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Schweiz

Eine Milliarde Corona-Impfungen in Europa verabreicht

Das Coronavirus stellt die Schweiz und die Welt auf den Kopf. Hier im Ticker bleiben Sie über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.
Bolsonaro weist schwere Vorwürfe wegen Corona-Politik zurück

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat nach den schweren Vorwürfen eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses jegliches Fehlverhalten in der Corona-Poliltik seiner Regierung bestritten. Zugleich griff er den Ausschuss an. «Wie gut wäre es, wenn der Ausschuss etwas Produktives für unser Brasilien getan hätte», sagte Bolsonaro Medienberichten zufolge bei einer Veranstaltung in Russas im Bundesstaat Ceará am Mittwoch. «Sie haben nichts bewirkt, ausser Hass und Feindseligkeit. Aber wir wissen, dass wir für absolut nichts verantwortlich sind, wir haben vom ersten Moment an das Richtige getan.»

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro streitet jegliches Fehlverhalten seiner Corona-Politik ab. (Bild: Keystone)

In dem am Mittwoch vorgestellten Abschlussbericht werden Bolsonaro neun teilweise schwere Verbrechen während der Corona-Pandemie zur Last gelegt. Ausserdem wird eine Anklage empfohlen. Die Vorwürfe gegen Bolsonaro reichen von Scharlatanerie über Anstiftung zu Straftaten bis hin zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Untersuchungsausschuss habe «die Fingerabdrücke» des Präsidenten bei Tausenden von Covid-19-Toten nachgewiesen, sagte Senator Renan Calheiros, der Verfasser des Berichts.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das grösste Land in Lateinamerika die Marke von 600’000 Corona-Toten.

Insgesamt sollen laut der Empfehlung weitere 65 Personen, unter ihnen drei Söhne des Präsidenten, und Geschäftsleute sowie zwei Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden.

Unklar bleibt für Kommentatoren vorerst, welche Folgen der Bericht haben wird und ob die Empfehlungen auch zu Anklagen führen werden – oder ob der Untersuchungsausschuss nach fast sechs Monaten Arbeit in Samba oder Pizza endet, wie es in Brasilien heisst, wenn etwas im Sande verläuft.

USA haben 200 Millionen Impf-Spenden geliefert

Die USA haben bisher im Kampf gegen Covid-19 nach eigenen Angaben 200 Millionen ihrer Impfdosen-Spenden in 100 Länder weltweit geliefert. «Heute haben die Amerikaner 200 Millionen Gründe, stolz zu sein», erklärte ein hoher Beamter des Weissen Hauses. Die Arbeit sei aber noch lange nicht beendet. Um das Auftreten neuer Varianten zu verhindern, müsse die Welt weiter impfen. Die USA stellten neben Impfstoffen auch Corona-Tests, Sauerstoff und medizinische Ausrüstung bereit, hiess es weiter.

Erst im September hatte US-Präsident Joe Biden bei einem virtuellen Corona-Gipfel in Washington zum Beispiel angekündigt, weitere 500 Millionen Impfdosen der Hersteller Pfizer/Biontech an ärmere Länder zu spenden. Die USA hatten bereits vor dem G7-Gipfel im englischen Cornwall im Juni eine Spende von 500 Millionen Impfdosen versprochen. Vergangene Woche hatte Biden der Afrikanischen Union weitere 17 Millionen Impfdosen des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson zugesagt.

Die Impfkampagne in den USA selbst kommt nur sehr langsam voran. Bislang sind dort 57,1 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen abschliessend geimpft. Biden setzt daher auf weitreichende Impfpflicht. Gleichzeitig gibt es in den USA Auffrischungsimpfungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen. Diese sogenannten Booster für die allgemeine Bevölkerung werden etwa von der Weltgesundheitsorganisation WHO kritisiert. Diese hat Regierungen, die viel Impfstoff haben, aufgerufen, von solchen Angeboten abzusehen. Sie sollten ihre Dosen stattdessen an Länder abgeben, die bislang noch nicht genügend Impfstoff haben.

Erstmals dreistellige Zahl an Neuinfektionen in Neuseeland

Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland hat am Donnerstag erstmals seit Beginn der Pandemie eine dreistellige Zahl an Neuinfektionen verzeichnet. Die Behörden meldeten 102 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, wie Vize-Ministerpräsident Grant Robertson vor Journalisten bestätigte. Der alte «Rekord» vom Dienstag lag bei 94 Fällen. «Das Auf und Ab der Zahlen kann wie eine emotionale Achterbahnfahrt sein», sagte Robertson. Der Schlüssel dazu, sich selbst und andere zu schützen, sei eine Corona-Impfung.

Bis Donnerstag waren etwa 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt hat das Land mit fünf Millionen Einwohnern bislang rund 5000 Infektionen verzeichnet. 28 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Neuseeland hatte lange eine sogenannte Null-Covid-Strategie verfolgt. Zuletzt musste Ministerpräsident Jacinda Ardern aber eingestehen, dass diese mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar ist.

262 Tage: Längster Lockdown der Welt endet im Grossraum Melbourne

Aufatmen bei Millionen Menschen im Grossraum Melbourne: Im australischen Bundesstaat Victoria endet in der Nacht zum Freitag nach 262 Tagen der bisher längste Lockdown der Welt. Die Lockerungen sollen eintreten, weil mittlerweile 70 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Ministerpräsident Scott Morrison bestätigte am Donnerstag, dass in der Region an der Ostküste mittlerweile 70,51 Prozent der Bürger im Alter von über 16 Jahren zwei Impfdosen erhalten hätten.

Die Öffnung werde aber schrittweise erfolgen, so dass zunächst nur einige Massnahmen gelockert würden, so Morrison. «In australischer Manier machen wir vorsichtige, aber bewusste Schritte, damit wir sicher öffnen können und auch offen bleiben können.»

Die Einwohner dürfen nun wieder zehn Gäste in ihren Häusern empfangen – während des Lockdowns war kein einziger Besucher gestattet. Draussen können sich Gruppen von bis zu 15 Menschen versammeln. Auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben. Restaurants, Geschäfte und Friseure dürfen unter strikten Regeln wieder öffnen. Auch Schüler sollen teilweise in die Klassenzimmer zurückkehren.

WHO: Eine Milliarde Corona-Impfungen in der Region Europa

In der Region Europa sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund eine Milliarde Corona-Impfungen verabreicht worden. «Das ist eine grossartige Leistung», teilte der Regionaldirektor der WHO Europa, Hans Kluge, am Mittwochabend mit. Laut WHO ist damit rund ein Drittel der Region geimpft. Dennoch müsse zur Eindämmung der Pandemie die Impfbereitschaft gesteigert und regionale Unterschiede überwunden werden, so Kluge. Eine flächendeckende Impfquote von 70 Prozent sei weiterhin das Ziel, um die Krise einzudämmen.

Die WHO zählt zur Region Europa insgesamt mehr als 50 Länder, darunter neben der EU zum Beispiel auch die Türkei sowie Russland und die Ukraine.

(Bild: Keystone)
US-Behörde genehmigt Mix von Impfstoffen und Corona-Booster

Nach dem Corona-Mittel von Biontech/Pfizer hat die zuständige US-Behörde auch Genehmigungen für Auffrischungsimpfungen der Hersteller Moderna sowie Johnson & Johnson erteilt. Zudem erlaubte die Arzneimittelbehörde FDA am Mittwoch, Vakzine zu mischen, sodass zwei oder mehr Injektionen künftig von verschiedenen Herstellern kommen können.

Die Auffrischungsimpfungen, sogenannte Booster, von Moderna dürfen alle Menschen über 65 Jahren sowie alle Erwachsene mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko bekommen. Die zweite Injektion muss mindestens sechs Monate her sein. Das Vakzin von Johnson & Johnson können sich Menschen ab 18 Jahren zwei Monate nach der Impfung nochmals spritzen lassen. Booster-Impfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer sind in den USA auch schon offiziell genehmigt und angelaufen.

Rund 170 Millionen Menschen in den USA sind bislang mit den Mitteln von Biontech/Pfizer oder Moderna geimpft, rund 15 Millionen mit dem von Johnson & Johnson.

Bennett kündigt nach neuer Delta-Unterart in Israel Massnahmen an

Nach dem Auftreten einer neuen Unterart der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus in Israel ist Ministerpräsident Naftali Bennett zu einer Dringlichkeitssitzung mit Gesundheitspolitikern zusammengekommen.

Israel werde Massnahmen ergreifen, um die positiven Ergebnisse des Kampfes gegen das Virus zu bewahren, hiess in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung von Bennetts Büro. In Erwägung gezogen würden unter anderem Änderungen bei den Einreisebestimmungen.

Bennett forderte eine Verstärkung der epidemiologischen Untersuchung der neuen Varianten-Unterart AY 4.2. Der Regierungschef rief ausserdem zur Zusammenarbeit mit anderen Ländern auf, in denen die AY 4.2 ebenfalls aufgetreten ist.

Das israelische Gesundheitsministerium hatte am Dienstagabend den Nachweis einer Infektion mit AY 4.2 gemeldet. «Die Variante AY 4.2, die in einer Reihe von Ländern in Europa entdeckt wurde, wurde in Israel identifiziert», hiess es in einer Erklärung des Ministeriums.

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett kündigte neue Corona-Massnahmen. (Bild: Keystone)

Bei dem Infizierten handelte es sich demnach um einen elfjährigen Jungen, der aus Europa eingereist war. Die Unterart AY 4.2 wurde bereits mehrfach in Grossbritannien nachgewiesen.

Israel prüft derzeit wegen sinkender Infektionszahlen eine Lockerung seiner Corona-Restriktionen im Tourismus. Vorherige Pläne dazu hatte die Regierung wegen steigender Fallzahlen wegen der Delta-Variante fallengelassen. So wurden Ende August und Anfang September täglich mehr als 11’000 Corona-Infektionen in Israel nachgewiesen.

Im Zuge einer Kampagne für eine dritte Corona-Impfung gingen die Fallzahlen jedoch wieder zurück. Am Mittwoch meldeten die israelischen Behörden 1487 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.

Hohe Corona-Zahlen: Lettland geht erneut in Lockdown

Lettland zieht die Notbremse – und geht erneut in den Lockdown: Angesichts rapide steigender Corona-Infektionszahlen fährt die Regierung in Riga das öffentliche Leben in dem baltischen EU-Land für vier Wochen stark zurück. Das Kabinett verhängte am Mittwoch umfassende Beschränkungen und ein nächtliche Ausgangssperre zum 15. November. Damit sollen die Infektionsketten unterbrochen und die «furchtbare Überlastung» des Gesundheitswesens reduziert werden, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins nach der Regierungssitzung.

Um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen, dürfen von 21. Oktober nur Geschäfte für den täglichen Bedarf offen bleiben. Auch Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten bleiben zu, gastronomische Betriebe dürfen nur noch ausser Haus verkaufen. Veranstaltungen und Versammlungen sind untersagt. Zudem dürfen die Bürger ihre Wohnung von 20 Uhr bis 5 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen. Für die meisten Arbeitnehmer gilt eine Homeoffice-Pflicht, der Schulbetrieb wird auf Fernunterricht umgestellt.

In Lettland hat sich die Corona-Lage trotz neuer Beschränkungen zuletzt zugespitzt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga vom Mittwoch wurden in den letzten 14 Tagen 1’400,8 Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner registriert – ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Landesweit seien in mehreren Krankenhäusern die Intensivbetten zur Behandlung schwerkranker Corona-Patienten bereits vollständig belegt, sagte Gesundheitsminister Daniels Pavluts.

Britischer Gesundheitsminister: Keine Rückkehr zu Corona-Massnahmen

Trotz steigender Infektionszahlen plant die Regierung in London vorerst weiterhin keine Rückkehr der Corona-Massnahmen in England. Das sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid bei einer Pressekonferenz in London am Mittwoch. Zuletzt wurden im Vereinigten Königreich bis zu knapp 50’000 tägliche Neuinfektionen registriert. Die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen liegt bei fast 1’000. Bei den Todesfällen wurde am Dienstag mit 223 gemeldeten Fällen ein Stand wie zuletzt im März erreicht.

Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid. (Bild: Keystone)

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen könne sogar auf bis zu 100’000 steigen, warnte Javid. Trotzdem sei es «zum jetzigen Zeitpunkt» noch zu früh, um eine Rückkehr der im Juli abgeschafften Corona-Regeln im grössten Landesteil England zu rechtfertigen, so der Minister weiter.

New York erlässt Impf-Pflicht für städtische Angestellte

Die Millionenmetropole New York erlässt in der Corona-Pandemie eine Impfpflicht für ihre städtischen Angestellten. Bis zum 1. November müssten rund 160’000 betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter etwa Polizisten und Mitarbeiter von Behörden und der Feuerwehr, mindestens eine erste Impfdosis nachweisen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch mit. Wer das nicht tut, wird ohne Gehalt freigestellt, bis er eine Impfung nachweisen kann.

Für rund die Hälfte der etwa 300’000 städtischen Angestellten, darunter Lehrer, besteht bereits seit einigen Wochen eine Impfpflicht. Von den restlichen nun betroffenen rund 160’000 Mitarbeitern sind städtischen Angaben zufolge rund 46’000 noch ungeimpft. Wenn sie bis zum 29. Oktober mindestens eine Impfdosis nachweisen, bekommen sie eine Prämie von 500 Dollar. Mehrere Verbände, beispielsweise die Gewerkschaft der Feuerwehr, haben Widerstand gegen die Verordnung angekündigt.

Bereits im Juli hatte de Blasio angeordnet, dass alle städtischen Mitarbeiter sich entweder impfen lassen oder wöchentlich testen lassen müssen. Die Test-Option entfällt nun. Ausnahmen von der Impfpflicht aus religiösen oder medizinischen Gründen sollen aber nach Prüfung möglich sein. In anderen US-Städten gibt es bereits ähnliche Regelungen.

Zürich: Rund 70 Teilnehmende an Demonstration gegen Berset

Geschätzt rund 70 Demonstrantinnen und Demonstranten haben am Mittwochabend in der Zürcher Innenstadt gegen die Covid-Zertifikatspflicht an den Hochschulen demonstriert. Anlass war eine Rede von Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset (SP) an der Universität Zürich.

Zur Demo von der Stadthausanlage beim Bürkliplatz bis zum Platspitz aufgerufen hatte das Komitee «Bildung für alle», das die Zertifikatspflicht an den Hochschulen rechtswidrig und diskriminierend findet. Auch die Organisation «Mass-Voll» machte bei der Demonstration mit, darunter Aushängeschild Nicolas A. Rimoldi.

Geschätzt rund 70 Demonstrantinnen und Demonstranten haben am Mittwochabend in der Zürcher Innenstadt gegen die Covid-Zertifikatspflicht an den Hochschulen demonstriert. (Bild: Keystone)

Ihr erklärtes Feindbild, Bundesrat Berset, hielt am Abend eine Rede am Schweizerischen Institut für Auslandforschung an der Universität Zürich. Thema war «Pandemie, Politik und Gesellschaft». Die Demonstration war bewilligt.

Südafrika beginnt Corona-Impfung von Kindern ab 12 Jahren

Südafrika hat am Mittwoch, 20. Oktober, als erstes afrikanisches Land südlich der Sahara begonnen, Kinder im Alter ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. Man wolle bis Januar 2022 mindestens 3,25 Millionen Mädchen und Jungen impfen, die Hälfte aller Kinder in der Altersgruppe, teilte das Gesundheitsministerium mit. Minderjährige erhalten in Südafrika zunächst nur eine Dosis des Präparats von Pfizer. Bislang sind rund 11 Millionen der knapp 60 Millionen Südafrikaner vollständig geimpft worden.

Südafrika ist mit knapp drei Millionen gemeldeten Infektionen das von der Corona-Pandemie am schwersten betroffene Land des Kontinents. Insgesamt wurden in Afrika nach Angaben der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC gut 8,4 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 216’000 tödlich waren.

Tschechien führt Maskenpflicht am Arbeitsplatz wieder ein

Tschechien reagiert auf steigende Infektionszahlen mit einer Verschärfung der Corona-Regeln. Von kommender Woche an muss an allen Arbeitsplätzen in Innenräumen eine FFP2-Maske getragen werden, wie Gesundheitsminister Adam Vojtech nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind Angestellte, die allein im Büro sitzen. Über die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Klassenzimmern wurde sich die scheidende Regierung indes nicht einig.

Die Gültigkeitsdauer von Antigen- und PCR-Tests wird auf einen beziehungsweise drei Tage verkürzt, um mehr Anreize fürs Impfen zu schaffen. «Das Testen ist keine Lösung», sagte Vojtech. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Tests bei Erwachsenen künftig nur noch auf ärztliche Empfehlung. Die Opposition, die bei der Parlamentswahl vor anderthalb Wochen eine Mehrheit erzielt hat, kündigte an, ein eigenes Corona-Beraterteam aufzustellen.

Innerhalb von sieben Tagen steckten sich in Tschechien 117 Menschen je 100’000 Einwohner mit dem Coronavirus an. Innerhalb von 24 Stunden wurden 3’246 Neuinfektionen registriert – so viele an einem Tag wie zuletzt Mitte April. Auch in der benachbarten Slowakei verschlechterte sich die Lage. Dort überstieg die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten inzwischen die Tausendermarke.

Berset zu Skigebieten: Keine Garantie für ganzen Winter

Laut Gesundheitsminister Alain Berset ist es nicht möglich, Skigebieten für den ganzen Winter eine Regelung ohne Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestete zu garantieren. Doch was die Seilbahnen kommuniziert hätten, sei «im Moment» eine gute Lösung.

Der Branchenverband Seilbahnen Schweiz hatte am Dienstag mitgeteilt, dass in der Wintersaison vorerst keine generelle Zertifikatspflicht gelte auf den Pisten. Die Bahnen könnten zu den gleichen Bedingungen in die Wintersaison starten wie der öffentliche Verkehr. In Kabinen und geschlossenen Räumen gilt ein Maskenobligatorium.

Laut Gesundheitsminister Alain Berset ist es nicht möglich, Skigebieten für den ganzen Winter eine Regelung ohne Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestete zu garantieren. (Bild: Keystone)

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte entgegnet, dass der Bundesrat und nicht die Branche über die Massnahmen gegen das Coronavirus entscheide. Dass beim Skifahren nun vorderhand dieselben Regeln gelten würden wie überall im Land, sei «im Moment eine gute Lösung», sagte Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern.

Was am Dienstag präsentiert worden sei, nannte er «absolut vernünftig». Im vergangenen Winter seien die Erfahrungen mit dieser Regelung nicht schlecht gewesen. Doch: «Man kann nie eine Garantie abgeben für das, was den ganzen Winter über gelten wird», mahnte er.

Sollte die Lage bleiben, wie sie sei, und sich auch nicht massiv verschlechtern, könne man mit der von den Seilbahnen kommunizierten Lösung durch den Winter gehen, wie es die Branche skizziert habe, fügte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG, an. Darüber gebe es eine Einigung der Behörden mit den Bahnen.

Schwere Vorwürfe gegen Bolsonaro wegen Corona-Politik

In Brasilien hat ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik schwere Vorwürfe gegen Präsident Jair Bolsonaro erhoben und eine Anklage empfohlen. Im Abschlussbericht, den Senator Renan Calheiros am Mittwoch einreichte, werden Bolsonaro neun teilweise schwere Verbrechen während der Corona-Pandemie zu Last gelegt. Insgesamt sollen laut der Empfehlung weitere 65 Personen und Geschäftsleute sowie zwei Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden.

Der Untersuchungsausschuss hatte auf dem Höhepunkt einer ausser Kontrolle geratenen Corona-Pandemie im April seine Arbeit aufgenommen, um die Handlungen und Unterlassungen der brasilianischen Regierung in der Pandemie zu beleuchten. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das grösste Land in Lateinamerika die Marke von 600’000 Corona-Toten.

Rechtspopulist Bolsonaro verharmlost das Coronavirus trotzdem seit Beginn der Pandemie und lehnt Schutzmassnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel. Er hat mehrmals betont, dass er selbst noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sei.

Keine Lockerungen, weil Überlastung der Spitäler droht

Das Drei-Phasen-Modell sei noch immer gültig, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Eine Lockerung der Massnahmen sei aber erst möglich, wenn eine Überlastung des Gesundheitswesens ausgeschlossen werden könne. «Das Merkmal dieser Pandemie ist die Ungewissheit», sagte Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern. «Wir wissen nicht, was kommt.» Das Drei-Phasen-Modell sei noch immer gültig.

Eine Lockerung der Massnahmen sei aber erst möglich, wenn eine Überlastung des Gesundheitswesens ausgeschlossen werden könne. (Bild: Keystone)

In der geltenden Phase drei werde nur noch interveniert, wenn die Gefahr bestehe, dass das Gesundheitssystem überlastet werden könnte. Mit der Delta-Variante, der tiefen Impfrate und den kälteren Temperaturen sei dies noch immer möglich.

«Wir machen mindestens alle drei, vier Wochen eine vertiefte Analyse. Wenn wir sehen, es droht keine Überlastung mehr, werden wir lockern», sagte Berset.

Berset: «Tun alles, um alle Impfwilligen zu erreichen»

Laut Gesundheitsminister Alain Berset versuchen Bund und Kantone alles Mögliche, um alle Impfwilligen zu erreichen. Die Impfung sei und bleibe der einfachste Weg, um die Pandemie zu bekämpfen. Berset gab am Mittwoch vor den Medien in Bern zu bedenken, dass es eine Korrelation gebe zwischen Impfquote und Inzidenz pro Kanton. In Kantonen mit tieferer Impfquote stiegen die Fallzahlen derzeit stärker an als in Kantonen mit höherer Impfquote. «Das zeigt, dass die Impfung wirkt.» In 90 Prozent der Fälle verhindere eine Impfung einen Aufenthalt auf der Intensivstation.

Der Bundesrat werde die Situation weiter beobachten, sagte Berset. Falls die nationale Impfquote steige, seien auch Lockerungen wie die Aufhebung der Zertifikatspflicht denkbar. Aktuell sei dies aber noch nicht angezeigt.

Berset: Epidemiologische Lage stabil und doch fragil

Der Bundesrat hält vorläufig an der Covid-Zertifikatspflicht fest, wie sie seit dem 13. September besteht. Das hat er an seiner Sitzung nach einer Diskussion entschieden. Es gelte, die Kontrolle über die Lage nicht zu verlieren, sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

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(Bild: Keystone)
Covid-Zertifikat für Genesene soll im Inland länger gelten

Das Genesenen ausgestellte Covid-Zertifikat soll in der Schweiz nicht mehr ein halbes Jahr, sondern neu ein ganzes Jahr gelten. Das plant der Bundesrat. Allerdings soll die Neuerung nur im Inland gelten.

Konkret plant der Bundesrat, dass die bisher für Genesene ausgestellten Covid-Zertifikate statt 180 Tage neu 365 Tage gelten. Die verfügbaren Daten belegten eine ausreichende Schutzwirkung vor schweren Erkrankungen und Spitaleinweisungen, schreibt er dazu.

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Das Genesenen ausgestellte Covid-Zertifikat soll in der Schweiz nicht mehr ein halbes Jahr, sondern neu ein ganzes Jahr gelten. (Bild: Keystone)
Weisses Haus: Regierung bereit für Impfung von Fünf- bis Elfjährigen

Die US-Regierung hat nach eigenen Angaben die nötigen Vorbereitungen für die Corona-Impfung von Kindern im Alter von fünf bis einschliesslich elf Jahren getroffen. Mit den Impfungen solle begonnen werden, sobald in den kommenden Wochen die Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für diese Altersgruppe vorliege, sagte der Corona-Koordinator des Weissen Hauses, Jeff Zients, am Mittwoch. Es gehe dabei um rund 28 Millionen Kinder in den USA.

Ein Gremium der Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA soll am kommenden Dienstag über eine mögliche Zulassung beraten, die Experten der Gesundheitsbehörde CDC in der Folgewoche. Damit könnte die Impfung der Kinder dieser Altersgruppe womöglich schon im kommenden Monat beginnen. Die Fünf- bis Elfjährigen bekämen im Fall der Zulassung einen spezifischen Impfstoff, der unter anderem eine geringere Dosis des Wirkstoffs aufweist als jener für Ältere.

Die Regierung werde innerhalb weniger Tage nach der Zulassung 15 Millionen Dosen Impfstoff an Kinderärzte, Kliniken und Apotheken ausliefern, um die Impfkampagne zu starten, erklärte das Weisse Haus. Auch das nötige Zubehör, etwa kleinere Spritzen, würden direkt mit ausgeliefert. Der Impfstoff könne bis zu zehn Wochen bei normaler Kühlschranktemperatur gelagert werden, hiess es. Zients betonte: «Wir werden genügend Nachschub haben.»

Der Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer ist in den USA bereits für Kinder ab zwölf Jahren und für Erwachsene zugelassen. Die Wirkstoffe von Moderna sowie von Johnson & Johnson sind bislang nur für den Einsatz bei Erwachsenen zugelassen.

Frankreich will schneller Auffrischimpfungen verabreichen

Frankreich will mehr Schwung in die Verteilung von Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus bringen. Derzeit seien nur 2,1 Millionen der etwa 6 Millionen Berechtigten mit einer zusätzlichen Dosis geimpft, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Dienstag in Paris.

Das seien zu wenige. «Seine Auffrischimpfung hinauszuschieben, bedeutet, sich unnötig (dem Virus) auszusetzen.» Attal bat um mehr Sensibilisierung durch Fachpersonal und im Privaten.

Frankreich will mehr Schwung in die Verteilung von Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus bringen. (Symbolbild: Keystone)

Auf Nachfragen zu möglichen Änderungen an der derzeitigen Nachweispflicht, deren Rechtsgrundlage Mitte November ausläuft, sagte Attal, er sehe nicht, wie eine Anpassung zu diesem Zeitpunkt kommen könne. Die Regierung bemüht sich derzeit darum, den Rechtsrahmen bis zum Sommer zu verlängern.

Die Corona-Situation spannte sich in Frankreich zuletzt wieder etwas an. Die 7-Tages-Inzidenz stieg leicht. Zuletzt steckten sich landesweit innerhalb einer Woche auf 100’000 Menschen etwa 48 an. Knapp 74 Prozent der Bevölkerung sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Zwei weitere Corona-Fälle beim EV Zug

Der EV Zug verzeichnet zwei weitere Corona-Fälle. Bei den am Dienstag im ganzen Team durchgeführten PCR-Tests fielen zwei positiv aus. Dies gab der Klub am Mittwochnachmittag bekannt.

Obwohl der EV Zug zu 100 Prozent durchgeimpft ist, lässt das Coronavirus den Sportbetrieb nicht in Ruhe. Die Ergebnisse der am Dienstag durchgeführten Testreihe bestätigten zwei weitere positive Fälle, nachdem bereits am Montag zwei Teammitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Die Tests waren nötig geworden, weil am Dienstag bei einem Spieler ein Antigen-Schnelltest positiv ausgefallen war und weitere Spieler leichte Symptome aufgewiesen hatten. Aus diesen Grund entschied die Liga in Rücksprache mit den Teams, das Spiel Zug – Davos vom Dienstagabend auf den 16. November zu verschieben.

Mittlerweile sind vier Personen des EVZ-Teams Corona-positiv, weswegen der Klub am Donnerstag eine weitere Testreihe durchführen wird.

Die Ansteckungen dürften ihren Ursprung beim Champions-League-Spiel vergangene Woche in München gehabt haben. Beim DEL-Topklub wurden in den letzten Tagen insgesamt 16 Spieler und 6 Mitglieder aus dem Betreuer-Kreis positiv auf Corona getestet.

Hohe Corona-Zahlen: Putin ordnet arbeitsfreie Tage in Russland an

Angesichts dramatisch hoher Corona-Infektionszahlen hat Russlands Präsident Wladimir Putin ab Ende Oktober eine arbeitsfreie Woche in seinem Land angeordnet. Bei einer live im Staatsfernsehen übertragenen Videoschalte stimmte Putin am Mittwoch einem entsprechenden Vorschlag von Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa zu. Vom 30. Oktober bis zum 7. November sollen Arbeitnehmer in ganz Russland demnach zuhause bleiben, ihren Lohn aber weitergezahlt bekommen. Regionen, in denen die Lage besonders schlimm ist, können den Zeitraum demnach auch erweitern.

Mit arbeitsfreien Tagen hatte Putin bereits zu Beginn der Pandemie versucht, die Corona-Situation in den Griff zu bekommen. Besonders aus der Wirtschaft kam Kritik, dass die Krise auf ihrem Rücken ausgetragen werde.

Angesichts dramatisch hoher Corona-Infektionszahlen hat Russlands Präsident Wladimir Putin ab Ende Oktober eine arbeitsfreie Woche in seinem Land angeordnet. (Bild: Keystone)

Russland hat in den vergangenen Wochen immer neue Höchstwerte bei den Corona-Zahlen verzeichnet. Am Mittwoch wies die Statistik 1’028 Corona-Tote binnen 24 Stunden aus – so viele wie noch nie zuvor. Im selben Zeitraum wurden mehr als 34’000 Neuinfektionen gezählt.

In 27 der insgesamt 85 russischen Regionen seien in den Krankenhäusern mittlerweile mehr als 90 Prozent der Corona-Betten belegt, sagte Vize-Regierungschefin Golikowa. Einem Bericht der Tageszeitung «Kommersant» zufolge sind mancherorts sogar alle für Corona-Patienten vorgesehenen Betten belegt.

Putin beklagte auch die «leider bislang nicht hohe» Impfquote im Land. In flächenmässig grössten Land der Erde, das über mehrere eigene Vakzine verfügt, sind viele Menschen weiterhin skeptisch. Erst knapp ein Drittel der insgesamt 146 Millionen Russen ist offiziellen Angaben zufolge vollständig geimpft.

Britische Experten beobachten Mutante der Delta-Variante

In Grossbritannien beobachten Experten derzeit eine noch weitgehend unbekannte Mutante der Delta-Variante des Coronavirus. Man habe die Mutante namens AY4.2 sehr genau im Blick, hiess es in dieser Woche aus dem Regierungssitz Downing Street. Die Variante weist zwei Mutationen auf, die bereits von anderen Versionen des Coronavirus bekannt seien.

Forscher gehen jedoch bislang nicht davon aus, dass die Variante deutlich ansteckender sein könnte als die bisherige Delta-Variante – die Rede ist ersten Schätzungen zufolge von einer möglicherweise zehn Prozent höheren Übertragbarkeit. Dies könne höchstens eine kleine Anzahl an zusätzlichen Corona-Fällen ausgelöst haben, sagte der Biologe Francois Balloux vom University College London. «Das kann nicht der Grund für den aktuellen Anstieg der Fallzahlen in Grossbritannien gewesen sein.»

In Grossbritannien beobachten Experten derzeit eine noch weitgehend unbekannte Mutante der Delta-Variante des Coronavirus. (Symbolbild: Keystone)

Die neue Mutante sei nicht mit dem Aufkommen der Alpha- oder Delta-Variante vergleichbar. «In diese Stadium würde ich dazu raten abzuwarten. Keine Panik», sagte Balloux. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde wurde die Mutante AY4.2 in der Woche Ende September/Anfang Oktober in sechs Prozent aller sequenzierten Corona-Proben nachgewiesen.

Grossbritannien hatte in den vergangenen Tagen jeweils mehr als 40’000 Fälle verzeichnet, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei weit über 400. Die Zahl der Todesfälle stieg auf den höchsten Stand seit März.

Buchmesse unter Corona-Bedingungen

Vor Begeisterung wird sogar gesungen: Auf der Frankfurter Buchmesse ist die Wiedersehensfreude gross. Kurz nachdem am Mittwochmorgen die Türen geöffnet wurden, bildeten sich Schlangen am Eingang. Wie am Flughafen mussten die Besucher in langen Reihen in einer kahlen Vorhalle warten, bis sie ihre Dokumente vorzeigen konnten: das elektronische Ticket, den Impf-, Test- oder Genesenen-Nachweis, den Personalausweis. Das dauert, schreckt die Fachbesucher am ersten Messetag aber nicht ab.

Insgesamt 2’000 Verlage und Unternehmen aus 80 Ländern haben sich in diesem Jahr angemeldet. Mehr als 300 Autorinnen und Autoren stellen ihre Bücher vor, 1’400 Veranstaltungen sind geplant. Die Messe ist damit deutlich kleiner als 2019. «Back to Business», sagt Buchmessen-Direktor Juergen Boos, «aber noch nicht back to normal»: Die Messe ist wieder im Geschäft, aber es ist nicht wie 2019.

In den grossen Hallen sind die Gänge breiter als sonst, es ist grosszügiger und luftiger. Wenn man sich bei den Ausstellern umhört, geht es wohl vor allem um zwei Dinge: Flagge zeigen und Lust auf physische Begegnungen. «Uns war es wichtig, ein Zeichen zu setzen: hier zu sein und dem Buch auch die Bühne geben, die es verdient», sagt Thorsten Simon, Sprecher des Zwischenbuchhändlers Libri aus Hamburg. «Wir sind selbst gespannt, wie letztendlich die Resonanz ausfallen wird.»

Polens Gesundheitsminister warnt vor «Explosion» der Pandemie

Polens Gesundheitsminister Adam Niedzielski hat vor einer «eigentümlichen Explosion» der Corona-Pandemie in seinem Land gewarnt. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden habe sich am Mittwoch im Vergleich zur Woche davor um hundert Prozent gesteigert, am Dienstag habe der Wert bei 85 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gelegen, sagte Niedzielski in Warschau.

Demnach verdoppelt sich die Zahl der Neuinfektionen von Woche zu Woche. «Wenn diese Situation anhält, durchbricht sie alle Prognosen, die uns bislang vorliege», so Niedzielski.

Nach Angaben des Gesundheitministeriums von Mittwoch gab es 5’559 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, im gleichen Zeitraum starben 75 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Niedzielski sagte weiter, ein Drittel der Neuerkrankungen seien in den Woiwodschaften Lublin und Podlachien im Osten und Südosten des Landes registriert worden. Er führte dies darauf zurück, dass diese Regionen von zurückliegenden Wellen der Pandemie weniger stark betroffen waren.

Österreich führt 3G-Regel am Arbeitsplatz ein

Am 1. November tritt in Österreich die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft. Ab diesem Tag müssen Beschäftigte nachweisen können, dass sie geimpft, regelmässig getestet oder von Covid-19 genesen sind, wie die Regierung am Mittwoch bekanntgab.

Dies gilt nicht für Menschen, die keinen Kontakt zu Kolleginnen oder Kollegen haben – zum Beispiel Lkw-Fahrer.

Gesundheitsbehörden sollen die Einhaltung der neuen Regel mit Stichproben überprüfen. Bei fehlenden 3G-Nachweisen drohen Verwaltungsstrafen von 500 Euro für Arbeitnehmer und 3600 Euro für Arbeitgeber, sagte Arbeitsminister Martin Kocher von der konservativen ÖVP. Er hoffe jedoch, dass mit innerbetrieblichen Vereinbarungen sowie mit der Möglichkeit von Homeoffice für Menschen ohne Corona-Nachweis solche Strafen verhindert werden können, sagte er nach einer Regierungssitzung.

(Bild: Keystone)

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sprach von einem weiteren Schutzmechanismus gegen das Coronavirus. «Es kann nicht sein, dass man sich am Ort der Arbeit unter Umständen dem Risiko einer Corona-Infektion aussetzen muss», sagte er. Die neue Regelung soll in den kommenden Tagen als Verordnung veröffentlicht werden.

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz wochenlang unter 150 verharrt war, stieg sie in den letzten Tagen an und erreichte zuletzt 183. Knapp 62 Prozent der Gesamtbevölkerung hat einen vollen Impfschutz gegen Covid-19.

BAG meldet 1442 neue Fälle

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem BAG am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden 1442 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG fünf neue Todesfälle und 34 Spitaleinweisungen.

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(Bild: Keystone)
Petition fordert einheitliche Schutzkonzepte an den Schulen

Die Corona-Schutzkonzepte an den Schulen sollen landesweit einheitlich sein. Das verlangt eine am Mittwoch bei der Erziehungsdirektorenkonferenz eingereichte Petition mit rund 2500 Unterschriften. Gerade mit der baldigen Aussicht auf eine Impfung für Kinder müssten Schulen offen bleiben und Infektionen vermieden werden.

Der Schutz der Kinder sei nach den Herbstferien aktueller denn je, halten die Petitionäre von «Protect the Kids» fest. Gleichzeitig würden an den Schulen diverser Kantone die Schutzmassnahmen gelockert oder aufgehoben – entgegen den Empfehlungen der Wissenschaft.

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) müsse ihre Verantwortung endlich wahrnehmen, verlangt die Petition. Nötig seien wirkungsorientierte und einheitliche Schutzkonzepte für alle Schulen im Land. Wenn die EDK das nicht könne, müsse sie die Aufgabe an die Gesundheitsdirektorenkonferenz oder an den Bundesrat abtreten.

Kommission fordert konkreten Corona-Ausstiegsfahrplan

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) verlangt vom Bundesrat verbindliche Ausstiegsszenarien für eine schrittweise Aufhebung der Corona-Beschränkungen. Die aktuell präsentierten Perspektiven seien zu vage.

Die Kommission habe die Antwort des Bundesrats auf ihr Schreiben zur Kenntnis genommen, heisst es in der Mitteilung der Parlamentsdienste vom Mittwoch. Zufrieden damit sei eine Mehrheit aber nicht. Mit 17 zu 7 Stimmen bei einer Enthaltung habe sie deshalb beschlossen, den Bundesrat mit konkreten Ausstiegsszenarien zu beauftragen.

Die WAK-N verlangt vom Bundesrat konkrete Szenarien für eine schrittweise Aufhebung der Corona-Massnahmen. (Bild: Keystone)

Die Kommission wird sich nach eigenen Angaben im November erneut mit dem Thema befassen. Falls der Bundesrat bis dahin keine Strategie präsentiert hat, will die WAK-N die Zweckmässigkeit eines Mitberichts zuhanden der Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) über eine entsprechende Änderung des Covid-19-Gesetzes prüfen.

Das fehlende verbindliche Ausstiegsszenario war in den vergangenen Wochen insbesondere von Wirtschaftsverbänden kritisiert worden. Der Bundesrat müsse eine konkrete Impfquote definieren und nach deren Erreichen alle Einschränkungen aufheben, teilte beispielsweise Economiesuisse mit.

Britische Mediziner fordern Rückkehr zu Corona-Massnahmen

Vertreter des britischen Gesundheitsdienstes haben nach einem starken Anstieg der Corona-Zahlen eine sofortige Einführung von Gegenmassnahmen gefordert.

«Die Regierung sollte nicht nur ankündigen, dass wir auf Plan B setzen, sondern es sollte Plan B Plus sein», sagte Matthew Taylor, der Chef des Mitgliederverbands National Health Service Confederation, dem «Guardian» zufolge.

Der von der Regierung vor einigen Wochen vorgestellte Plan B sieht eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in Innenräumen sowie den Ratschlag, von zu Hause zu arbeiten, vor. Ausserdem könnten Impfnachweise bei grösseren Veranstaltungen eingeführt werden. Der bislang verfolgte Plan A sieht vor, sich lediglich auf die Wirkung der Impfungen zu verlassen. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig immunisiert.

«Wir stehen auf Messers Schneide – und es ist Mitte Oktober. Wir bräuchten riesiges Glück, um uns in den nächsten drei Monaten nicht in einer ernsthaften Krise wiederzufinden», sagte Taylor. Die Bürgerinnen und Bürger sollten über die Plan-B-Massnahmen hinaus aufgerufen werden, riskantes Verhalten im Blick auf Corona möglichst zu vermeiden. Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng schloss am Mittwochmorgen bei Sky News einen weiteren Corona-Lockdown aus. Die Regierung sei bislang nicht der Meinung, dass es «Zeit für Plan B» sei, fügte er in einem BBC-Interview hinzu.

Die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle stieg in Grossbritannien mit 223 Fällen am Dienstag auf den höchsten Stand seit März. Anfang der Woche wurden knapp 50 000 neue Corona-Fälle im Land gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 435. In England sind eine Maskenpflicht in Innenräumen oder Nachweisregeln über Impfungen oder Tests seit dem «Freedom Day» im Juli eher die Ausnahme.

Starker Anstieg der Corona-Zahlen in Deutschland

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist wieder deutlich gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöhte sich am Mittwoch laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 80,4, nach 75,1 am Vortag. Sie stieg damit den siebten Tag in Folge.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 17’015 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.52 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11’903 Ansteckungen gelegen.

(Bild: Keystone)

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 92 Todesfälle verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4’401’631 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100’000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Dienstag mit 2,13 (Montag 1,92) an. Ein deutschlandweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen grosser regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Schweizer gehen zum Shoppen seltener über Grenze

In der Corona-Krise waren die Grenzen gegenüber dem Ausland lange Zeit geschlossen. Das zwang die Schweizerinnen und Schweizer dazu, bei ihren Einkäufen umzudenken. Der Schweizer Detailhandelsverband zeigt sich überzeugt, dass die Bevölkerung den Einkauf in der Heimat wieder stärker schätzen gelernt hat. Die Shoppingtouren nach Deutschland haben das Vorkrisenniveau noch nicht wieder ganz erreicht, berichtet die «Neue Zürcher Zeitung».

US-Immunologe Fauci: «Nicht gedacht, dass Pandemie so schlimm wird»

Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci (80) ist eigenen Worten zufolge vom Ausmass der Pandemie überrascht worden. Zwar habe er schon im Februar 2020 gewusst, dass da «viel Ärger» bevorstehe, «aber es wurde noch schlimmer, als ich es je vorhergesagt hätte», sagte Fauci am Dienstagabend bei einer Gala der New Yorker Historical Society. Dass in den USA mehr als 700’000 Menschen und weltweit mehrere Millionen nach einer Infektion mit dem Virus sterben würden, hätte er zu Beginn der Pandemie nicht gedacht. «In meinen verrücktesten und pessimistischsten Träumen hätte ich das niemals so vorhergesagt.»

Wurde vom Ausmass der Corona-Pandemie überrascht: Anthony Fauci. (Bild: Keystone)

Fauci wurde bei der Gala für seine Verdienste um das amerikanische Gesundheitswesen mit dem «History Maker Award» ausgezeichnet. «Amerikas Arzt» habe nicht erst während der Pandemie «Historisches» geleistet, sagte die Vorsitzende des Museumskuratoriums, Pam Schafler zur Begründung. Fauci war per Livestream zugeschaltet, alle Gäste der Veranstaltung in dem Museum am Central Park in Manhattan mussten Impfungen und negative Corona-Tests vorweisen. Zu den Preisträgern früherer Jahre gehören unter anderem die ehemalige US-Aussenministerin Hillary Clinton und der einstige New Yorker Polizeichef William Bratton.

EU-Gesundheitsbehörde: Ohne höhere Impfzahlen wird es nicht gehen

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hält eine hohe Impfquote weiter für besonders wichtig vor der Lockerung von Corona-Massnahmen.

«Solange nicht über 80 Prozent der Menschen voll geimpft sind, besteht einfach die Möglichkeit, dass der Rest der Bevölkerung von dem Virus noch befallen wird», sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon in einem Interview mit dem Magazin «Gesundheit und Gesellschaft».

Eine Impfpflicht betrachtet die deutsche Medizinerin dennoch mit Skepsis. Viele Länder hätten auch ohne eine solche Pflicht hohe Impfquoten erreicht. «Eine Impfpflicht, etwa für bestimmte Berufe, ist eine Möglichkeit. Aber sie ist kein Zauberstab.»

Die Lockdowns hätten die Fallzahlen stark gesenkt, jedoch auch wirtschaftliche, soziale und psychische Folgen gehabt, sagte Ammon. Auch deshalb seien sie kein Allheilmittel.

«Meiner Ansicht nach gibt es für die Zukunft weniger einschneidende Möglichkeiten, Barrieren für das Virus zu schaffen und Distanz aufzubauen, die zuerst in Betracht gezogen werden sollten», sagte die ECDC-Chefin. «Dazu gehören der Gebrauch von Masken, das Abstandhalten und die Reduktion der Anzahl Personen in Innenräumen.»

Ob Europa aufgrund der Corona-Krise besser gerüstet sei für künftige Pandemien, lasse sich schwer sagen. «Klar ist: Unsere Vorbereitung war nicht optimal. Da muss jetzt genau hingeschaut werden, damit es beim nächsten Mal besser läuft.» Die Menschheit werde auf Dauer mit dem Coronavirus leben müssen.

US-Heimatschutzminister trotz Impfung positiv auf Corona getestet

US-Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas ist nach Angaben seines Ministeriums trotz vollständiger Impfung positiv auf eine Coronavirus-Infektion getestet worden. Mayorkas habe sich am Dienstag routinemässig vor einer Reise einem Test unterzogen, teilte seine Sprecherin auf Twitter mit. Der Minister leide nur unter milden Symptomen. Er werde sich auf Basis der Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC isolieren und von zu Hause arbeiten. Aus der US-Regierung hiess es, führende Mitarbeiter des Weissen Hauses seien in den 48 Stunden vor dem Test nicht in engem Kontakt mit Mayorkas gewesen.

Am Montag war der frühere US-Aussenminister Colin Powell trotz vollständiger Impfung an Komplikationen nach einer Corona-Infektion gestorben. Powell hatte Medienberichten zufolge seit längerem gesundheitliche Probleme und soll an Blutkrebs erkrankt gewesen sein.

United Airlines erholt sich langsam von der Corona-Krise

Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat im dritten Quartal dank des langsam wieder zunehmenden Reiseverkehrs deutliche Geschäftszuwächse verbucht.

Die Airline schaffte in den drei Monaten bis Ende September aufgrund umfassender Staatshilfen sogar einen Nettogewinn von 473 Millionen Dollar, wie sie am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Aktie legte nachbörslich zunächst um rund 2 Prozent zu.

Das bereinigte Ergebnis lag jedoch mit 329 Millionen Dollar im Minus. Verglichen mit den massiven Verlusten der Vorquartal ist das indes bereits eine deutliche Verbesserung.

(Bild: Keystone)

Den Umsatz verdreifachte United gegenüber dem stark von der Corona-Krise belasteten entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 7,75 Milliarden Dollar. Das Unternehmen betonte aber, dass die Erlöse damit immer noch 32 Prozent unter dem Vergleichswert von 2019 liegen – bevor die Pandemie den weltweiten Flugverkehr lahmlegte.

Inzwischen nimmt der Betrieb zwar allmählich wieder Fahrt auf, dafür droht neues Ungemach durch die hohen Kerosinpreise. So gab United im abgelaufenen Quartal über 1,7 Milliarden Dollar für Treibstoff aus – mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr.

Mit einer Entlastung ist vorerst nicht zu rechnen. Der US-Rivale Delta Air Lines etwa hatte vergangene Woche gewarnt, dass erhöhte Kerosinkosten den Gewinn im Schlussquartal kräftig drücken dürften.

Australien erreicht Impfquote von 70 Prozent

Australien hat einen Impf-Meilenstein erreicht: Seit Mittwoch sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahre vollständig gegen das Coronavirus geimpft. «Um genau zu sein, sind es 70,007 Prozent der Australier. Das ist eine beachtliche Zahl», sagte Gesundheitsminister Greg Hunt. «Das ermöglicht es uns zu überlegen, was wir sonst noch tun können, um hier in Australien zu einer Art von Covid-Normalität zurückzukehren», erklärte der Gesundheitsberater der Regierung, Paul Kelly.

Die Regierung hatte zuletzt angekündigt, mit dem Fortschreiten der Impfungen auch schrittweise wieder die internationalen Grenzen des Landes öffnen zu wollen, die seit März 2020 geschlossen sind. Zunächst sollen vollständig geimpfte australische Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Australien wieder freier reisen dürfen. Wann Touristen wieder nach Down Under dürfen, ist noch unklar.

70 Prozent der Bevölkerung Australiens sind gegen Corona geimpft. (Bild: Keystone)

Die Behörden hatten das Land vor rund eineinhalb Jahren weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet. Seither konnten viele Australier nicht mehr in die Heimat reisen, weil die Kosten für Flüge und Quarantäne extrem hoch und die Genehmigungen schwer zu bekommen waren. Umgekehrt sitzen die rund 25 Millionen Einwohner Australiens weitgehend im Land fest.

Zudem wurden in den vergangenen Monaten immer wieder extrem strenge Lockdowns schon bei wenigen Fällen verhängt. Diese würden nun immer unwahrscheinlicher werden, so die Regierung. Die Impfkampagne in Australien war zunächst sehr schleppend angelaufen, gewann dann aber schnell an Fahrt.

Untersuchungsausschuss soll Bolsonaros Corona-Politik beurteilen

In Brasilien soll ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro nach fast sechs Monaten Arbeit seine Ergebnisse vorstellen. Es sei nun an Senator Renan Calheiros, am Mittwoch den Abschlussbericht zu präsentieren, hiess es in einer Mitteilung des Senats in Brasília am Dienstag.

Der bereits vorab zirkulierende Entwurf sieht vor, rund 70 Personen und zwei Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen – und Präsident Bolsonaro wegen des mutmasslichen Begehens von elf – teils schwerwiegenden – Verbrechen anzuklagen. Die Senatoren diskutierten Medienberichten zufolge bis spät in die Nacht über den endgültigen Inhalt und beschlossen, zwei Verbrechen aus der Liste der Vorwürfe zu entfernen.

Der Untersuchungsausschuss hatte auf dem Höhepunkt einer ausser Kontrolle geratenen Corona-Pandemie im April seine Arbeit aufgenommen. Die Anträge, die zu seiner Einsetzung führten, sahen vor, dass er die Handlungen und Unterlassungen der Regierung des Rechtspopulisten Bolsonaro in der Pandemie beleuchtet und die mögliche Veruntreuung von Bundesmitteln im Kampf gegen das Coronavirus überprüft.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das grösste Land in Lateinamerika die Marke von 600’000 Corona-Toten. Das Gesundheitssystem war im März und April vielerorts zusammengebrochen.

Bolsonaro verharmlost das Coronavirus trotzdem seit Beginn der Pandemie und lehnt Schutzmassnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel. Bolsonaro hat mehrmals betont, dass er selbst noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sei. Ihm wird vorgeworfen, den Erwerb von Corona-Impfstoffen ausgeschlagen und verschleppt zu haben.

Dem Untersuchungsausschuss gehören elf Mitglieder an. In der kommenden Woche soll der Ausschuss voraussichtlich über den Abschlussbericht abstimmen. Eine Mehrheit ist notwendig, um den Bericht zu verabschieden. Dann kann er an Institutionen wie die Generalstaatsanwaltschaft geschickt werden. Beobachtern zufolge ist unklar, ob die Empfehlungen auch zu Anklagen führen würden.

Thailand meldet erstmals seit Monaten weniger als 9000 Neuinfektionen

Die Behörden in Thailand haben erstmals seit Monaten wieder weniger als 9000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Am Mittwoch wurden 8918 neue Fälle verzeichnet – der niedrigste Wert seit Mitte Juli. 79 Menschen in dem Land mit 70 Millionen Einwohnern starben in Verbindung mit Covid-19.

Der Verlauf des jüngsten Ausbruchs in dem südostasiatischen Urlaubsparadies ist ungewöhnlich: Zwar sind die Zahlen seit August – als ein Höchstwert von mehr als 23’000 Neuinfektionen verbucht worden war – gesunken, jedoch stagnieren sie seit Wochen bei zwischen 9000 und 12’000 neuen Fällen am Tag.

In der vergangenen Woche hatte die Regierung dennoch angekündigt, das Land am 1. November wieder für vollständig geimpfte Touristen aus fünf Ländern, darunter Deutschland, zum quarantänefreien Urlaub öffnen zu wollen. Jedoch gibt es bisher keine genauen Regeln für die Einreise. Auf der Webseite der thailändischen Auslandsvertretung in Berlin ist bislang keine Aktualisierung der bisherigen Regeln zu finden, wonach Geimpfte sieben Tage in Quarantäne müssen. Alternativ können sie seit Juli an einem der quarantänefreien Modellprojekte auf den Inseln Phuket und Ko Samui teilnehmen.

In Thailand sind bislang nur etwa 38 Prozent der Bevölkerung zweifach gegen Corona geimpft. Besser sieht es in der Hauptstadt Bangkok aus, die eine der am schlimmsten betroffenen Regionen war: In der Millionenmetropole würden voraussichtlich bereits Ende Oktober 80 Prozent der Bürger vollen Impfschutz haben, berichtete das Portal «The Thaiger».

Grossbritannien verzeichnet höchste Anzahl Corona-Tote seit März

Die Zahl der Corona-Todesfälle in Grossbritannien ist auf den höchsten Stand seit März gestiegen. Die britische Statistikbehörde meldete am Dienstag 223 Todesfälle, die in den vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf Covid-19 getestet wurden. Noch höher lag die Zahl zuletzt am 9. März, als 231 Menschen in Grossbritannien an oder mit dem Virus starben.

(Bild: Keystone)

Am Montag wurden knapp 50 000 neue Corona-Fälle im Land gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 435. Von einer erneuten Einführung von Corona-Beschränkungen ist in der britischen Regierung bislang kaum die Rede. In England sind eine Maskenpflicht in Innenräumen oder Nachweisregeln über Impfungen oder Tests seit dem «Freedom Day» im Juli eher die Ausnahme. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig geimpft.

Bundesrat gibt Fehler zu bei Corona-Regeln für Einkaufstouristen

Die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats (GPK-S) kritisierte den Bundesrat dafür, zu Beginn der Corona-Pandemie Bussen für unerlaubten Einkaufstourismus ohne ausreichende Rechtsgrundlage verteilt zu haben. Nun gibt die Regierung teilweise Fehler zu. Lesen Sie hier mehr.

(Archivbild: Keystone)
Niederlande: Nach Lockerungen starker Anstieg von Corona

Die Corona-Infektionen und Patientenzahlen in Krankenhäusern in den Niederlanden steigen weiter stark an.

In den vergangenen sieben Tagen nahm die Zahl der Neuinfektionen um 44 Prozent im Vergleich zur Vorwoche zu, wie das zuständige Reichsinstitut für Gesundheit und Umwelt (RIVM) am Dienstag mitteilte. Gut 25 700 Fälle wurden gemeldet. Die Inzidenz beträgt nach Angaben des RIVM 151.

Die Behörde sieht einen direkten Zusammenhang mit der Lockerung der Massnahmen vor etwa drei Wochen. So war die Abstandsregel von 1,5 Meter aufgehoben worden. Masken müssen nur im öffentlichen Nahverkehr getragen werden. Nur vor dem Besuch von Gaststätten wird ein Nachweis verlangt, dass man getestet, geimpft oder genesen ist.

(Bild: Keystone)

Auch die Zahl der Todesfälle stieg. In den vergangen sieben Tagen wurden 48 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet, fast doppelt so viel wie in der Vorwoche. Die Zahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen stieg so stark an, dass Krankenhäuser erneut Operationen absagen müssen. Etwa 80 Prozent der Covid-Patienten sind nicht geimpft.

Curevac zieht Zulassungsgesuch für Covid-Impfstoff zurück

Nachdem die deutsche Biotechfirma Curevac bei ihrem Covid-19-Impfstoff die Reissleine gezogen hatte, hat sie auch ihr Zulassungsgesuch in der Schweiz zurückgezogen. Bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) erfolgte dieser Schritt schon früher. Lesen Sie hier mehr.

(Bild: Keystone)
Island will sich Mitte November von Corona-Massnahmen verabschieden

Läuft alles wie geplant, dann hebt Island Mitte November alle verbliebenen Corona-Massnahmen auf. Ziel sei es, die wesentlichen verbliebenen Beschränkungen ab dem 18. November zu beenden, teilte die isländische Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir am Dienstag mit.

Beim Impfen sei man gut vorangekommen, vorherige Lockerungen hätten keine negativen Effekte auf die Zahl der Krankenhauseinweisungen gezeigt, hiess es in einer Regierungsmitteilung.

Deshalb gibt es bereits ab Mittwoch neue Lockerungen: 2000 statt wie bisher 500 Menschen dürfen dann bei Versammlungen und Veranstaltungen zusammenkommen, Mund-Nasen-Schutz müssen sie dabei nicht länger tragen. Restaurants, Kneipen und Nachtclubs dürfen zudem länger öffnen.

Mit einer kompletten Aufhebung der Massnahmen würde die Nordatlantik-Insel ihren nordeuropäischen Partnern folgen: Dänemark, Norwegen und Schweden hatten schon im September die wesentlichen im jeweiligen Land geltenden Beschränkungen aufgehoben. Auch in Finnland sind bereits viele Corona-Massnahmen gelockert werden.

Davos gegen Zug wegen Impf-Durchbrüchen beim EVZ verschoben

Wegen Impf-Durchbrüchen beim EV Zug wird die National-League-Partie von Davos gegen Zug vom Dienstagabend abgesagt und auf den 16. November verschoben.

Am letzten letzten Mittwoch spielte der EV Zug in der Champions Hockey League gegen RB München (1:6). Beim DEL-Topklub wurden in den letzten Tagen insgesamt 14 Spieler und 4 Mitglieder aus dem Betreuer-Kreis positiv auf Corona getestet. Obwohl beim EV Zug laut der National League das ganze Team inklusive Staff vollständig geimpft ist, wurden nun zwei Teammitglieder mit mässigen Symptomen positiv getestet.

Das hat den EV Zug dazu bewogen, am Dienstag bei allen Teammitgliedern einen Antigen Schnelltest durchzuführen. Dort wurde ein weiterer Spieler positiv getestet. Da noch fünf weitere Zuger Spieler leichte Symptome aufweisen, führte der Schweizer Meister am Dienstag noch beim ganzen Team PCR-Tests durch; die Resultate sind jedoch erst in der Nacht oder am Mittwochmorgen zu erwarten. Um keine Risiko einzugehen, entschieden die Liga und die beiden Klubs, die Partie zu verschieben.

Es ist dies die erste Spielverschiebung in dieser Saison.

Long Covid gibt auch Experten noch immer Rätsel auf

Nach neusten Erkenntnissen zu den Langzeitfolgen des Coronavirus, auch Long Covid oder Post-Covid-19-Erkrankung genannt, ist rund jede fünfte erwachsene Person mit einer symptomatischen Covid-Infektion betroffen. Bei den Kindern kommt die Erkrankung bei 3 Prozent derjenigen vor, die eine Infektion durchgemacht haben.

Milo Puhan, Direktor des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention an der Universität Zürich, stellte am Dienstag vor den Medien in Bern die neuesten Studien zum Thema vor. Die Krankheit zeichne sich noch immer durch eine Vielzahl von Symptomen sowie eine Vielzahl von Verläufen aus.

«Wir lernen immer mehr über den klinischen Verlauf der Post-Covid-19-Erkrankung», sagte Puhan. Man wisse aber noch zu wenig, um wirksame Therapien gegen die Corona-Langzeitfolgen zu entwickeln.

Die bisher grösste Befragung von 4000 Personen habe kürzlich gezeigt, dass typische Symptome wie Kurzatmigkeit und trockener Husten mit der Zeit abnähmen. Anders die Entwicklung von kognitiven Beschwerden: Erschöpfungssymptome hielten länger an.

Von der Leyen: Corona-Hilfe für Polen nur bei unabhängiger Justiz

Im Streit um den Rechtsstaat in Polen will EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen milliardenschwere Corona-Hilfen solange blockieren, bis das Land bestimmte Justizreformen zurückgenommen hat.

Die Unabhängigkeit der Justiz müsse wiederhergestellt werden, sagte von der Leyen am Dienstag bei einer Debatte mit dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki im Europaparlament in Strassburg. «Dazu zählt der Abbau der Disziplinarkammer, der Abbau des Disziplinarregimes, die Wiedereinsetzung der unrechtmässig entlassenen Richterinnen und Richter. Das ist die Grundvoraussetzung.» Morawiecki habe dies angekündigt, sagte von der Leyen, und forderte: «Tun Sie es.»

(Bild: Keystone)

Polen hatte seinen Corona-Aufbauplan im Mai eingereicht. Um Geld aus der sogenannten sogenannte Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) der EU zu erhalten, müssen EU-Staaten einen Plan mit Investitions- und Reformvorhaben vorlegen, der eigentlich innerhalb von zwei Monaten von der Kommission beurteilt wird. Die Genehmigung des Plans von Polen wurde allerdings verschoben. Nach derzeitigen Berechnungen soll das Land insgesamt 23,9 Milliarden Euro an Zuschüssen und zusätzlich auch noch Kredite erhalten.

Auch Long-Covid-Patienten können sich impfen lassen

Bei Personen, die an Langzeitfolgen von Covid-19 leiden, verschlimmert die Corona-Impfung die Symptome in den allermeisten Fällen nicht. Dies sagte Mayssam Nehme, Klinikleiterin der Abteilung allgemeine Innere Medizin am Universitätsspital Genf HUG, am Dienstag vor den Medien in Bern.

Tendenziell sei in solchen Fällen eine Stabilisierung oder eine Verbesserung zu beobachten, erklärte Nehme gestützt auf Studien. Sie schränkte aber ein, dass die Datenbasis zu dieser Frage bisher relativ klein sei.

(Symbolbild: Keystone)

Für Long-Covid-Betroffene sei es wichtig, Zugang zu Spezialisten aus mehreren Fachbereichen zu haben und ihren Bedürfnissen entsprechend begleitet zu werden, sagte Nehme weiter.

Memes könnten helfen, Corona-Stress zu bewältigen

Witzige Memes könnten Menschen dabei helfen, den mit der Corona-Pandemie verbundenen Stress besser zu bewältigen. Das legt eine neue US-Studie nahe. Lesen Sie hier mehr.

Die Forschenden wollten herausfinden, ob das Betrachten von Memes die Bewältigung der Pandemie beeinflusst. (Bild: Keystone)
Höchste Corona-Fallzahlen in Kantonen mit tiefer Impfquote

Der Bund spricht bei der Entwicklung der Corona-Fallzahlen, Spitaleintritte und Todesfälle von einer Trendwende. Insbesondere in Kantonen mit niedriger Impfquote stiegen die Zahlen wieder.

Das sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien in Bern. Je nach Kanton registriere man derzeit eine 14-Tage-Inzidenz zwischen 70 und 530 pro 100’000 Einwohner. «Sie ist tendenziell dort höher, wo die Impfquote tief ist.»

Insgesamt bezeichnete Mathys die Lage als «nach wie vor relativ gut». Es zögen jedoch «ein paar dunkle Wolken am Horizont» auf. Die Lage auf Schweizer Intensivstationen bleibe angespannt. Rund 120 Personen würden dort wegen Covid-19 behandelt. Die Hälfte davon sei jünger als 57 Jahre.

BAG meldet 1’240 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem BAG am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 1’240 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 2 neue Todesfälle und 21 Spitaleinweisungen.

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Ischgl startet mit Corona-Sicherheitskonzept in die Wintersaison

Der österreichische Wintersportort Ischgl startet am 25. November in die diesjährige Wintersaison – begleitet von umfangreichen Anti-Corona-Massnahmen.

«Ziel ist und bleibt es, eine der sichersten Destinationen im Alpenraum für unsere Gäste zu sein», sagte Alexander von der Thannen vom Tourismusverband Paznaun-Ischgl. Die Seilbahnkabinen würden mit Kaltvernebelungsgeräten desinfiziert. Dieselbe Methode werde auch in den Skibussen sowie in Sportshops, Skidepots, WC-Anlagen, Aufzugskabinen und den Erste-Hilfe-Stationen täglich angewendet, hiess es. Kamerasysteme sollen die Wartezeiten an den Kassen und Liften mittels Dichtemessungen und Mobilitätsanalysen optimieren.

Ischgl in Tirol war in der ersten Corona-Welle im März 2020 in die internationalen Schlagzeilen geraten. Die Behörden sollen auf deutliche Hinweise, dass im Ort das Coronavirus grassiert, zu spät reagiert haben. Zahlreiche Touristen haben sich angesteckt und das Virus in ihre Heimatländer mitgebracht. Die Wintersaison 2020/21 liess der Ort aus Sicherheitsgründen ausfallen.

Für die bevorstehende Wintersaison in Österreich fehlen noch die offiziellen behördlichen Regelungen. Es ist aber absehbar, dass für den Skibetrieb die 3G-Regel (getestet, geimpft oder genesen) gilt und zumindest für Seilbahnkabinen sowie in geschlossenen Arealen eine FFP2-Maskenpflicht kommt.

Keine Zertifikatspflicht in Skigebieten

In der kommenden Saison wird es keine Zertifikatspflicht auf den Schweizer Pisten geben. In den Gondeln wird Maskenpflicht herrschen und in den Restaurants in den Skigebieten die Zertifikatspflicht, nicht aber auf den Terrassen. Das kommunizieren die Seilbahnen Schweiz am Dienstag in einer Medienmitteilung. Diese Lösung habe man mit dem Bund abgestimmt. Einzelne Skigebiete dürfen jedoch selbst eine Zertifikatspflicht erlassen.

«So können die Bergbahnen mit den gleichen Bedingungen in die Wintersaison starten wie der öffentliche Verkehr; mit Maskenobligatorium in geschlossenen Kabinen und Räumen, Abstand in Innenräumen von Gebäuden und Lüften in Kabinen», heisst es in der Mitteilung weiter.

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Die Corona-Regeln für die kommende Wintersaison bleiben unverändert. (Bild: Keystone)
Djokovic verrät den Impfstatus nicht

Novak Djokovic gibt in einem Interview mit der serbischen Zeitung «Blic» keine Details über seinen Impfstatus bezüglich des Coronavirus bekannt.

«Das ist eine Privatsache», betonte der Serbe, die Frage danach sei unangemessen. Der Gewinner von 20 Grand-Slam-Turnieren hat angesichts erneut zu erwartender Corona-Restriktionen noch nicht entschieden, ob er im Januar an das Australian Open nach Melbourne reist. Djokovic verwies dabei darauf, dass sich in diesem Jahr zahlreiche Profis nach der Ankunft in eine zweiwöchige Hotel-Quarantäne begeben mussten, weil sie als Kontaktpersonen positiv getesteter Mitreisender eingestuft wurden.

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Gibt keine Auskunft über seinen Impfstatur: Tennis-Star Novak Djokovic. (Bild: Keystone)
Stadt Bern bewilligt Kundgebung der Covid-Massnahmengegner

Die Stadt Bern hat für kommenden Samstag eine Demonstration der Covid-Massnahmengegner bewilligt. Die Organisatoren haben sich verpflichtet, ein mit ihnen abgesprochenes Sicherheitskonzept und die Marschroute des Umzugs einzuhalten.

Hinter der Kundgebung stehen das «Aktionsbündnis Urkantone» und die Vereinigung «Freie Linke Schweiz», wie aus einer Mitteilung der Stadtberner Sicherheitsdirektion vom Dienstag hervorgeht. Die Kundgebung richtet sich gegen das Covid-Zertifikat.

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Kommenden Samstag wird in Bern eine Corona-Massnahmen-Demo stattfinden. (Archivbild: Keystone)
Schweizer Uhrenexporte legen im September erneut zu

Die Erholung in der Uhrenbranche setzt sich nach dem Coronataucher des letzten Jahres fort: Im September wurden erneut mehr Schweizer Zeitmesser ins Ausland exportiert als vor Jahresfrist. Die Uhrenexporte haben damit auch das Niveau der Vor-Coronazeit übertroffen.

Im September 2021 wurden Schweizer Uhren im Wert von 1,88 Milliarden Franken ins Ausland ausgeführt, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte. Das sind 16,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bereits im August waren die Exporte um gut 10 Prozent, in den beiden Monaten davor sogar um knapp 30 Prozent und gut 70 Prozent in die Höhe geschnellt.

Damit erholt sich die Branche weiter vom Coronaschock des letzten Jahres, als Ladenschliessungen, Reisebeschränkungen und auch Konjunktursorgen die weltweiten Verkäufe von Luxusgütern stark belastet hatten.

Der jetzige Wert übertrifft nun sogar das Vorkrisenniveau. Konkret liegt der Wert der im September exportierten Uhren 3,1 Prozent über jenem des Septembers 2019, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH separat mitteilte.

In den Monaten Januar bis September 2021 wurden Schweizer Uhren im Wert von 16,1 Milliarden Franken exportiert. Das sind knapp 41 Prozent mehr als im Vorjahr (11,4 Mrd) und 1 Prozent mehr als vor zwei Jahren (15,9 Mrd).

Kane wegen Verstoss gegen Corona-Regeln für 21 Spiele gesperrt

Evander Kane ist von der NHL für 21 Spiele gesperrt worden. Der Flügelstürmer der San Jose Sharks und Teamkollege von Timo Meier verstiess gegen das von der Liga vorgeschriebene Corona-Protokoll.

Zur Art des Vergehens wurden offiziell keine Angaben gemacht. Amerikanische Medien gehen davon aus, dass Kane dem Klub und der Liga einen gefälschten Impfausweis vorgelegt hat.

(Bild: Keystone)
RAlpin-Güterzug von Italien wegen fehlendem «Green Pass» abgewiesen

Ein mit Waren beladener RAlpin-Bahnkonvoi ist letzte Woche an der italienischen Grenze zurückgewiesen worden. Offenbar waren sechs der 16 Fahrer des Kombi-Operateurs von BLS, SBB und Hupac nicht im Besitz des von den italienischen Behörden geforderten «Green Pass».

Auf Anfrage von AWP bestätigte die Geschäftsleitung des Solothurner Konzerns die Ende letzter Woche von der italienischen Presseagentur Ansa verbreiteten Informationen. Es handelte sich demnach um einen rollenden Strassenkonvoi, der Freiburg im Breisgau mit dem Terminal in Novara im Piemont verbindet. «In diesem Fall fahren die Fahrer in einem begleitenden Liegewagen», erklärte Ludwig Näf, Geschäftsführer (CEO) von RAlpin gegenüber der Nachrichtenagentur AWP.

«Da zum Zeitpunkt der Kontrolle in Domodossola nicht alle Fahrer im Besitz eines Covid-Zertifikates bzw. eines ‹Green Pass› waren, musste der Zug nach Freiburg im Breisgau zurückkehren und entladen werden», so der RAlpin-Chef weiter. Da aus Sicherheitsgründen ein Lokführer der italienischen Tochtergesellschaft von SBB Cargo im Zug anwesend sein müsse, sei der Schlafwagen auf der Rollenden Landstrasse ein «Arbeitsplatz» und müsse zertifiziert werden, erklärte der Manager. Seit kurzem müssen bekanntlich in Italien Arbeitskräfte am Arbeitsplatz einen «Green Pass» haben.

Kein Impfboom seit Ende der Gratis-Tests

Der Entscheid des Bundesrat, dass Covid-19-Tests ab dem 11. Oktober kostenpflichtig sind, hat nicht zu einem Impfboom geführt. Jüngste Daten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeigen, dass die Zahl der Menschen, die sich ein erstes Mal impfen liessen, sogar etwas abgenommen hat. Während vom 4. bis zum 10. Oktober 51’767 Erstimpfungen vorgenommen wurden, liessen sich letzte Woche 45’780 erstmals impfen – ein Rückgang um 11 Prozent.

Oberster Kantonsarzt hofft auf baldige Zulassung der Dritt-Impfung

Der oberste Kantonsarzt hofft auf eine baldige Zulassung der dritten Impfung gegen das Coronavirus. Gemäss des Präsidenten der Impfkommission wird diese für die «normale Bevölkerung» jedoch in diesem Jahr nicht nötig sein.

Rudolf Hauri, der oberste Kantonsarzt der Schweiz, findet es zwar «absolut richtig», dass sich die Zulassungsstelle Swissmedic und die Impfkommission (Ekif) – die danach die Empfehlung heraus gibt – nicht unter Druck setzen liessen und «einzig aufgrund von verfügbaren Daten und Fakten entscheiden», sagt Hauri in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» von Dienstag. Auf der anderen Seite «denke er schon», dass die Schweiz damit nicht mehr allzu lange warten solle.

Der Oberste Kantonsarzt hofft auf eine baldige Zulassung der Dritt-Impfung. (Bild: Keystone)

Das sehen auch einige Experten und Teile in der Bevölkerung so. Der Ruf nach der Zulassung der dritten Impfung gegen das Virus ist angesichts der Impfdurchbrüche und des vermutlich nachlassenden Schutzes von Betagten in den vergangenen Tagen lauter geworden. In einigen Ländern Europas und in den USA wird die dritte Impfung verabreicht.

Mehr dazu hier.

Neuseeland meldet Corona-Rekord

Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland hat am Dienstag 94 Neuinfektionen gemeldet – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Rekord lag bei 89 neuen Fällen innerhalb eines Tages und wurde im April 2020 verzeichnet. «Es ist wichtig, dass wir uns daran erinnern, dass wir nicht machtlos sind. Wir haben die Fähigkeit, die Fallzahlen so niedrig wie möglich zu halten», sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. Sie forderte die Menschen auf, möglichst zu Hause zu bleiben, damit Anderen das Leben zu retten und sich impfen zu lassen.

Bis Dienstag waren etwa 67 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt hat das Land mit fünf Millionen Einwohnern bislang 4700 Infektionen verzeichnet. 28 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Neuseeland hatte lange eine sogenannte Null-Covid-Strategie verfolgt. Zuletzt musste Ardern aber eingestehen, dass diese mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar ist.

Lettlands Regierung plant erneuten Lockdown

Angesichts rapide steigender Corona-Infektionszahlen in Lettland plant die Regierung in Riga einen neuerlichen Lockdown. Um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen, soll vom 21. Oktober bis 15. November das öffentliche Leben in dem baltischen EU-Land zurückgefahren werden. Dies kündigte Ministerpräsident Krisjanis Karins am Montagabend nach einer mehrstündigen Sitzung des Corona-Krisenstab an. Die Regierung muss dem Vorhaben am Mittwoch in einer Kabinettssitzung noch zustimmen.

Alle Geschäfte und Dienstleister – ausser Läden für den täglichen Bedarf – sollen dicht machen, der Schulbetrieb grösstenteils auf Fernunterricht umgestellt werden. Auch sollen die Bürger einer Mitteilung der Staatskanzlei zufolge ihre Wohnung von 20.00 Uhr bis 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen dürfen.

Krisjanis Karins. (Bild: Keystone)

In Lettland hat sich die Corona-Lage trotz neuer Beschränkungen zuletzt zugespitzt. In den letzten 14 Tagen wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga vom Montag 1307,2 Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner registriert – ein neuer Höchststand seit Beginn der Pandemie.

In Lettland ist nur knapp die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. Die Regierung bemüht sich seit Monaten mit nur mässigem Erfolg, die geringe Impfbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen.

Swissmedic: Dritte Corona-Impfung möglicherweise Ende Oktober

Die Zulassung für eine dritte Corona-Impfung in der Schweiz scheint in Sichtweite: bis Ende Oktober hält Swissmedic-Zulassungsleiter Claus Bolte für möglich – «wenn die entsprechenden Firmen mitspielen».

Die Notwendigkeit für eine dritte oder sogenannte Booster-Impfung sei bisher noch nicht eindeutig erbracht worden, sagte Bolte in der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens SRF von Montagabend. Die Unterscheidung, wer beziehungsweise welche Altersgruppe eine solche Impfung brauche und auch die Notwendigkeit habe das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic noch einmal hinterfragt.

Dramatische Corona-Lage: Petersburg beschränkt Freiheiten Ungeimpfter

Angesichts dramatisch angestiegener Corona-Infektionszahlen führt die russische Ostsee-Metropole St. Petersburg zahlreiche Einschränkungen im öffentlichen Leben ein. Ab dem 1. November müssen Erwachsene etwa bei Sport-Grossveranstaltungen nachweisen können, dass sie geimpft oder genesen sind, wie die Petersburger Stadtverwaltung am Montagabend mitteilte. Ab Mitte November ist ein entsprechender Nachweis per QR-Code demnach auch beim Besuch von Fitnessstudios, Theatern, Kinos und Museen notwendig.

Ab Dezember soll die Regelung zudem auf Gastronomie und Einzelhandel ausgeweitet werden. Ausgenommen ist, wer belegen kann, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen kann. Arbeitgeber wurden angewiesen, nicht geimpfte Über-60-Jährige ins Homeoffice zu versetzen. Ungenehmigte Veranstaltungen werden künftig auf maximal 40 Teilnehmer begrenzt.

(Bild: Keystone)

Wie in vielen anderen Regionen ist die Infektionslage in St. Petersburg seit Wochen sehr angespannt. Am Montag registrierten die Behörden 3097 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Russlandweit wurde mit mehr als 34’300 Infektionen binnen eines Tages ein neuer Höchststand seit Beginn der Pandemie erreicht. Im selben Zeitraum starben 998 Menschen mit Covid-19. Experten gehen allerdings davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen.

Ex-US-Aussenminister Colin Powell an Folgen von Covid-Erkrankung gestorben

Ex-US-Aussenminister Colin Powell ist an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Trotz doppelter Impfung starb Powell im Alter von 84 Jahren. Lesen Sie hier mehr.

(Bild: Keystone)
EU-Behörde prüft Zulassung von Pfizer-Impfstoff für Kinder

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft nun auch die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Das teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit. Die Hersteller hatten bereits in der vergangenen Woche angekündigt, entsprechende Daten zu den klinischen Untersuchungen an die EMA zu schicken.

Die Studien zeigen nach Angaben von Biontech und Pfizer, dass der Impfstoff von Kindern in dieser Altersgruppe gut vertragen wird und eine stabile Immunantwort hervorruft. Anders als bei Jugendlichen bekamen die Kinder dieser Altersgruppe nur ein Drittel der Dosis. Der Impfstoff Cominarty ist zur Zeit in der EU nur für Menschen ab zwölf Jahre zugelassen.

Die Experten prüfen nach Angaben der EMA nun die Daten. Eine Empfehlung über die Erweiterung der Zulassung wird in einigen Monaten erwartet. Die endgültige Entscheidung liegt dann bei der EU-Kommission. Das aber gilt als Formsache.

Impftempo in der Schweiz hat sich leicht erhöht

Vom 11. Oktober bis 17. Oktober sind in der Schweiz 170’189 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Damit sind 62 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Das Impftempo stieg in der vergangenen Woche, wie aus Angaben hervorgeht, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag auf seiner Website veröffentlichte.

Pro Tag wurden letzte Woche durchschnittlich 24’313 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor stieg die Impfkadenz damit leicht um ein Prozent.

Insgesamt wurden seit Beginn der Impfkampagne 10’881’521 Impfungen verabreicht. 5’361’728 Personen haben zwei Impfdosen erhalten, bei 158’065 Personen wurde bislang nur die Erstimpfung vorgenommen.

BAG meldet 2'366 neue Coronavirus-Fälle innerhalb von 72 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag 2’366 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 72 Stunden gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG vier neue Todesfälle und 30 Spitaleinweisungen.

Vor einer Woche waren innerhalb von 72 Stunden 2’262 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem waren es acht neue Todesfälle und 38 Spitaleintritte gewesen.

Auf 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 143,37 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,00.

Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zur Zeit 69,7 Prozent. 14,1 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten besetzt.

Mehr zu den aktuellen BAG-Zahlen lesen Sie hier.

Corona-Pass in Italien: Polizei räumt Blockade im Hafen von Triest

Nach tagelangen Protesten von Aktivisten und Arbeitern im Hafen der norditalienischen Stadt Triest gegen das Corona-Zertifikat hat die Polizei mit der Räumung von Blockaden begonnen.

Polizeibeamte mit Helmen und Schildern sowie Wasserwerfer stellten sich am Montagmorgen vor dem Durchgang Nummer 4 des Hafens auf, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete und auf Fernsehbildern zu sehen war. Es kam zu Rangeleien mit den Ordnungskräften, die die Protestierenden zurückdrängte. Auch Wasserwerfer wurden eingesetzt.

Die Polizei räumte die Blockade im Hafen der norditalienischen Stadt Triest gegen das Corona-Zertifikat ab Montagmorgen mit Wasserwerfern. (Bild: Keystone)

Hafenarbeiter und Aktivisten hatten seit Tagen gegen die Ausweitung des sogenannten Grünen Passes – ein Corona-Pass mit ausdruckbaren oder digitalen Nachweisen einer Corona-Impfung, eines negativen Tests oder einer Genesung von der Krankheit – auf die Arbeitswelt demonstriert. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte beschlossen, dass das Zertifikat ab dem 15. Oktober (vergangener Freitag) notwendig sei, um zur Arbeit gehen zu dürfen.

Die Hafenarbeiter in Triest hatten mit einer Blockade gedroht. Der Betrieb in dem für die Wirtschaft wichtigen Hafen wurde allerdings nicht entscheidend eingeschränkt. Die Entscheidung der Regierung hatte am Samstag vor einer Woche in der Hauptstadt Rom bereits zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei geführt.

Abklärungen der Polizei zu Rede von Schwyzer SVP-Kantonsrat

Der Schwyzer SVP-Kantonsrat David Beeler hat an der Kundgebung der Massnahmen-Kritiker am Samstag in Rapperswil-Jona SG eine Rede gehalten, deren Inhalt nun von der St. Galler Kantonspolizei abgeklärt wird. Ob die Staatsanwaltschaft ein Verfahren einleitet, ist noch offen.

Die Rede von Beeler an der Kundgebung wirft seit dem Wochenende Wellen. In Rapperswil-Jona sagte er unter anderem, der Bundesrat habe das Land verraten. In der Schweiz herrsche Kriegsrecht. Er behauptete, dass Polizisten auf Demonstranten schiessen und dass sie Frauen und alte Leute prügeln würden.

Zur Rede gebe es Abklärungen, bestätigte Hanspeter Krüsi, Sprecher der St. Galler Kantonspolizei, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht von 20min.ch. Die Polizei werde sich die Rede anhören, «eine Vorselektion» treffen und je nach Ergebnis die Staatsanwaltschaft informieren. Für den Entscheid, ob es ein Verfahren gibt, dürfte es einige Tage dauern.

Beeler hatte Ende September im Schwyzer Kantonsrat für einen Eklat gesorgt, als er während einer Debatte zum Thema Wertschätzung gegenüber dem Gesundheitspersonal zu einem Votum über die aus seiner Sicht falsche Corona-Politik ansetzte und immer weiterredete, bis ihm der Ratspräsident das Mikrofon abstellte.

Diese Rede halte er nun nochmals, sagte Beeler am Samstag in Rapperswil-Jona. Auf der Rednerliste für die Kundgebung war er als Kantonsrat angekündigt worden mit dem Zusatz «bei uns stellt ihm niemand das Mikrofon ab».

Christa Markwalder stellt Ende der Gratis-Impfung in den Raum

Die Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder hat in der Sendung «SonnTalk» auf Tele Züri die Möglichkeit der Abschaffung der kostenlosen Corona-Impfung in der Schweiz angesprochen. Weil die Impfquote in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern eher tief ist, hat der Bundesrat eine neue Impfoffensive lanciert. Mit Investitionen von rund 100 Millionen Franken will die Landesregierung im Rahmen einer Impfwoche, mobilen Impf- und Beratungsstellen und Informationskampagnen die Impfbereitschaft in der Bevölkerung erhöhen.

Christa Markwalder kritisierte im «SonnTalk» die Strategie des Bundesrats. «Sind die 100 Millionen wirklich richtig investiert?», fragte sie in die Runde. Denn so koste jede Person, die noch von der Impfung überzeugt werden könne, «sehr viel Geld». Stattdessen stellte sie die umgekehrte Frage: «Was wäre zum Beispiel, wenn man sagt, dass die Impfung ab einem bestimmten Stichdatum kostenpflichtig wäre und man selber dafür aufkommen müsste?».

Markwalder erinnerte in diesem Zusammenhang an den Effekt, der mit der Ankündigung des Endes der Gratis-Corona-Tests erzielt worden sei. Plötzlich habe es wieder einen Schub von Impfwilligen gegeben, «die keine Lust hatten die ganze ‹Testerei› selbst zu bezahlen». Die Menschen hätten auch ein «ökonomisches Gewissen» und dementsprechend sollten solche Fragen diskutiert werden, so die FDP-Politikerin. «Wir können nicht einfach alles auf dem Silbertablett servieren, denn offensichtlich ist, was nichts kostet, nichts wert.»

Die Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder möchte, dass die Abschaffung der kostenlosen Corona-Impfung in der Schweiz diskutiert wird. (Bild: Keystone)
Tourismusminister: Australien-Urlaub eventuell schon vor Weihnachten

Australien könnte nach Auffassung von Handels- und Tourismusminister Dan Tehan nun doch bereits vor Weihnachten seine internationalen Grenzen öffnen und wieder Urlauber empfangen. «Natürlich ist es unsere Priorität, Australier nach Hause zu bringen», sagte Tehan am Montag dem Sender Sky News Australia. «Aber meiner Meinung nach können wir vor Weihnachten damit beginnen, auch alle anderen – darunter internationale Touristen – hereinzulassen.»

Voraussetzung sei aber, dass mindestens 80 Prozent der Bevölkerung im Alter von über 16 Jahren vollständig gegen das Coronavirus geimpft seien. Bis zum Wochenende hatten in Australien etwa 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung doppelten Impfschutz. Fast 85 Prozent hatten eine erste Impfdosis erhalten.

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Berner CoV-2-Modell beschleunigt Forschung und Arzneientwicklung

Wissenschaftler aus Bern und New York haben ein nicht-ansteckendes Modell von SARS-CoV-2 entwickelt, das die Forschung am Virus und seinen neuen Varianten beschleunigt und sicherer macht. Zudem lassen sich mit dem realistischen Modell Medikamente besser testen.

Die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten ist weltweit schon weit gediehen. Aber es können immer wieder Varianten auftauchen, die noch infektiöser sind und vor denen die vorhandenen Impfstoffe nicht oder ungenügend schützen. «Je schneller die Eigenschaften solcher Varianten charakterisiert werden können, desto schneller lassen sich Gegenmassnahmen ergreifen», schreibt die Universität Bern (Unibe) in einer Mitteilung vom Freitag.

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Das eines neuen Modells von SARS-CoV-2 kann die Forschung am Virus sicherer und einfacher werden. (Symbolbild: Keystone)
Skandinavische Fluggesellschaften schaffen regional Mundschutz ab

Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss ab Montag kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Die Fluggesellschaften SAS, Norwegian, Widerøe und Flyr einigten sich darauf, von Reisenden zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden den Infektionsschutz nicht mehr zu verlangen. «Der norwegische Leitfaden zur Infektionskontrolle verlangt von Passagieren im Inland nicht mehr, Gesichtsmasken zu tragen, daher entfällt diese Anforderung an Bord von Widerøes Flügen», sagte Sprecherin Silje Brandvoll dem norwegischen Rundfunk.

Bei Flügen in andere Länder im Ausland müsse jedoch weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auf dem Flughafen Gardermoen, nahe der norwegischen Hauptstadt Oslo, wurde die Maskenpflicht bereits am Freitag aufgehoben.

Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss ab Montag kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. (Bild: Keystone)
Mitte-Politiker fordern Lockerung der erweiterten Zertifikatspflicht

Der Rückhalt für die erweiterte Zertifikatspflicht schwindet bei den Mitte-Politikerinnen und -Politikern. Bisher galt die Mitte als jene Partei, welche die Corona-Politik des Bundesrats am stärksten gestützt hat. Gemäss einer Studie liegt die Immunisierung bei den über 65-Jährigen über 90 Prozent. Deshalb müsse «der Einsatz des Zertifikats jetzt schrittweise» gelockert werden, sagte etwa Mitte-Nationalrat Martin Candinas gegenüber der «SonntagsZeitung».

Seiner Meinung sind auch Thomas Rechsteiner, Alois Gmür und Peter Hegglin. Während Parteipräsident Gerhard Pfister von Lockerungen nichts wissen will, sieht es beim neuen Präsidenten der FDP anders aus. Die Aufhebung der erweiterten Zertifikatspflicht sollte relativ bald kommen, sofern die Fallzahlen weiterhin rückläufig und die Spitalzahlen tief bleiben, findet Thierry Burkart (AG).

Reisen auch bei Nein zum Covid-19-Gesetz möglich

Bei einem allfälligen Nein zum Covid-19-Gesetz am 28. November wäre das Covid-Zertifikat im Ausland weiterhin einsetzbar. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat gegenüber der «NZZ am Sonntag» die Aussage des Bundesrats, wonach das Zertifikat ab dem 20. März nicht mehr genutzt werden könne, relativiert.

Das sei lediglich im Inland der Fall. «Die bereits ausgestellten Zertifikate blieben zum Beispiel als Papierzertifikat oder mittels alternativer Überprüfungs-App weiterhin lesbar und könnten, falls ein anderer Staat dies akzeptiert, als Nachweis der Impfung oder Genesung weiterhin genutzt werden.» Der Grund ist, dass die Schlüssel zur Überprüfung der Nachweise öffentlich sind. Sie funktionieren auch ohne Verbindung zum Bundessystem, solange sie noch gültig sind.

Lichtspektakel am Bundeshaus in Bern nach Corona-Pause zurück

Ein buntes Lichtspektakel hat am Samstagabend wieder die Fassade des Parlamentsgebäudes in Bern erhellt. Die Aktion «Rendez-vous Bundesplatz» musste im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie nach wenigen Abenden vorzeitig abgebrochen werden.

Nun kehrte die Licht- und Tonshow zurück. Das letztjährige Spektakel wurde erneuert und zu «Planet Hope – Comeback» (Planet Hoffnung – Rückkehr) erweitert. Es thematisierte die Vielfalt der Natur und ihre Gefährdung durch den Menschen.

Bespielt wird die Fassade des Bundeshauses in bunten Farben des Regenwaldes. Sujets sind unter anderem ein von Plastikmüll bedrohter Ozean, ein schmelzender Gletscher und ein die Dunkelheit erhellender Leuchtturm.

Das Lichtspektakel «Rendez vous Bundesplatz» projiziert Bilder unter dem Moto «Planet Hope» an die Fassade des Bundeshauses. (Archivbild: Keystone)
800 bis 1'000 Personen an Corona-Demonstration in Lausanne

Zwischen 800 bis 1’000 Personen sind am Samstag in Lausanne gegen die Covid-Massnahmen auf die Strasse gegangen. Zu Vorfällen kam es dabei nicht. Der vielfarbige Umzug verlief in familiärere Atmosphäre.

«Berset, Deine Pässe wollen wir nicht» und «Liberté» skandierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ohne Schutzmasken unterwegs waren. Zudem ertönte ein Pfeifkonzert. Auf Plakaten stand «Nein zur Massenüberwachung» und «Für die Sicherheit verlieren wir die Freiheit».

Etliche Umzugsteilnehmer forderten den Rücktritt von Bundesrat Alain Berset und bezeichneten ihn als Diktatoren. Das Covid-Zertifikat sei ein nazimässiger Pass. (Bild: Keystone)
Corona-Neuinfektionen in Lettland erreichen neuen Höchststand

In Lettland hat es am Samstag einen Höchstwert an Corona-Neuinfektionen seit Ausbruch der Pandemie gegeben. Die Gesundheitsbehörde in Riga vermeldete 2’799 positiven Tests binnen 24 Stunden. Damit spitzt sich die Lage in dem baltischen EU-Land weiter zu: In den letzten 14 Tagen wurden nach offiziellen Angaben 1195,4 Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner registriert – auch dies ist ein neuer Höchststand.

In Lettland sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen deutlich nach oben gegangen. Auch Staatspräsident Egils Levits wurde zuletzt trotz Impfung positiv auf das Coronavirus getestet. Angesichts der erneut starken Ausbreitung des Virus hat die Regierung in Riga einen dreimonatigen Gesundheitsnotstand bis zum 11. Januar verhängt. Damit verbunden sind Beschränkungen sowohl für Geimpfte als auch für Nicht-Geimpfte.

Ein paar Tausend Menschen demonstrieren gegen Corona-Massnahmen

In mehreren Schweizer Städten haben am Samstag erneut ein paar Tausend Menschen gegen die Corona-Massnahmen protestiert. In Rapperswil-Jona SG kamen rund 3000 Gegnerinnen und Gegner der Corona-Massnahmen zusammen.

Die Teilnehmenden der bewilligten Kundgebungen protestierten gegen die Massnahmen von Bund und Kantonen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Gemäss Angaben der Polizeien kam es zu keinen grösseren Zwischenfällen.

Zur grössten Kundgebung versammelten sich in Rapperswil-Jona SG am oberen Ende des Zürichsees rund 3000 Menschen. Die Schätzung stammt von der St. Galler Kantonspolizei. Organisiert worden war der Anlass vom Aktionsbündnis Urkantone. Probleme habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Veranstaltung begann mit einem langen Demonstrationszug. Danach folgten Reden auf einem Parkplatz beim Eishockeystadion. Zu Ende gehen sollte die Kundgebung erst am Abend.

In Baden AG nahmen schätzungsweise 1500 Personen an der laut der Aargauer Kantonspolizei friedlichen Kundgebung teil, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort feststellte. Gleich zu Beginn gab es zwar Rempeleien zwischen den Kundgebungsteilnehmern und einer Handvoll Gegendemonstranten.

Die Hitzköpfe auf beiden Seiten konnten von Polizei und Zuschauern beruhigt werden. An der Kundgebung dabei waren auch die sogenannten «Freiheitstrychler». Die Mehrheit der Teilnehmenden der Kundgebung trug keine Maske. Ein 28-jähriger Teilnehmer wurde laut Polizei angehalten, überprüft und weggewiesen.

DemonstrantInnen in Lausanne. (Bild: Keystone)

In Lausanne begann am Nachmittag ebenfalls eine bewilligte Kundgebung. Diese richtete sich gegen den seit dem 13. September vorgeschriebenen Einsatz des Covid-Zertifikats etwa in Restaurants, Bars und Sportstätten.

In Bern dagegen demonstrierten mehrere hundert Menschen für Solidarität und kritisierten die Massnahmen-Gegner scharf. Zur Demonstration aufgerufen hatte das neugegründete «Solidarische Bündnis Bern», das in den nächsten Wochen aktiv bleiben will.

Das linke Bündnis wollte ein Zeichen setzen gegen die aus seiner Sicht rechtsextrem geprägten Demonstrationen und Aktivitäten der letzten Monate. Die Linke müsse eine eigene Antwort finden auf die aktuellen Massnahmen, die sowohl der pandemischen Lage Rechnung trügen als auch staats- und gesellschaftskritisch sein könnten.

Ausländische Covid-Zertifikate länger ausgefallen als inländische

Der Ausfall des Covid-Zertifikats am Freitagabend hat Inhaberinnen und Inhaber von ausländischen Zertifikaten länger betroffenen als Personen mit einem in der Schweiz ausgestellten Zertifikat. Das gab das Bundesamt für Informatik (BIT) am Samstag bekannt.

Schweizerische Zertifikate – sie müssen beispielsweise beim Gang ins Restaurant, ins Kino, ins Fitnesscenter oder an ein Fussballspiel vorgezeigt werden – wurden von der Schweizer App am Freitag zwischen 19:30 Uhr und 20:30 Uhr nicht als gültig erkannt. Ausländische Zertifikate dagegen funktionierten erst ab 22:30 Uhr wieder normal.

Am Freitagabend sind die Covid-Zertifikate unerwartet ausgefallen. (Bild: Keystone)

Einen Tag nach dem Ausfall der Zertifikats-App des Bundes machte das BIT am Samstag auch neue Einzelheiten zur Ursache der Störung bekannt. Demnach reagierte das Schweizer System am Freitag falsch auf Wartungsarbeiten in der EU.

Die zur Erkennung der Zertifikate notwendigen Schlüssel in der Schweiz seien als Folge der Wartungsarbeiten gelöscht worden, schrieb das BIT. Das Bundesamt stellte die Schlüssel in den Schweizer Systemen wieder her.

«Zertifikat mit ungültiger Signatur» – das lasen Nutzer der App für das Covid-Zertifikat wegen der Panne am Freitagabend bei Eingangskontrollen auf ihren Smartphones. Auf die Panne aufmerksam gemacht hatte zunächst die Zeitung «Blick» im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Schweiz und die EU anerkennen ihre Covid-Zertifikate gegenseitig.

Rund 300 Gegendemonstranten in Bern

In der Hauptstadt Bern dagegen gingen gut 300 Personen vom sogenannten Solidarischen Bündnis Bern unter dem Motto «Solidarisch aus der Krise – solidarisch gegen Rechts!» auf die Strasse. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer trugen eine Maske. Das linke Bündnis wollte gegen die aus seiner Sicht rechtsextrem geprägten Demonstrationen und Aktivitäten der letzten Monate ein Zeichen setzen.

In Lausanne stand für den späteren Nachmittag ebenfalls eine bewilligte Kundgebung auf dem Programm. Diese richtet sich gegen den Einsatz des Covid-Zertifikats etwa in Restaurants, Bars und Sportstätten.

Mehrere hundert Personen nahmen am Samstag an einer Gegendemonstration des Solidarischen Bündnisses Bern teil. (Bild: Keystone)
Corona-Skeptiker und Gegendemonstranten geraten in Baden aneinander

In mehreren Schweizer Städten haben am Samstag erneut hunderte Menschen gegen die Corona-Massnahmen protestiert. In Baden AG versammelten sich am Nachmittag einige hundert Personen. In Rapperswil-Jona SG kamen 1’000 Personen zu einem Marsch zusammen.

Die Teilnehmenden protestierten gegen die Massnahmen von Bund und Kantonen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Die Kundgebungen waren bewilligt. Gemäss Angaben der Polizeien kam es zu zunächst zu keinen grösseren Zwischenfällen.

In Baden gab es jedoch gleich zu Beginn Rempeleien zwischen den Kundgebungsteilnehmern und einer Handvoll Gegendemonstranten. Die Hitzköpfe auf beiden Seiten konnten von Polizei und Zuschauern beruhigt werden. An der Kundgebung in Baden anwesend waren auch die sogenannten «Freiheitstrychler». Die Mehrheit der Teilnehmenden der Kundgebung trug keine Maske, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.

In Rapperswil-Jona marschierten die Demo-Teilnehmer zum eigentlichen Kundgebungsort – einem Parkplatz neben dem Eishockeystadion der Lakers. Organisator der Kundgebung ist das Aktionsbündnis Urkantone.

Grosser Demo-Samstag in der Schweiz

Am Samstag stehen in der Schweiz zahlreiche Strassenproteste an. Zum einen wollen Gegnerinnen und Gegner der Corona-Massnahmen etwa in Baden AG, Rapperswil-Jona SG und Lausanne VD auf die Strasse gehen. Die Demonstrationen sind bewilligt.

Die Gruppierung Mass-Voll rief auf Instagram zu den Demonstrationen gegen das Covid-Gesetz auf. In Rapperswil haben sich ab 13 Uhr Corona-Skeptiker versammelt. Sie wollen einen Marsch durch die Stadt zum Eishockeystadion veranstalten. Es werden bis zu 4’000 Teilnehmende erwartet.

Die Kundgebung gegen die Corona-Massnahmen in Baden AG wird von der Sängerin Linda Kratky, die aus der Aargauer Stadt stammt, organisiert, wie die Zeitungen von CH Media berichten. Erwartet würden einige hundert Teilnehmende, darunter auch Freiheitstrychler.

In Bern findet am Samstag eine Gegendemonstration der linken Gruppierung Solidarisches Bündnis Bern statt. Sie wollen sich damit gegen die Corona-Skeptiker stellen und ihren Unmut äussern. Die Kundgebung ist um 14 Uhr auf dem Waisenhausplatz gestartet. Die Kantonspolizei Bern habe Kenntnis vom Aufruf zur Demo und «beobachte und analysiere die Lage laufend», wie eine Sprecherin gegenüber CH Media erklärte.

Bereits letzten April demonstrierten Corona-Skeptiker in Rapperswil SG. (Bild: Keystone)
Corona-Todeszahl in Russland erreicht neuen Höchststand

In Russland hat die Zahl der Corona-Toten erstmals die Marke von 1000 pro Tag überschritten. Das ist ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Am Samstag meldeten die Behörden 1002 Todesfälle innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zugleich gab es mehr als 33 200 Neuinfektionen binnen eines Tages. Auch das ist ein Negativrekord. Seit Wochen spitzt sich die Corona-Lage im flächenmässig grössten Land der Erde dramatisch zu.

Laut Corona-Statistik sind seit Frühjahr vergangenen Jahres mehr als 222 000 Menschen mit dem Virus gestorben. Die Corona-Zahlen stehen jedoch seit langem als geschönt in der Kritik.

Die Behörden sehen den Hauptgrund für die hohen Todes- und Infektionszahlen in der geringen Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Nach den offiziellen Angaben vom Samstag sind etwa 47,5 Millionen Menschen vollständig immunisiert. Das sind 32,5 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland sind dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 65,6 Prozent komplett versorgt.

Covid-Zertifikate auf App plötzlich «ungültig»

Bei der Schweizer App für die Covid-Zertifikate gab es am Freitagabend ein Problem Bei einigen Usern erschien die Meldung «ungültige Signatur».

Das Problem ist mittlerweile wieder behoben. Der Grund waren Wartungsarbeiten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Am Freitagabend erschien bei UserInnen der Covid-App diese Meldung. (Bild: Telebasel)

USA: FDA-Gremium empfiehlt auch Corona-Booster mit Johnson & Johnson

Nach Empfehlungen für die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna hat sich ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA auch für Corona-Auffrischungsimpfungen von Johnson & Johnson ausgesprochen. Mit Johnson & Johnson geimpfte Menschen sollten mindestens zwei Monate nach ihrer bisherigen Impfdosis eine Auffrischungsimpfung bekommen können, entschied das Gremium am Freitag.

Die Empfehlungen des Gremiums sind nicht bindend, typischerweise folgt die FDA ihnen aber. In diesem Fall soll auch noch geprüft werden, ob mit Johnson & Johnson geimpfte Menschen möglicherweise eine Auffrischungsimpfung mit Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen könnten.

Weiter sinkende Corona-Zahlen in Italien

In Italien schwächt sich die Corona-Pandemie weiter ab. Der bis Donnerstag berechnete Sieben-Tage-Inzidenzwert lag landesweit bei durchschnittlich 29 Fällen je 100’000 Einwohnern, wie aus dem wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums am Freitag in Rom hervorging. Eine Woche zuvor registrierten die Experten noch 34 Fälle im Schnitt. In fast allen italienischen Regionen und Autonomen Provinzen herrsche ein niedriges Infektionsgeschehen. Die Behörden meldeten am Freitag rund 2700 Corona-Neuinfektionen und etwas mehr als 40 Tote mit dem Virus binnen eines Tages.

In der Impfkampagne sind nach Angaben des ausserordentlich bestellten Covid-19-Kommissars etwa 81 Prozent der zu Impfenden, also Menschen älter als zwölf Jahre, durchgeimpft. Ausserdem sei die Zahl der Erstimpfungen in den vergangenen Tagen gestiegen. Seit Freitag müssen die Menschen in Italien den «Grünen Pass» vorweisen, wenn sie zur Arbeit gehen. Darunter versteht man den Nachweis über eine Corona-Impfung, einen negativen Test auf das Virus oder eine nachweisliche Genesung von der Krankheit. Gegen die Regelung gab es teils heftige Proteste.

Corona-Pass in Italiens Arbeitswelt Pflicht: Proteste, kein Chaos

Begleitet von Protesten und vereinzelten Streiks, aber ohne grosses Chaos hat Italien den «Grünen Pass» in allen Bereichen der Arbeitswelt eingeführt. Rund 23 Millionen Beschäftigte müssen künftig das Corona-Zertifikat als Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Tests vorzeigen, um zu ihren Arbeitsplätzen in Büros, Fabriken, Geschäften oder Gaststätten zu gelangen. Eine derart umfassende Massnahme zur Covid-Bekämpfung ist europaweit einzigartig.

Entsprechend gab es am Freitag zum Auftakt der neuen Phase an vielen Orten Proteste. Das von manchen Kritikern prophezeite Chaos blieb aber aus. In Genua und Triest bestreikten Hunderte Arbeiter die zwei wichtigsten Häfen des Landes. Von den Morgenstunden an versuchten Demonstranten immer wieder, Teile der beiden Häfen zu blockieren. Der Verladebetrieb wurde dabei aber nicht entscheidend beeinträchtigt.

SP sammelt in 24 Stunden 100'000 Franken für Ja-Kampagne

Die SP Schweiz hat mit einer Sammelaktion im Internet innerhalb von weniger als 24 Stunden rund hunderttausend Franken an Spenden für eine Ja-Kampagne zum Covid-19-Gesetz hereingeholt. Dies gab die Partei am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter bekannt. Mit dem Geld will die SP elektronische Werbeanzeigen in allen grossen Bahnhöfen buchen.

Der Text der geplanten Plakate mit den grossen Worten «Ja» und «aus Vernunft» besteht aus lauter Vornamen. Diese stammen von jenen Personen, welche die Kampagne mit einer Spende unterstützen. Am späten Freitagnachmittag waren das über 7900 Menschen, wie aus Angaben auf der Internetseite www.ja-aus-vernunft.ch hervorging. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Medien: US-Einreisestopp endet zum 8. November

Ausländer mit einer Corona-Impfung können Medienberichten zufolge ab dem 8. November wieder in die USA einreisen.

Der Sender CNN und die Webseite «The Hill» berichteten unter Berufung auf einen Tweet vom Assistenz-Regierungssprecher Kevin Munoz von der Öffnung der Grenzen.

Munoz schrieb am Freitag bei Twitter: «Die neue Reiserichtlinie der USA, die eine Impfung für ausländische Reisende in die Vereinigten Staaten vorschreibt, beginnt am 8. November. Diese Ankündigung und das Datum gelten sowohl für internationale Flugreisen als auch für Reisen auf dem Landweg.» Mehr zum Thema lesen Sie hier.

US-Konsumklima kühlt sich überraschend ab

Das Konsumklima in den USA hat sich im Oktober überraschend abgekühlt. Das Barometer für die Konsumentenlaune sank um 1,4 auf 71,4 Punkte, wie die Universität Michigan am Freitag unter Berufung auf ihre monatliche Umfrage mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Zuwachs auf 73,1 Punkte gerechnet.

«Die Delta-Variante, Engpässe in der Lieferkette und eine geringere Erwerbsbeteiligung werden die Konsumausgaben bis 2022 weiter dämpfen», sagten die Forscher voraus. «Ein weiterer, weniger greifbarer Faktor hat zum Einbruch des Optimismus beigetragen: Das Vertrauen in die staatliche Wirtschaftspolitik ist deutlich gesunken während der letzten sechs Monate.»

Zertifikatspflicht beschert Gastronomie 28 Prozent Umsatzeinbusse

Seit Mitte September haben Gastrobetriebe in der Schweiz laut einer Umfrage des Branchenverbandes Gastrosuisse im Durchschnitt 27,6 Prozent weniger Umsatz erzielt wegen der Ausweitung der Zertifikatspflicht. Und die Zahl der Stornierungen von Reservationen steigt.

Das Covid-Zertifikat führt laut dem Branchenverband Gastrosuisse zu Einbussen in den Restaurants. (Bild: Keystone)

81,3 Prozent der befragten gastgewerblichen Betriebe verzeichnen einen Umsatzrückgang wegen der verschärften Zertifikatspflicht, wie Gastrosuisse am Freitag mitteilte. Am stärksten betroffen seien die Betriebe in ländlichen Regionen mit durchschnittlichen Umsatzeinbussen von 31,5 Prozent. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Biontech und Pfizer beantragen Impfstoff-Zulassung für Kinder

Das deutsche Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben jetzt auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt.

Beide teilten am Freitag in Mainz und New York mit, dass sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten zu den klinischen Untersuchungen übermittelt hätten.

Dieselben Daten wurden bereits der US-Arzneimittelbehörde FDA übergeben. Dort hatten Biontech und Pfizer am 7. Oktober die Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt.

Mangelhafte Atemschutzmaske zurückgerufen

Die Swiss Health Protection GmbH ruft eine Atemschutzmaske zurück. Grund ist, dass die Schutzwirkung der Masken ungenügend ist.

Diese Maske wird aus Sicherheitsgründen zurückgerufen. (Bilder: BFU)

Betroffen ist die Atemschutzmaske LAIANZHI KN95 vom Typ KM1095, wie das Unternehmen am Freitag zusammen mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung mitteilte. Verkauft wurde sie den Angaben zufolge unter anderem in Drogerien und im Detailhandel.

Betroffene Kundinnen und Kunden werden in der Mitteilung gebeten, die Masken nicht mehr zu verwenden und sie in die Geschäfte, in denen sie diese erworben hatten, zurückzubringen. Ansonsten bestehe die Gefahr irreversibler Gesundheitsschäden. Die mangelhaften Masken können am Ort des Kaufs gegen ein anderes Modell umgetauscht werden.

Knapp 3000 Meldungen über schwerwiegende Impf-Nebenwirkungen

In der Schweiz haben sich die Meldungen über vermutete unerwünschte Nebenwirkungen bei der grössten Impfaktion des Landes weiter in Grenzen gehalten. Bis am Dienstag gingen bei der Arzneimittelaufsicht 8757 Meldungen nach Covid-19-Impfungen ein. Nur rund 34 Prozent davon oder 2978 Meldungen wurden als schwerwiegend eingestuft.

Bislang wurden in der Schweiz laut dem Bund knapp elf Millionen Impfdosen verabreicht.

Die bisher eingegangenen und analysierten Meldungen über unerwünschte Wirkungen würden das positive Nutzen-Risiko-Profil der in der Schweiz verwendeten Covid-19 Impfstoffe nicht ändern, teilte die Arzneimittelbehörde Swissmedic am Freitag mit. Sie hatte zuvor die Corona-Impfungen der Hersteller Moderna, Biontech/Pfizer und Johnson & Johnson als sicher taxiert und zugelassen.

 

Bisher wurden in der Schweiz knapp 3000 schwere Nebenwirkungen bei 11 Millionen Impfungen verabreicht. (Bild: Keystone)

US-Detailhändler überraschen mit Umsatzplus

Die US-Detailhändler haben ihren Umsatz im September trotz Engpässen überraschend gesteigert. Er wuchs um 0,7 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang von 0,2 Prozent gerechnet. Im August hatte es ein Plus von revidiert 0,9 (bisher: 0,7) Prozent gegeben.

«Trotz Belastungen aus Lieferengpässen oder witterungsbedingte Einbussen durch Hurrikan Ida zeigt sich der Einzelhandel in relativ robuster Verfassung», sagte der US-Experte des Bankhauses Lampe, Bastian Hepperle. Tendenziell dürfte es weiter aufwärtsgehen. «Im Vergleich zu ersten Hälfte dieses Jahres allerdings erheblich bescheidener», sagte Hepperle.

Nein zum Covid-Gesetz: SVP will wieder Normalität ohne "Impfzwang"

Die SVP und ihre Jungpartei haben am Freitag in den Chor der Gegnerinnen und Gegner des revidierten Covid-19-Gesetzes eingestimmt. Zum Start ihrer Abstimmungskampagne gegen die Vorlage vom 28. November lehnten sie vor allem die Zertifikatspflicht ab.

Das revidierte Covid-Gesetz, das die Grundlage für den Einsatz des Zertifikats etwa in Restaurants, Bars und Sportstätten bildet, diskriminiere weite Teile der Bevölkerung, grenze die Jungen aus und verletze Grundrechte, teilten die SVP und die JSVP mit. Man sei nicht gegen das Impfen, hiess es, «aber für die Freiheit».

Die SVP befürchtet eine «Spaltung der Gesellschaft». In ihrer Plakat-Kampagne setzt die sonst für kontroverse Sujets bekannte Partei auf blosse Text-Plakate wie «Gesellschaft spalten? Nicht mit uns!». Sie begründete ihre Bedenken damit, dass sich Familien und Leute mit tiefen Einkommen Covid-Tests nicht leisten könnten. Mit einem Test erlangen Menschen – neben der Impfung oder einer durchgemachten Krankheit – ebenfalls vorübergehend ein Zertifikat.  Alles zum Thema lesen Sie hier.

BAG meldet 952 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 952 neue Coronavirus-Ansteckungen innert 24 Stunden gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 22 Spitaleinweisungen und sieben neue Todesfälle.

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Berner CoV-2-Modell beschleunigt Forschung und Arzneientwicklung

Wissenschaftler aus Bern und New York haben ein nicht-ansteckendes Modell von SARS-CoV-2 entwickelt, das die Forschung am Virus und seinen neuen Varianten beschleunigt und sicherer macht. Zudem lassen sich mit dem realistischen Modell Medikamente besser testen.

Die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten ist weltweit schon weit gediehen. Aber es können immer wieder Varianten auftauchen, die noch infektiöser sind und vor denen die vorhandenen Impfstoffe nicht oder ungenügend schützen. «Je schneller die Eigenschaften solcher Varianten charakterisiert werden können, desto schneller lassen sich Gegenmassnahmen ergreifen», schreibt die Universität Bern (Unibe) in einer Mitteilung vom Freitag.

Covid-Testzentren im Aargau unterstehen einer Betriebsbewilligung

Im Kanton Aargau müssen Betreiber eines Testzentrums bei den Kantonsbehörden eine Betriebsbewilligung beantragen. Davon betroffen sind insbesondere Betreiber ohne Geschäftssitz im Kanton oder solche, die das Testzentrum ausserhalb ihrer Geschäftsräume betreiben.

Im Aargau bedürfe es zur Durchführung von Sars-CoV-2-Schnelltests zur Fachanwendung ausserhalb von bewilligten Laboratorien oder Arztpraxen, Apotheken, Spitälern, Alters- und Pflegeheimen und sozialmedizinischen Institutionen sowie Organisationen der Krankenpflege eine Betriebsbewilligung. Das teilte das Departement Gesund und Soziales (DGS) am Freitag mit.

Anbieter von Sars-CoV-2-Schnelltests benötigen im Kanton Aargau eine Betriebsbewilligung. Ausgenommen sind bewilligte Laboratorien, Arztpraxen, Apotheken und Spitäler. (Symbolbild: Key)

Die Betriebsbewilligung ist an zahlreiche Auflagen geknüpft. Notwendig ist eine fachverantwortliche Person wie Arzt oder Apotheker mit einer Berufsausübungsbewilligung im Aargau oder ein Inhaber einer Betriebsbewilligung für ein medizinisches Laboratorium im Kanton.

"Bundesrat darf sich nicht einschüchtern lassen"

Die Sicherheitslage für Regierungsmitglieder hat sich seit der Pandemie verändert. Man müsse als Bundesratsmitglied ein Stück weit lernen, damit umzugehen, dass sich Bundesrätinnen und Bundesräte heute nicht mehr so frei bewegen könnten wie vorher, sagt Justizministerin Karin Keller-Sutter in einem Interview mit den Titel von «CH Media».

Bundesrätin Karin Keller Sutter sprach in einem Interview über die veränderte Sicherheitslage für Regierungsmitglieder. (Archivbild: Key)

Gleichzeitig dürfe sich der Bundesrat nicht einschüchtern lassen. Die Schweiz müsse ihre Kultur verteidigen, in der sich Parlamentarierinnen, Regierungsräte und Bundesrätinnen frei bewegen könnten. Das sei ein hohes Gut.

Bald nur noch Schnelltests für Geimpfte nach Ankunft in England

Rechtzeitig zu den britischen Herbstferien lockert die Regierung in London erneut die Corona-Regeln für die Einreise nach England. Vom 24. Oktober an müssen vollständig Geimpfte nach der Ankunft nur noch einen Antigentest machen und keinen PCR-Test mehr.

Damit halbieren sich auch die Kosten, die Reisende selbst tragen müssen. PCR-Tests kosten mindestens 50 Pfund, das sind rund 59 Euro. Diese Kosten waren vor allem von Familien scharf kritisiert worden. Der Test muss vorab gebucht und spätestens am zweiten Tag nach Ankunft gemacht werden.

Die meisten englischen Schulkinder haben am 22. Oktober ihren letzten Schultag vor den Ferien. Gesundheit ist im Vereinigten Königreich Sache der Landesteile. Für England, das keine eigene Regierung hat, ist die Zentralregierung in London zuständig.

Berner Polizei weist 510 Massnahmenkritiker weg

An der unbewilligten Corona-Demo vom Donnerstagabend hat die Berner Kantonspolizei 510 Wegweisungen ausgesprochen. Zwei Dutzend Massnahmenkritiker werden zur Anzeige gebracht.

Das teilte die Polizei am Freitag mit. Ihr Einsatz dauerte bis in die Morgenstunden. Insgesamt kontrollierte sie nach eigenen Angaben 534 Personen.

Nach teils gewaltbereiten Demo-Aufrufen stand die Polizei erneut mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Sie umstellte frühzeitig eine grössere Personengruppe, die sich auf dem Bahnhofplatz versammelt hatte. Die meisten Anwesenden wurden bis Freitagmorgen aus der Innenstadt weggewiesen.

New South Wales kündigt quarantänefreie Einreise für Geimpfte an

Der australische Bundesstaat New South Wales mit der Millionenmetropole Sydney wird ab 1. November erstmals wieder seine internationalen Grenzen öffnen. Die vorgeschriebene 14-tägige Hotelquarantäne falle dann für vollständig geimpfte Reisende weg, kündigte Regionalpremier Dominic Perrottet am Freitag überraschend an. «Für doppelt geimpfte Menschen auf der ganzen Welt sind Sydney und New South Wales dann wieder geöffnet», sagte er. Nötig seien dann nur noch ein Impfpass und ein negativer PCR-Test. In New South Wales sind mittlerweile mehr als 80 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Der australische Regierungschef Scott Morrison präzisierte aber wenige Stunden später, die neuen Regeln würden zunächst nur für australische Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Australien gelten. Hoffnungen auf einen baldigen Australien-Urlaub für Touristen aus aller Welt machte er damit zunächst zunichte.

Frankreich: Corona-Tests für nichtgeimpfte Erwachsene kostenpflichtig

In Frankreich sind Corona-Tests für nichtgeimpfte Erwachsene von diesem Freitag an nicht mehr kostenlos, es sei denn, medizinische Gründe sprechen gegen eine Impfung. Das Ziel sei, die Menschen zur Impfung anzuspornen, da diese den besten Schutz biete und einen dauerhaften Ausweg aus der Corona-Krise weise, erklärte die Regierung in Paris. Die Tests würden als Impfersatz missbraucht, dies müsse die Öffentlichkeit nicht länger finanzieren.

Ein Schnelltest kostet künftig zwischen 22 und 30 Euro, ein PCR-Test 44 Euro. In Deutschland greift eine ähnliche Regelung mit einem Ende kostenloser Tests für alle bereits seit Montag dieser Woche.

Klare Mehrheiten für Covid-19-Gesetz

Gut sechs Wochen vor der eidgenössischen Abstimmung am 28. November zeichnet sich für das Covid-19-Gesetz eine klare Mehrheit ab. Die Meinungen sind aber noch nicht gemacht, und der Informationsstand ist niedrig.

Wäre Anfang dieser Woche abgestimmt worden, hätte sich eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent für das mit dem Referendum bekämpfte Covid-19-Gesetz ausgesprochen. Dagegen stellten sich 35 Prozent, wie die am Freitag veröffentlichte erste Umfrage von «20 Minuten» und Tamedia zeigt.

Trotz der präsenten Gegenstimmen zeigt sich momentan eine klare Mehrheit für das Covid-Gesetz. (Bild: Key)

Die Meinungsbildung beim Gesetz ist bereits weit fortgeschritten. Männer stimmen der Vorlage eher zu als Frauen. Mit Ausnahme der SVP befürworten die Anhängerinnen und Anhänger aller Parteien das Gesetz. Auch bei den Altersklassen herrscht überall Zustimmung, wobei die jüngere Generation etwas kritischer ist. Auf dem Land ist das Ja weniger ausgeprägt als in der Stadt.

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Australiens Hauptstadt beendet Lockdown nach zwei Monaten

Die Region Australian Capital Territory (ACT) mit der australischen Hauptstadt Canberra hat einen seit zwei Monaten geltenden Lockdown beendet. Ab sofort dürften die Menschen wieder ihre Häuser verlassen, teilten die Behörden am Freitag mit. Private Haushalte dürfen nun wieder bis zu fünf Gäste empfangen. Draussen sind Versammlungen von bis zu 25 Personen erlaubt. Lokale, Sporteinrichtungen und Friseure können unter Einhaltung strenger Abstandsregeln ebenfalls öffnen.

Der zweiwöchige Lockdown in Australiens Hauptstadt Canberra wurde beendet. (Bild: Key)

Mitte August wurde im ACT mit rund 430 000 Einwohnern erstmals seit einem Jahr wieder ein Corona-Fall bestätigt. Ein zunächst für sieben Tage verhängter Lockdown wurde wegen steigender Infektionszahlen mehrmals verlängert. Am Freitag meldeten die Behörden 35 neue Fälle.

US-Staatsanwälte hinterfragen Facebooks Umgang mit Impfgegnern

Generalstaatsanwälte aus 14 US-Bundesstaaten wollen von Facebook wissen, ob prominente Impfgegner bei dem Online-Netzwerk von einer Sonderbehandlung profitiert haben. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg beziehen sie sich auf Medienberichte, wonach das Online-Netzwerk für bekannte Nutzer Ausnahmen bei der Durchsetzung seiner Inhalte-Regeln gemacht hatte. Das System, das dies möglich gemacht haben soll, heisst Cross-Check und bringt Facebook schon seit Wochen Ärger.

Die Generalstaatsanwälte fragen nun, ob unter den prominenten Nutzern, für die es Ausnahmen bei Cross-Check gab, auch Impfgegner mit vielen Facebook-Abonnenten waren. Speziell interessieren sie sich für das sogenannte «Desinformations-Dutzend». Das sind die wenigen Personen, von denen nach Analysen ein Grossteil der Falschinformationen über Corona-Impfstoffe in den USA verbreitet wurde.

23 Millionen Italiener betroffen: Corona-Pass wird Pflicht

Eine umfassende Nachweispflicht für alle Berufstätigen soll in Italien zum endgültigen Erfolg über Corona führen – die Regelung provoziert aber zugleich teils heftige Proteste. Von diesem Freitag an müssen alle Beschäftigten in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Bereich belegen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Nur dann dürfen sie mit einem sogenannten «Grünen Pass» ihre Arbeitsstätte – etwa in Büros, Fabriken, Geschäften, öffentlichen Einrichtungen oder im Dienstleistungsgewerbe – betreten.

Ab Freitag, 15. Oktober wird in Italien der «Green Pass» zur Pflicht für Arbeitnehmer. (Symbolbild: Key)

Rund 23 Millionen Beschäftigte sind von dem Gesetzesdekret betroffen. Ansteckungen bei der Arbeit und Kollektiv-Quarantäne sollen so vermieden werden. «Für die Unternehmen und die Angestellten erhöht der Green Pass die Sicherheit am Arbeitsplatz und garantiert die Produktion», sagt Maurizio Stirpe, der Vizepräsident der Arbeitgeberorganisation Confindustria, der Deutschen Presse-Agentur.

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Was bisher geschah

Die bisherigen Kurzmeldungen aus der Schweiz und der Welt zu Corona finden Sie hier.

1 Kommentar

  1. Das ist überhaupt nicht Privatsache lieber Herr Djokovic, denn Sie bezahlen ja nicht alles aus ihrer Kasse, wenn Sie dann erkranken würden, oder!?Report

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