Hat gut lachen: der Chef-Trainer der Schweizer Nationalmannschaft Murat Yakin. (Bild: Keystone)
Schweiz

Murat Yakin ist der bisher beste Nati-Trainer

Nach der direkten WM-Qualifikation der Schweiz kann Trainer Murat Yakin eine erfolgreiche Bilanz ziehen. Der Baselbieter ist der bisher beste Nati-Trainer.

Das Länderspieljahr 2021 endete mit einer grandiosen WM-Party in Luzern. Nach dem 4:0 gegen Bulgarien geht der Blick nochmals zurück, aber auch schon nach vorne. Sieben Fragen und sieben Antworten zum Nationalteam.

War 2021 das erfolgreichste Länderspiel-Jahr?

Jein! Erster Viertelfinal an einer Endrunde seit 67 Jahren, direkte WM-Qualifikation vor Europameister Italien: 2021 war reicher an Höhepunkten als jedes andere Jahr. Der Punkteschnitt allerdings war 2017 besser. Damals holten die Schweizer in 9 Partien 2,44 Punkte pro Spiel. 2021 waren es in 17 Spielen 10 Siege, 6 Unentschieden und 1 Niederlage (Resultate nach der regulären Spielzeit). Das ergibt einen Schnitt von 2,11 Punkten pro Spiel. Allerdings sind die zehn Siege in einem Kalenderjahr Rekord für den SFV.

Ist Murat Yakin der beste Nationalcoach?

Ja! Die Zahlen ergeben im Moment ein klares Resultat. Pro Spiel hat Murat Yakin 2,14 Punkte geholt. Er ist damit deutlich besser als die bisherigen Top 3 Vladimir Petković (1,79), Ottmar Hitzfeld (1,77) und Köbi Kuhn (1,56). Der Vergleich hinkt allerdings. Während Petković und Kuhn beispielsweise sieben Jahre lang Nationaltrainer waren, ist es Yakin erst seit sieben Spielen. Trotzdem: In den ersten sieben Partien blieb vor Murat Yakin kein Coach ohne Niederlage. Bisheriger Rekordhalter war Paul Wolfisberg, der 1982 im siebten Spiel erstmals verlor.

Wie läuft das WM-Jahr?

Die Endrunde in Katar beginnt am 21. November 2022. Nächster Fixpunkt für die Schweiz ist der Freitag, 1. April, wenn in Doha die Vorrunden-Gruppen ausgelost werden. In den Tagen zuvor (23. bis 29. März) stehen nun nicht die Playoffs, sondern zwei Testspiele auf dem Programm. Der SFV hat Anfragen von «zwei bis drei Verbänden».

Diskutiert wird offenbar auch ein Trainingslager im Ausland mit Spielen in Turnierform – so wie das 2020 in Katar geplant gewesen war, ehe Corona die Pläne zunichte machte. Die unmittelbare WM-Vorbereitung ist deutlich kürzer als gewohnt. Gemäss Rahmenspielplan der FIFA werden knapp eine Woche vor dem WM-Startspiel in den europäischen Ligen noch Meisterschaftsspiele absolviert.

Was ist mit der Nations League 2022?

Diese findet in der ersten Juni-Hälfte und Ende September nächsten Jahres statt. Die Schweiz spielt in der Liga A, die Gegner werden an der Auslosung am 16. Dezember 2021 in Montreux bekannt. Im Juni gibt es ein gedrängtes Programm mit vier Spielen innerhalb von zwölf Tagen. Die beiden restlichen Partien werden im September absolviert. Die Gruppensieger der Gruppe A bestreiten im Sommer 2023 das Finalturnier. Erneut kann man sich über die Nations League für die EM-Playoffs qualifizieren. Die Ausscheidung für die EM-Endrunde 2024 in Deutschland wird zwischen März und November 2023 ausgetragen.

Wer sind die Sieger im Schweizer Team?

Torhüter Yann Sommer hat mit seinen Paraden gegen Italien – insbesondere der abgewehrte Penalty beim 0:0 in Basel – die beiden Remis gegen den Europameister gerettet. Nur deshalb war das Happy-End am 15. November gegen Bulgarien überhaupt möglich.

Als Sieger innerhalb eines Teams von Siegern darf sich auch Xherdan Shaqiri fühlen. Er war zuletzt in Abwesenheit von Granit Xhaka der Captain und füllte diese Rolle nicht nur wegen starker Leistungen auf dem Platz exzellent aus. Mit der Binde am Arm hat Shaqiri an Statur und Persönlichkeit innerhalb des Teams gewonnen. «Er ging als Vorbild voran», lobte Murat Yakin.

Wer sind die Verlierer?

Nach diesem Jahr kann es eigentlich keine Verlierer geben. Doch es gibt vielleicht grössere und weniger grosse Sieger. Zur zweiten Kategorie gehört etwa Fabian Schär. Er spielt bei Newcastle United kaum und hat an der EM nach dem zweiten Spiel den Stammplatz verloren. Aufgrund der Verletzungen und Sperren von Manuel Akanji und Nico Elvedi hat Schär im Oktober und November zwar 323 von 360 Minuten gespielt, doch in der Hierarchie ist der Ostschweizer, der bis zur EM während sieben Jahren Stammspieler war, unter den Innenverteidigern nur noch die Nummer 3.

Ein zweiter weniger grosser Sieger ist Haris Seferović. Der Mittelstürmer von Benfica Lissabon war zuletzt verletzt und dürfte es in Zukunft schwer haben, auf seiner Position an Breel Embolo oder Noah Okafor vorbei zu kommen.

Behält Granit Xhaka seine Rolle?

Der Captain hat unter Murat Yakin noch keine Minute gespielt, weil er im September an Corona erkrankte und sich Anfang Oktober am Knie verletzte. Die letzten Spiele haben gezeigt, dass die Mannschaft auch ohne ihren Leithammel auskommen kann. Trotzdem betonte Yakin, wie wichtig Xhaka für das Team ist – auf und neben dem Platz.

Wenn der Coach auf das komplette Trio mit Granit Xhaka, Remo Freuler und Denis Zakaria zurückgreifen kann, erweitert dies das taktische Spektrum. Denkbar wäre eine Abkehr von 4-4-1-1 (oder 4-2-3-1) zu 4-3-1-2. Xhaka bleibt nach seiner Rückkehr der Mittelpunkt im Schweizer Team – die Frage bleibt aber: Bleibt er auch der Spieler mit der Binde am Arm?

3 Kommentare

  1. Tolle Leistungen, voller Respekt, aber mit Granit ist nochmals sehr viel mehr Erfahrung und Talent auf dem Platz.

    Es brauchte alle, darum Nationalteam!

    Murat macht dies fabelhaft…Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel