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Der Sonntags-Talk vom 31. Oktober 2021.
Schweiz

Gratis-Kitas, Gästesektoren-Schliessung und Ü55-Bewerber

Im Sonntags-Talk diskutieren Kaspar Sutter, Saskia Schenker und Jascha Schneider über Gratis-Kitas, Schliessung der Gästesektoren und Ü55-Bewerber.

54 Millionen für Gratis-Kitas: gut investiert oder falsch?

Jetzt ist der Betrag auf dem Preisschild der SP-Initiative «Kinderbetreuung für alle» bekannt: 54 Millionen Franken würde es die Steuerzahlenden jährlich kosten, wenn die Initiative durchkäme. Der Regierungsrat beantragt Überweisung der Initiative. Laut «BZ» will er einen Gegenvorschlag erarbeiten. Offenbar sind die Meinungen in der Regierung geteilt. SP-Regierungsrat Kaspar Sutter trat bei der Einreichung der Initiative öffentlich auf. Sein LDP-Kollege Conradin Cramer kritisierte im Januar das Giesskannenprinzip. Die SP-Finanzministerin Tanja Soland sagte vor einem Jahr auf «Primenews», die Initiative liege momentan finanziell nicht drin.

Unsere Frage: Muss sie drin liegen für die Chancengleichheit und die Wirtschaft in unserem Kanton? Welche allfälligen Fehler müsste ein Gegenvorschlag «korrigieren»?

Nach Pyro-Skandal: Football League prüft Schliessung der Gästesektoren

Die Swiss Football League schreibt in einer Medienmitteilung: «Im Nachgang zu den Ereignissen der letzten Wochen befasste sich das Komitee der Swiss Football League (SFL) mit möglichen Massnahmen zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Umfeld von Fussballspielen. Um die friedlichen Fans zu schützen, steht die Schliessung der Gastsektoren im Raum. (…) Im Zentrum steht der Schutz der überwiegenden Mehrheit der friedlichen Fans und der Kinder in den Stadien, denen durch diese negativen Ereignisse, die mit einer positiven Fankultur absolut nichts zu tun haben, die Freude am Besuch eines Fussballspiels genommen wird. Die Klubs und die SFL können und wollen einen solchen Zustand, der dem gesamten Fussball in der Schweiz immensen Schaden zufügt, nicht mehr tolerieren und prüfen deshalb die reglementarische Umsetzbarkeit für die Schliessung der Gastsektoren.»

Parallel zu dieser Überprüfung wird die SFL an Klubsitzungen im November das Gespräch mit den Verantwortlichen in den Klubs aufnehmen, um die Problematik und mögliche Lösungen zu besprechen.

Ü55-Bewerber: Massiv diskriminiert

Die gute Botschaft: Mehr Menschen ab 55 Jahren als noch vor zehn Jahren sind in den Arbeitsmarkt integriert. Jetzt die Schlechte: Bewerber ab 55 Jahren werden krass diskriminiert. Nur 70 Prozent der Unternehmen «können sich vorstellen», Personen ab 55 einzustellen. Die aktuelle Studie von Swiss Life stellt auch fest, dass die Unternehmen «selten» eine aktive Personalpolitik für Menschen ab 55 betreiben. Ein Gewerkschafter sagt der «BZ»: «Das ist ein klares Zeichen einer Diskriminierung älterer Arbeitnehmender bei der Einstellung. Dieses Signal ist verheerend.» Entsprechend «weit verbreitet» ist bei den Menschen ab 55 Jahren hierzulande die «Furcht» vor einer Erhöhung des Rentenalters. Wer ab 55 Jahren noch eine neue Stelle bekommt, kriegt in der Regel auch einen schlechteren Lohn. Aber das sind die Glücklichen. «Nur noch jeder siebte über 55-jährige Arbeitslose findet wieder eine Stelle», sagte vor drei Jahren ein Experte der Skos. Wie der Markt das Problem der Altersdiskriminierung regelt, ist nun also seit vielen Jahren bekannt. Muss die Politik einschreiten?

Die Gäste im Sonntags-Talk:

  • Saskia Schenker, Direktorin Arbeitgeberverband Basel
  • Kaspar Sutter, Regierungsrat BS SP
  • Jascha Schneider, Basler Anwalt

Mehr dazu am Sonntag, 31. Oktober 2021, ab 19:15 Uhr stündlich im Telebasel Sonntags-Talk.

1 Kommentar

  1. Ja klar muss die Politik bez Ü55 einschreiten bzw. endlich IHRE Aufgaben machen. Das Problem ist mittlerweile seit Jahrzehnten bekannt und keiner will was tun. Allerdings möchte der Staat, dass man am liebsten bis 75 arbeiten geht. Nur müsste man dafür eben auch die dafür notwendigen Ressourcen bereitstellen. Auch die dafür notwendigen Änderungen im Sozialversicherungsgesetz müssten endlich in Angriff genommen werden. Aber scheinbar ist dies bei den Politikern immer noch nicht angekommen. Sehr traurig….😔Report

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