Der Mann soll im August 2020 den in der Schweiz nicht zugelassenen Sprengkörper gezündet haben. (Bild: Keystone)
Schweiz

YB-Fan will nichts von illegalem Sprengkörper gewusst haben

Im Prozess vor Bundesstrafgericht hat der angeklagte Fussballfan am Donnerstag ausgesagt, er habe nicht wissentlich einen explosiven Gegenstand gezündet.

Der heute 35-Jährige hatte im August 2020 einen in der Schweiz nicht zugelassenen pyrotechnischen Gegenstand gezündet und dabei mehrere Personen sowie seine Umgebung gefährdet.

Der YB-Fan gab vor Gericht an, er habe in der besagten Nacht «aus Freude» eine Fackel abbrennen wollen. Er habe deshalb eine ihm unbekannte Person nach einem solchen Gegenstand gefragt und von ihr die vermeintliche Fackel erhalten. Um die sich in der Nähe befindenden Personen nicht zu gefährden, habe er sich vor dem Zünden der «Fackel» rund drei bis vier Meter entfernt.

Dann habe er den pyrotechnischen Gegenstand nach oben gehalten, gezündet und darauf gewartet, dass sich «Licht entwickelt» – immer im Glauben, es handle sich dabei um eine Fackel, wie der Mann sagte. Wenige Sekunden später sei es zur Explosion gekommen, von welcher der Angeklagte nach eigenen Angaben völlig überrascht wurde.

Trotz Alkoholkonsums «zurechnungsfähig»

Auf die Frage des vorsitzenden Richters, ob er beim Zünden des Pyros im Besitz seiner geistigen Kräfte gewesen sei, sagte der Angeklagte, er habe zwar Alkohol getrunken, würde sich jedoch nachträglich nicht als «unzurechnungsfähig» bezeichnen. Auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft ergänzte der Mann, dass er bis zu besagtem Zeitpunkt drei Liter Bier sowie ein bis zwei «Shots» eines Likörs getrunken habe.

Bei der Detonation des pyrotechnischen Gegenstands zog sich der 35-Jährige eine schwere Verletzung an der rechten Hand zu. In der unmittelbaren Nähe des Mannes befanden sich laut Anklage mindestens acht Personen.

Die Bundesanwaltschaft (BA) verurteilte den Mann im Mai 2021 per Strafbefehl zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Diesen focht der Beschuldigte an, so dass der Fall dem Bundesstrafgericht übergeben wurde.

Dem YB-Fan werden Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht oder allenfalls in verbrecherischer Absicht und Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz vorgeworfen.

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