Die italienische Polizei entfernt Klimaaktivisten, die versuchen, den Verkehr vor dem italienischen Ministerium für den ökologischen Wandel in Roms Innenstadt zu blockieren. (Bild: Keystone)
International

Polizei räumt Blockade von Klima-Aktivisten in Rom

Vor Beginn des G20-Gipfels in Rom hat die Polizei eine Blockade einiger Klima-Aktivisten geräumt. Am Nachmittag werden weitere Demonstrationen erwartet.

Die Demonstranten hatten sich am Samstagmorgen auf die Fahrbahn einer mehrspurigen Strasse nahe des Umweltministeriums gesetzt, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigte. Die Strasse führt zum Veranstaltungsort des Gipfeltreffens der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im südlichen Stadtteil Eur.

Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie Polizisten, ausgerüstet mit Helmen und Schildern, Demonstranten wegtrugen. Laut der Nachrichtenagentur Ansa riefen die Aktivisten: «Se non cambierà bloccheremo la città» (Deutsch: «Wenn sich nichts ändert, blockieren wir die Stadt»).

Für den Nachmittag wurden in Rom zwei Demonstrationen erwartet. Die Kommunistische Partei wollte sich an der Piazza di San Giovanni in Laterno östlich des Kolosseums versammeln. Wenig später war unter anderem eine Demonstration von Klimaaktivisten geplant, die in Richtung historisches Zentrum ziehen wollte. Es wurden mehrere Tausend Teilnehmer erwartet.

Aktivisten fordern mehr Unterstützung für ärmere Länder

 

Wegen der Wirtschaftskrise durch die Corona-Pandemie und steigender Inflation haben Entwicklungsorganisationen mehr Unterstützung für ärmere Länder gefordert. Zum Auftakt des Gipfels der grossen Industrienationen (G20) am Samstag in Rom rief die Organisation World Vision zu vereinfachten Krediten für Entwicklungsländer und einer Verlängerung des im April beschlossenen Schuldenmoratoriums auf. Themen der ersten Sitzung der Staats- und Regierungschefs waren die Weltwirtschaft und die Folgen der Pandemie.

«Wenn die G20 sich nicht schnell und eindeutig zur Bekämpfung der Schulden- und Hungerkrise entscheiden, werden die Auswirkungen der Pandemiebekämpfung in ärmeren Ländern noch viel schlimmer werden», sagte Dirk Bathe von World Vision. Menschen könnten sich keine Lebensmittel mehr leisten, Volkswirtschaften würden destabilisiert. «Das birgt enormes Konfliktpotenzial mit dauerhaften Folgen.» Bereits heute litten mehr als 800 Millionen Menschen unter Nahrungsmangel.

Weltweit seien die Nahrungsmittelpreise um rund 40 Prozent gestiegen – der höchste Anstieg seit über einem Jahrzehnt. «Die G20 muss dazu beitragen, die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise gerechter zu gestalten und insbesondere das weltweite Hungerproblem anzugehen», sagte Jörn Kalinski von Oxfam. Auch der Klimawandel mit Wetterextremen bedrohe die Existenzgrundlage von Millionen Menschen – meist Arme, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen hätten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel