Frankreich konnte sich am Ende mit 3:2 gegen die Belgier durchsetzen. (Bild: Keystone)
International

Frankreich nach spektakulärer Aufholjagd im Nations-League-Finale

Frankreich hat im Nations-League-Halbfinale Belgien besiegt und zieht ins Finale gegen Spanien ein. Zur Pause lagen die Franzosen noch zwei Tore hinten.

Spanien und Frankreich bestreiten am Sonntag um 20.15 Uhr in Mailand den Final der Nations League. Die Franzosen bezwingen Belgien im dramatischen zweiten Halbfinal in Turin nach 0:2-Rückstand 3:2. Das Siegestor erzielt Théo Hernandez in der 90. Minute.

Nichts deutete darauf hin, dass schon in der ersten Halbzeit zwei Tore fallen würden. Nachdem Frankreichs Goalie Hugo Lloris gegen Kevin De Bruyne in der 4. Minute mit einem tollen Reflex das sicher scheinende 0:1 verhindert hatte, verflachte der Match für längere Zeit komplett. Aber noch vor der Pause trafen aus dem Nichts Yannick Carrasco mit einem leicht abgefälschten Flachschuss und Romelu Lukaku mit einem Abschluss aus spitzestem Winkel unter die Latte. Nach einem einfachen Pass von De Bruyne konnte Lukaku Bayerns Verteidiger Lucas Hernandez mit einem ebenso einfachen trockenen Antritt im Strafraum loswerden.

Mitte der zweiten Halbzeit steigerten sich die Franzosen nach einer bis dorthin sehr matten Leistung enorm. Karim Benzema nahm nach 62 Minuten im Strafraum ein kurzes Zuspiel von Kylian Mbappé mit Rücken zum Tor an. Er täuschte mit kurzen Schritten drei Verteidiger und traf mit einem Drehschuss in die Ecke. Es war der Startschuss zu einer Offensive, der sich die Roten Teufel kaum erwehren konnten, und zu einer mitreissenden letzten halben Stunde. Schon sieben Minuten später verwertete Kylian Mbappé – im EM-Achtelfinal war der Superstar mit dem entscheidenden Versuch im Penaltyschiessen an Yann Sommer gescheitert – einen auf Intervention des VAR zu Recht verhängten Foulpenalty.

In den letzten Minuten spielte beide Mannschaften mit offenem Visier. Die Belgier hätten ebenso gut in den Final vorstossen können wie die Franzosen. Aber es traf mit einem Schlenzschuss nur Frankreichs Théo Hernandez von der AC Milan.

Die Nationaltrainer Roberto Martinez und Didier Deschamps machten mit ihren Aufstellungen klar, dass sie dem nicht unumstrittenen (Zusatz-)Wettbewerb Nations League grosses Gewicht beimessen. Sie brachten Formationen auf den Platz, wie man sie sich auch in Endrundenspielen der wichtigeren Titelkämpfe WM und EM vorstellen würde. Allein die Nominierung der Sturmreihen belegte es: De Bruyne, Lukaku und Eden Hazard hier, Benzema, Griezmann und Mbappé dort.

Im Vergleich zur ersten Austragung der Nations League in den Jahren 2018 und 2019 ist nicht nur die Finalpaarung neu. Das gesamte «Final Four» in Italien war neu besetzt. In der Endausmarchung im Juni 2019 in Portugal waren die Schweiz (4.), England (3.), der Finalist Niederlande und Sieger Portugal vertreten. In dem infolge der Pandemie um ein Jahr verschobenen Gruppensieger-Turnier messen sich Italien und Spanien, Belgien und Frankreich. Von den grossen Nationen war nur Deutschland beide Male nicht unter den besten vier.

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