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Der Telebasel News Beitrag vom 19. November 2021.
Baselland

Wegen steigender Fallzahlen an Baselbieter Schulen: Bald wieder Maskenpflicht?

Die Coronazahlen steigen rasant. Treiber sind die Schulen. Freiwillige Spucktests und fehlende Maskenpflicht könnten bald Geschichte sein.

Trotz steigender Fallzahlen an Baselbieter Schulen setzt der Kanton aktuell nur auf freiwillige Spucktests. Das bedeutet, dass alle Schulklassen einmal pro Woche in ein Röhrchen spucken sollen. Dieser Speichel wird dann zusammengefasst als Pool getestet. Nur wenn es ein positives Ergebnis gibt, müssen alle SchülerInnen einzeln antraben. Die Zahlen des Kantons zeigen aber, dass sich längst nicht alle Kinder testen lassen. Nur etwa 75 Prozent aller SchülerInnen und Lehrpersonen machen mit, obwohl der Kanton appelliert.

Spucken muss nur, wer will

Oder anders gesagt, nur wenn die Eltern einverstanden sind. Dort gibt es offenbar immer wieder Auseinandersetzungen, obwohl die Methode für Kinder eigentlich am besten geeignet sei, verglichen mit den Alternativen, erklärt Julia Bielicki, leitende Ärztin am UKBB. «Die Alternative wäre, wenn man wirklich immer bei den kleinsten Symptomen alle Kinder zum Testen schicken würde und das Contact-Tracing exzessiver betreiben würde. Es ist so, dass das breite Testen für die Kinder im Vergleich wesentlich angenehmer ist, als die Alternative von dem sehr intensiven und invasiven Testen, das man individuell machen müsste.»

Maskenpflicht wird diskutiert

Ein Blick auf die Zahlen zeigt es: Im Baselbiet sind vor allem die Primarschulen Treiber der Corona-Fälle. Bei den Schülerinnen und Schülern, aber auch bei Lehrpersonen. Eine Maskenpflicht gibt es im Moment nicht. Man sei aber am Abklären, ob sie nicht doch wieder eingeführt wird. «Das wird diskutiert. Nur gibt es Detailsachen, die geklärt werden müssen. Welche Schulstunde muss eine Maske tragen? Ist das auch für Tagesstätten so? Es sind einfach verschiedene Sachen die geklärt werden müssen, wenn man sowas wieder einführen will und da sind wir laufend dran», erklärt Rolf Wirz, Sprecher der Baselbieter Gesundheitsdirektion.

Schliessung der Schulen sehr unwahrscheinlich

Auch wenn es eigentlich am effektivsten wäre, die Schulen zu schliessen, rät die Infektiologin Julia Bielicki davon ab. «Aus pädiatrischer Sicht ist das überhaupt nicht wünschenswert und wir sind auch als Kinderspital, als Pädiatern nicht dafür, dass man zum vorherigen Modell zurückkehrt. Weil die Kinder ja weiterhin nicht schwer erkranken und weil der Verlust des Schulbesuches auch grosse psychologische Entwicklungsprobleme verursachen kann, die wir hier zum Teil auch sehen. Deshalb denke ich, dass das breite Testen uns zumindest erlaubt, das ganze System ein wenig zu beobachten.»

Flyer mit abstrusen Behauptungen

Seit Kinder ab zwölf Jahren impfen dürfen, besuchen mobile Impfteams Baselbieter Sekundarschulen. Es habe auch schon Demonstrationen und andere Drohungen gegen die Schulleitungen gegeben. «Es gibt Leute, die das nicht verstehen, die dagegen sind und auch Flyer verteilen mit abstrusen Behauptungen. Wir sind aber überzeugt, dass das eine gute Sache ist, und auch das ist freiwillig», so Rolf Wirz. Der Kanton setzt also weiterhin auf die Kommunikation.

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