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Der Telebasel News Beitrag vom 29. Oktober 2021.
Basel

Zahlen mit Karte setzt sich an der «Mäss» nicht durch

Trotz des Booms elektronischer Zahlungsmittel bestehen viele Standbetreiber auf Barzahlung. Langes Anstehen vor dem Bankomaten ist somit vorprogrammiert,

So standen die BesucherInnen der Herbstmesse etwa Donnerstagnacht minutenlang Schlange vor einem Bankomaten in der Nähe vom  Petersplatz. Dort wurde im Verlauf des Tages bereits so viel Geld abgehoben, dass am Abend nur noch 200er-Noten verfügbar waren.

Die von Telebasel am Freitag angefragten Banken wollten sich aus Sicherheitsgründen nicht zu den Füllmengen der Automaten äussern. Die meisten gaben allerdings an, das Angebot jeweils an die erwartete Nachfrage anzupassen. Die Basler Kantonalbank und die Bank Cler teilten mit, dass ihre Automaten während der Herbstmesse häufiger befüllt werden müssen.

Zahlen mit Karte hat sich noch nicht durchgesetzt

Trotzdem stellt sich die Frage: Warum bestehen immer noch viele Standbetreiberinnen und Betreiber auf das Bezahlen mit Cash? Und dies, nachdem gerade während Corona das Nutzen von elektronischen Zahlungsmitteln dermassen propagiert wurde?

Gian Jonasch ist Co-Präsident der Nordwestschweizer Sektion des Schweizerischen Marktverbandes. Die Frage sei für ihn schwierig zu beantworten. Der Verband habe seinen Mitgliedern ganz klar die Devise durchgegeben, dass auch Kartenzahlungen akzeptiert werden sollten. Es handle sich dabei schon fast um eine Pflicht für die Mitglieder.

Telebasel unternahm darum einen kleinen Rundgang über den Messeplatz. Bei einigen Ständen mit Barzahlungspflicht waren die Betreiber allerdings nicht vor Ort. Anders war dies beim «Jungel Ball». Chef Marcel Flammer sagt, er habe den Trend verschlafen. Zudem habe er seinen Auftritt an der Messe relativ kurzfristig organisiert, da lange nicht klar war, ob der Anlass wirklich stattfinden kann. «Ich habe wirklich nicht so weit studiert, dass es hier auch eine hohe Nachfrage gibt», so Flammer.

Nicht immer fehlt der Wille

Auch ein paar Meter weiter beim «Hüttäzauber» kommt man mit seiner Bank- oder Kreditkarte nicht weit. Und dies, obwohl man hier eigentlich über das nötige Abrechnungsgerät verfügt. Wie Standbetreiberin Anita Scherrer sagt, benötige dieses aber eine Verbindung zum Internet. Am Standort bei der City Lounge, dem grossen runden Loch im Messegebäude, sei der Handyempfang aber schlecht: «Darum funktioniert das eigentlich fast nie.» Wenn eine Kundin oder ein Kunde überhaupt kein Bargeld dabei hat, dann probiere sie das Gerät jeweils in Betrieb zu nehmen. «Aber meistens funktioniert es nicht. Dann müssen sie halt schnell an den Bankomaten gehen.»

Dem Reporter vor Ort sagten die meisten Passanten heute Mittag, dass sie kein Problem mit der Barzahlung hätten. Trotzdem hat Gian Jonasch vom Schweizerischer Marktverband Nordwestschweiz eine klare Meinung: «Ich finde es doof, ehrlich gesagt.» Er meint, in der heutigen Zeit sei es wichtig, Kartenzahlungen zu ermöglichen. In seinem Betrieb habe er in den letzten Monaten selbst gelernt, wie der Anteil an Kartenzahlungen immer stärker gestiegen sei. Er finde es wichtig, den Kunden diese Möglichkeit zu bieten. «Wie es dann der Kunde macht, ist jedem selbst überlassen.»

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