Featured Video Play Icon
Telebasel Report vom 29. September 2021.
Region

Hollywood fürs Wohnzimmer

Batmans Anzug im Gang, Indiana Jones‘ Hut in der Vitrine: Sammler geben Millionen für originale Filmrequisiten aus. Auch ein Basler Anwalt ist dabei.

Stolz öffnet Rinaldo Somaini den Vorhang zu seinem Filmreich. Bereits im Eingang steht ein Ninja-Turtle, gleich daneben ein Originalkostüm von Russel Crowe aus dem Film Noah. Ein Zimmer weiter dann das Prunkstück: ein Kino mit sechs Sitzen, Projektor und Leinwand. Rinaldo Somaini, das steht schnell fest, ist ein Filmfreak.

Rinaldo Somaini in seinem privaten Filmreich. Links das original Noah-Kostüm von Russel Crow. (Bild: Telebasel)

Erstes Paddel aus Waterworld

Seit rund 20 Jahren sammelt der Basler Rechtsanwalt nun schon Filmrequisiten. Zuerst ein paar Actionfiguren, dann sein erstes Originalrequisit: «Das war ein Paddel aus Waterworld für wenige hundert Franken», erinnert sich Somaini. Schritt für Schritt hat er seither Kontakte geknüpft zu einflussreichen Händlern und Exponenten aus der Filmszene.

Harry-Potter-Zauberstab als Lehrstück

Die brauche es denn auch, um sich vor Betrügern zu schützen sagt Somaini. Nur wer seine Quellen kennt und deren Kontakte, könne sicher sein, dass er wirklich auch ein Original in den Händen hält. Somaini musste das zuerst lernen: «Mein erster Zauberstab von Harry Potter war im Nachhinein betrachtet eine Lachnummer. Für den habe ich irgendwie 150 Franken ausgegeben. Natürlich war er keinen Franken wert». Heute kann Somaini darüber lachen.

Alles andere als fake: Ein original Harry-Potter-Zauberstab. Wert ca. 30’000 Dollar. (Bild: Telebasel)

Filmrequisit ist nicht gleich Filmrequisit

Wer Requisiten sammelt, muss sich zumindest einmal mit dem Filmschaffen an sich auseinandersetzen. Welche Requisiten gibt es überhaupt? Unterschieden wird zwischen sogenannten «Hero Props» und «Stunt Props».

Erstere sind im Film in Nahaufnahmen zu sehen und sind daher aufwändig hergestellte Originale. Letztere sind meist aus bemaltem Kunststoff und werden in Stuntszenen eingesetzt, damit sich die Schauspieler nicht verletzen.

Des weiteren wird unterschieden, ob ein Requisit einfach nur beim Dreh verwendet wurde (screen-used), ob es im endgültigen Film dann tatsächlich auch sichtbar war (screen-seen) oder ob es durch Kratzer und sonstigen Spuren vielleicht sogar eindeutig einer bestimmten Szene zuzuordnen ist (screen-matched).

Star Wars-Requisiten gehören zu den beliebtesten überhaupt. Hier zwei Replika der Star Wars-Lichtschwerte. (Bild: Telebasel)

Preise schiessen in die Höhe

All diese Eigenschaften haben einen Einfluss auf den Preis. Für ein echtes Original werden heute gut und gerne auch mal Millionen bezahlt. James Bonds Aston Martin DB5 aus dem «Goldfinger»-Film beispielsweise wurde für 4.4 Millionen Dollar verkauft. Marilyn Monroes luftiges Kleid aus «Das verflixte siebte Jahr» gar für 5.6 Millionen Dollar.

Für Rinaldo Somaini sind solche Preise jedoch fernab seiner Möglichkeiten: «Meine Familie würde den Handstand machen, wenn ich so viel Geld für einen Gegenstand ausgeben würde», sagt er lachend: «Am Ende ist selbst Darth Vaders Originalhelm nichts anderes als ein Stück Plastik».

Immerhin ein teures Stück Plastik: Auch dieses Requisit ging für über eine Million in den Besitz eines Sammlers.

Mehr Hintergründe zur Szene der Filmrequisitensammler sehen Sie im Telebasel Report vom 29. September 2021 um 19:45 Uhr im TV und schon jetzt online.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel