Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 24. September 2021.
Basel

Ehemalige BVB-Topkaderleute vor Gericht

Wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsführung müssen sich drei ehemalige Topkader-Leute vor dem Basler Strafgericht verantworten. Der Prozess startet am Montag.

Die BVB soll das beste ÖV-Unternehmen von Europa werden, sie soll in die Champions League: Mit diesem Anspruch trat Jürg Baumgartner 2011 als neuer BVB-Direktor an. Nur gut zwei Jahre später wurde er schon wieder entlassen. Jetzt steht er vor Gericht. Zusammen mit dem ehemaligen BVB-Verwaltungsratspräsidenten Martin Gudenrath und dem ehemaligen Vizedirektor Franz Brunner.

Von Dienstwagen bis Kampfflugzeug-Flug

Der schwerwiegendste Vorwurf ist, dass dem Direktor Jürg Baumgartner ein höherer Lohn bezahlt worden sei, als erlaubt gewesen wäre. Die Obergrenze im Lohnreglement habe man umgangen, indem man ihm einfach mehr Unkosten zugestanden hat. Zum Beispiel habe die BVB ihrem Direktor, der im Kanton Zürich wohnte, einen Dienstwagen und auch eine Wohnung in Basel bezahlt. Daneben habe er über die BVB-Kreditkarte Spesen von fast 30’000 Franken missbräuchlich abgebucht.

Neben weiteren Vorwürfen seien dem Direktor auch hunderte Überstunden unerlaubt ausbezahlt worden. Auch dem Vizedirektor Franz Brunner habe die BVB einen Dienstwagen bezahlt. Auch ihm sei widerrechtlich Überzeit ausgezahlt worden. Und besonders skurril ist der Fall, in dem die BVB einem Kadermitarbeiter einen 7’500 Franken teuren Flug in einem Kampfflugzeug bezahlt hat. Die Vergehen liegen zum Teil über sieben Jahre zurück. Die BVB selber treten vor Gericht als Privatklägerin auf.

Organisationsgesetz wurde geändert

Insgesamt sollen die drei die BVB um rund 300’000 Franken gebracht haben. Mitschuld an diesen Verfehlungen seien auch die unklaren Verantwortlichkeiten gewesen, sagt GPK-Präsident Christian von Wartburg. Der Grosse Rat hat deshalb inzwischen das Organisationsgesetz der BVB geändert. «Aus Oberaufsichtsperspektive war die grösste Problematik, dass man einen Betrieb ausgelagert hat, mit ungenügenden gesetzlichen Grundlagen», so von Wartburg.

Daher sei nicht immer klar gewesen, wer kontrollieren sollte, dass alles korrekt läuft. «Dass dann Sachen nicht korrekt gelaufen sind, das wird jetzt dieses Gericht untersuchen. Aber dieser Verdacht kam schon bei der Finanzkontrolle auf.»

Brunner hat bereits zurückgezahlt

Die Angeklagten müssen sich ab Montag wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsführung vor dem Basler Strafgericht verantworten. Für alle drei gilt die Unschuldsvermutung. Wobei Franz Brunner nach der öffentlichen Kritik bereits 2014 einen Teil des Geldes zurückgezahlt hat.

Der Strafprozess ist auf fünf Tage anberaumt.

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel