Der damals 23-jährige Schweizer war mit einem McLaren-Sportwagen auf der Gempenstrasse gerast. (Bild: Kantonspolizei Solothurn)
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McLaren-Raser zu über drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt

Ein Sportwagenlenker (25) ist nach einer schweren Kollision mit einem Velofahrer auf der Gempenstrasse zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Das Amtsgericht Dorneck-Thierstein sprach den Lenker des McLaren nach einer schweren Kollision mit einem Velofahrer auf der Gempenstrasse im Kanton Solothurn der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig. Es eröffnete das Urteil gegen den Schweizer am Donnerstagnachmittag. Er wurde auch der mehrfachen qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig befunden. Die unbedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe ist noch nicht rechtskräftig.

Der Lenker des Sportwagens war am 19. Juni 2019 um 17.10 Uhr auf der kurvenreichen Gempenstrasse auf der Gegenspur frontal mit einem damals 38-jährigen Velofahrer kollidiert. Der Gempen gilt als Hausberg der Velofahrenden in der Umgebung von Basel.

«Äusserst hohes Risiko»

Die Gerichtspräsidentin sagte in der Begründung des Urteils, der Lenker habe einen Unfall bewusst in Kauf genommen. Er sei ein «äusserst hohes Risiko» eingegangen. Die Frontalkollision hätte nur bei Verzicht auf das Überholen zweier Autos auf dem kurzen Strassenabschnitt verhindert werden können. Es sei «Glück oder Zufall» gewesen, ob es keinen Unfall oder einen Unfall geben werde.

Der Velofahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen und musste mit einem Rettungshelikopter der Rega in ein Spital geflogen werden. Er leidet noch immer an den Folgen des Unfalls. Gemäss Amtsgericht wird der Mann bis zum Ende seines Lebens mit den schweren Folgen des Unfalls leben müssen.

Der Autolenker habe seinen Fahrfähigkeiten überschätzt, sagte die Gerichtspräsidentin weiter: «Man kann auf dem Strassenabschnitt keine Autos überholen, schon gar nicht zwei.»

An der Verhandlung am Mittwoch hatte der Staatsanwalt für den Lenker des PS-starken Sportwagens eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten gefordert. Der Verteidiger plädierte auf eine bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr – wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Mehrere Autos überholt

Der Sportwagenlenker, der unverletzt geblieben und mit dem Fahrzeug auf Probefahrt gewesen war, hatte mehrere Fahrzeuge auf der unübersichtlichen Bergstrecke überholt. Zeugen bestätigten die Raserei.

Eine Woche nach dem schweren Unfall auf der Bergstrecke zwischen Dornach und Gempen hatten rund 300 Velofahrende mit einer Protestfahrt mehr Sicherheit gefordert. Die Teilnehmenden appellierten in einer Petition an die Behörden, Überlandstrassen für Velos sicherer zu machen. Sie forderten ein Tempolimit von 60 km/h auf Strassen ohne abgetrennten Velo- und Fussweg.

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