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Der Telebasel News-Beitrag vom 3. Oktober 2021.
Baselland

Diese junge Frau sucht Blutstammzellen für ihren kranken Vater

Fatos Camaks Vater ist an Leukämie erkrankt. Nun setzt die junge Frau alle Hebel in Bewegung, um einen Blutstammzellen-Spender für ihn zu finden.

Jeden Tag erkranken Kinder und Erwachsene an lebensbedrohlichen Blutkrankheiten wie Leukämie. Für viele dieser Patienten ist eine Blutstammzellen-Spende die letzte Hoffnung. So auch für den Vater von Fatos Camak.

Er ist auf eine Fremdspende der Blutstammzellen angewiesen, da in der Familie niemand dafür in Frage kommt. Deshalb hat die junge Frau einen Spendentag mit der Blutspende SRK in der Lausener Aula organisiert.

«Viele wissen nicht, dass sie ein Leben retten können»

Fatos Camak hat einen Aufruf in sämtlichen sozialen Medien gestartet, der sich vor allem an junge Menschen richtet. «Es gibt sehr viele junge Menschen, die wenig über die Diagnose und die Blutstammzellen-Spende informiert sind», sagt sie gegenüber Telebasel.

«Sie wissen nicht, was es eigentlich bedeutet – und auch nicht, dass sie ein Leben retten können. Unser Ziel war es, dass möglichst viele junge Personen unter 40 kommen.»

Stecknadel im Heuhaufen

Es gibt eine globale Datenbank, bei der sich Leute auf der ganzen Welt registrieren und ihre Gewebemerkmal-Kombinationen abspeichern können. Das, um vielleicht einmal für jemanden wie Fatos Camaks Vater als Spender in Frage zu kommen. Das Ganze gleicht allerdings der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, erklärt Thomas Richert von der Blutstammzellspende des SRK: «Wir haben uns im Laufe der Evolution und der Völkerwanderung derart durchmischt, dass auch diese Gewebemmerkmal-Kombinationen immer vielseitiger werden. Wir haben Milliarden von Kombinationsmöglichkeiten».

Es sei auch möglich, dass man aus der Schweiz beispielsweise für jemanden in Russland oder Australien spenden könne. «Allerdings ist der Ursprung dieser Gewebemerkmale auch eher regional gehäuft, deswegen ist Fatos Camaks Aufruf ganz klar und verständlich, dass sie eben Menschen sucht, die geografisch aus einer ähnlichen Gegend wie ihr Vater stammen, um die Chancen zu erhöhen.»

Männer unter 40 Jahren sind gefragt

Vor allem junge Männer werden für die Blutstammzellen-Spende gesucht. «Sie sind untervertreten, das ist der triftigste Grund. Sie machen momentan schweizweit, aber auch weltweit so 35 bis 40 Prozent aus, und das wollen wir natürlich ausgleichen. Und es ist bewiesen, dass junge Männer die potenziell besseren Spender sind», erklärt Thomas Richert.

Fatos Camaks Vater, der im Spital auf eine Stammzellen-Spende wartet, ist gerührt vom Engagement seiner Tochter. «Er ist in Tränen ausgebrochen. Wir haben vorher gerade noch einmal telefoniert, er ist ziemlich emotional», erzählt die junge Frau. «Die Chemotherapie ist jetzt ziemlich stark, er hat auch Nebenwirkungen und es macht ihm zu schaffen. Aber es geht. Er hat Freude, dass wir so etwas machen.»

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