Das Covid-Zertifikat sei nicht der Weg aus der Krise, argumentierte das Komitee am Montag. (Bild: Keystone)
Schweiz

Geimpfte werben für ein Nein zum Covid-Gesetz

Am Montag haben Geimpfte vor den Medien in Bern für ein Nein zum Covid-Gesetz geworben. Das Komitee ist der Meinung, das Zertifikat spalte die Gesellschaft.

«Ja zur Impfung – Nein zum Covid-Zertifikat» – Geimpfte haben am Montag ihre Argumente gegen das Covid-Zertifikat und für ein Nein zum Covid-19-Gesetz am 28. November vorgelegt. Das Zertifikat spalte die Gesellschaft, hiess es vor den Medien in Bern.

Das Zertifikat sei der falsche Weg aus der Krise, argumentierte das Komitee. Mit dem Schweizer Zertifikat werde die Impfung «verpolitisiert», anstatt sie medizinisch zu begründen.

Gegen Zertifikatspflicht und für Impfungen

Zum Komitee «Geimpfte gegen das Covid-Zertifikat» gehört etwa Frank Scheffold, Physik-Professor an der Universität Freiburg, und die Piratenpartei. «Wir sind eines der wenigen Komitees, die für die Impfung und gegen das Zertifikat sind», erklärte Scheffold.

«Die Zertifikats-Strategie ist eine Mogelpackung. Sie ist nicht zielführend, um die Pandemie zu bekämpfen», so Scheffold. Seit der Einführung der Zertifikatspflicht hätten sich maximal hunderttausend bis zweihunderttausend Menschen impfen lassen. Das Zertifikat erhöhe die Impfquote also nicht. Das Zertifikat habe die Menschen verärgert, anstatt sie zur Impfung zu motivieren.

«Trotz der völlig verfehlten Politik des Bundesrates möchten wir die Bevölkerung jedoch auffordern, sich impfen zu lassen, insbesondere Personen über 50 und aus Risikogruppen», sagte Scheffold weiter. Nur so könne die Impfquote erhöht und die Spaltung in der Gesellschaft überwunden werden.

QR-Codes – kein Schutz vor Covid

«Wir unterstützen die Wirtschaftshilfen im Covid-Gesetz, aber diese Massnahmen in einem Gesetz mit dem Zertifikat zu verbinden, ist eine Mogelpackung», erklärte Hernani Marques, Netz- und «Low-Covid-Aktivist».

Das Zertifikat sei eigentlich nur für Reisen vorgesehen gewesen, nun sei ein Schweizer Zertifikat eingeführt worden. Zudem schütze die Impfung nicht vor einer Ansteckung und Weiterverbreitung, sondern führe dazu, dass sich die Menschen in falscher Sicherheit wägen und bei den Vorsichtsmassnahmen nachliessen würden. «QR-Codes schützen nicht vor Covid», sagte Marques.

Bei der Verwendung der Apps, die zur Verfügung stehen, bestünden zudem Restrisiken, sagte Sven Fassbender, IT-Security Consultant. Fassbender hackte unter anderem die Website meineimpfung.ch, die unterdessen eingestellt wurde.

So werde bei der Prüfung des Zertifikats nicht immer ein zweites Gerät benutzt, um das Zertifikate auf seine Gültigkeit zu prüfen. Das eigene Zertifikat könne jedoch ganz einfach manipuliert werden.

Datentransparenz und langfristige Strategie

Anstatt einzig und allein auf das Zertifikat zu setzten, brauche es mehr Transparenz und andere Massnahmen. Es brauche mehr Datentransparenz und in den Schulen müssten die Lüftungen verbessert werden. Ausserdem sollten grosszügige Lösungen bei der Homeoffice-Regelung gefunden werden. Es brauche strukturelle Lösungen, die langfristig zum Ziel führten, hiess es weiter.

Das Komitee warnte auch vor der Schaffung eines Überwachungsstaates. So werde in andere Staaten die Überprüfung des Zertifikat bereits heute mit der automatischen Gesichtserkennung verbunden.

Das Komitee wird an Bahnhöfen werben – und geht auch unkonventionelle Wege wie Werbung für die Impfung auf Porno-Seiten. Zudem unterstützt das Komitee die Impfwoche von Bund und Kantonen, die am Montag gestartet ist.

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