Die Menschheit muss ihren Treibhausgas-Ausstoss drastisch verringern, sagt der Report. (Bild: Unsplash)
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Klimaforscher schlagen Alarm wegen Treibhausgas-Ausstoss

Beim globalen Ausstoss von Treibhausgasen ist kein Abwärtstrend erkennbar. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Verbunds «Global Carbon Project».

Elf Jahre könnte die Welt noch leben wie bisher, dann wäre das gesamte Budget an Kohlendioxidemissionen aufgebraucht, wenn die Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden soll. Ist die Welt aufgewacht? Der neueste Trend beim Treibhausgasausstoss ist alarmierend.

Der globale Ausstoss von Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas dürfte nach dem Rückgang 2020 durch die Corona-Pandemie im Jahr 2021 wieder annähernd das Vor-Krisen-Niveau erreichen.

Wenn derzeitige Trends sich fortsetzen und auch Strassen- und Flugverkehr zum alten Niveau zurückkehren, könnte es ungeachtet aller Klimaschutzversprechen im Jahr 2022 sogar einen neuen Höchstwert geben, wie aus der neuen Analyse des Forschungsverbundes «Global Carbon Project» unter Leitung der Universitäten von Exeter in Grossbritannien und Stanford in den USA hervorgeht.

Weit von Ziel entfernt

Tatsächlich müsste der gesamte CO2-Ausstoss aber jedes Jahr um 1,4 Milliarden Tonnen sinken, um das Ziel von netto null Kohlendioxidemissionen bis 2050 zu erreichen. Im Corona-Jahr waren es minus 1,9 Milliarden Tonnen. Von der Erreichung des Ziels sei die Welt nun aber weit entfernt.

Um eine 50-prozentige Chance zu haben, den Anstieg der globalen Mitteltemperatur wie angestrebt auf 1,5 Grad über vorindustriellem Niveau zu begrenzen, dürften insgesamt künftig nur noch 420 Milliarden Tonnen CO2 ausgestossen werden. Dieses Budget wäre bei einem Ausstoss wie 2021 in etwa elf Jahren aufgebraucht.

36,4 Milliarden Tonnen CO2

Die fossilen CO2-Emissionen dürften in diesem Jahr nach den Berechnungen bei 36,4 Milliarden Tonnen liegen. Das sind etwa 4,9 Prozent mehr als 2020 und es ist fast so viel wie im Vor-Pandemie-Jahr 2019 (36,7 Milliarden Tonnen nach aktuellsten Zahlen). 2020 sei der Umfang durch den vorübergehenden Rückgang von Industrie, Flug- und anderem Verkehr um rund 5,4 Prozent gesunken. Dazu gibt es verschiedene Schätzungen. Die Weltwetterorganisation WMO spricht von 5,6 Prozent Rückgang.

CO2-Emissionen kommen ausser aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas etwa auch aus der Waldvernichtung. Gleichzeitig nehmen Wälder aber viel CO2 auf. Netto betragen diese CO2-Emissionen nur rund ein Zehntel der fossilen Emissionen.

Kohle trieb Emissionen hoch

Getrieben wurde der Anstieg fossiler Emissionen in diesem Jahr nach dem Bericht vor allem durch die wachsende Nutzung von Kohle in China. Auch in anderen Ländern, darunter Indien, werde der wachsende Energiebedarf weiter durch fossile Energie gedeckt. Dagegen setze sich der mehrjährige Trend mit sinkendem CO2-Ausstoss in den USA und der EU fort. Der Ausbau erneuerbarer Energien sei 2020 ungebrochen gewesen.

Die Entwicklung bei den vier grössten Treibhausgasverursachern im Vergleich zu 2019: Berechnet nach den vorläufigen Daten bis Ende Oktober, steigen die fossilen Emissionen in China und Indien in diesem Jahr, in den USA und der EU sinken sie. In China, dem grössten Treibhausgasverursacher, dürften es plus 5,5 Prozent gegenüber 2019 sein. In Indien, dem viertgrössten Verursacher, plus 4,4 Prozent. In den USA wird minus 3,7 Prozent gegenüber 2019 erwartet, in der EU minus 4,2 Prozent.

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