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Der Telebasel News-Beitrag vom 30. September 2021.
Basel

Pädophiler Götti schuldig gesprochen

Vor zwei Jahren wurde in Basel ein Kind von seinem Götti sexuell missbraucht. Heute stand der Täter vor Gericht.

Er sollte eine Bezugsperson für den neunjährigen Buben sein, der neue Pate Marc*. Marc trainierte den Jungen auch bei den Junioren eines Basler Fussballclubs. Was keiner wusste, der Götti hat eine pädophile Neigung, lagerte über 50’000 pornografische Dateien mit Kindern auf seinen Datenträgern zuhause.

Kein halbes Jahr nachdem Marc an der Fasnacht gefragt wurde, ob er die Patenschaft übernehmen will, kam es dann zum Übergriff: Als der Junge nachmittags zum Videospielen kam, forderte Marc den Jungen auf seine Hose auszuziehen, nahm den Penis des Jungen in den Mund und filmte das Ganze. Und es blieb nicht bei dem einen Mal.

Nachdem der Junge der Mutter davon erzählte, gestand der Täter. An der Verhandlung war der sichtlich beschämte Täter dafür äusserst wortkarg. An einem Punkt behauptete er dann, die Initiative für die sexuellen Handlungen seien vom Neunjährigen ausgegangen. Eine weltfremde Herleitung, welche selbst die eigene Verteidigung im Plädoyer nicht mehr aufgriff.

Dafür versuchte man mit der schweren Kindheit des Täters eine Strafmilderung zu legitimieren. Nachdem die mutmasslich süchtige Mutter des Täters starb, wurde er von Familie zu Familie «herumgereicht», im Heim verbrachte er dann «die schlimmste Zeit seines Lebens».

Therapie für Täter und Opfer

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Kinderpornografie und die Tätlichkeiten 42 Monate unbedingt und ein Berufsverbot gefordert. Schlussendlich verurteilte das Gericht den Götti zu 2 ¼ Jahren: 14 Monate davon bedingt, plus ein lebenslanges Berufsverbot. Marc wird also nie wieder Junioren trainieren. Vor dem Gefängnisaufenthalt muss der Täter aber in Therapie gehen.

Das Opfer musste nach dem Vorfall 3 Monate stationär in der Universitätspsychiatrie Basel behandelt werden, will aber bis heute nicht darüber sprechen. Er wurde in der Schule noch auffälliger als bis anhin, so dass auch er mittlerweile im Heim ist und sich so eine schreckliche Parallele zur Kindheit des Täters abzeichnet.

*Name geändert.

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