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Die Medienkonferenz mit Fachexperten des Bundes vom 19. Oktober 2021. (Video: YouTube/Der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

BAG-Mathys: «Anzahl Corona-Tests ist deutlich zurückgegangen»

Es brauche deutlich mehr Geimpfte, um die Massnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie aufzuheben, erklärt das BAG. Die Situation verschlechtere sich.

Die Situation verschlechtere sich. «Wir sehen einen Trend hin zur Verschlechterung der Situation«, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien in Bern.

Diese Trendwende in einigen Kantonen, kombiniert mit dem Schulbeginn und dem kalten Wetter, würde deutlich mehr Impfungen erfordern. «Es braucht mehr Impfungen, um Massnahmen lockern zu können.»

Das Testvolumen habe in der letzten Woche deutlich abgenommen. Letzte Woche waren es rund 35’000 Tests. Nun seien es noch 24’000 Tests pro Tag. Seit dem 11. Oktober kosten die Tests für die Ausstellung eines Covid-Zertifikats grundsätzlich.

Die Impfgeschwindigkeit liege bei 23’000 bis 24’000 Impfungen pro Tag. Es gebe keine neuen Erkenntnisse zum Schutz der Impfung. Nach wie vor schütze eine Impfung in 90 Prozent der Fälle vor einer Hospitalisierung.

Zertifikats-Entscheid der Bergbahnen ist «vermessen»

Laut Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG), kommt die Ankündigung der Bergbahnen, auf eine Zertifikatspflicht in Skigebieten zu verzichten, zu früh. Der Bundesrat werde darüber entscheiden.

«Jetzt, zu sagen, dass das so sein wird, finde ich ein bisschen vermessen», sagte Mathys am Dienstag vor den Medien in Bern. Nicht die Bergbahnen könnten über Corona-Basismassnahmen entscheiden, sondern die Landesregierung.

Der Bund sei aber in Kontakt mit den Bergbahnen und anderen Branchen. «Wir werden sehen, wie die Situation zu gegebener Zeit ist.»

Brauchte es bald wieder mehr Massnahmen?

Für den Präsidenten der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS) besteht die Gefahr, dass die Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus wieder verschärft werden müssen. Dies sagte Rudolf Hauri am Dienstag vor den Medien in Bern.

Schon bald werde sich zeigen, ob die derzeit geltenden Bestimmungen mit der erweiterten Zertifikatspflicht ausreichen, erklärte der Zuger Kantonsarzt. Falls dies nicht der Fall sei, drohe etwa bei der Quarantänepflicht eine erneute Verschärfung.

Entscheidend ist aus Sicht Hauris nun, dass sich alle, die zu einer Impfung bereit sind, auch tatsächlich impfen lassen. Dafür brauche es einen Ausbau der niederschwelligen Impfangebote, wie sie die geplante nationale Impfoffensive vorsieht.

Long Covid gibt auch Experten noch immer Rätsel auf

Nach neusten Erkenntnissen zu den Langzeitfolgen des Coronavirus, auch Long Covid oder Post-Covid-19-Erkrankung genannt, ist rund jede fünfte erwachsene Person mit einer symptomatischen Covid-Infektion betroffen. Bei den Kindern kommt die Erkrankung bei 3 Prozent derjenigen vor, die eine Infektion durchgemacht haben.

Milo Puhan, Direktor des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention an der Universität Zürich, stellte am Dienstag vor den Medien in Bern die neuesten Studien zum Thema vor. Die Krankheit zeichne sich noch immer durch eine Vielzahl von Symptomen sowie eine Vielzahl von Verläufen aus.

«Wir lernen immer mehr über den klinischen Verlauf der Post-Covid-19-Erkrankung», sagte Puhan. Man wisse aber noch zu wenig, um wirksame Therapien gegen die Corona-Langzeitfolgen zu entwickeln.

Risiko an Long Covid zu erkranken halbiert sich mit einer Impfung

Geimpfte Personen haben oft einen asymptomatischen milden Verlauf der Krankheit, und das Risiko von Long Covid kann um 50 Prozent gesenkt werden. Das erklärte Mayssam Nehme, Klinikleiterin im Departement der Abteilung Allgemeine Medizin am Universitätsspital Genf HUG.

Einige Long-Covid-Patienten könnten nicht mehr richtig aufrecht stehen, erklärte Nehme vor den Medien in Bern. Sie würden unter starken Schmerzen leiden.

Dies könne auch gesunde Menschen zwischen 30 und 40 Jahren treffen. Nach einer Impfung könnten sich die Symptome abschwächen.

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