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Basel

Wie alt sind Zuckerwatte, Bratwurst und Co.?

Seit mehr als einem halben Jahrtausend gibt es die Basler Herbstmesse. Können Ihre Lieblingsleckereien mithalten? Die Food-Klassiker im Zeitvergleich.

Das letzte Wochenende der Basler Herbstmesse 2021 ist eingeläutet. Eine besondere Ausgabe geht zu Ende: Neben der ersten Durchführung nach dem Corona-Ausfall 2020 wurde in diesem Jahr auch das Jubiläum der Herbstmesse gefeiert.

550 Jahre ist die Herbstmesse schon alt. Doch wie steht es um die Leckereien, die an den Ständen jährlich Hochsaison feiern? Einige der beliebtesten Speisen gibt es hier im Geschichts-Check:

Die Zuckerwatte

Der Klassiker in rosa ist weltweit wohl die berühmteste Jahrmarktspezialität. Und: sie ist jahrhundertealt. Wie alt, darüber streiten sich Historiker aber. Erste Rezepte gehen auf das 15. oder 16. Jahrhundert zurück. Fest steht dabei: Die Zuckerwatte wurde in Europa erfunden. Gut möglich also, dass die BaslerInnen bereits vor 550 Jahren davon naschten. Den endgültigen Siegeszug feierte die Süssigkeit dann ab 1897: In Nashville meldeten William J. Morrison und John C. Wharton das erste Patent für eine Zuckerwattemaschine an.

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Die Bratwurst

Die Bratwurst ist sogar noch älter als die Zuckerwatte: Aus Ägypten, Syrien und China gibt es Wurst-Darstellungen, die über 5000 Jahre alt sind. Im alten Rom waren Bratwürste zudem nachweislich überaus beliebt: Bereits im ersten Jahrhundert vor Christus findet sich eine Bratwurst in einem Rezeptbuch. Damit dürfte das beliebte Fleischgericht spätestens dann ihren Weg bis in die hiesigen Teller gefunden haben, denn auch die Region Basel gehörte zum römischen Hoheitsgebiet. In den deutschen Ländern wurden im Mittelalter dann sogar Regeln zur Institutionalisierung der Herstellung geschaffen: Etwa in Weimar, wo es eine Art Reinheitsgebot gab. Die Wahrscheinlichkeit ist also gross, dass auch an der Basler Messe im Jahr 1471 Bratwürste über dem Feuer brutzelten.

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Das Magenbrot

Das Magenbrot ist ein typisch schweizerisches Gebäck, das oft mit Lebkuchen verglichen wird. Vorläufer davon gibt es bereits seit 350 vor Christus. Das Magenbrot selbst wurde aber erst im 19. Jahrhundert erstmals in einem Schweizer Kochbuch erwähnt. Das «Kräuterbrot» war damals aber noch nicht in seiner vollendeten Form. Erst im Jahr 1946 tauchte erstmals ein Rezept auf, in dem das Magenbrot in seiner heutigen Form mit Glasur verzeichnet ist. Das Magenbrot ist übrigens nach den magenfreundlichen Gewürzen benannt, die darin verarbeitet sind: Dazu gehören unter anderem Gewürznelken, Zimt, Sternanis und Muskatblüte.

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Der Chääsbängel

Seit 16 Jahren gibt es den  «Chääsbängel» in Basel. Die Spezialität, für die das Restaurant Zihlmann berühmt ist, ist aber bereits längst Legende. Klar: Das dafür verwendete Käsefondue ist ebenfalls legendär und natürlich eine Schweizer Erfindung – oder? Nein! Sagen die ForscherInnen heute: Bereits im alten Griechenland habe man ein ähnliches Gericht aus Ziegenkäse gegessen, das belegt heute Homers Odyssee. 1699 gab es dann die erst Erwähnung in einem Schweizer Kochbuch. Die Variante, wie wir Schweizer sie essen, soll aber nicht von den Griechen, sondern vor allem massgeblich von den Sennen erfunden worden sein.

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Der Mässmogge

Der «Mässmogge» darf an keiner Herbstmesse fehlen. Die Basler Traditionssüssigkeit hat eine lange Tradition und findet reissenden Absatz: «Für die Herbstmesse produzieren wir jährlich etwa 150’000 Mässmöggen», erzählt Geschäftsführer Michael Muller Telebasel. Erfunden wurde der «Mässmogge» aber nicht in Basel. Die Vorläufer, Zuckerstangen, gab es schon seit spätestens dem 17. Jahrhundert in Europa. Nach Basel kam die Süssigkeit dann dank französischen Zuckerbäckern, die diese Ende des 19. Jahrhunderts erstmals an der Herbstmesse anboten. Weil sie so gut verkauft wurden, entschlossen sich die BaslerInnen ebenfalls mit der Produktion zu starten.

(Gif: Telebasel)

Vielmals wird also bereits seit der Antike an Ihren liebsten Messe-Leckereien geschraubt: In jedem Fall aber sorgen Jahrhunderte alte Traditionen für den perfekten Gaumenschmaus: Höchste Zeit, es sich am letzten Herbstmessewochenende nochmals gut gehen zu lassen!

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