Travis Scott tritt an Tag 1 des Astroworld Music Festival im NRG Park in Houston auf. (Bild: Keystone)
International

Zwei Jugendliche und sechs Erwachsene sterben bei US-Konzert

Bei einem Musikfestival in den USA sind nach einer Panik mindestens acht Menschen laut Behördenangaben getötet und mehr als 300 verletzt worden.

Bei einem Musikfestival in den USA sind bei einer Massenpanik acht Menschen getötet worden, mehr als zwei Dutzend wurden in Krankenhäuser gebracht. Unter den acht Toten sind zwei Jugendliche. Sie seien 14 und 16 Jahre alt gewesen, gab der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, am Samstagnachmittag (Ortszeit) bekannt. Es gebe viele offene Fragen, wie es zu dem Unglück kommen konnte, sagte Turner.

Das Unglück ereignete sich am Freitagabend (Ortszeit) beim Astroworld-Festival in Houston im Bundesstaat Texas. Etwa 50’000 Menschen waren zu dem Festival gekommen, das den Veranstaltern zufolge ausverkauft war.

Während des Auftritts des US-Rappers Travis Scott kam es vor der Bühne zu einem starken Gedränge, dann brach Panik aus, als Leute ohnmächtig wurden. Mehr als 300 Menschen mussten in einem Feldhospital am Festivalgelände behandelt werden.

Scott «am Boden zerstört»

Scott äusserte sich am Samstagvormittag (Ortszeit) auf Twitter zu dem Unglück. «In bin völlig am Boden zerstört, von dem was letzte Nacht passiert ist», schrieb der 29-jährige Rapper. Er werde für die Betroffenen und deren Angehörige beten. Die Polizei in Houston habe seine volle Unterstützung, den «tragischen Verlust von Leben» aufzuklären.

Bei dem Festival sollten laut Veranstalter auch Künstler wie Earth, Wind & Fire, SZA und Bad Bunny auftreten. Bezirksrichterin Lina Hidalgo hob hervor, dass viele der Betroffenen sehr jung gewesen seien, einige erst zehn Jahre alt. Sie sprach von einer «schrecklichen Tragödie». Die Behörden richteten eine Anlaufstelle ein, an die sich Angehörige auf der Suche nach Vermissten wenden können.

Konzertbesucher Stephen Gutierrez aus New York sagte dem Lokalsender KHOU 11: «Ich war Zeuge, wie jemand bewusstlos war. (…) Seine Freunde versuchten, ihn da rauszuholen, aber die Leute kümmerten sich nicht genug, um einen Weg freizumachen.» Augenzeuge Angel Colon aus Orlando (Florida) sagte dem Sender: «Vorne wurde viel gesprungen. Wenn man nicht gesprungen ist, ist man gefallen und wurde niedergetrampelt.»

Das auf zwei Tage angelegte Festival war dem Sender CNN zufolge von Scott organisiert worden. Houston ist die Heimatstadt des 29-jährigen auch als La Flame und Cactus Jack bekannten Rappers. Er wurde dort 1992 als Jacques Webster Jr geboren.

Erinnerungen an frühere Katastrophen

Die Tragödie erinnert an das Schicksal von 21 Menschen bei der Duisburger Loveparade, die 2010 im Gedränge zu Tode gedrückt wurden. Auf dem dänischen Roskilde-Festival starben bei einem Konzert der US-Rockband Pearl Jam im Sommer 2000 neun Menschen vor der Bühne. Sie wurden durch die von hinten drückende Menge zu Fall gebracht und totgetrampelt.

Nach einem Konzert in der belarussischen Hauptstadt Minsk kamen 1999 mehr als 50 Menschen bei einer Massenpanik ums Leben. Bei einem Auftritt der Toten Hosen in Düsseldorf erstickte 1997 eine 16-Jährige, als Tausende Fans in den Innenraum des Rhein-Stadions drängten. Rund 300 Menschen wurden verletzt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel