000 Menschen starben seitdem an oder mit einer Coronavirus-Infektion. Inzwischen kann das Land aber eine deutlich bessere Impfquote aufweisen als viele andere europäische Länder: Mehr als 75 Prozent der Bevölkerung sind geimpft.

Luzern verordnet Maskenpflicht an allen Veranstaltungen

Der Kanton Luzern verschärft die Schutzmassnahmen gegen die Corona-Pandemie. Künftig muss in Kinos, im Theater oder in Konzertsälen eine Schutzmaske getragen werden – trotz Covid-Zertifikat.

Auch in Spitälern gelte künftig zusätzlich zur Zertifikats- eine Maskenpflicht, kündigte der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf (Mitte) am Mittwochabend in der Sendung «Rundschau» von Fernsehen SRF an.

Er strebe ein möglichst koordiniertes Vorgehen in der Region an und spreche sich mit den Regierungen der anderen Zentralschweizer Kantone ab, so Graf. Nach seiner Aussage wird die Luzerner Regierung diese Verschärfung der Regeln am Freitag definitiv beschliessen.

Graf liess im Gespräch mit der auch durchblicken, dass er sich schweizweite Massnahmen gewünscht hätte. Er hätte sich gewünscht, dass der Bundesrat zentral gewisse Vorgaben gemacht hätte, sagte er: «Das Virus ist im ganzen Land unterwegs».

Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf verkündete am Mittwochabend die Maskenpflicht an Veranstaltungen. (Bild: Keystone)
Bayern-Star Joshua Kimmich mit Coronavirus infiziert

Das Coronavirus greift beim deutschen Rekordmeister Bayern München um sich – und dies zusätzlich zu einer seit Wochen schwelenden Debatte um ungeimpfte Spieler im Kader. Am Mittwoch teilen die Bayern mit, dass Mittelfeldspieler Joshua Kimmich positiv aufs Coronavirus getestet wurde und sich in Isolation befinde. Kimmich gehe es gut, lässt der Verein auf Twitter verlauten.

Nur wenige Stunden zuvor kommunizierten die Bayern bereits, dass Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting positiv getestet wurde. Sowohl Kimmich als auch Choupo-Moting sind mutmasslich nicht gegen das Coronavirus geimpft. Das hat im deutschen Fussball eine grosse Debatte ausgelöst, die bis heute andauert. Bayern München muss seit einigen Wochen auf mehrere Spieler verzichten, die sich wegen Corona in Quarantäne oder Isolation befinden. Weitere Spieler des Rekordmeisters sollen ebenfalls nicht geimpft sein.

WHO: Weitere Corona-Wellen durch Umsicht vermeiden

Zur Vermeidung weiterer Corona-Wellen ist es aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entscheidend, dass Vorsichtsmassnahmen nur langsam aufgehoben werden. «Wenn man alle Massnahmen auf einmal aufhebt, wird das Virus wiederaufleben», sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove am Mittwoch in Genf. Statt Lockdowns seien die von Anfang an propagierten Hygieneregeln wie Händewaschen, Maskentragen und gewisse soziale Distanz wichtig. Die WHO sprach sich trotz der aktuell vielen Corona-Fälle unter Kindern und Jugendlichen erneut gegen die voreilige Schliessung von Schulen aus. «Schulen sollten als letztes geschlossen und als erstes wieder geöffnet werden», sagte die WHO-Wissenschaftlerin Soumya Swaminathan.

Viele Staaten stagnierten noch bei einer Impfquote von 50 bis 60 Prozent, kritisierte die WHO. «Wir müssen hier wirklich Fortschritte machen», sagte Swaminathan. Es gehe darum, genau zu wissen, wer aus welchen Gründen nicht geimpft sei, so WHO-Krisenkoordinator Mike Ryan. «Wir müssen weg von den rohen Prozentzahlen, und hin zu denen, die bisher nicht erreicht wurden.»

Gesundheitsdirektoren fordern Diskussion über nationale Massnahmen

Die Kantone tun im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie, was sie können. Die Gesundheitsdirektorenkonferenz bezweifelt aber, ob das ausreicht. Sie verlangt eine Diskussion über nationale Massnahmen, und zwar mit Vorlaufzeit. Die FDP ruft nach einem Booster-Turbo. Die SVP will verschärfte Massnahmen bekämpfen.

Die Konferenz der Kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) hielt am Mittwoch wie Gesundheitsminister Alain Berset fest, es gebe zwar kantonale und regionale Unterschiede bei der Inzidenz. Die Entwicklung sei aber landesweit ungünstig.

Die Erfahrungen aus der bisherigen Pandemie zeigen gemäss der GDK, dass kantonal unterschiedliche Massnahmen auf wenig Akzeptanz stossen. Die Kantone erhöhen die Schutzmassnahmen bei Bedarf in ihrem Kompetenzbereich, also bei der Maskentragpflicht, Testpflicht unter anderem für Gesundheits- und Pflegepersonal.

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Die kantonalen Gesundheitsdirektoren mit Präsident Lukas Engelberger (links) wollen allfällige Verschärfungen der Corona-Massnahmen mit dem Bundesrat frühzeitig besprechen. (Bild: Keystone)
Bis zu sechs Mal mehr Fälle in am meisten betroffenen Kantonen

Die am meisten betroffenen Kantone weisen zur Zeit bis zu sechs Mal mehr bestätigte Corona-Fälle auf als die am wenigsten betroffenen. Das sagte Innenminister Alain Berset am Mittwoch vor den Medien.

Das Gleiche gelte auch für die Hospitalisierungen. Deshalb seien in der jetzigen Situation kantonale Massnahmen am besten geeignet. Die betroffenen Kantone könnten auch am besten abschätzen, was zu tun sei, sagte Berset. Das bedeute auf der anderen Seite auch, dass diese Massnahmen besser akzeptiert würden, wenn sie in einem regionalen Kontext verankert seien.

Die Massnahmen, die getroffen werden können, ohne dass man von einem Flickenteppich sprechen müsse, seien Masken in den Schulen oder im öffentlichen Verkehr, die Ausweitung des Zertifikatspflicht in Altersheimen, die Ausweitung der Spitalkapazitäten oder mögliches Homeoffice.

Es habe sich gezeigt, dass es eine grosse Korrelation zwischen der Impfquote und der Anzahl Fälle gebe. Das weise auf die Effektivität der Impfungen hin, sagte Berset weiter.

Laut WHO sollen ärmere Länder den Impfstoff erhalten, bevor Kinder geimpft werden

Bei den Corona-Impfungen sollte nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO Erwachsenen und Impfstoffspenden an ärmere Länder Vorrang vor Impfungen von Kindern gegeben werden.

«Da Kinder und Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen in der Regel mildere Krankheitsverläufe aufweisen, ist es weniger dringlich, sie zu impfen als ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Beschäftigte im Gesundheitswesen, es sei denn, sie gehören zu einer Gruppe mit einem höheren Risiko für schwere Covid-19-Erkrankungen», erklärte die WHO am Mittwoch. Da in vielen Teilen der Welt extremer Impfstoffmangel herrsche, sollten Länder mit einer hohen Impfrate bei Risikogruppen zunächst Impfstoffe teilen, bevor sie Kinder und Jugendliche impfen.

Zu den Risikofaktoren für schwere Covid-Verläufe bei Kindern gehören nach Angaben der WHO etwa Fettleibigkeit und Vorerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Asthma und Herzerkrankungen. Bei Kindern könne auch «Long-Covid» auftreten, das werde aber noch untersucht. Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs für alle Kinder sollte während der Pandemie eine wichtige Priorität sein, auch wenn Massnahmen zur Eindämmung der Übertragung in den Schulen erforderlich sein könnten, hiess es von der WHO.

In zahlreichen Ländern waren zuletzt Corona-Impfstoffe für den Einsatz bei Kindern freigegeben worden, etwa in den USA, Kanada und Israel. In der Europäischen Union wird dies noch in dieser Woche erwartet.

Ungarns Regierung will Corona-Notstand über Wahlen hinaus verlängern

Die ungarische Regierung beabsichtigt, den bis zum Jahreswechsel geltenden Corona-Notstand bis zum 22. Juni 2022 zu verlängern – er würde damit auch während der nächsten Parlamentswahlen im April gelten.

Einen entsprechenden Gesetzentwurf brachte der stellvertretende Ministerpräsident Zsolt Semjen in der Nacht zum Mittwoch im Parlament ein. Seine Annahme durch die rechts-konservative Regierungsmehrheit gilt als sicher.

Die Notstandsgesetzgebung ermöglicht es Ministerpräsident Viktor Orban, auch auf dem Verordnungsweg zu regieren. Kritiker werfen ihm vor, dies schon bisher dazu ausgenutzt zu haben, um sich selbst politische Vorteile zu verschaffen und um seine wirtschaftliche Klientel zu begünstigen.

Deutsche Soldaten müssen sich impfen lassen

Soldatinnen und Soldaten der deutschen Bundeswehr müssen eine Corona-Schutzimpfung dulden. Das Verteidigungsministerium hat diese Impfung für die mehr als 180 000 Männer und Frauen in der Bundeswehr duldungspflichtig gemacht.

Die geschäftsführende Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe dies beschlossen und angewiesen, wie ein Sprecher des Ministeriums erklärte am Mittwoch.

Zuvor hatte ein Schlichtergremium – eine Runde aus je drei Vertretern des Verteidigungsministeriums und der Beteiligungsgremien – in einem langen Streit eine Vorentscheidung getroffen und empfohlen, den Schutz in die Liste der duldungspflichtigen Impfungen aufzunehmen.

Tessiner entwickeln neues Corona-Medikament

Die Tessiner Biomed-Fima Humabs hat mit ihrem amerikanischen Mutterkonzern Vir Biotechnology und der Pharmafirma GSK einen Antikörper entwickelt, der gegen Covdi-19 eingesetzte werden kann. Dies berichtet die «NZZ».

Der Antikörper bleibe zudem gegen alle bekannten, durch vorklinische Daten belegbaren Sars-CoV-2-Varianten, wirksam, wie es seitens der Firmen heisst. Wird er fünf bis sieben Tagen nach Auftreten der ersten Symptome angewendet, dann vermindert sich das Risiko einer längeren Spitaleinweisung um rund 80 Prozent. Eine dieser Dosen kostet rund 2100 Dollar auf dem Weltmarkt.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) habe laut eigenen Angaben die Verträge für die Reservation zwei Antikörper-Medikamenten abgeschlossen. Die Eidgenossenschaft schon je 3000 Einheiten von Roche- sowie GSK-Antikörpern gekauft.

Schaffhausen: Impfzentrum-Mitarbeiter verkauft falsche Zertifikate

Ein Mitarbeiter des Kantonalen Impfzentrums (Kiz) in Schaffhausen hat wahrscheinlich mehrere Hundert gefälschte Corona-Impfzertifikate an Ungeimpfte verkauft. Der Mitarbeiter und mehrere Personen, die ihm bei der Vermittlung von Kaufinteressenten geholfen oder Zertifikate weiterverkauft haben, sitzen jetzt in Untersuchungshaft.

Gegen die Festgenommenen laufen nun Verfahren wegen mehrfacher Urkundenfälschung, wie die Schaffhauser Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Kiz-Mitarbeiter war bereits im Oktober festgenommen worden, seine mutmasslichen Komplizen im November.

Die Polizei kam den Betrügern auf die Schliche, weil sie zwischen Ende September und Mitte Oktober vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) und dem Kiz Hinweise erhielt, dass ein Kiz-Mitarbeiter inhaltlich falsche Impfzertifikate generiere und an Personen verkaufe, die nicht gegen Corona geimpft seien.

Übersicht über die Corona-Tests in der Schweiz

Aus Angst vor Corona-Welle: Städte in Brasilien sagen Karneval ab

Wegen der Corona-Pandemie haben mehr als 50 Städte im brasilianischen Bundesstaat São Paulo den Karneval 2022 abgesagt. Die Stadtverwaltungen befürchten, dass Menschenansammlungen eine neue Erkrankungswelle auslösen könnten, wie brasilianische Medien wie das Nachrichtenportal «G1» und die Zeitung «Folha de S. Paulo» am Dienstagabend (Ortszeit) berichteten.

Auf dem Höhepunkt einer ausser Kontrolle geratenen Corona-Welle im März und April war auch im reichen São Paulo das Gesundheitssystem zusammengebrochen, Massengräber wurden ausgehoben. Insgesamt haben sich in Brasilien nach offiziellen Angaben mehr als 22 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, über 610’000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben – mehr Tote gibt es nur in den USA. Brasilien hat rund 210 Millionen Einwohner.

Merkel sieht Notlage wegen Corona-Ausbreitung

Die geschäftsführende deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt darauf, die bedrohliche Corona-Ausbreitung in Deutschland einzudämmen.

Merkel habe in einem Gespräch mit Spitzenvertretern der voraussichtlichen künftigen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP «den ausserordentlichen Ernst der Lage» deutlich gemacht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. «Wir sind auf dem Weg in eine Notlage, wie wir sie hierzulande noch nie hatten.»

 

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel befürchtet eine Notlage, wie sie Deutschland noch nie hatte. (Bild: Keystone)

Er verwies unter anderem auf immer knappere Intensivkapazitäten und die Notwendigkeit, Patienten überregional in andere Kliniken zu verlegen.

Athen fordert Booster-Impfung bei Älteren als Reisevoraussetzung

Eine Corona-Auffrischungsimpfung muss nach Ansicht der griechischen Regierung Pflicht für über 60-Jährige werden, die durch die EU reisen wollen.

Das forderte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Mittwoch in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. «Es darf keine Zeit verloren gehen», hiess es in dem Schreiben.

In Griechenland müssen sich alle Menschen über 60 die Auffrischungsimpfung spätestes sieben Monate nach der vorherigen Dosis verabreichen lassen – sonst verfallen ihre Impfzertifikate.

Impfraten und Tote in der EU

BAG meldet 8'585 neue Corona-Fälle

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden 8585 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 17 neue Todesfälle und 103 Spitaleinweisungen. Alle Zahlen im Detail finden Sie hier.

EU-Gesundheitsbehörde warnt vor schwierigem Corona-Winter

Ohne sofortige Corona-Massnahmen und höhere Impfzahlen steht Europa nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC ein schwieriger Winter bevor.

Modellierungsszenarien wiesen darauf hin, dass dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) im Dezember und Januar eine möglicherweise sehr hohe Krankheitsbelastung durch die Delta-Variante drohe – es sei denn, man wende umgehend sogenannte nicht-pharmazeutische Interventionen (NPI) an, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Zu solchen Massnahmen zählen zum Beispiel Abstand halten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Gleichzeitig müssten mehr Menschen geimpft werden, hiess es in der neuen Corona-Risikoeinschätzung des ECDC.

Weitere 200 Millionen Franken Wirtschaftshilfe

Der Bundesrat hat weitere 200 Millionen Franken Wirtschaftshilfe für besonderes von der Pandemie betroffene Unternehmen beschlossen. Er passte am Mittwoch die Härtefallverordnung per Dezember entsprechend an. Das Geld aus der Bundesratsreserve geht an die Kantone zum Abschluss ihrer Härtefallprogramme. Für besondere Fälle stehen damit nun nach einer ersten Tranche von 300 Millionen Franken insgesamt 500 Millionen Franken zur Verfügung.

(Bild: Keystone)

Die Mehrheit der Kantone ging Anfang November davon aus, dass das bisherige Geld ausreichen sollte. Einige Kantone orteten jedoch zusätzlichen Handlungsbedarf. Daneben gewährten die Kantone bisher À-fonds-perdu-Beiträge an Unternehmen im Umfang von rund 4,25 Milliarden Franken. 3,5 Milliarden davon finanzierte der Bund.

Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen in Tschechien

Die Gesundheitsbehörden in Tschechien haben erneut eine Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Binnen 24 Stunden kamen 25 864 bestätigte Fälle hinzu, wie am Mittwoch aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 1061 Fälle je 100’000 Einwohner. Mehr als 5600 Corona-Patienten werden im Krankenhaus behandelt.

Die Regierung von Ministerpräsident Andrej Babis ist seit ihrer Niederlage bei der Parlamentswahl Anfang Oktober nur noch geschäftsführend im Amt. Der Wahlsieger und designierte nächste Ministerpräsident Petr Fiala sagte am Mittwoch, die aktuelle Corona-Welle lasse sich nicht mehr stoppen, sondern nur noch in ihren Folgen abmildern. «Wir müssen lernen, mit Covid zu leben», forderte der Vorsitzende der Bürgerdemokraten (ODS).

TV wird immer öfter im Internet konsumiert

Knapp 60 Prozent der TV- und Videonutzung in der Schweiz finden heute im Internet statt. Die Pandemie hat diese Entwicklung vorangetrieben. Dies insbesondere bei den über 30- bis 39-jährigen Nutzerinnen und Nutzern (Anstieg von 61 auf 69 Prozent), schreibt Goldmedia in ihrem «Webmedienmonitor 2021». Von knapp 200, immer häufiger genutzten Onlinevideo-Angeboten spricht die Forschungsgruppe, die die Auswertung im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation Bakom erstellt hat, in dem Communiqué vom Mittwoch. Live-TV-Programme und kostenfreie Streamingdienste seien am beliebtesten, wobei auch die kostenpflichtigen Angebote mit einer Zunahme von 33 Prozent gegenüber 2019 an Popularität gewonnen haben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zweithöchster Tageswert bei Corona-Neuinfektionen in Österreich

Nach einem deutlichen Rückgang am Dienstag sind in Österreich wieder besonders viele Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Die Behörden meldeten am Mittwoch 15 365 neue Fälle binnen 24 Stunden, das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen blieb binnen Tagesfrist stabil, hat sich aber seit Monatsbeginn in etwa verdoppelt. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100’000 Einwohner liegt bei etwa 1100.

Besonders stark ist das Infektionsgeschehen bei den Fünf- bis 14-Jährigen mit einer Inzidenz von 2300. Immer wieder diskutiert wird daher, ob die bisher trotz des Lockdowns geöffneten Schulen doch geschlossen werden sollen. In Österreich gelten seit Montag bis 13. Dezember Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte und Freizeiteinrichtungen sind geschlossen

Bund warnt bei Masken vor falsch deklarierter Schutzwirkung

Betroffen ist die Maske HEIQ VIROBLOCK vom Typ PM30. (Bild: admin.ch)

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung und das Unternehmen Hi-Pro haben vor der Verwendung von bestimmten textilen Masken mit falsch deklarierter Schutzwirkung gewarnt. Betroffen sind Masken Heiq Viroblock vom Typ PM30, die in unterschiedlichen Farben im Umlauf sind.

Die teilweise mit «FFP2», «KN95» oder «EN149 zertifiziert» bezeichneten Masken würden die deklarierte Schutzwirkung der Klasse «FFP2» nicht erfüllen, hiess es in einer vom Eidgenössischen Büro für Konsumentenfragen am Mittwoch verbreiteten Mitteilung.

"Impfen ist Mord" - Busfahrer in Österreich entlassen

In Österreich ist ein Fahrer eines Regionalbusses wegen der Aufschrift «Impfen ist Mord» auf seinem Fahrzeug entlassen worden. Eine Privatmeinung werde zwar akzeptiert, aber nicht das Instrumentalisieren eines öffentlichen Verkehrsmittels zur Verbreitung dieser Meinung, teilte ein Sprecher des Oberösterreichischen Verkehrsverbunds (OÖVV) am Mittwoch in Linz mit.

Der Fahrer hatte am Freitagabend auf der elektronischen Anzeigetafel an der Vorderseite des Busses den Namen der Linie mit seinem Slogan ersetzt. Die Aktion wurde durch Zeugen und mit Fotos dokumentiert. An dem Tag hatte die österreichische Regierung ihre Pläne für eine generelle Impfpflicht präsentiert.

Oberösterreich ist mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 1700 pro 100’000 Einwohner besonders von der vierten Corona-Welle betroffen und weist eine unterdurchschnittliche Impfquote auf.

Anzeige nach Körperverletzung an Corona-Demo in Olten

Die Kantonspolizei Solothurn hat den mutmasslichen Täter, der an der Corona-Demo in Olten SO vom letzten August einen Gegen-Demonstranten mit einer Flasche verletzt haben soll, ermittelt. Er wird nun angezeigt.

Die Kantonspolizei konnte den mutmasslichen Täter ausfindig machen. (Symbolbild: Keystone)

Im Zuge der Ermittlungen wegen einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand konnten sowohl der Geschädigte als auch der mutmassliche Täter identifiziert werden, wie die Kantonspolizei Solothurn am Mittwoch mitteilte. Beide seien in anderen Kantonen wohnhaft. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ärzte in Russland wollen Impfgegnern Corona-Stationen zeigen

Ärzte mehrerer russischer Kliniken wollen Impfgegnern Corona-Stationen zeigen. Der am Mittwoch von der Staatsagentur Tass veröffentlichte offene Brief richte sich in erster Linie an Politiker, Künstler und Medienleute, die zuletzt Impfungen gegen das Coronavirus in Zweifel gezogen hätten, hiess es. Angesichts der Reichweite, die diese Menschen in den Medien hätten, werde man trotz vieler Arbeit Zeit finden, «sie durch die Intensivstationen und pathologischen Abteilungen unserer Krankenhäuser zu führen», heisst es in dem Schreiben an die Adresse von Prominenten.

Russlands oberster Corona-Arzt Denis Prozenko schrieb im Nachrichtenkanal Telegram: «Sie sollen mit eigenen Augen sehen, wie die Menschen um jeden Atemzug kämpfen, sie sollen die Geschichten unserer Patienten hören, die ihnen geglaubt haben und nicht uns.»

Bauhauptgewerbe nähert sich Vorkrisenniveau an

In der Schweiz ist auch im Sommer 2021 rege gebaut worden. Das bescherte dem Bauhauptgewerbe einen deutlich höheren Umsatz. Die Nachholeffekte aus dem Corona-Jahr dürften jedoch allmählich auslaufen.

Von Juli bis September erzielte das Bauhauptgewerbe einen Umsatz von 6,4 Milliarden Franken. Es war damit das umsatzstärkste Quartal seit mindestens drei Jahrzehnten, teilte der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch mit. Ein Teil des Wachstums sei aber auf höhere Baupreise zurückzuführen.

Gleichzeitig seien im laufenden Jahr 6500 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Das Baugewerbe beschäftigte per Ende September 91’500 Festangestellte. Das sei der höchste Wert seit fast 20 Jahren.

Neuer Höchsstand bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der binnen eines Tages übermittelten Corona-Neuinfektionen hat in Deutschland abermals einen Höchststand erreicht. Zudem stieg die deutschlandweite Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen erstmals seit Beginn der Pandemie über 400. Den Wert der Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner und Woche gab das Institut mit 404,5 an.

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen und steigen. (Bild: Keystone)

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 66’884 Corona-Neuinfektionen – im Vergleich zu 52’826 Ansteckungen vor genau einer Woche. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4:05 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 335 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 99’768.

SBB schickt Mitarbeitende ins Homeoffice

Die SBB hat alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht aus betrieblichen Gründen vor Ort sein müssen, wieder ins Home-Office geschickt. Das zeigt ein Tweet von Christian Ginsig. Es gelte, wieder von hybrider auf komplett digitale Arbeit umzustellen. Mit der Home-Office-Empfehlung reagiert die SBB auf die steigenden Corona-Fallzahlen in der Schweiz. Bereits letztes Jahr hatte die SBB ihre Mitarbeitenden ins Home-Office geschickt. Damals waren rund 12’000 Mitarbeitende davon betroffen., dies berichten die Medien von «CH Medien».

Zertifikatspflicht für Bündner und Oberwalliser Samichläuse

In vielen Oberwalliser Gemeinden kommt dieses Jahr am 6. Dezember der Nikolaus wieder zu den Familien nach Hause. Ist ein solcher Besuch angesichts der steigenden Fallzahlen überhaupt sicher? Die meisten Nikolaus-Gruppen unterliegen der Zertifikatspflicht, wie der «Walliser Bote» berichtet. Anderen Gemeinden ist das Risiko zu hoch und der Nikolaus empfängt seinen Besuch draussen. Im Bündnerland haben Samichlaus und Schmutzli Maske und Covid-Zertifikat im Gepäck, so die «Südostschweiz».

Starke PC-Nachfrage beschert Dell und HP kräftige Gewinnsprünge

Die Computer-Konzerne Dell und HP verdienen dank einer starken PC-Nachfrage glänzend. Beide Unternehmen verkündeten am Dienstag nach US-Börsenschluss kräftige Gewinnsprünge im jüngsten Quartal. Dell und HP profitieren in der Corona-Pandemie vom Trend zum Homeoffice und einem erhöhten IT-Bedarf. Weitere Details finden Sie hier.

Der steigende PC-Bedarf sorgte bei Dell und HP für kräftige Gewinnsprünge. (Bild: Keystone)
Spahn beklagt Unvernunft von Ungeimpften

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich frustriert über die noch immer hohe Zahl der Corona-Impfunwilligen gezeigt.

Es gebe immer noch Menschen, die glaubten, das Virus könne ihnen nichts anhaben, sagte Spahn der «Rheinischen Post». Diese Menschen würde er am liebsten auf eine Intensivstation zerren und sie im Angesicht des Leids fragen: Was muss eigentlich noch passieren, damit ihr es kapiert?». Mehr dazu lesen Sie hier.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn zeigt frustriert über die Corona-Impfunwilligen. (Bild: Keystone)
Neuseeland öffnet Grenzen erst Ende April 2022 für Geimpfte

Neuseeland lässt seine Grenzen für Ausländer noch weitere fünf Monate dicht. Vollständig Geimpfte dürfen ab 30. April 2022 wieder einreisen, sagt der zuständige Minister Chris Hipkins in Wellington.

Die Quarantänepflicht entfalle. Die Öffnung soll schrittweise erfolgen. Geimpfte Neuseeländer und Personen mit Dauer-Aufenthaltsgenehmigung, die sich derzeit in Australien aufhalten, dürfen laut Hipkins ab dem 16. Januar – aus anderen Ländern ab 13. Februar – zurückkehren.

Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer für Corona-Impfpflicht

57 Prozent der SchweizerInnen spricht sich für eine Impfpflicht aus. (Bild: Keystone)

Während Österreich im nächsten Februar eine Impfpflicht einführt und eine solcher Schritt in Deutschland heiss diskutiert wird, hält sich die Schweiz zurück. Eine Umfrage der CH-Medien-Zeitungen zeigt jedoch, dass eine Mehrheit eine Impfpflicht befürwortet.

Insgesamt 57 Prozent der Personen, die von den CH-Medien-Zeitung befragt worden sind, sprachen sich für die Einführung einer Impfpflicht aus, wie die CH-Media-Zeitungen in ihrer Mittwochausgabe und auf ihrem Newsportal im Internet schreiben. Mehr zum Thema gibt es hier.

Berger: Boostern allein wird Corona-Pandemie nicht beenden

Auffrischungs-Impfungen gegen das Coronavirus werden laut Christoph Berger, Präsident der eidgenössischen Impfkommission, die Pandemie nicht beenden. Drei Punkte seien entscheidend, um ans Ziel zu gelangen.

Erstens müssten alle verletzlichen Personen geschützt sein, sagte Berger in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Daher müssten jetzt bei den Personen über 65 Jahren die Auffrischungs-Impfungen (Booster) vorangetrieben werden.

Zweitens müsse die Durchimpfung der Bevölkerung möglichst hoch sein. Dann sei auch ein geminderter Schutz vor milder Infektion, der ja viele Monate nach der Impfung noch existiere, kein Problem. Und drittens würden viele Ungeimpfte diesen Winter eine Corona-Infektion bekommen. Es sei zu hoffen, dass im nächsten Frühjahr ausreichend viele Menschen eine gewisse Immunität hätten. Alles zum Thema gibt es hier.

Hofft auf eine hohe Immunität im kommenden Frühling: Christoph Berger, Präsident der eidgenössischen Impfkommission. (Bild: Keystone)

Niederlande machen 1,5 Meter-Regel wieder verpflichtend

Angesichts von Rekordwerten bei Corona-Neuinfektionen und Patientenzahlen haben die Niederlande einen Mindestabstand von 1,5 Metern wieder verpflichtend gemacht. Bei Verstössen drohten 95 Euro Geldbusse, teilte das Justizministerium am Dienstag in Den Haag mit. In Gaststätten und im Kultursektor gilt die Pflicht nicht, weil dort bereits die 3G-Regel (also: geimpft, genesen oder getestet) in Kraft gesetzt wurde. Auch Friseurgeschäfte und der öffentliche Nahverkehr sind ausgenommen.

Die Abstandsregel war in dem deutschen Nachbarland erst im September abgeschafft worden. Anfang November hatte die niederländische Regierung dann wegen der sich wieder verschlechternden Lage einen Teil-Lockdown verhängt. So müssen Gaststätten und Supermärkte um 20 Uhr schliessen, andere Läden bereits um 18 Uhr. Auch gilt in öffentlich zugänglichen Gebäuden wieder Maskenpflicht.

Spanien und Portugal erwägen Massnahmen gegen steigende Corona-Zahlen

Obwohl die Corona-Zahlen in Spanien und Portugal weiterhin zu den niedrigsten in Europa zählen, prüfen die Regierungen beider Länder moderate Massnahmen gegen die steigenden Inzidenzen. In Spanien werde unter anderem eine Empfehlung zur Schliessung der Gastronomie ab 23 Uhr in Erwägung gezogen, berichteten Medien am Dienstag. Nach der wöchentlichen Sitzung des Kabinetts wollte die Sprecherin von Ministerpräsident Pedro Sánchez dazu noch keine Stellungnahme abgeben. Vor Journalisten betonte Isabel Rodríguez nur, man setze weiterhin auf «Impfung und Maske».

Verschiedene Regionen, die im nationalen Vergleich besonders hohe Infektionszahlen haben, hatten von der Zentralregierung in Madrid unter anderem «einheitliche Vorgaben» zur Anwendung des Covid-Passes gefordert. Während einige Regionen wie die Balearen, Katalonien und Galicien mit Zustimmung der Justiz bereits 3G-Regeln mit jeweils unterschiedlichem Umfang eingeführt haben, hatte das Oberste Gericht des Baskenlandes am Montag trotz steigender Corona-Zahlen eine 3G-Pflicht für Restaurants und Nachtlokale abgelehnt.

Fasst mögliche Massnahmen-Verschärfungen ins Auge: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. (Archivbild: Keystone)

Man verstehe «die Sorgen einiger Regionen» auch vor dem Hintergrund der dramatischen Lage in vielen Ländern Europas, sagte Rodríguez. Man sei «sehr wachsam». Doch Spanien habe eine der niedrigsten Inzidenzen und gleichzeitig eine der höchsten Impfquoten in Europa. Man arbeite daher vor allem an Plänen für die Booster-Impfung.

In Portugal besprach Ministerpräsident António Costa mit mehreren Parteichefs die aktuelle Lage. Dabei sei man übereingekommen, dass es keine Sperrstunden und Beschränkungen der Bewegungsfreiheit geben solle, berichtete die Zeitung «Público». Stattdessen werde man wohl die Kontrollen des Covid-Passes bei Konzerten, Sport- und anderen Grossveranstaltungen verstärken und vielleicht eine «3G-plus»-Regel einführen, bei der auch Geimpfte und Genesene einen negativen Corona-Test werden vorlegen müssen.

Slowakische Präsidentin fordert landesweiten Lockdown

Nachdem slowakische Krankenhäuser vor einem drohenden Kollaps des Gesundheitssystems warnten, hat Präsidentin Zuzana Caputova am Dienstag einen sofortigen Lockdown für alle gefordert. Das Staatsoberhaupt hat zwar formell nicht die Kompetenz, der Regierung Massnahmen anzuordnen. Allerdings hat Caputovas Stimme auch deshalb grosses Gewicht, weil sie nach Umfragen die mit grossem Abstand populärste Politikerin des Landes ist. Tatsächlich kündigten Vertreter der Regierungsparteien gegenüber den Medien an, am Mittwoch würden verschärfte Massnahmen beschlossen, sie wollten diese aber zunächst nicht konkretisieren.

In ungewohnt emotionalem Ton sagte Caputova nach einem Besuch eines Krankenhauses in Bratislava: «Wir sind momentan das schlimmste Land der Welt, was die Zahl der Neuinfektionen gemessen an der Bevölkerungszahl betrifft. Die Krankenhäuser stehen am Ende ihrer Kapazitäten und müssen ihre Behandlungen einschränken, das erschöpfte Gesundheitspersonal bittet um Hilfe. Aber statt eines Danks für die Aufopferung hören sie Drohungen und Herabwürdigungen.» Nun sei es Zeit, endlich auf die Experten zu hören, «die die Hauptlast unseres gemeinsamen Versagens tragen müssen».

Ein landesweiter Lockdown auch für die Verantwortungsbewussten sei nicht fair, aber dennoch unausweichlich, betonte Caputova.

Die slowakische Präsidentin Zuzana Caputova fordert einen sofortigen Lockdown für das ganze Land. (Bild: Keystone)
WHO warnt vor Hunderttausenden Corona-Toten in Europa

In Europa könnten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bis zum Frühjahr 2022 Hunderttausende weitere Menschen in Verbindung mit Covid-19-Erkrankungen sterben.

Man rechne damit, dass die Intensivstationen in 49 von 53 Ländern der Region zwischen heute und dem 1. März nächsten Jahres einer hohen oder extremen Belastung ausgesetzt sein werden, warnte die WHO Europa am Dienstag. Basierend auf derzeitigen Trends werde geschätzt, dass die Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Todesfälle bis zum kommenden Frühjahr auf über 2,2 Millionen ansteigt – gerade hat dieser Wert erst die 1,5-Millionen-Marke überschritten.

Verhindert werden könne dies mit sofortigem Handeln, erklärte die in Kopenhagen ansässige Organisation. Allein durch das universelle Tragen von Masken könnten einer Studie zufolge schätzungsweise über 160’000 Todesfälle bis zum 1. März 2022 vermieden werden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor Hunderttausenden Corona-Toten in Europa bis im Frühjahr. (Bild: Keystone)
Corona-Impfung von Kindern ab fünf Jahren beginnt in Israel

Israel hat mit der Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gegen das Coronavirus begonnen. Die Impfkampagne startete offiziell am Dienstag. Bereits am Vortag wurde Kinder an einigen Orten der Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht. Der Corona-Beauftragte Salman Sarka sprach laut Medien von einer «Feier für Kinder und Eltern, die ihre Kinder nun schützen können». Tausende Impftermine bei den zuständigen Krankenkassen sind bereits gebucht.

Regierungschef Naftali Bennett begleitete am Dienstag seinen neunjährigen Sohn David zum Impfen. Der Junge, der auf dem Schoss seines Vaters sass, sagte anschliessend, die Spritze habe «gar nicht weh» getan. «Wir beginnen heute mit der landesweiten Impfkampagne für Kinder», erklärte Bennett danach. Dies sei zum Schutz sowohl der Kinder als auch der Erwachsenen vor dem Coronavirus wichtig. Er rief andere Eltern auf, ihre Kinder ebenfalls impfen zu lassen.

6’354 neue Corona-Fälle

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 6354 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 18 neue Todesfälle und 95 Spitaleinweisungen. Alles dazu lesen Sie hier.

So steht es um die Intensivbetten in der Schweiz

Corona hinterlässt keine tiefen Spuren bei öffentlichen Finanzen

Die immer älter werdende Bevölkerung, die teilweise damit verbundenen steigenden Gesundheitskosten und der Klimawandel sind die drei Hauptherausforderungen, mit denen der öffentliche Finanzhaushalt künftig zu kämpfen haben wird. Die Corona-Krise gehört nicht dazu.

Zu diesem Schluss kommt die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) in ihren am Dienstag veröffentlichten «Langfristperspektiven für die öffentlichen Finanzen in der Schweiz». Unter verschiedenen Annahmen zeigt die Analyse auf, wie sich die gesamten öffentlichen Haushalte der Schweiz bis in das Jahr 2050 entwickeln, sofern keine Massnahmen seitens der Politik ergriffen werden. Es handelt sich dabei nicht um eine Prognose.

Veranstaltungsbranche fordert Weiterführung von 3G-Strategie

Die Allianz der Veranstalterverbände fordert, dass die «etablierte und gut funktionierende 3G-Strategie» konsequent weitergeführt wird. Zudem solle der Bund die Kosten für Covid 19-Tests wieder übernehmen.

Mit der Forderung nach Gratis-Tests schliesst sich die Veranstalterbranche der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats an. Unterstützt werden die Forderungen der Veranstalter unter anderem von der Taskforce Culture.

Die Veranstalterbranche verweist in ihrer Mitteilung vom Dienstag darauf, dass sie eine der wenigen Branchen sei, welche bereits seit Monaten flächendeckende 3G-Massnahmen mittrage, und sie sei ein Beispiel dafür, dass die Umsetzung «positive Wirkung» zeige. Denn dank dieser Strategie könne die Gesellschaft «wieder am wirtschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben».

Zudem sichere die 3G-Strategie die Existenz der Veranstalter. Für die Branche sei die Möglichkeit essenziell, Events, Messen und Kongresse durchführen zu können, heisst es in der Mitteilung. Die 3G-Pflicht verursache weniger Folgekosten als Betriebsschliessungen oder strikte Verbote.

Weitere Verschärfungen würden «die wieder angekurbelten wirtschaftlichen Aktivitäten im Keim ersticken». Und: Eine solche Situation könne von der Branche in der Folge «nicht mehr abgefangen werden» heisst es.

Was bisher geschah

Dieser Ticker wurde für Sie neu aufgesetzt. Die bisherigen Kurzmeldungen aus der Schweiz und der Welt zu Corona finden Sie hier.

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