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Aufgrund dieser Szene an der Viehauktion in Langenbruck wurden die Anzeigen eingereicht. (Video Telebasel)
Baselland

Nationalratspräsident wegen Verstosses gegen Tierschutzgesetz angezeigt

Bei einer Viehauktion im Baselbiet soll es zu Tierquälereien gekommen sein. Einer der Leiter, Nationalratspräsident Andreas Aebi (SVP), wurde dafür angezeigt.

Im August 2021 fand in Langenbruck eine Viehauktion statt, Telebasel berichtete. Der Nationalratspräsident Andreas Aebi (SVP) leitete die Auktion, nun wurde eine Strafanzeige bei der Baselbieter Staatsanwaltschaft gegen ihn eingereicht, wie «20 Minuten» schreibt. Die Tierschutzorganisation Basel Animal Save prangert dabei «reine Tierquälerei» an. Auf den Bildern des Telebasel News-Beitrages ist zu sehen, wie ein Stier an einem Nasenring durch die Arena gezerrt wurde. Auch gegen den unbekannten Ganthelfer sei eine Anzeige eingereicht worden, so «20 Minuten» weiter. Bei beiden laute die Anzeige auf Verstoss gegen das Tierschutzgesetz.

Andreas Aebi, sogenannter «Gantrufer» der Auktion, wehrt sich gegenüber der Zeitung. Aebi ist gelernter Landwirt und bereits erfahrener Viehauktionator. «Ein Muni muss unbedingt einen Ring haben.» Nur so könne die Kontrolle über das Tier gewährleistet werden. Die Schmerzen, die das Tier durch Zug verspüre seien nötig für die Bändigung, da ein Muni «enorme Kraft» habe, so Aebi gegenüber der Zeitung. Es sei aber vielmehr ein «Druck» als wirkliche Schmerzen.

Der ganze Telebasel News-Beitrag vom 11. August 2021.

Aebi erinnert sich nicht

Aktivist Oliver Bieli von Basel Animal Save äussert sich empört gegenüber «20 Minuten». Man sehe am Gesicht des Tieres, dass es Schmerzen leiden müsse. «Diese Tiermisshandlung geschah auch noch direkt unter den Augen des zuständigen und verantwortlichen Gantrufers.» Aebi habe das Geschehen ignoriert, nicht eingegriffen und die Zuschauenden vielmehr angeheizt, möglichst hoch zu bieten. Aebi habe sich jedoch nicht in der Verantwortung gesehen, das Vorgehen zu stoppen. «Ich war nicht der Organisator, sondern lediglich der Moderator der Auktion», ausserdem könne er sich nicht an die Situation erinnern.

Erschwerend käme laut Bieli dazu, dass der Muni ja sogar ein Halfter getragen habe, man habe also trotz der Möglichkeit auf eine schmerzfreie Variante verzichtet. Aebi, Nationalrat und ehemaliger Präsident der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter, kontert, dass ein solches Halfter der Gegenwehr eines Muni niemals standhalten könne.

Vorprüfung im Gange

Der Eingang der Strafanzeige wurde von der Baselbieter Stawa bestätigt, so «20 Minuten». Es laufe eine Vorprüfung der erhobenen Vorwürfe. Sollte danach ein hinreichender Tatverdacht bestehen, so würde dies die Immunität des genannten Mitglieds des Nationalrats betreffen. Eine Strafuntersuchung könne nur nach

Aufhebung dieser Immunität durchgeführt werden.

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