Der Gemeinderat von Riehen lehnt einen Doppelspurausbau der Zugsverbindung durch das Dorfzentrum ab. (Archivbild: Keystone)
Basel

Riehen wehrt sich gegen doppelspurige Geleise bis Lörrach

Die Bahngeleise nach Lörrach sollen ausgebaut werden. Doch der Riehener Gemeinderat ist gegen einen Ausbau durch den historischen Dorfkern.

Der Gemeinderat von Riehen befürwortet einen Doppelspurausbau der Bahngeleise von Basel bis an den Dorfkern, nicht aber durch Riehens Zentrum hindurch. Dies sei unnötig, findet der Gemeinderat.

Das Bundesamt für Verkehr und die Deutsche Bahn würden einen Gleisausbau auf zwei Spuren bis nach Lörrach (D) planen, schrieb der Gemeinderat Riehen in einer Mitteilung vom Mittwoch. Der Gemeinderat habe immer betont, dass ein «oberirdischer Ausbau im historischen Dorfzentrum nicht in Frage komme».

Unter den verschiedenen Varianten unterstütze der Gemeinderat lediglich einen Doppelspur-Ausbau vom Badischen Bahnhof in Basel bis zum Niederholz. Nun aber würde die Planung der beiden Spuren durch den Dorfkern hindurch bis nach Lörrach führen. Dies ist für den Gemeinderat «nicht akzeptabel».

Ein solcher Doppelspurausbau habe eine «gravierende Trennwirkung» auf Liegenschaften, Velowege und Fussgänger-Verbindungen in Riehens Dorfkern. «Riehen ist nicht bereit, die Konsequenzen von Planänderungen einseitig zu tragen», heisst es in der Mitteilung.

Basel und Lörrach als Profiteure

Von einer Doppelspur bis Lörrach würde insbesondere die Stadt Basel profitieren, ergänzte Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde (parteilos) gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Gemeinderat fordere die baselstädtischen Behörden auf, sich für eine Lösung einzusetzen, welche die Interessen ihrer Landgemeinde besser wahrnähme. Der Gemeinderat denkt dabei insbesondere an eine Variante mit Untertunnelung.

Nicole Ryf, Mediensprecherin des Basler Bau- und Verkehrsdepartements bestätigte auf Anfrage, dass der Kanton einen Doppelspurausbau von Riehen bis nach Lörrach unterstütze. Dabei setze sich der Kanton für flankierende Massnahmen ein, so Ryf. Für die Planung des Gleisausbaus seien jedoch nicht der Kanton, sondern das Bundesamt für Verkehr BAV zuständig sowie der Zweckverband Regio-S-Bahn.

Mit einem Doppelspurausbau könnten die SBB den Fahrplantakt der S-Bahnlinie S6 von aktuell 30 Minuten auf 15 Minuten verdichten.

1 Kommentar

  1. Kann ja nicht war sein, geht wirklich nur mit einer Untertunnelung. Dies spätestens ab Bahnhof Niederholz. Alle viertel Stunde in jede Richtung ein Zug kann nicht gut gehen. Also alle siebeneinhalb Minuten. Da kommt ja niemand mehr über die Geleise.Report

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