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Die Medienkonferenz der Fachexperten des Bundes. (Stream: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

BAG-Mathys: «Am stärksten zirkuliert das Virus zurzeit in der Alterskategorie der 10- bis 19-Jährigen»

Was sagen die neusten Impfzahlen aus und wie entwickelt sich die Corona-Lage in der Schweiz? Fachexperten des Bundes informieren am Dienstag vor den Medien.
Ende der Medienkonferenz

Eine Zusammenfassung der Medienkonferenz lesen Sie hier.

BAG will keine landesweite Regelung für Test-Zentren

Der Kanton Bern hat am Montag beschlossen, dass sich Testzentren neu behördlich anmelden müssen. Das BAG will, dass diese Vorgaben weiterhin aus kantonaler Hand kommen und will für Testzentren daher keine landesweite Regelung erlassen.

Es mache Sinn, dass die Kantone gewisse Spielräume haben, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, am Dienstag vor den Medien in Bern. Die Betreiber von Testzentren müssten aber verstehen, dass es Fachpersonal braucht, also etwa Laborleiter, Apothekter oder Ärztinnen, welche die Test überwachen.

Dabei spiele es noch keine Rolle, ob im Testzentrum Nasen-Abstriche oder Nasen-Rachen-Abstriche angeboten würden. Mathys betonte jedoch, dass Nasen-Rachen-Abstriche grundsätzlich besser seien als Nasen-Abstriche. Letztere seien weniger zuverlässig. Im Moment seien aber noch beide Vorgehensweisen sinnvoll hinsichtlich eines Zertifikats.

Im Kanton Bern wurden die ausformulierten Vorgaben am Montag publiziert. Die Testzentren müssen sich melden, und können erst dann überprüft werden, sagte die Berner Kantonsärztin Linda Nartey, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS), an der Medienorientierung.

Nachfrage nach Johnson&Johnson-Impfstoff laut Kantonen «bescheiden»

Die Nachfrage nach dem alternativen Impfstoff von Johnson&Johnson sei aktuell «bescheiden». Das sagte die Berner Kantonsärztin Linda Nartey, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS), am Dienstag vor den Medien in Bern.

Die kantonalen Impfangebote würden laufend angepasst, sagte Nartey. In allen Institutionen biete man nun auch den Impfstoff von Johnson&Johnson an.

BAG: 50 Impfungen können eine Hospitalisierung verhindern

Das BAG geht davon aus, dass pro 50 Impfungen gegen das Coronavirus eine Hospitalisierung verhindert werden kann. Aus diesem Grund müsse die Durchimpfung weiter forciert werden. Obwohl die Fallzahlen zurückgehen, bezeichnet Patrick Mathys vom BAG die epidemiologische Lage weiterhin als ungünstig. Das hängt mit dem Ende der Herbstferien und den kälteren Temperaturen zusammen. Es bestehe das Risiko einer neuen Trendwende und dass die Fallzahlen wieder ansteigen, sagte er am Dienstag vor den Medien in Bern. Mathys ist Leiter Sektion Krisenbewältigung bei BAG.

Ob es zu einer solchen Trendwende komme, sei noch unklar. Man müsse aber davon ausgehen, dass mit dem Ende der Herbstferien und den sinkenden Temperaturen das Virus insbesondere bei den Jüngeren wieder stärker zirkulieren werde.

Aus diesem Grund müsse die Durchimpfung der Bevölkerung weiter voranschreiten. Das Tempo habe zwar etwas zugenommen, täglich würden etwa 30’000 Impfungen pro Tag verabreicht. Und das BAG geht gemäss Mathys davon aus, dass pro 50 Impfungen eine Hospitalisierung verhindert werden könne.

Doch die Impfung verhindere nicht nur Erkrankungen, sondern eben auch die Zirkulaktion des Virus. «Wenn wir nicht neidisch auf die Nachbarländer schauen wollen, wo Massnahmen gänzlich gelockert werden können, dann müssen wir noch einen guten Schritt weiterkommen», sagte Mathys. Nur so werde es möglich sein, Massnahmen abzubauen, ohne das Risiko eingehen zu müssen, dass der Druck auf die Spitäler wieder stark zunimmt.

Bund rechnet mit baldiger Stabilisierung der Corona-Fallzahlen

Nach einem wochenlangen Rückgang der Corona-Fallzahlen, der Spitaleintritte und der Todesfälle dürften sich die Zahlen bald «auf relativ hohem Niveau» stabilisieren. Eine weitere deutliche Entlastung der Gesundheitseinrichtungen sei nicht zu erwarten.

Das sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG, am Dienstag vor den Medien in Bern. «Es ist eine Tendenz zu einer Plafonierung, zu einer Stabilisierung der Zahlen erkennbar.»

Grundsätzlich sei die Situation «relativ gut». In einigen Kantonen im Alpenraum nehme die Zahl der Neuinfektionen bereits wieder zu, sagte Mathys. Das zeigten auch die Analysen des Abwassers. Von einer definitiven Trendumkehr wollte er aber noch nicht sprechen.

Grund dafür ist unter anderem, dass noch immer 17 Prozent der betriebenen Intensivpflegeplätze von Covid-Patienten belegt seien. «Die Belastung bleibt hoch.» Ein rascher weiterer und deutlicher Rückgang der Zahlen von Schwerstkranken sei nicht zu erwarten.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) möchte mit einer neuen Kampagne die Begeisterung fürs Impfen in der Schweiz steigern. Die Werbeoffensive ist aber kurz nach ihrem Start ins Stocken geraten. Wie präsentiert sich die Situation heute? Erreicht das BAG in den Sozialen Medien die Jugendlichen und kann sie, wie geplant, von der Corona-Impfung überzeugen? Und wie sind die ersten Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson in den Kantonen angelaufen?

Die Lage rund um das Coronavirus in der Schweiz hat sich zuletzt etwas entspannt. Die Zahlen der Neuansteckungen und der Spitaleinweisungen sind rückläufig. Was bedeutet das für den kalten Herbst?

Die Fachexperten des Bundes nehmen am Dienstag, 12. Oktober 2021, an einer Medienkonferenz in Bern Stellung. Es informieren:

  • Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit BAG
  • Linda Nartey, Kantonsärztin Bern, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS

Telebasel zeigt die Medienkonferenz ab 14 Uhr im Live-Stream auf telebasel.ch.

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