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Der Telebasel News Beitrag vom 26. September 2021.
Basel

«Endlich können wir heiraten»

Nach der Abstimmung am heutigen Sonntag dürfen in der Schweiz auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Die Gesetzesänderung wurde vor der Kaserne gefeiert.

Für viele ist es ein Tag, der in die Geschichte eingeht. Die Schweiz hat der «Ehe für alle» heute das Ja-Wort gegeben. Auf der Kaserne-Wiese treffen sich heute Befürworterinnen der Ehe für alle zum spontanen Picknick und verfolgen die Resultate live mit. Lange dauert es nicht. Bereits kurz nach 12 Uhr klingt die frohe Botschaft aus dem Radiolautsprecher: Die Schweiz will. «Ich freu mich einfach, dass wir jetzt heiraten können. Ich sage seit Monaten, dass ich morgen früh als Erstes auf dem Standesamt anrufe und frage, welches Datum wir kriegen können. Dann laden wir alle unsere Verwandten und Freunde ein. Und dann: feiern, feiern, feiern!», erzählt ein lesbisches Paar, das sich bereits verlobt hat.

Ein deutliches Zeichen der Bevölkerung

Satte 74 Prozent in Basel-Stadt und 67 Prozent Baselland: Die Basler LGBTQ-Community dürfte stolz auf die beiden Kantone sein. Basel-Stadt hat sich mit dem eindeutigen Resultat an die Schweizer Spitze katapultiert. Der etwas konservativere Schwesterkanton Baselland hält sich auf dem dritten Platz. «Ich glaube die Tatsache, dass das Volk befragt wurde, ist sogar noch bekräftigender. Weil dann wirklich klar ist, dass die Mehrheit dafür ist und sich auch damit auseinandergesetzt hat. Es hat sich jeder noch einmal Gedanken darüber gemacht und offensichtlich hat es überzeugt, dass es nichts Böses ist, sondern dass Liebe gut ist.»

Schweiz als Schlusslicht

Gleichgeschlechtliche Paare dürfen nun heiraten, Kinder adoptieren und erhalten Zugang zur Samenspende. Damit ist die Schweiz eines der Schlusslichter in Europa. Sie schafft es gerade noch auf Platz 16 und sagt zwei Jahre nach Österreich Ja zu den Änderungen. «Ich fand es interessant, wenn man die Europakarte angeschaut hat und gesehen hat, welche Länder es schon angenommen haben. Auch weltweit. Es ist erschreckend, aber umso toller, dass es jetzt angenommen wurde. Es ist ein Moment zum Feiern und ich bin froh, dass die Schweiz endlich verstanden hat, wie wichtig es ist und auch, dass es Zeit dafür ist», erklärt Primarlehrerin Mira.

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