Die Schweiz hat 150'000 Dosen des Johnson & Jonson-Impfstoffs bestellt. (Bild: Keystone)
Schweiz

Nur eine kleine Minderheit braucht den Vektorimpfstoff

Weniger als 100 Menschen in der Schweiz vertragen die mRNA-Impfung nicht. Also braucht nur eine Minderheit den Vektorimpfstoff, so Christoph Berger am Mittwoch.

Medizinisch angezeigt ist der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson eigentlich nur für eine verschwindend kleine Minderheit der Bevölkerung. Christoph Berger von der Schweizer Impfkommission sagte am Mittwoch, die beiden gebräuchlichen mRNA-Impfungen von Pfizer/Biontech und Moderna könnten weniger als 100 Menschen im Land nicht vertragen.

Der nach herkömmlicher Methode hergestellte Adeno-virale Impfstoff eröffnet aber eine neue Möglichkeit für Menschen mit einer Skepsis gegenüber den mRNA-Impfungen, wie Berger, der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif), am Mittwoch vor den Medien in Bern erklärte.

Das Produkt schütze fast ebenso zuverlässig wie die mRNA-Impfstoffe vor einem schweren Krankheitsverlauf oder einer Ansteckung. Die Ekif hat gemäss Berger ihre Impfempfehlungen für den ab nächste Woche erhältlichen Impfstoff angepasst.

Demnach kann Personen über 18 Jahren die Einmaldosis der Impfung verabreicht werden, die aus medizinischen Gründen die mRNA-Impfungen nicht vertragen. Allergiker können sich grundsätzlich problemlos mit einem mRNA-Impfstoff immunisieren lassen.

Es gibt den Angaben zufolge nur ganz wenige medizinische Indikationen, die gegen die Verwendung von mRNA-Impfungen sprechen. Dazu gehören schwere allergische Reaktionen auf einen Inhaltsstoff. Wird eine solche befürchtet, sollte das im Vorfeld fachärztlich abgeklärt werden.

Thrombose-Risiko

Schwangere und Menschen mit Immundefiziten sollen sich nicht mit dem Produkt von Johnson & Johnson impfen lassen. Auf jeden Fall muss gemäss Berger das Risiko zwischen der Impfung mit dem Adeno-viralen Mittel und einer Covid-19-Erkrankung abgewogen werden. Bei der Impfung nämlich können in seltenen Fällen bei Frauen unter 60 Jahren Thrombosen auftreten. Dieses Risiko besteht bei den mRNA-Impfungen nicht.

Zur Auffrischungsimpfung sagte Berger, bisher seien noch alle vollständig Geimpften ausreichend geschützt. Die Lage werde aber laufend beobachtet. Sicher sei, dass die Bevölkerung im Erwerbsalter sie vorerst nicht brauche.

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