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International

Ursula von der Leyen steigt für 50 Kilometer in Privatjet

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert mehr Engagement für den Klimaschutz. Selbst stieg sie im Sommer aber für 19 Minuten in den Privatjet.

Klimaschutz auf der politischen Bühne zu predigen ist das eine, selbst ökologisch zu leben das andere. Das jüngste prominente Beispiel dafür ist die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die starke Frau in Brüssel nimmt die Staatengemeinschaft in die Pflicht, mehr für den Klimaschutz zu tun, damit die gesteckten CO2-Ziele erreicht werden können. Bis 2050 sollen die Abgase reduziert werden, die EU will klimaneutral werden.

Abseits der grossen Bühne lebt Ursula von der Leyen aber nicht so vorbildlich: Wie die britische Zeitung «Telegraph» berichtet, flog sie im Juni von Wien nach Bratislava – eine Strecke von 47 Kilometern. Flugzeit: 19 Minuten. Mit dem Zug hätte die Reise eine gute Stunde gedauert. Die Zeitung nahm 34 Dienstreisen der EU-Kommissionspräsidentin unter die Lupe, von denen absolvierte sie 18 mit dem Privatjet.

Kritiker: «Ökologische Sünde»

Von der Leyen rechtfertigt sich via einen Sprecher für den Kurzflug: «Mit Abflug und Ankunft in Belgien waren es bei dieser Reise der Präsidentin sieben Länder in zwei Tagen. Alternativen wurden geprüft, doch es gab logistisch keine andere Möglichkeit», sagt dieser gegenüber der «Bild». Von der Leyen sei noch am selben Abend mit dem Privatflugzeug in die lettische Hauptstadt Riga geflogen. Hinzu komme, «dass es wegen Corona Bedenken gab, Linienflüge oder Züge zu nutzen», so der Sprecher.

Trotzdem prasselt auf die EU-Kommissionspräsidentin Kritik herunter. Der Generalsekretär des europäischen Steuerzahlerbundes, Michael Jäger, bezeichnete den Kurzflug von Wien nach Bratislava als «ökologische Sünde». «Er kostete viel Steuergeld, viel Zeit für die Wege von und zu den Flughäfen und vor allem: viel Glaubwürdigkeit», so Jäger zur «Bild». Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke schickte scharfe Worte in Richtung von der Leyen: «Wenn man Wandel will, dann muss man ihn auch vorleben. Ansonsten wird man unglaubwürdig.»

Auch Johnson wegen Privatjet unter Beschuss

Ein ähnliches Umweltverhalten legte der britische Premierminister Boris Johnson kürzlich an den Tag: Weil er den UN-Weltklimagipfel per Privatjet verlassen hat, ist er am Donnerstag in die Kritik geraten. Am Dienstag hatte der konservative Politiker noch den versammelten Staats- und Regierungschefs beim COP26 in Glasgow gehörig ins Gewissen geredet, beim Kampf gegen den Klimawandel den Worten Taten folgen zu lassen.

Einem Bericht des «Daily Mirror» zufolge setzte sich Johnson daraufhin in einen Privatjet und flog zu einem Dinner in einem exklusiven Club in London, dessen Mitgliedschaft nur Männern vorbehalten ist. Er soll dort den früheren Chefredakteur des «Daily Telegraph» und bekennenden Klimaskeptiker Charles Moore getroffen haben. «Das ist atemberaubende Heuchelei vom Premierminister», sagte Anneliese Dodds von der oppositionellen Labour-Partei dem «Mirror».

Ein Regierungssprecher hatte die Reisepläne Johnsons mit dem Flugzeug noch am Montag damit gerechtfertigt, der Premier müsse in der Lage sein, mit erheblichem Zeitdruck zurechtzukommen. In einer Mitteilung am Donnerstag hiess es, Johnson habe eines der CO2-effizientesten Flugzeuge seiner Grösse in der Welt genutzt – mit dem nachhaltigsten Kraftstoff. Grossbritannien werde alle CO2-Emmissionen, die mit dem Klimagipfel in Verbindung stünden, neutralisieren, so die Mitteilung weiter.

2 Kommentare

  1. Ist doch immer das selbe, Wasser predigen und Wein trinken. So wird das niemals funktionieren. Man kann von anderen nicht etwas verlangen, dass man seber nicht vorlebt. Einfach nur Heuchlerei!!!Report

  2. «VORBILDHALTUNG» das ist genau das Zauberwort und fängt bereits bei der Erziehung der Kinder an. Wie will man ein Vorbild für Kinder und Erwachsene sein. Wie sollen die Kinder lernen ohne Vorbilder. Und nicht nur dort, wo man einen Vorteil daraus zieht. Leider wollen heute viele Kritik an Anderen üben, jedoch selber Verantwortung übernehmen und vorleben, liegt bei Vielen nicht drin. Schade eigentlich, denn es wäre gar nicht soo schwer…..🤗Report

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