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Der Telebasel News Beitrag vom 10. Oktober 2021.
Baselland

Im Baselbiet auf Wildschweinjagd

Die Baselbieter JägerInnen sollen bis im März noch 900 Wildschweine schiessen. Im Kanton tummeln sich aktuell zu viele Frischlinge.

1’500 Frischlinge zählt das Amt für Wald aktuell in den Baselbieter Wäldern. Das sind 70 Prozent mehr Wildschweine als im Vorjahr. Wächst der Wildschweinbestand weiterhin so stark, drohen grosse Schäden in der Landwirtschaft.

Die Baselbieter JägerInnen rechnen damit, dass die Hälfte des Wildschweinnachwuchs weiblich ist. «Eine Bache bringt im Schnitt circa vier Junge auf die Welt. Da kann man rechnen: 750 mal vier, das gibt eine riesige Explosion des Bestandes. Darum muss man in diese Jugendklasse eingreifen», erklärt der Präsident der Dachorganisation Jagd Baselland, Martin Thommen.

Wildtiere lassen einen gerne warten

Im Baselbiet wird aktuell also fleissig gejagt. Telebasel begleitet Martin Thommen auf der Wildschweinjagd. Im Sissacher Wald zeigt er uns die Jagd-Hotspots. Mitten in der Nacht sitzen wir gemeinsam stundenlang und warten auf die Tiere. Schnell wird jedoch klar, auch wenn es viele sind: Eine Wildsau zu schiessen ist kein leichtes Unterfangen.

«Wildtiere haben keinen eigenen Rhythmus. Die kommen, wenn es ihnen passt. Dann kann es gut sein, dass man mehrere Stunden hier sitzt und nichts sieht», so Thommen. Wir sind bis Mitternacht unterwegs – erfolglos.

Rund 900 Tiere sollen noch geschossen werden

Seit März wurden im Baselbiet rund 500 Wildschweine geschossen. Um die Population im Zaun zu halten, müssen aber noch mehr als doppelt so viele gejagt werden. «Wir gehen jetzt davon aus, dass bis Ende dieses Jagdjahres im besten Fall nochmals 800 bis 900 erlegt werden sollen», so Vorsteher des Jagdamtes beider Basel, Holger Stockhaus.

Der Grund: Zu viele Wildschweine nehmen sich Platz und Nahrung weg. Aus diesem Grund brauche es die JägerInnen: «Damit wir wieder einen Bestand sind, der auf einem Niveau ist, der dem Lebensstandard gut angepasst ist», so Stockhaus.

Gibt es für die Wildschweine zu wenig Nahrung in den Wäldern, kommen diese in die Felder. Die Folgen für die Bauern können ärgerlich sein. Bereits jetzt kam es zu tausenden Franken Schäden.

Bis im März 2022 sollen also noch reichlich Wildschweine geschossen werden. Martin Thommen ist zuversichtlich: «Im Winter macht es enorm Freude, auf die Sauen anzusitzen. Wir hoffen, es wird ein wenig Schnee geben. Denn wenn es Schnee hat, sieht man die schwarzen Sauen wunderbar.»

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