Mit einer Ampel-Regierung aus SPD, FDP und Grüne könnte eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland bald möglich sein. (Bild: Keystone)
International

Debatte über Legalisierung von Cannabis nimmt Fahrt auf

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich dafür aus, in einem möglichen Ampel-Koalitionsvertrag eine Legalisierung von Cannabis festzuschreiben.

In einem Interview der «Rheinischen Post» (Mittwoch) plädierte er dafür, eine kontrollierte Abgabe an Erwachsene zu erlauben, um dem Handel von mit Heroin versetztem Cannabis einen Riegel vorzuschieben.

Das Bundesgesundheitsministerium ist weiter gegen eine Legalisierung, wie ein Sprecher von Minister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin deutlich machte. Bei Cannabis handle es sich um eine gefährliche Substanz, eine Legalisierung sei daher nicht angezeigt, sagte er. In bestimmten medizinischen Fällen könne die Verwendung von Cannabis helfen.

Vertreter von Polizeigewerkschaften hatten vor einer Legalisierung gewarnt. Sie argumentieren unter anderem, bei Cannabis handle es sich um eine oft verharmloste Droge, die gerade bei Jugendlichen zu erheblichen Gesundheitsproblemen und sozialen Konflikten führen könne.

Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnte hingegen vor einer Legalisierung. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Mittwoch, Print Donnerstag) sagte er: «Aus medizinischer Sicht ist die Freigabe von Cannabis deutlich abzulehnen.»

Der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (JuLi), Jens Teutrine, sprach sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis aus. Zugleich machte er deutlich, dass es für eine «Ampel»-Koalition aus SPD, Grünen und FDP mehr brauche als «legales Kiffen».

Der Cannabiskonsum bei jungen Erwachsenen ist in Deutschland zuletzt weiter gestiegen. Das ist eines der Ergebnisse des in der vergangenen Woche vorgelegten Jahresberichts der Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig. Unter den 18- bis 25-Jährigen stieg demnach der Anteil derjenigen, die nach eigenen Angaben in den vorangegangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert haben, zwischen 2015 und 2018/19 von 15,3 Prozent auf 24,1 Prozent.

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