(Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Vektorimpfstoff gegen Covid-19 kommt

Der Impfstoff von Johnson & Johnson soll schon nächste Woche zum Einsatz kommen. Dies geht aus vertraulichen Dokumenten hervor. 

Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson gegen das Coronavirus Covid-19 soll offenbar bald in der Schweiz zum Zug kommen. Der Bund hat die Kantone in einem vertraulichen Dokument über den Schritt informiert. Vorrang bei der Impfung haben Allergiker. Dem BAG wurden am Dienstag 1284 neue Ansteckungen gemeldet.

Die Impfkampagne mit dem Produkt von Johnson & Johnson soll am 5. Oktober beginnen, wie Blick.ch schrieb. Bei der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und – direktoren (GDK) hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, der Bund habe den Kantonen Ende letzter Woche ein Dokument mit vertraulichen Informationen geschickt. Zu dessen Inhalt gebe es momentan keine Angaben, sagte der GDK-Sprecher.

Der Vektorimpfstoff soll bei Personen eingesetzt werden, die aus medizinischen Gründen nicht mit den bisher verabreichten mRNA-Impfstoffen geimpft werden können. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte vergangene Woche Verhandlungen über eine kleine Menge des Impfstoffs bestätigt.

Einmal-Impfung mit «konventionellem» Mittel

Der Wirkstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson ist seit Ende März befristet in der Schweiz zugelassen. Er kam noch nicht zum Einsatz, weil bisher ein Vertrag mit dem Hersteller fehlte. Es handelt sich um eine Einmal-Impfung für Personen ab 18 Jahren.

Janssen Schweiz hatte Anfang Dezember 2020 als viertes Unternehmen beim Heilmittelinstitut Swissmedic ein Zulassungsgesuch gestellt. Der Unternehmensteil Jansen ist der Impfstoffentwickler von Johnson & Johnson.

Der Janssen-Covid-19-Impfstoff Ad26.COV2.S ist laut Swissmedic ein rekombinanter Vektorimpfstoff, der auf einem humanen Adenovirus basiert. Damit wurde er wie herkömmliche Impfstoffe hergestellt und nicht mittels der seit über 30 Jahren bekannten mRNA-Technologie.

Studiendaten zeigten in den untersuchten Altersgruppen eine Wirksamkeit von durchschnittlich 66,9 Prozent. Schwere und kritische Verläufe der Erkrankung könnten zu fast 85 Prozent verhindert werden.

Gegen Impfungen für Kinder

Die Corona-Massnahmen-Gegner-Organisation «Freunde der Verfassung» reichte am Dienstagvormittag eine Petition «gegen die Entmündigung der Eltern und Impfpropaganda für Kinder» ein. Unterzeichnet wurde sie von über 59’000 Personen.

Die Petitionäre wehren sich dagegen, dass Kinder von zehn bis 15 Jahren selbst entscheiden können, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Für die Impfung von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren müsse zwingend die Einwilligung der Eltern vorliegen, verlangt die Petition. Überhaupt sollte für unter 16-Jährige ein sofortiges Impfmoratorium ausgesprochen werden.

An Schulen und Ausbildungsstätten dürfe keine «Impfpropaganda» betrieben werden. Impfstoffe für unter 16-Jährige sollten erst nach dem ordentlichen Zulassungsverfahren bewilligt werden, fordern die Petitionäre weiter.

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