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Schweiz

50 Prozent der Tötungsdelikte in der Schweiz bleiben unentdeckt

Ungeklärte Tötungsdelikte und Überbrückungsleistungen für Arbeitslose über 60 Jahren. Das und mehr sind die Schlagzeilen der Sonntagszeitungen.

Ungeklärte Tötungsdelikte

Christian Jackowski, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Uni Bern, schätzt laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag», dass in der Schweiz doppelt so viele Tötungsdelikte verübt werden wie die rund 50, die die Statistik pro Jahr ausweist. Vor allem Tötungen durch Gift, durch Ersticken oder Ertränken drohen, unter dem Radar zu bleiben, weil der Untersuchung der Leiche auf Grund gesetzlicher Vorgaben Grenzen gesetzt sind oder auch weil die Leichenschau zu wenig sorgfältig durchgeführt wird.

Die Rechtskommission des Ständerates will nun wissen, wie das Problem gelöst werden könnte. Sie verlangt vom Bundesrat einen Bericht zum Thema. Auch die Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin tritt dafür ein, die Vorgaben in der Strafprozessordnung anzupassen. «Die heutige Regelung ist sehr unglücklich», sagt Daniel Eisenhart, oberster Rechtsmediziner im Kanton Aargau und Vorstandsmitglied der Gesellschaft, der «NZZ am Sonntag.»

Ja-Kampagne zum Medienförderungspaket

«Ohne Medien keine Demokratie – Ja zur Medienvielfalt»: Unter diesem Motto lanciert ein Komitee von kleinen Verlagen seine Ja-Kampagne zum Medienförderungspaket des Bundes, über das im kommenden Februar abgestimmt wird. Geplant sind laut dem Bericht der Zeitung «SonntagsBlick» Plakate, Webinare und Social-Media-Inhalte.

50’000 Franken aus eigenen Mitteln und von einer Stiftung stehen zur Verfügung. Ein Crowdfunding ist geplant, um an mehr Geld zu kommen. Die Vorlage helfe nicht nur grossen Verlagen, sondern vor allem den kleinen, sagte Simon Jacoby, Co-Präsident des Verbandes Medien mit Zukunft (VMZ) namens des Komitees. Der Verband vertritt vor allem die Interessen kleinerer Publikationen.

SP-Fraktion fordert mehr Geld für die SRG

Der SP-Fraktion fordert in einem Positionspapier mehr Geld für die SRG. «Ohne starke SRG wird die direkte Demokratie immer mehr von Geldmächtigen und ausländischen Technologiekonzernen abhängig», zitierte die «NZZ am Sonntag» aus dem Papier. Gemäss dem Positionspapier soll die SRG entgegen der heutigen Regelung auf allen Kanälen publizieren und auch Werbung online schalten können. Im Gegenzug sollen SRG-Inhalte für private Medien verfügbar sein.

Schweizer Medien und Private sollen zudem eigene Beiträge auf der SRG-Plattform veröffentlichen können. Die Zeitung spricht von einer «digitalen Allmend». Der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen kritisiert das Papier. «Dass Facebook die Schweizer Medien inhaltlich konkurrenziert, ist ein Totschlagargument», sagte er dem Blatt. Dabei mache Facebook doch keinen Beitrag zu Abstimmungen oder zum Sechseläuten.

Kantone sind mit Booster-Impfung zurückhaltend

Viele Kantone sind nicht bereit, unter 65-jährigen Menschen die Booster-Impfung gegen Covid-19 ab Anfang Dezember zu verabreichen. Termine für Auffrischungsimpfungen seien deshalb vorwiegend älteren Menschen vorbehalten, berichtet die «SonntagsZeitung». Bern zum Beispiel will die unter 65-Jährigen erst vom neuen Jahr an ein drittes Mal impfen. Der Zürcher Infektiologe Huldrych Günthard kritisiert die Kantone für ihr langsames Vorgehen.

Er verlangt, dass bei Bedarf die Armee eingesetzt werden müsse, um die Booster-Kampagne voranzubringen. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Covid-19-Auffrischungsimpfung ab Ende November auch für Personen unter 65 Jahren möglich sein soll. Die zuständigen Stellen beim Bund arbeiteten an der Anpassung der Impfempfehlung, hiess es an einer Medienkonferenz. Die Auffrischungsimpfung soll frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung erfolgen.

Covid-Gesetz: Rund 750 Abstimmungsbeschwerden

Rund 750 Abstimmungsbeschwerden sind vor der Abstimmung über das revidierte Covid-Gesetz am 28. November bei den Kantonen eingegangen. Das hat eine Umfrage der «NZZ am Sonntag» ergeben. Viele dieser Beschwerden sind identisch. Eine davon stammt vom Verein «Wir sind Menschen». Auch der Thurgauer SVP-Kantonsrat und Anwalt Hermann Lei hat eine Beschwerde formuliert, im Namen von 95 Personen.

In den Eingaben wird laut der Zeitung geltend gemacht, dass in der Abstimmungsfrage keine Rede sei vom Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestete, an dem sich die Gegnerinnen und Gegner der Vorlage vor allem stossen. Die Kantone traten auf die Beschwerden nicht ein, und vor Bundesgericht dürften sie nach Einschätzung des Blattes kaum Chancen haben. Schon vor der ersten Abstimmung über das Covid-Gesetz im Juni wurden mehrere Stimmrechtsbeschwerden eingereicht. Das Bundesgericht wies alle ab.

Überbrückungsleistungen für Arbeitslose über 60 Jahre

Seit Juli 2021 können Arbeitslose über 60 Jahre, die ausgesteuert werden, Überbrückungsleistungen (ÜL) beantragen. Seither sind nach Angaben der «SonntagsZeitung» landesweit rund 460 Rentengesuche bearbeitet und 108 Renten bewilligt worden. Bei der Behandlung im Parlament wurde von 3’400 Renten pro Jahr ausgegangen. «Die Nachfrage hält sich gelinde gesagt in Grenzen», sagt Andreas Dummermuth, Präsident der Konferenz der kantonalen Ausgleichskassen, der Zeitung. Grund dafür sei die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Das Stadtzürcher Sozialdepartement nennt die Voraussetzungen für einen Anspruch auf die Rente viel zu streng. Sie müssten gelockert werden, damit die Überbrückungsleistungen wirken könnten, sagte eine Sprecherin. Adrian Wüthrich, Präsident des Dachverbands Travailsuisse, geht davon aus, dass die Nachfrage noch zunehmen wird. Das Instrument sei noch zu wenig bekannt.

Katarischer Botschafter tritt Boykott-Forderungen entgegen

Mohammed Jaham al-Kuwari, katarischer Botschafter in Bern, tritt Forderungen nach einem Boykott der Fussball-WM Ende 2022 in Katar entgegen. «Ich frage mich, ob diejenigen, die zu einem Boykott aufrufen, unser Land überhaupt kennen», sagte er im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Sein Land dürfe kritisiert werden, aber wer dies tue, solle auch bereit sein zum Dialog. «Wir sind offen und suchen den Kontakt mit unseren Kritikern.» Katar sei «vielleicht noch keine Demokratie wie die Schweiz», sagte er. «Aber wir demokratisieren unser Land Schritt für Schritt.» Zahlen über auf Baustellen in Katar gestorbene Arbeitsmigranten seien nicht korrekt, sagte Mohammed Jaham al-Kuwari. Mit den Anschuldigungen im Zusammenhang mit den Todesfällen werde «auf jeden Fall übertrieben.»

Abnutzung der Flüsterbeläge deutlich schneller

So genannte Flüster-Strassenbeläge nutzen sich deutlich schneller ab als der üblicherweise verbaute Asphaltbelag. Das berichtet die Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche». Etwa alle 15 Jahre müssen Flüsterbeläge ausgewechselt werden, während herkömmliche Beläge bis zu 25 Jahre lang halten. Ausserdem kosten Flüsterbeläge im Unterhalt mehr. Die Porosität dieses Asphalts sei für die Lärmreduktion interessant, mache aber den Deckbelag weich, erklärte Jean-François Molinari, Professor an der ETH Lausanne – er ist Spezialist für die Abnutzung von Materialien.

In den ersten Jahren seien die Eigenschaften der Flüsterbeläge sehr gut. Danach verschlechterten sie sich aber sehr rasch, sagt Molinari. Ein Flüsterbelag in einer Tempo-50-Zone dämpft den Verkehrslärm zunächst um 8 Dezibel. Nach 15 Jahren verringert sich die Lärmreduktion bei normaler Abnutzung des Belages auf noch 4 Dezibel.

Mögliche Umweltverschmutzung beim Blausee

Der Kanton Bern wirft den Eigentümern der Forellenzucht im Blausee im Berner Oberland die Verschmutzung eines kleinen Baches vor, in den die Forellenzucht ihr Wasser ableitet. Das bernische Amt für Wasser und Abfall wirft den Eigentümern deshalb Umweltverschmutzung vor, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Der Zeitung liegt die Verfügung dazu vor. Demnach kam es in den vergangenen Jahren mehrere Male zu Verunreinigungen des Baches. Die Blausee AG muss den Bach auf eigene Kosten reinigen und künftige Verschmutzungen vermeiden.

Die Besitzer der Forellenzucht betonen gegenüber dem «SonntagsBlick», dass die bei der Bewilligung der Anlage festgesetzten Grenzwerte eingehalten würden. In Klärung sei, wie neue Einleitungswerte von Ausscheidungen der Bio-Forellen eingehalten werden könnten. Die Blausee AG betreibt ihre Forellenzucht seit 127 Jahren; sie hat ein Zertifikat von Bio Suisse.

Schweizer Hotels energetisch nicht auf dem neusten Stand

Nur jedes fünfte Hotel in der Schweiz ist energetisch auf dem neusten Stand. Das zeigt eine von der «NZZ am Sonntag» zitierte Umfrage des Branchenverbandes Hotelleriesuisse. 39 Prozent der Betriebe traf demnach keine energetischen Massnahmen. 41 Prozent der Hotels sind zumindest teilweise saniert, damit ihre Gebäude weniger Energie verbrauchen. Rund zwei von drei Betrieben werden mit fossilen Energien beheizt.

Entscheiden sich Hoteliers für eine Sanierung, investieren sie laut einem Sprecher von Hotelleriesuisse in Bereiche, die die Gäste zu sehen bekommen, also beispielsweise in die Zimmer oder in den Wellness-Bereich. Geht es nach dem eidgenössischen Parlament, soll der Bund Hotelsanierungen in den Bergen unterstützen. Im Herbst überwiesen die Räte einen Vorstoss an den Bundesrat, der ein Impulsprogramm verlangt.

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