Über mögliche Pläne, mit dem U-Abo auch Leihvelos, Mietautos und E-Trottinetts zu nutzen, wird aktuell noch diskutiert. (Bild: Keystone)
Basel

Mietautos und Leihvelos mit dem U-Abo lösen

Der Tarifverbund Nordwestschweiz will das Angebot des ÖV attraktiver machen. So soll man zukünftig mit dem U-Abo auch Leihvelos und Trottinetts buchen können.

Die Kommission für Umwelt, Verkehr und Energie des Basler Grossen Rates (UVEK) setzte sich unter anderem mit der Frage auseinander, wie der öffentliche Verkehr (ÖV) wieder attraktiver werden kann. «Ein den Bedürfnissen der Kundschaft gerechter werdendes U-Abo», lautet der Vorschlag der UVEK. Dies berichtet die «bz Basel» am Montag.

Leihvelos, E-Trottinetts und Mietautos sollen nicht als Bedrohung, sondern als Chance für den ÖV gesehen werden. «Voraussetzung sind attraktive Kombi-Angebote», so die UVEK. Damit sollen mit dem Umweltschutzabonnement (U-Abo) in Zukunft nicht nur Bus, Tram und Zug genutzt werden können, sondern auch Autos, Velos und Trottinetts.

Beim Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) mache man sich diesbezüglich bereits Gedanken, wie dieser gegenüber der bz erklärt. «Wir sind uns dem Thema bewusst und überlegen aktuell, wie wir die verschiedenen Mobilitätsformen kombinieren könnten», meint Geschäftsführer Adrian Brodbeck gegenüber der Zeitung. Man stehe auch bereits in Kontakt mit verschiedenen Anbietern, habe aber noch keine perfekte Lösung gefunden.

Die Einfachheit des U-Abos soll gewährleistet bleiben

Der Erfolg des U-Abos zeichnet sich besonders durch seine Einfachheit der Nutzerfreundlichkeit aus. Dies sei gleichzeitig auch das Problem. Viele Vorstösse, verschiedene Abonnemente oder unterschiedliche Zonen zu schaffen, mussten immer wieder verworfen werden.  «Die Pauschalität des U-Abos gibt’s bisher bei den Sharing-Angeboten nicht», so Brodbeck. Egal ob Trottinett, Mietvelo oder Auto, abgerechnet wird pro Minute. Ein möglicher Ansatz wäre daher, gewisse Freiminuten bei den Sharing-Anbietern zu schaffen, die man mit dem U-Abo erhalten würde.

Ein erster Versuch laufe bereits seit rund einem Jahr. Die BVB haben zusammen mit den SBB und den Zürcher und Berner Verkehrsbetrieben die App «Yumuv» lanciert. Darin werden verschiedene zusätzliche Abos zum traditionellen ÖV geboten. So kann man beispielsweise für 9.90 Franken einen Tagespass lösen, mit dem man ein Trottinett eine Dreiviertelstunde nutzen kann. Auch Anbieter wie Mobility-Go (früher Catch-a-Car), Pick-e-Bike oder Lastenvelos haben verschiedene Abos, die sich bei monatlichen Kosten zwischen 20 und 30 Franken bewegen, im Angebot. Wie genau die App «Yumuv» genutzt wird, wollen die BVB noch nicht verraten. Aktuell werde das Pilotprojekt noch ausgewertet.

Kosten des U-Abos könnten sich erhöhen

Um das U-Abo auf die Sharing-Angebote ausbauen zu können, müsse man mit erhöhten Abokosten rechnen. Denn im Gegensatz zur Ausdehnung des U-Abo Gebiets ins Dreiländereck, das unbürokratisch mit der gegenseitigen Anerkennung der Abonnemente gelöst werden konnte, handle es sich bei den Sharing-Anbieter teils um internationale Unternehmen, so Brodbeck. «Wenn man zusätzlich zum bisherigen Angebot noch zusätzlich ein Mietvelo nutzen will, geht das wohl nicht zum bisherigen Preis.»

Ein Kostenanstieg könne auch dazu führen, dass einige Kunden kein U-Abo mehr abschliessen würden, befürchtet der TNW-Geschäftsführer.

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