Zahlreiche Spitalmitarbeitende in der Region Basel warten auf ihre Booster-Impfungen. (Symbolbild: Keystone)
Region

Impf-Booster für Personal im USB – Restliche Spitäler warten

Während das Basler Unispital ab Dienstag seine Mitarbeitenden zum dritten Mal impfen kann, warten die anderen Spitäler der Region noch auf grünes Licht.

Die Zahl der Corona-Ansteckungen in der Schweiz steigt täglich an. Nach der nationalen Impfwoche starten nun auch in der Region Basel die Booster-Impfungen für Menschen über 65 Jahren, die ein hohes Risiko für eine schwere Erkrankung haben. Eine besonders gefährdete Gruppe bilden dabei aber auch Spitalmitarbeitende: Tagtäglich sind KrankenpflegerInnen und ÄrtzInnen dem Virus ausgesetzt, wenn sie die PatientInnen behandeln. Das Personal fordert Auffrischimpfungen. Nun reagieren die ersten Spitäler in der Region.

So beginnt das Basler Universitätsspital (USB) bereits morgen Dienstag damit, die ersten Booster-Impfungen zu spritzen. Das Angebot steht für das gesamte Personal, wie das USB gegenüber Telebasel bestätigt. «Es gab immer wieder Anfragen wegen der Booster-Impfung», so Caroline Johnson, stellvertretende Mediensprecherin am USB. «Besonders von den Mitarbeitenden aus den stark exponierten Bereichen wie dem Notfallzentrum, der Intensivstation etc. war die Nachfrage hoch.»

Bereits 450 Termine vergeben

Den Booster können alle Mitarbeitenden frühestens sechs Monate nach der Zweitimpfung beziehen. «Unser Spitalbetrieb, insbesondere unser Personalarztdienst, ist für das Impfangebot ausgerüstet. Im Verhältnis zur Erstimmunisierung, also zur Erst- und Zweitimpfung, ist die Booster-Impfung nicht zeitkritisch.»

Aufgrund von Studien und Erfahrungswerten aus dem Ausland hätten sich die Verantwortlichen bereits vor einigen Tagen dazu entschlossen, den Mitarbeitenden die Auffrischimpfung anzubieten. Im Moment sei das Interesse gross, so Johnson: «Die ersten 450 Termine sind bereits vergeben. Wir eruieren laufend, wie hoch das Bedürfnis in unserer Belegschaft ist. Unterdessen haben wir weitere Kapazitäten für die nächsten Wochen geschaffen.»

«Schnellstmöglich» in Merian Iselin-Klinik und im Bethesda Spital

In anderen Basler Spitälern der Region wartet man derweil noch auf grünes Licht. So etwa in der Merian Iselin-Klinik: «Der Ruf nach Booster-Impfungen ist auch bei uns aktuell sehr stark. Regulatorisch sind uns da allerdings Grenzen gesetzt», sagt die Medienverantwortliche Dominique Reinhart gegenüber Telebasel. «Wir versuchen über unsere Verbände Druck dahingehend aufzubauen, dass wir rasch und unkompliziert wieder mit internen Ressourcen die grosse Nachfrage bei unseren Mitarbeitenden nach Booster-Impfungen befriedigen können.»

Noch im Frühling konnte das Spital die Mitarbeitenden impfen. «Im Mai dieses Jahres konnten wir klinikintern mehr als 300 Mitarbeitende mit internen Ressourcen impfen. Dies hat – niederschwellig und zeitlich straff organisiert – hervorragend geklappt.» Nun hoffe man, dass spätestens ab Mitte Dezember Booster-Impfungen für das Personal zu Verfügung stehen, so Reinhard. «Da wir keine Intensivstation betreiben, stehen wir noch nicht in der ersten Reihe für Booster-Impfungen beim Personal, obwohl wir mit vielen älteren Menschen in medizinischen Sondersituationen konfrontiert sind.»

Reinhard fügt an: «In Anbetracht des Umstandes, dass die  Pandemie erneut an Kraft gewinnt, plädieren wir für eine möglichst rasche Umsetzung der Booster-Impfmassnahmen in unserer Klinik.» Auch im Bethesda-Spital will man baldmöglichst Auffrischungsimpfungen anbieten: «Wir unterstützen eine schnellstmögliche Booster-Impfung unseres Personals und ermöglichen dies ab sofort unter den definierten Rahmenbedingungen», so Daniel Kloetzli, Leiter Marketing & Kommunikation.

Baselbieter Spitäler warten auf den Kanton

Im Baselbiet können die Spitäler ihrem Personal derzeit noch keine Booster-Impfung anbieten. Der Entscheid dafür liege beim Kanton, wie Anita Kuoni, Leiterin Marketing & Kommunikation, im Kantonsspital Baselland (KSBL) gegenüber Telebasel sagt.

Auch in der Hirslanden Klinik Birshof wartet man auf den Entscheid des Kantons. «Wir rechnen aber fest damit, dass wir bis Ende Jahr alle Pflegenden und Ärzte, welche eine Drittimpfung möchten, auch impfen können», so Liliane Frei, Leiterin Marketing und Unternehmensentwicklung. Der Entscheid werde demnächst erwartet.

Ähnlich sieht es im Spital Dornach aus: «Wir planen die Durchführung von Booster-Impfungen für unsere Mitarbeitenden in Abstimmung mit dem Kanton Solothurn und nach den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit, sagt Gian Trionfini, Mediensprecher der Solothurer Spitäler AG. Sobald die Vorgaben vorliegen, können wir mehr sagen.»

Deshalb kann das Unispital Basel früher starten

Auch im Kanton Basel-Stadt erfolgt die Vergabe der Booster-Impfstoffe über den Kanton. Anne Tschudin, Leiterin Kommunikation beim Gesundheitsdepartement Basel-Stadt, führt aus: «Wir stehen in einem regelmässigen Austausch mit den Spitälern zur Bekämpfung der Covid-Pandemie. Dabei werden solche Themen besprochen.»

Dass das Unispital Basel bereits früher mit den Impfungen starten kann, hänge damit zusammen, dass sich das USB als erstes Spital beim Kanton für Booster-Impfungen gemeldet habe. «Es ist das Spital, welches am meisten PatientInnen mit Covid-19 behandelt, sowohl auf der so genannten Kohorten-Station als auch auf der Intensivpflegestation», erläutert Tschudin weiter. «Für die am meisten exponierten Mitarbeitenden mit Patientenkontakt haben wir deshalb eine erste nötige Menge an Impfstoff für Auffrischimpfungen zur Verfügung gestellt.»

Probleme bei den Mengen gebe es hierbei nicht: «Impfstoff für Booster-Impfungen ist in der Schweiz genügend vorhanden. Wir bestellen jeweils beim Bund die benötigte respektive geschätzte Monats-Menge für den Kanton Basel-Stadt.» Grundsätzlich gebe es zudem keine anderen Faktoren zu beachten als bei den ursprünglichen Erst- und Zweitimpfungen? «Die Auffrischimpfung für das Gesundheitspersonal ist im Moment noch so genannte ‹off-label-Anwendung›, jedoch im Sinne der EKIF als indirekter Schutz beim Gesundheitspersonal mit engem Kontakt mit gefährdeten Personen», so Tschudin. «Aus den Erfahrungen der Erstimpfungen wissen wir, welche Mengen an Impfstoff nötig sind und wie das beste Vorgehen ist.»

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel