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Schweiz

BAG meldet 1’284 Neuinfektionen und elf Tote

Das Coronavirus stellt die Schweiz und die Welt auf den Kopf. Hier im Ticker bleiben Sie über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.
Streit wegen Covid-Zertifikat: Gast verpasst Hoteldirektor Ohrfeige

In einem Hotel in Malbun FL ist am vergangenen Samstag wegen der Covid-Zertifikatspflicht ein Streit eskaliert. Ein Gast verpasste dem Hoteldirektor eine Ohrfeige und Faustschläge.

Gegen 19 Uhr betrat ein Paar den Hotelbetrieb und wurde dabei aufgefordert, das Covid-Zertifikat vorzuweisen. In der Folge kam es zu Unstimmigkeiten und einer verbalen Auseinandersetzung, wie die Landespolizei des Fürstentums Liechtenstein am Dienstag in einer Mitteilung schrieb.

Während des Streits begab sich der Gast laut Polizeiangaben hinter die Rezeption, verpasste dem Hoteldirektor eine Ohrfeige und Faustschläge gegen die Brust sowie den Hals- und Nackenbereich. Daraufhin verliess das Paar das Hotel in unbekannter Richtung.

Der Hoteldirektor erlitt Verletzungen im Rippenbereich sowie Prellungen. Ermittlungen zum Täter und seiner Begleitung laufen.

Sterillium wird künftig auch in der Schweiz hergestellt

IVF Hartmann wird das Handdesinfektions-Mittel Sterillium ab nächstem Jahr auch in der Schweiz herstellen. Damit will der Schaffhauser Medizinalbedarfhersteller die lokale Versorgungssicherheit stärken sowie möglichen neuen Regeln vorgreifen.

«Waschen Sie sich die Hände regelmässig.» Zu Beginn der Pandemie des Coronavirus wurde dieser Satz Menschen auf der ganzen Welt eingetrichtert. Wer sich unterwegs die Hände nicht waschen kann, soll demnach zum Desinfektionsmittel greifen.

Das in der Schweiz seither weit verbreitete Händedesinfektionsmittel Sterillium wird ab Mitte 2022 auch in der Schweiz gefertigt, teilte IVF Hartmann am Dienstag mit. Zuerst das flüssige Sterillium, in einem zweiten Schritt dann auch das Händedesinfektions-Gel.

Mit der Produktion von Sterillium in der Schweiz könne das Unternehmen dem Wunsch nach lokaler Herstellung versorgungskritischer Produkte im Gesundheitswesen künftig noch besser nachkommen, erklärte Konzernchef Claus Martini in der Mitteilung.

Folgen der Corona-Pandemie in Krankenkassenprämien noch nicht erfasst

Die Kosten der Corona-Pandemie können gemäss Gesundheitsminister Alain Berset noch nicht beziffert werden. Somit sei auch unklar, welche Folgen die Pandemie auf die künftigen Prämien habe. Die Regierung will aber Ende Jahr einen Bericht ausarbeiten, der die finanziellen Folgen der Pandemie im Gesundheitswesen ausweist.

«Die Pandemie hat auch unser Gesundheitssystem auf eine harte Probe gestellt – und sie tut es noch immer», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Dienstag bei der Bekanntgabe der Prämien 2022 vor den Medien in Bern. Es sei aber noch zu früh, die Kosten und den Einfluss auf die Prämien zu beziffern.

Es sei sehr komplex. Die Pandemie verursache direkte Kosten, etwa bei den Erkrankten, aber auch indirekte Kosten, zum Beispiel bei all jenen, die Operationen verschieben mussten. Auch die Langzeitfolgen verursachten indirekte Kosten, ebenso die Folgen von psychischen Problemen, wo noch sehr viel unklar sei.

Ende Jahr soll ein Bericht dazu erarbeitet werden, der dann veröffentlicht wird.

Gesundheitsminister Alain Berset hat am Dienstag die Krankenkassenprämien fürs Jahr 2022 vorgestellt. Die Kosten der Pandemie seien darin aber noch nicht enthalten. (Bild: Keystone)
Italiens Kinos und Theater dürfen wieder fast zu 100 Prozent besucht sein

Kinos und Theater in Italien dürfen ihre Zuschauerplätze künftig wieder fast ganz belegen. Eine Corona-Expertenkommission sprach sich für eine Auslastung von 80 Prozent aus, bei Events im Freien sogar für 100 Prozent.

Voraussetzung dafür ist, dass sich die Kulturbetriebe in sogenannten weissen Zonen befinden, also Regionen mit niedrigen Covid-Zahlen, und dass jeder Gast einen gültigen «Grünen Pass» hat. Mit jenem Zertifikat werden Impfungen, Genesungen oder Corona-Tests nachgewiesen. Ausserdem empfehlen die Experten, während der Vorstellungen auf den Plätzen Masken zu tragen.

Museen können künftig sogar ihr gesamtes Besucherkontingent ausschöpfen – immer einen «Grünen Pass» vorausgesetzt.

Den Kulturschaffenden gehen die Lockerungen, die von der Regierung in dieser Woche in einem Gesetzesdekret verankert werden sollen, nicht weit genug. Die Entscheidungen der Kommission seien «unzureichend und nicht objektiv begründet», kritisierte die Autoren- und Verlegervereinigung Siae. «Paradoxerweise haben wir in Italien die höchsten Impfzahlen, aber auch die restriktivsten Massnahmen.»

Sie kritisieren, dass noch keine Lösung für Diskotheken gefunden wurde, die weiterhin geschlossen bleiben müssen. Weil dort die inzwischen im öffentlichen Raum gewohnten Sicherheitsvorkehrungen kaum einzuhalten sind, zögert die Politik noch.

Corona beeinträchtigt Adidas-Produktion in Vietnam

Steigende Corona-Zahlen in Vietnam beeinträchtigen die Produktion des Sportartikelherstellers Adidas. Das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach (Erlangen-Höchstadt) versuche derzeit die Auswirkungen des aktuellen Lockdowns zu begrenzen, hiess es von einem Sprecher am Dienstag.

Dabei werde etwa erwogen, die Produktion vorübergehend in andere Länder zu verlagern. Inwiefern davon Konsumenten hierzulande betroffen sind, liess Adidas auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur offen.

Konkurrent Nike leidet eigenen Angaben zufolge ebenfalls unter den Corona-Massnahmen in vietnamesischen Fabriken. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass es mehrere Monate dauern werde, bis die Produktion das übliche Niveau erreiche, sagte Finanzchef Matt Friend bei der Vorlage aktueller Quartalszahlen vergangene Woche. 2020 galt Vietnam noch als Vorzeigestaat im Kampf gegen die Pandemie. Seit Mai kämpft das Land am Mekong aber gegen seine bisher schwerste Welle.

Adidas hat wegen des Lockdowns in Vietnam Mühe mit der Produktion. (Bild: Keystone)
BAG meldet 1'284 Neuinfektionen und elf Todesfälle

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innert 24 Stunden 1284 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG elf neue Todesfälle sowie 122 Spitaleinweisungen.

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Russland meldet so viele Corona-Tote an einem Tag wie noch nie

In Russland hat es so viele Corona-Tote innerhalb eines Tages gegeben wie noch nie seit Beginn der Pandemie vor gut eineinhalb Jahren. 852 infizierte Menschen seien binnen 24 Stunden gestorben, teilten die Behörden am Dienstag mit.

Schon seit Monaten verzeichnet das flächenmässig grösste Land der Erde mit rund 146 Millionen Einwohnern hohe tägliche Todeszahlen, in den vergangenen Tagen stiegen so noch weiter an. Laut offizieller Corona-Statistik starben insgesamt mehr als 205’500 Patienten mit dem Virus. Es wird aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

In Russland sind nach jüngsten Zahlen erst knapp 30 Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft – obwohl das Land im August 2020 das weltweit erste Vakzin freigegeben hatte. Angesichts von täglich mehr als 20’000 Neuinfektionen wächst in der Bevölkerung die Sorge, dass es neue Beschränkungen geben könnte. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Staatsagentur Ria Nowosti, das entscheide jede Region für sich. Die Behörden seien mit «besonderen Befugnissen» ausgestattet.

Schweiz soll bald Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson einsetzen

Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson gegen das Coronavirus soll offenbar bald in der Schweiz zum Zug kommen. Der Bund hat den Kantonen in einem vertraulichen Dokument Informationen zukommen lassen.

Die Impfkampagne mit dem Produkt von Johnson & Johnson soll am 5. Oktober beginnen, schrieb der «Blick» am Dienstag. Bei der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) hiess es dazu auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, der Bund habe den Kantonen Ende letzter Woche ein Dokument mit vertraulichen Informationen zukommen lassen. Zum Inhalt des Dokumentes würden zu diesem Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht, sagte der GDK-Sprecher.

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Wird wohl demnächst auch in der Schweiz gespritzt: Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson. (Bild: Keystone)
Für Zutritt zum Bundeshaus braucht es künftig ein Covid-Zertifikat

Die Covid-Zertifikatspflicht gilt künftig auch im Parlamentsgebäude. Nach dem Ständerat hat am Dienstag auch der Nationalrat einer entsprechenden Vorlage zugestimmt.

Der Ständerat hatte der Zertifikatspflicht im Bundeshaus bereits am Montag zugestimmt. Dabei hatte er eine Ausnahme beschlossen: So soll jemand, der kein Covid-Zertifikat vorweisen kann – sprich, sich weder impfen noch testen lässt und auch nicht genesen ist -, das Parlamentsgebäude mit einer Maske betreten dürfen.

Eine Minderheit im Nationalrat forderte erfolglos, dies zu streichen. Die Beschaffung eines Zertifikats stelle keine grosse Hürde dar, sagte Marianne Streiff-Feller (EVP/BE). Wer sich nicht impfen lasse, könne einen Test machen. Die Bevölkerung würde diese Ausnahme nicht verstehen.

Mit dem vom Volk erteilten Auftrag argumentierten auch die übrigen Fraktionen. Der Rat stimmte der Ausnahme schliesslich mit 145 zu 41 Stimmen zu.

Bundesrat soll Gratis-Schnelltests bis Ende November prüfen

Der Bundesrat soll eine Verlängerung der Kostenübernahme für Antigen-Schnelltests bis Ende November prüfen. Dies legt ihm die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats (SGK-S) nahe. Sie betont jedoch gleichzeitig, es brauche einen neuen Effort, um die Impfquote zu erhöhen.

Um dieses Ziel zu erreichen, seien zusätzliche Anstrengungen in den Kantonen nötig, teilte die Kommission am Dienstag mit. Diese müssten mehr niederschwellige Impfangebote machen.

Gleichzeitig bittet die Kommission die Landesregierung aber auch mit 7 zu 4 Stimmen zu prüfen, ob der Bund die Kosten für die Antigen-Schnelltests bis Ende November übernehmen könne. Am Montag hatte bereits die Schwesterkommission des Nationalrates gefordert, der Bundesrat müsse die Corona-Gratistests für asymptomatische Personen beibehalten, solange die erweiterte Zertifikatspflicht gelte.

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Die Ständeratskommission für soziale Sicherheit und Gesundheit macht sich für eine Kostenübernahme für Antigen-Schnelltests durch den Bund bis Ende November stark. (Bild: Keystone)
Petition gegen Impfpropaganda und Entmündigung der Eltern

Die «Freunde der Verfassung» haben am Dienstag in Bern eine Petition «gegen die Entmündigung der Eltern und Impfpropaganda für Kinder» eingereicht. Unterzeichnet ist sie von über 59’000 Personen. Die Petitionäre wehren sich dagegen, dass Kinder von zehn bis 15 Jahren selbst entscheiden können, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen.

Mit der Petition reagiere der Verein auf ein «juristisches Buebetrickli» des Bundes, teilten die «Freunde der Verfassung» mit. Während der Entscheid über eine Tätowierung oder einen Handykauf durch Minderjährige der Einwilligung der Eltern unterliege, soll das beim Impfentscheid nicht mehr nötig sein, bemängeln die Petitionäre.

Das widerspreche dem verfassungsmässigen Schutz für Kinder und dem Schutz der Gesundheit. Zudem stehe es im Gegensatz zu den im Nürnberger Kodex festgelegten Richtlinien für medizinische Experimente und zum Heilmittelgesetz.

Die «Freunde der Verfassung» wollen mit einer Petition verhindern, dass Kinder und Jugendliche unter selbst entscheiden können, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. (Symbolbild: Keystone)

Für die Impfung von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren müsse zwingend die Einwilligung der Eltern vorliegen, verlangt die Petition. Überhaupt sollte für unter 16-Jährige ein sofortiges Impfmoratorium gelten.

An Schulen und Ausbildungsstätten dürfe keine «Impfpropaganda» betrieben werden. Impfstoffe für unter 16-Jährige sollten erst nach dem ordentlichen Zulassungsverfahren bewilligt werden, fordern die Petitionäre weiter.

Sanofi steigt aus Produktion von mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 aus

Sanofi steigt trotz positiver erster Studienergebnisse aus der Entwicklung eines eigenen mRNA-Impfstoffs gegen Covid-19 aus. Dieser würde zu spät auf den Markt kommen, erklärte ein Sprecher des französischen Pharmakonzerns am Dienstag.

Sanofi werde sich daher auf seinen proteinbasierten Covid-19-Impfstoff konzentrieren. Dieses Vakzin, das Sanofi zusammen mit dem britischen Hersteller GlaxoSmithKline entwickelt, befindet sich derzeit in der entscheidenden Phase-3-Studie und könnte bis Dezember verfügbar sein. Das Entwicklungsprogramm hat das Unternehmen um eine Studie mit dem Impfstoff als Booster-Dosis erweitert, deren Ergebnisse Ende des vierten Quartals zu erwarten sind.

Doch kein Vakzin: Sanofi zieht sich aus der Entwicklung eines mRNA-Impfstoffs gegen das Coronavirus zurück. Hier ein Bild eines Besuchs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in einem Entwicklungslabor im Juni 2020. (Bild: Keystone)

Mit seinem Impfstoffkandidaten, der wie die schon zugelassenen von BioNTech/Pfizer und Moderna auf der Technik der Boten-RNA (mRNA) basiert, erzielte Sanofi erste positive Zwischenergebnisse. In der Phase-1/2-Studie hätten sich bei 91 bis 100 Prozent der Probanden zwei Wochen nach der zweiten Dosis neutralisierende Antikörper gebildet.

Im Rennen um einen mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 haben die Franzosen angesichts der starken Konkurrenz aber das Nachsehen und wollen sich nun auf die Entwicklung eines mRNA-Impfstoffs gegen Influenza konzentrieren. Die klinischen Studien dazu sollen im kommenden Jahr starten.

Malaysia will über vorsichtige Öffnung für Tourismus entscheiden

Malaysia denkt über eine vorsichtige Öffnung seiner Grenzen für Geschäftsreisende und Touristen nach. Die Regierung werde voraussichtlich noch in dieser Woche entscheiden, ob und wann vollständig geimpfte Malaysier wieder ins Ausland und Ausländer nach Malaysia reisen dürfen, berichtete die Zeitung «The Star» am Dienstag unter Berufung auf den Vorsitzenden des «National Recovery Council» (Rat für die nationale Wiederbelebung), Muhyiddin Yassin.

Die Corona-Zahlen in dem südostasiatischen Land sinken seit Wochen. Am Montag hatten die Behörden weniger als 11’000 Neuinfektionen gemeldet. Ende August gab es noch täglich rund 20’000 Fälle am Tag.

Derweil sind Behördenangaben zufolge bereits mehr als 84 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft. Bis Anfang Oktober soll diese Zahl auf 90 Prozent steigen. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für eine Öffnung, hiess es.

Sprecher von US-Aussenminister nach UN-Woche mit Corona infiziert

Der Sprecher von US-Aussenminister Antony Blinken, Ned Price, ist nach einer Woche hochrangiger Treffen bei der UN-Generalversammlung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Price schrieb am Montag auf Twitter, er habe am Montagmorgen erstmals Symptome entwickelt und sei kurz darauf positiv getestet worden. Er werde sich nun für zehn Tage in Quarantäne begeben. Price hatte Blinken in der vergangenen Woche bei vielen Treffen mit ausländischen Partnern am Rande der UN-Generaldebatte begleitet.

Der Sprecher des US-Aussenministeriums, Ned Price, ist nach der UN-Generalversammlung positiv auf das Coronavirus getestet worden. (Bild: Keystone)

Eine Sprecherin des Aussenministeriums sagte, Blinken sei bei einem Routine-Check am Montagmorgen negativ auf das Virus getestet worden. Auch niemand sonst aus der Delegation, die zur UN-Generalversammlung nach New York gereist sei, habe bislang Symptome entwickelt. Die Sprecherin betonte ausserdem, Price sei seit Donnerstag nicht mehr in persönlichem Kontakt mit anderen ausländischen Delegationen gewesen. Das Risiko einer Ansteckung durch Price habe nach Einschätzung von Medizinern des Ministeriums vermutlich erst am Samstag begonnen. Price sei seit Samstag auch nicht mehr mit Blinken zusammengekommen.

Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte zuvor bereits eine Corona-Infektion in der brasilianischen Delegation für Aufsehen gesorgt. Bereits vor der UN-Generaldebatte hatten die amerikanischen Gastgeber die Sorge geäussert, dass Staatsgäste und ihre Delegationen aus mehr als 100 Ländern in New York das Virus verbreiten könnten.

Corona-Zahlen in Thailand auf tiefstem Stand seit Mitte Juli

Thailand bekommt seine bisher schwerste Corona-Welle immer besser in den Griff. Am Dienstag meldeten die Behörden in Bangkok rund 9400 Neuinfektionen – so wenige, wie seit Mitte Juli nicht mehr. Die höchste jemals in dem südostasiatischen Land verzeichnete Zahl waren 23 400 neue Fällen innerhalb von 24 Stunden am 13. August. Bislang ist jedoch nur etwa ein Viertel der rund 70 Millionen Einwohner vollständig geimpft.

(Bild: Keystone)

Wegen strikter Massnahmen sinken die Zahlen aber seit Wochen stetig, so dass die Regierung zum Wochenbeginn weitere Lockerungen des Lockdowns ab dem 1. Oktober angekündigt hat. Dann dürfen Museen, Fitnessstudios, Spas und Kinos wieder öffnen. Zudem werden die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen um eine Stunde verkürzt. Auch für Reisende gibt es gute Nachrichten: Vollständig Geimpfte müssen nach der Ankunft in Thailand nur noch sieben statt wie bisher 14 Tage in Hotel-Quarantäne.

Im vergangenen Jahr galt Thailand noch als Vorzeigeland im Kampf gegen die Pandemie – seit April erlebte der Staat aber seine bisher schwerste Welle. Die grössten Inseln Phuket und Ko Samui versuchen bereits seit Juli dank spezieller Projekte für geimpfte Urlauber einen Neustart des wichtigen Tourismussektors. Weitere beliebte Badeorte wie Pattaya und Hua Hin sollen bald folgen.

Biden bekommt Corona-Auffrischungsimpfung vor laufender Kamera

US-Präsident Joe Biden hat seine dritte Corona-Impfung bekommen. «Ich weiss, ich sehe nicht so aus, aber ich bin über 65 Jahre alt», scherzte der 78-Jährige am Montag im Weissen Haus, während er sich vor laufender Kamera impfen liess. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer für ältere Menschen und Risikogruppen in der vergangenen Woche genehmigt. Die zweite Impfung muss mindestens sechs Monate her sein.

Biden liess sich auch die ersten beiden Impfungen öffentlich verabreichen. Auch seine 70 Jahre alte Ehefrau Jill werde die dritte Spritze bekommen, sagte Biden. «Ich möchte klarstellen, dass Auffrischungsimpfungen wichtig sind, aber das Wichtigste ist, dass mehr Menschen geimpft werden», sagte Biden weiter. Die Impfkampagne in den USA hat in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt verloren. Bislang sind dort 55,3 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Swiss kündigt Entlassungen von Impf-Unwilligen an

Die Fluggesellschaft Swiss warnt ungeimpfte Mitarbeitende vor einer Kündigung. Die Fluggesellschaft spricht voraussichtlich ab Ende Januar 2022 Kündigungen aus für Mitarbeitende, die sich gegen das Coronavirus nicht impfen lassen wollen, wie sie angibt.

+++ Coronavirus +++ Fluggesellschaft will hart durchgreifen: Swiss plant Entlassungen von Impf-Unwilligen

Cockpit- und Kabinenangestellte, die mehr Zeit für die Entscheidung benötigten, könnten vorerst für rund sechs Monate ihre Arbeit niederlegen und innerhalb dieser Zeit wieder zurückkehren, sofern sie vollständig geimpft sind, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Wer sich allerdings partout nicht impfen lassen möchte, wird entlassen.

Können Mitarbeitende medizinische Gründe vorweisen, warum sie sich nicht impfen lassen können, werden laut dem Sprecher aber individuelle Lösungen gesucht, hiess es weiter. Alles dazu lesen Sie hier.

EU-Arzneimittelbehörde prüft dritte Dosis von Moderna-Impfstoff

Die europäische Arzneimittelagentur EMA prüft einen Antrag des Impfherstellers Moderna auf Zulassung einer dritten Dosis. Die vorgelegten Daten sollten nach einem beschleunigten Verfahren bewertet werden, teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit. Der sogenannte Booster könnte Menschen ab zwölf Jahren mindestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gespritzt werden, um den Schutz vor einer Corona-Infektion zu erhöhen. Bisher werden diese Booster in einigen Ländern bereits Menschen mit einem geschwächten Immunsystem angeboten.

Die EMA erklärte erneut, dass im Prinzip eine dritte Impfdosis als Schutz vor einer Infektion nicht notwendig sei. Die Entscheidung, ob zusätzliche Impfdosen angeboten werden sollen, würde auch nicht die EMA treffen, sondern sei Sache der EU-Mitgliedsstaaten.

Ständerat weist zwei Motionen zu Krisenmanagement zurück

Der Ständerat hat am Montag oppositionslos zwei Motionen zur Stärkung der Krisenfestigkeit und zur Beratung des Bundesrates in der Covid-19-Pandemie an die Geschäftsprüfungskommission zur Vorprüfung zurückgewiesen. Es seien bereits verschiedene Stellen mit diesen Fragen beschäftigt, und mit der Zurückweisung komme es nicht zu Doppelspurigkeiten, argumentierte der Rat.

Der Ständerat hat am Donnerstag oppositionslos zwei Motionen zur Stärkung der Krisenfestigkeit und zur Beratung des Bundesrates in der Covid-19-Pandemie an die Geschäftsprüfungskommission zur Vorprüfung zurückgewiesen. (Bild: Keystone)

Jakob Stark (SVP/TG) verlangte in seiner Motion, dass der Bundesrat seine Krisenführung in Pandemien optimiert und widerstandsfähiger ausgestaltet. Dazu brauche es einen Führungsstab und ab dem Auftreten einer Pandemie einen Bundesratsausschuss zur Vorberatung von Massnahmen.

Der Bundesrat anerkennt zwar die Notwendigkeit einer Optimierung in der Krisenführung, lehnt die Motion aber ab. Er verfügt seinen Angaben zufolge bereits über die verlangten Organe. In der besonderen und ausserordentlichen Lage waren zwei interdisziplinäre Krisenstäbe im Einsatz.

In einer weiteren Motion verlangte Ständerat Erich Ettlin (Mitte/OW), dass der Bundesrat zur Vorbereitung und während einer Pandemie Gremien berufen kann, die fehlendes Know-how der Verwaltung beheben helfen. Die Landesregierung lehnt die Motion ab, weil sie bereits über die nötigen Grundlagen verfügt, um solche Gremien situativ installieren zu können. Mit der Überweisung an die GPK ist die Behandlung der beiden Vorstösse vertagt.

Ständerat heisst Zertifikatspflicht im Parlament gut

Der Ständerat hat am Montag mit 36 zu 6 Stimmen der Zertifikatspflicht für den Zutritt ins Parlamentsgebäude zugestimmt. Eine Ausnahme gibt es: Vor einem Test ist der Eintritt mit Schutzmaske zugelassen. Die Staatspolitischen Kommissionen hatten nach einem medialen Aufschrei eine Vorlage für die parlamentarische Zertifikatspflicht ausgearbeitet.

Die dringliche Gesetzesvorlage passierte ausser der Lösung mit der Maske vor einem Test und einer späteren Zertifikatserteilung in der Fassung der Kommission. Deren Präsident Andrea Caroni (FDP/AR) sagte, die Vorlage stärke die Verhandlungsfähigkeit, räume aber kein Privileg des Parlaments aus. Auch in Kantons- und Gemeindegremien gebe es keine Zertifikatspflicht.

Mit dem Zertifikat würden die Räte aber ihre Plexiglasscheiben und die Maskenpflicht los. Die Zertifikatspflicht sei bis Ende 2022 begrenzt und die Verwaltungsdelegation könne sie aufheben, sobald die epidemiologische Lage es zulasse.

Nationalratskommission bekräftigt: Gratistests sollen bleiben

Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) fordert den Bundesrat erneut auf, die Corona-Gratistests für asymptomatische Personen beizubehalten, solange die erweiterte Zertifikatspflicht gilt. Auf eine eigene Vorlage verzichtet sie jedoch.

Ab 11. Oktober soll es in der Schweiz keine Gratis-Tests mehr geben. Die Nationalratskommission ist dagegen. (Bild: Keystone)

Diese Empfehlung hatte die Kommission dem Bundesrat bereits vergangene Woche mit auf den Weg gegeben. Am Freitag gab der Bundesrat jedoch bekannt, dass er an seinem Grundsatzentscheid, das Gratistest-Regime mittelfristig aufzuheben, festhalten wolle. Definitiv entscheiden will er am kommenden Freitag. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Gesamtbundesrat kommentiert Maurers Trychler-Auftritt nicht

«Kein Kommentar» heisst es seitens des Gesamtbundesrats zu Ueli Maurers Trychler-Auftritt. (Bild: Twitter)

Am Montag musste der Bundesrat Stellung nehmen zu Aussagen von Regierungsmitglied Ueli Maurer zur Corona-Krise. SP-Exponenten wollten etwa wissen, ob dieser das Kollegialitätsprinzip verletzt habe. Die Antwort des Bundesrats: kein Kommentar. Alle Hintergründe dazu lesen Sie hier.

So verteilen sich die Corona-Impfungen in der Schweiz

US-Industrie sammelt unerwartet viele Aufträge ein

Die US-Industrie hat im August überraschend viele Aufträge bekommen. Die Betriebe sammelten 1,8 Prozent mehr Bestellungen für langlebige Gebrauchsgüter wie Flugzeuge und Maschinen ein als im Vormonat, wie das Handelsministerium am Montag in Washington mitteilte.

Das war bereits der vierte Anstieg in Folge, Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 0,5 Prozent im Juli.

Die US-Wirtschaft hat im September wegen Lieferengpässen etwas an Schwung verloren, wie aus dem jüngsten Einkaufsmanagerindex des Instituts IHS Markit hervorgeht. Das Barometer sank um 0,6 auf 60,5 Punkte. Es hielt sich aber immer noch weit über der Marke von 50, ab der es ein Wachstum signalisiert.

Lagarde sieht kaum Hinweise auf erhöhte Inflationsrisiken

Laut EZB-Chefin Christine Lagarde deutet derzeit nur wenig darauf hin, dass die Inflation stärker als erwartet anziehen wird. Es gebe zwar einige Faktoren, die die Teuerung hochtreiben könnten, sagte Lagarde am Montag in einer Schalte für eine Anhörung vor einem Ausschuss des EU-Parlaments.

Dies gelte beispielsweise für den Einfluss der Lohnrunden auf die Preisentwicklung. Es seien derzeit jedoch nur in begrenztem Umfang Hinweise auf solche Entwicklungen zu sehen, die das Inflationsrisiko erhöhen könnten. Daher gehe die EZB in ihrem Basis-Szenario weiter davon aus, dass die Inflation mittelfristig unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent bleiben werde.

Covid-19-Gesetz: Das Wichtigste in Kürze

Am 28. November entscheidet die Stimmbevölkerung zum zweiten Mal über das Covid-19-Gesetz. Eine Übersicht mit den wichtigsten Fakten finden Sie hier.

Impfkadenz um 9 Prozent gesunken

Vom 20. September bis 26. September sind in der Schweiz 201’283 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Damit sind 54,9 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Die Impfkadenz sank im Vergleich zur Vorwoche um 9 Prozent.

 

Die Impfkadenz sinkt in der Schweiz um 9 Prozent. (Bild: Keystone)

Dies geht aus den Angaben hervor, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag auf seiner Website veröffentlichte. Insgesamt wurden seit Beginn der Impfkampagne 10’377’115 Impfungen verabreicht. 4’749’264 Personen haben zwei Impfdosen erhalten, bei 878’587 Personen wurde bislang nur die Erstimpfung vorgenommen. Pro Tag wurden letzte Woche durchschnittlich 28’755 Impfungen durchgeführt.

Nach zwei Wochen Selbstisolation: Putin trifft Erdogan persönlich

Nach zwei Wochen in Corona-Selbstisolation wird Russlands Präsident Wladimir Putin Kremlangaben zufolge in dieser Woche den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan persönlich empfangen. Den Grossteil seiner weiteren Termine werde Putin aber auch künftig per Video wahrnehmen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag laut Agentur Interfax in Moskau.

Der 68 Jahre alte Kremlchef hatte sich vor rund zwei Wochen wegen mehrerer Corona-Fälle in seiner Umgebung in Selbstisolation begeben. Anschliessend betonte der Kreml mehrfach, dass es dem mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpften Präsidenten gut gehe. Dass Putin weiterhin kaum persönliche Treffen plane, sei eine reine Vorsichtsmassnahme, sagte Peskow.

Mit Erdogan wolle Putin neben den russisch-türkischen Beziehungen auch die Situation in Afghanistan sowie die Lage in Syrien besprechen. Medien zufolge ist das Treffen am Mittwoch in Sotschi am Schwarzen Meer geplant.

BAG meldet 3'096 Corona-Fälle nach dem Wochenende

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag innerhalb von 72 Stunden 3096 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 11 neue Todesfälle und 49 Spitaleinweisungen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Thailand lockert Lockdown-Regeln - kürzere Quarantäne für Reisende

Vollständig Geimpfte müssen bei der Einreise nach Thailand ab dem 1. Oktober nur noch sieben statt wie bisher 14 Tage in Hotel-Quarantäne. Für nicht-geimpfte Besucher gilt eine zehntägige Quarantänepflicht.

Die neuen Regeln sind Teil der Lockdown-Lockerungen, die die Regierung in Bangkok am Montag bekanntgegeben hat. Die Corona-Zahlen in dem südostasiatischen Urlaubsland sind zuletzt langsam aber stetig gesunken.

Deshalb werden nun auch in den 29 sogenannten dunkelroten Zonen, die besonders von der jüngsten Corona-Welle betroffen waren und zu denen die Hauptstadt Bangkok und der beliebte Ort Pattaya gehören, die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen um eine Stunde verkürzt. Sie gelten ab Freitag von 22 bis 4 Uhr statt wie bisher ab 21 Uhr. Damit können auch Geschäfte, Einkaufszentren und Restaurants wieder länger öffnen. Zudem dürfen Schönheitssalons, Spas, Kinos und Fitnessstudios aufmachen.

Economiesuisse sagt Ja zum Covid-19-Gesetz

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse sagt Ja zum Covid-19-Gesetz, denn die Wirtschaft brauche möglichst weitgehende Rechtssicherheit – «auch und gerade in der Krise».

Das Covid-19-Gesetz sei die rechtliche Grundlage für das Covid-Zertifikat und erlaube geimpften, getesteten oder genesenen Personen im Berufs- und Privatleben eine schrittweise Rückkehr in die Normalität, hiess es am Montag in der Mitteilung von Economiesuisse. Deshalb sage Economiesuisse klar Ja zum Covid-19-Gesetz.

Die Anwendung des Covid-Zertifikats sei eine wirksame Massnahme zur Verhinderung eines weiteren Lockdowns mit «verheerenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen». Dank des Covid-19-Gesetzes sei es dem Bund möglich, Covid-Zertifikate auszustellen oder die zur Überprüfung notwendigen Systeme zu betreiben.

Ein Wegfall des Covid-Zertifikats hätte einschneidende Auswirkungen auf das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in der Schweiz, schrieb der Wirtschaftsdachverband. Ab auch international könne es zu negativen Auswirkungen kommen, zum Beispiel im grenzüberschreitenden Personenverkehr. Für Geschäftsreisen und Ferien im Ausland würden unnötig massive Hürden aufgebaut.

Nein zu Covid-Gesetz schränkt laut Bundesrat Reisefreiheit ein

Falls die Revision des Covid-19-Gesetzes am 28. November abgelehnt würde, hätte das laut Bundesrat und Kantonen schwere Folgen für die Tourismuswirtschaft und andere Branchen. Wegfallen würde auch das Covid-Zertifikat – und damit die Reisefreiheit der Bevölkerung.

Das Zertifikat erleichtere aktuell das Reisen im In- und Ausland, das sei für das Tourismusland Schweiz von grosser Bedeutung, sagte Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin am Montag vor den Medien in Bern. Wenn bei einem Nein zum Covid-Gesetz die rechtliche Grundlage für das Zertifikat verschwände, hätte das laut der Regierung verheerende Folgen für die Tourismus-, Gastro- und Hotelleriebranche, die sowieso schon unter Druck stehe.

Der Bundesrat warnt vor erheblichen Einschränkungen der Reisefreiheit, sollte das Stimmvolk die Revision des Covid-19-Gesetzes ablehnen. (Symbolbild: Keystone)
Bundesrat hebt Vorteile des Covid-Zertifikats hervor

Bundesrat und Kantone wehren sich zum zweiten Mal gegen ein Referendum zum Covid-19-Gesetz – mit dem gleichen Kernargument: Ein Nein zur revidierten Vorlage würde die bewährte Krisenbewältigung gefährden. Dazu gehöre auch das freiwillige Covid-Zertifikat.

Nur Stunden nach dem Ausgang der letzten eidgenössischen Abstimmungen schaute der Bundesrat am Montag bereits auf den nächsten Urnengang: Bundespräsident Guy Parmelin und Gesundheitsminister Alain Berset präsentierten die Argumente des Parlaments und der Regierung für das Covid-19-Gesetz. Am 28. November findet bereits die zweite Referendumsabstimmung zur Vorlage statt.

Im vergangenen Juni hatte die Schweizer Stimmbevölkerung das Covid-19-Gesetz mit rund 60 Prozent angenommen. Das aktuelle Referendum richtet sich gegen die Änderungen vom März 2021. Die «Freunde der Verfassung» stören sich insbesondere am Covid-Zertifikat. Dieses basiert auf dem Gesetz, das bis Ende 2022 befristet ist.

Mehr zum Thema und zur Medienkonferenz des Bundesrats lesen Sie hier.

Studie: Corona drückt Lebenserwartung ähnlich wie Zweiter Weltkrieg

Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Lebenserwartung in vielen Ländern einer Studie zufolge so stark gesunken wie seit dem Zweiten Weltkrieg in Westeuropa nicht mehr. In einigen Ländern ist der Fortschritt der vergangenen Jahre in kurzer Zeit zunichtegemacht worden.

Das berichten Forscher des Leverhulme Centre for Demographic Science an der Universität Oxford im «International Journal of Epidemiology». Bei Männern war der Rückgang demnach grösser als bei Frauen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler Daten aus 29 Staaten, die meisten aus Europa, darunter Deutschland, sowie Chile und die USA. In 27 dieser Staaten sank demnach 2020 die Lebenserwartung, in 22 Ländern um mindestens ein halbes Jahr.

So stark gesunken wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr: Corona hat die Lebenserwartung in vielen Ländern erheblich gedrückt. (Bild: Keystone)
Viele Partys und Schlägereien in Norwegen

Mit zahlreichen Partys haben die Menschen in Norwegen am Samstagabend das Ende der Corona-Regeln gefeiert. Nachtclubs und Kneipen waren voll, vielerorts herrschte ausgelassene Stimmung. In Warteschlangen vor Discos und Bars wurden Lieder gesungen. In der Stadt Trondheim mussten mehrere Menschen versorgt werden, die beim langen Anstehen ohnmächtig wurden. Aus mehreren Städten wurden allerdings auch Schlägereien, Verletzte und Festnahmen gemeldet, wie der öffentlich-rechtliche Sender NRK am Sonntag berichtete.

«Es gab viele Ordnungswidrigkeiten, Gewaltausbrüche und Kämpfe», sagte Rune Hekkelstrand von der Polizei in Oslo. Mehrere Menschen seien wegen Waffenbesitzes festgenommen worden, einige wurden zum Teil schwer verletzt. In der Stadt Tønsberg südlich der Hauptstadt kam es an der Hafenmole zu einer Massenschlägerei, in der südwestlichen Region Agder wurden insgesamt zwölf Menschen wegen Krawallen festgenommen.

Hackerangriffe behindern Start von Corona-Pass in den Niederlanden

Der Start des Corona-Passes in den Niederlanden zum Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Tests ist durch Hackerangriffe behindert worden. Dadurch war es am Samstagabend zeitweise nur schwer oder mit Verzögerungen möglich, den erforderlichen QR-Code herunterzuladen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Den Haag am Sonntag mit. Die Angriffe, die Serverkapazitäten blockieren, seien aber abgewehrt worden.

Der Corona-Pass muss in den Niederlanden seit Samstag von Menschen ab 13 Jahren vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur oder Sport vorgezeigt werden. Er ist umstritten; am Samstag gab es mehrere Demonstrationen gegen die Einführung des Passes.

Ausschreitungen bei Corona-Demo in Mailand - Dritte Impfdosis für Ü80

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Massnahmen ist es am Samstag in Mailand zu Ausschreitungen gekommen. Von den mehreren Tausend Protestierenden, die gegen Impfungen und gegen den umfangreich vorgeschriebenen «Grünen Pass» auf die Strasse gingen, gerieten mehrere mit Polizisten und Carabinieri aneinander. Die Ordnungskräfte schafften es – durch den Einsatz von Schlagstöcken – die Teilnehmer der nicht offiziell angemeldeten Demo vom Domplatz fernzuhalten, bis sich dort eine Wahlkampfveranstaltung der Partei Fratelli d’Italia mit der Spitzenkandidatin Giorgia Meloni auflöste. Nach Medienberichten wurden einige Demonstranten leicht verletzt.

In anderen Städten wie Rom oder Triest wurde ebenfalls gegen die Massnahmen der Regierung protestiert. Auch in der Hauptstadt wurden Polizisten attackiert; wie in Mailand wurden Anzeigen ausgestellt.

Ministerpräsident Mario Draghi hatte zuletzt den «Grünen Pass» umfangreich ausgeweitet: Ab 15. Oktober muss jeder Beschäftigte im öffentlichen Bereich und der privaten Wirtschaft einen Nachweis vorlegen, dass er geimpft, genesen oder getestet ist; Tests sind nicht mehr kostenlos. Ohne den «Green Pass» darf dann niemand zur Arbeit gehen.

Ein Teil der Corona-Massnahmen-Gegner ist gewaltbereit

Ein Teil der Menschen, die gegen die Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus mobil machen, beginnt, sich zu radikalisieren. Diese Warnung kommt von André Duvillard, dem Delegierten des Sicherheitsverbundes Schweiz. Diese Personen seien bereit, Gewalttaten zu begehen.

Man sehe, dass eine Randgruppe unter den Gegnern der Corona-Schutzmassnahmen an Stärke gewinne, besonders seit der Ausweitung der Zertifikatspflicht, sagte Duvillard im Interview mit der Zeitung «Le Matin Dimanche». Bei den jüngsten Demonstrationen von Massnahmen-Gegnern in Bern seien Messer und Schraubenzieher beschlagnahmt worden.

Diese Demonstranten sind in den Worten von Duvillard, einem Spezialisten für die Bekämpfung von Radikalisierung «monothematische Extremisten». Sie gehörten weder der extremen Linken noch der extremen Rechten an, sondern sie seien bereit, wegen etwas ganz Bestimmtem, nämlich wegen Covid-19, gewalttätig zu werden.

Meghan und Harry werben bei Konzert für Impfgerechtigkeit

Herzogin Meghan (40) und Prinz Harry (37) haben beim Global-Citizen-Konzert im New Yorker Central Park für Impfgerechtigkeit geworben. Die gegenwärtige Situation der Bevorzugung wohlhabender Länder bei Corona-Vakzinen sei eine «Menschenrechtskrise», sagte Harry am Samstag vor Zehntausenden Zuschauern. «Meine Frau und ich glauben, dass die Art und Weise, wie man geboren wurde, nicht darüber entscheiden darf, dass man überlebt». Harry kritisierte dabei vor allem die geltenden Patentrechte, die Produzenten in ärmeren Ländern davon abhalten, erfolgreiche Impfstoffe selbst herzustellen. Mehr dazu hier.

Der britische Prinz Harry, Herzog von Sussex und seine Frau Meghan, Herzogin von Sussex sprechen auf dem Global Citizen Live Festival im Central Park in New York zu der Menge. (Bild: Keystone)
Niederländische Staatssekretärin im Streit um Corona-Kurs entlassen

Im Streit um den Corona-Kurs der Niederlande hat Premierminister Mark Rutte am Samstag Wirtschaftsstaatssekretärin Mona Keijzer fristlos entlassen. Der ungewöhnliche Schritt folgt auf Kritik von Keijzer an der Einführung eines Corona-Passes in den Niederlanden, die sie im Interview mit der Zeitung «De Telegraaf» (Samstag) geäussert hatte. Wie Rutte nach einer Mitteilung der Regierung sagte, vertrügen die Äusserungen der Staatssekretärin sich nicht mit den kürzlichen Beschlüssen des Ministerrats.

Zwar wurde in den Niederlanden am Samstag die 1,5 Meter-Abstandsregel zum Schutz vor einer Corona-Infektion abgeschafft. An die Stelle tritt aber ein heftig umstrittener Corona-Pass. Fortan muss jeder ab einem Alter von 13 Jahren vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur- oder Sportveranstaltungen nachweisen, dass er geimpft, getestet oder genesen ist. Keijzer hatte dem «Telegraaf» gesagt: «Wenn wir in einer Gesellschaft gelandet sind, in der man voreinander Angst haben muss, es sei denn, dass man einen Nachweis vorlegt, dann muss man sich (…) fragen: Wollen wir diese Richtung wählen?»

Rund 3'000 Massnahmen-Gegner demonstrieren in Uster

Eine weitere Corona-Demo mit Freiheits-Trychlern und der Gruppierung «Mass-Voll»: Am Samstag sind in Uster rund 3’000 Massnahmen-Gegner lautstark durch die Strassen gezogen. Der Anlass war von der Polizei bewilligt und blieb friedlich.

Eine Rednerin betonte am Anfang des Anlasses, dass «Rechtsradikale nicht geduldet» seien. Zudem seien sie alle «keine Impfgegner, sondern Massnahmen-Gegner». Am Umzug gab es neben der bekannten Kritik an Bundesrat Alain Berset auch viele Transparente gegen den angeblichen «Impfzwang».

Am Strassenrand zeigten sich jedoch auch an mehreren Stellen Gegner der Corona-Demonstranten. Auf die Strassen waren Sätze wie «Uster ist geimpft» gesprayt. An einer Kreuzung hielt eine Gruppe von Anwohnern ein Transparent hoch mit der Aufschrift «Wegen Leuten wie euch gibt es in diesem Jahr keinen Uster-Märt».

Werden die Schnelltests teurer?

Werden die Antigen-Schnelltests kostenpflichtig, sollen Ungeimpfte rund 50 Franken pro Test bezahlen – der Bund vergütet heute pro Test 47 Franken. Bei gewissen privaten Anbietern kosten die Tests weniger. Dagegen haben Erhebungen der Zeitung «Blick» ergeben, dass die Preise in der Tendenz eher steigen dürften.

Ungeimpte sollen die Antigen-Schnelltests ab 11. Oktober selber bezahlen müssen. (Symbolbild: Keystone)

Das es auch in eine andere Richtung gehen könnte, rechnet das SRF vor. So würde etwa für Olma-Besucher in St. Gallen ein Corona-Test lediglich 26.50 Franken kosten. Dies sei möglich, weil die Veranstalter mit dem Testpartner über die Menge einen besseren Preis aushandeln konnte.

Noch ist unklar in welche Richtung sich die Preise entwickeln werden. Jedoch seien Preise, wie sie an der Olma verlangt werden für Apotheken unrealistisch, sagt Lorenz Schmid, Präsident des Apothekerverbands des Kantons Zürich gegenüber SRF.

Klar ist jedoch, dass der Bund ab dem 11. Oktober die Kosten für einen Schnelltest für Ungeimpfte nicht mehr übernehmen will.

Die Niederlande sind auf dem Weg zurück zu einem normalen Leben

Mit dem heutigen Samstag wird der verpflichtete Sicherheitsabstand von 1,5 Metern abgeschafft – nach gut 18 Monaten. «Damit machen wir einen deutlichen Schritt in Richtung einer Gesellschaft ohne einschränkende Corona-Massnahmen», erklärte die Regierung am Freitag in Den Haag.

Allerdings können die Niederländer noch keinen «Vrijheidsdag» (Freiheitstag) feiern. Denn an die Stelle der 1,5 Meter-Regel tritt der heftig umstrittene Corona-Pass. Fortan muss jeder ab 13 Jahre vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur oder Sport nachweisen, dass er geimpft, getestet oder genesen ist.

Angesichts sinkender Infektions- und Patientenzahlen sowie einer relativ hohen Impfquote hält es die Regierung für verantwortlich, Massnahmen zu lockern. So sind volle Stadien und Kneipen wieder erlaubt und Restaurants, Geschäfte und Theater können wieder unbegrenzt Besucher zulassen – allerdings erst nach Vorlage des Corona-Passes. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann sich kostenlos in einem Test-Center testen lassen.

Britischer Corona-Experte: Mehrheit der Kinder wird sich anstecken

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in britischen Schulen geht ein Experte davon aus, dass sich die meisten Kinder im Winter mit dem Virus anstecken werden oder schon angesteckt waren. «Ich denke, dass sich in sechs Monaten die Mehrheit infiziert haben wird», sagte der Public-Health-Experte Azeem Majeed vom Imperial College London der Deutschen Presse-Agentur.

Grossbritannien impft erst seit kurzem auch 12- bis 15-Jährige. (Symbolbild: Keystone)

Seit Ende der Schulferien in England sind die Fallzahlen unter den 5- bis 14-Jährigen enorm gestiegen. Die Inzidenz liegt mehr als doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen, wie etwa in einer Auswertung der «Financial Times» zu erkennen ist.

Mehr dazu hier.

Zürcher Uni-Rektor: Keine Alternative zu Zertifikatspflicht

Für Michael Schaepman, den Rektor der Universität Zürich, gibt es zur Zertifikatspflicht in den Hörsälen keine Alternative. Er hätte sich aber gewünscht, dass der Bund die Tests für Ungeimpfte übernommen hätte, so lange die Zertifikatspflicht an Hochschulen gilt.

Michael Schaepman, den Rektor der Universität Zürich, geht davon aus, dass an der Universität Zürich 80 bis 90 Prozent der Studierenden geimpft sind. 2000 Personen seien dazu befragt worden, die Umfrage müsse aber noch validiert werden. (Keystone)

«Unsere Aufgabe ist es, Personen auszubilden, welche die Zukunftsfähigkeit der Schweiz garantieren,» begründete Schaepman in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» seine Haltung. Die Zertifikatspflicht an sich sieht er kritisch: Das Recht auf Bildung dürfe nicht untergraben werden. Mehr dazu hier.

Tschechiens Regierungschef Babis lässt sich zum dritten Mal impfen

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis lässt sich zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen. Er werde die Auffrischspritze am 7. Oktober im Prager Militärkrankenhaus erhalten, sagte der 67-Jährige am Freitagabend in einer Fernsehdebatte. Das ist einen Tag vor dem Beginn der zweitägigen Parlamentswahl in dem EU-Mitgliedstaat, in die der Gründer der populistischen Partei ANO Umfragen zufolge als Favorit geht.

In der TV-Debatte musste Babis indes scharfe Kritik an seiner Corona-Politik einstecken. Sein Herausforderer Ivan Bartos von der Piratenpartei warf ihm vor, das Vertrauen der Bürger verspielt zu haben. «Das ist die grösste Niederlage der tschechischen Regierung», sagte der 41-Jährige am Freitagabend im Sender CT. Hunderttausende Senioren seien noch immer nicht geimpft. «Herr Bartos hat keine Informationen und sagt nicht die Wahrheit», entgegnete Babis.

Die meisten Parteien begrüssen Verlängerung der Gratistests

Die meisten Parteien und Verbände haben am Freitag den Vorschlag des Bundesrates grundsätzlich begrüsst, die Periode für Gratis-Coronatests zu verlängern. Vielen geht er aber zu wenig weit. Die Freisinnigen sprechen sich hingegen gegen eine Verlängerung aus. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Biden ruft Berechtigte in USA zu Corona-Auffrischungsimpfungen auf

Nach der Zulassung von Corona-Auffrischungsimpfungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen in den USA hat Präsident Joe Biden dringend dazu aufgerufen, das Angebot zu nutzen. Biden appellierte am Freitag bei einer Ansprache im Weissen Haus an die Berechtigten, sich eine dritte Impfung geben zu lassen, sobald sie an der Reihe seien. Es sei eine Tragödie, dass noch immer Menschen sterben müssten, weil sie ungeimpft seien. «Bitte lassen Sie das nicht Ihre Tragödie werden», mahnte der Präsident.

Ruft zu Auffrischungs-Impfungen auf: US-Präsident Joe Biden. (Bild: Keystone)

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer für ältere Menschen und Risikogruppen am Mittwochabend genehmigt. Am späten Donnerstag sprach sich schliesslich auch ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde CDC dafür aus, Auffrischungsimpfungen mit dem Präparat für Menschen ab 65 Jahren zu empfehlen. Zudem sprachen sich die Mitglieder des Gremiums mehrheitlich dafür aus, die Auffrischungsimpfungen mindestens sechs Monate nach den ersten beiden Impfungen für Menschen zwischen 50 und 64 Jahren, die Risikogruppen angehören, zu empfehlen. Für Personen ab 18 Jahren aus Risikogruppen solle dies ebenso möglich sein, nach vorheriger individueller Risiko- und Nutzenanalyse.

Mehr als 7500 Meldungen über Nebenwirkung nach Covid-Impfung

Bei über 10,3 Millionen in der Schweiz verabreichten Impfdosen gegen das Coronavirus sind bis letzten Dienstag 7571 unerwünschte Nebenwirkungen gemeldet worden. Zwei Drittel davon waren nicht schwerwiegend.

In nur 0,07 Prozent der Fälle gab es bei den Impfungen in der Schweiz Nebenwirkungen. (Bild: Keystone)

Die von Nebenwirkungen Betroffenen waren im Mittel 54,4 Jahre alt, mehrheitlich Frauen, wobei 16,4 Prozent 75 Jahre oder älter waren, wie die Arzneimittelbehörde Swissmedic am Freitag mitteilte.

In den als schwerwiegend eingestuften Fällen lag das mittlere Alter bei 57,1 Jahren. In 145 der schwerwiegenden Fälle seien Personen in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung gestorben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Norwegen verabschiedet sich von meisten Corona-Beschränkungen

Norwegen verabschiedet sich von den meisten in der Pandemie erhobenen Corona-Beschränkungen. Am Samstag um 16.00 Uhr werden die allermeisten Massnahmen innerhalb des Landes aufgehoben, wie die scheidende Ministerpräsidentin Erna Solberg am Freitag auf einer Pressekonferenz in Oslo bekanntgab.

Unter anderem gilt künftig nicht mehr die Ein-Meter-Abstandsregel, auch die Teilnehmerbeschränkungen bei Veranstaltungen und Zusammenkünften fallen weg. Einzig die Anforderung, im Falle einer Corona-Erkrankung in Isolation zu gehen, bleibt bestehen. Auch die Einreisebeschränkungen werden schrittweise aufgehoben.

84 Prozent geimpft: In Norwegen kehrt wieder der Alltag ein. (Bild: Keystone)

«Jetzt ist die Zeit gekommen. Jetzt werden wir zu einem normalen Alltag zurückkehren», sagte Solberg nach mehr als eineinhalb Jahren mit Beschränkungen. Die Infektionszahlen gingen zurück, die Einlieferungen von Corona-Patienten ins Krankenhaus ebenfalls. Die Pandemie sei jedoch nicht vorbei. Es sei deshalb wichtig, dass sich die Menschen gegen Corona impfen lasse. Nach Angaben des nationalen Gesundheitsinstituts FHI sind in dem Land mit 5,4 Millionen Einwohnern fast 84 Prozent aller Erwachsenen vollständig geimpft.

Norwegen ist im europäischen Vergleich relativ gut durch die Pandemie gekommen. Solbergs Regierung hatte im Frühjahr 2020 früh und strikt auf die Corona-Krise reagiert. Dennoch wurde die Konservative vor eineinhalb Wochen bei der Parlamentswahl abgewählt. Ihr Nachfolger wird aller Voraussicht nach der Sozialdemokrat Jonas Gahr Støre, derzeit laufen Sondierungsgespräche mit möglichen Koalitionspartnern.

Gesundheitsdirektoren müssen bis Dienstag Stellung beziehen

Wie sich die Kantone zum Vorschlag der Bundesrates zur Verlängerung der kostenlosen Corona-Tests stellen, wird sich in der Konsultation zeigen. Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und – direktoren (GDK) wollte sich nicht dazu äussern. Die Kantone haben bis nächsten Dienstag Zeit, Stellung dazu zu beziehen.

Die GDK verwies jedoch auf den ursprünglichen Vorschlag des Bundesrates, die Teststrategie auf den 1. Oktober anzupassen. Diesen Vorschlag hätten «die Kantone in der Konsultation mit einer Zweidrittelmehrheit unterstützt», hiess es am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Nachdem sich alle impfwilligen Personen hätten impfen lassen können, sei es nicht mehr «Aufgabe der Allgemeinheit, die Testkosten für Personen zu übernehmen, die nicht geimpft oder nicht genesen sind». Impfen sei nachhaltiger, billiger und einfacher als mehr testen, schrieb die GDK.

Sportartikelhersteller bangen um Weihnachtsgeschäft

Wochenlange Fabrikschliessungen in Vietnam wegen der Corona-Pandemie machen den grossen Sportartikelherstellern schwer zu schaffen. Die weltweite Nummer eins, Nike, fürchtet deshalb schon um Teile seines Weihnachtsgeschäfts und hat die Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr zurückgenommen.

In dem asiatischen Land lässt Nike fast die Hälfte seiner Schuhe fertigen; vor allem der Süden ist mindestens bis Ende des Monats im Lockdown. Auch die deutschen Konkurrenten Adidas und Puma sind von den Fabriken in Vietnam abhängig: Bei Adidas kamen von dort im vergangenen 40 Prozent der Sportschuh-Produktion. «Wir sind im Austausch mit den Herstellern, um die Auswirkungen zu begrenzen und die Produktion zeitweise in andere Länder zu verlagern», sagte ein Sprecher am Freitag.

Gratistest-Vorschlag des Bundesrates geht der SP zu wenig weit

Der Vorschlag des Bundesrates für eine Verlängerung der kostenlosen Coronatests für alle geht der SP zu wenig weit. Insbesondere für Junge bis 25 Jahre sollten die Tests weiterhin gratis bleiben, fordert die Partei.

Die SP unterstütze zudem nochmalige Anstrengungen zur Erhöhung der Impfquote: «Impfen ist der einzige und sicherste Ausweg aus der Krise». Nur bei Fortschritten beim Impfen könne «die Ausdehnung der Zertifikatspflicht wieder schrittweise zurückgenommen werden», schrieb die Partei auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die SP fordere die Kantone und alle Bildungsinstitutionen sowie grossen Betriebe dazu auf, «an den vom Bund finanzierten Massentests teilzunehmen und zusätzlich Impfmöglichkeiten vor Ort zu organisieren», hiess es weiter.

Gewerbeverband fordert weiterhin Gratistests für alle

Solange eine Zertifikatspflicht besteht, müssen für den Schweizerischen Gewerbeverband (sgv) Corona-Tests gratis und möglichst flächendeckend zugänglich bleiben. Sonst verliere die Wirtschaft «weiter an Umsätzen», schrieb der Verband in einer Mitteilung.

Der sgv fordert vielmehr vom Bundesrat «ein verbindliches Ausstiegsszenario aus der Zertifikatspflicht bis hin zur Normalität».

Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeigten, dass nur die allerwenigsten Ansteckungen in Restaurants, Fitnesscentern oder am Arbeitsplatz erfolgten, hiess es weiter. Für den sgv sei daher die Zertifikatspflicht unverhältnismässig und sie müsse ab sofort beendet werden.

FDP enttäuscht über Gratistest-Verlängerung - GLP zufrieden

Die FDP ist enttäuscht über den Beschluss des Bundesrats. Die Partei fordert kostenpflichtige Tests für alle asymptomatische Personen ab Oktober, wie sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb.

Sie begründet dies damit, dass die Impfung «allen kostenlos zur Verfügung» steht. Daher müsse der Bundesrat wenigstens dafür sorgen, «dass ab Ende November die Testkosten nicht mehr von der Gesellschaft getragen werden müssen». Es sei die einzige Möglichkeit, «um das Virus wirksam zu bekämpfen und in die Normalität zurückzukehren», hiess es weiter.

Zufrieden sind hingegen die Grünliberalen (GLP). Sie begrüssten vor allem die Verlängerung der Gratistests bis Ende November für einmal geimpfte Personen. So bleibe genug Zeit, um sich impfen zu lassen, schrieb die Partei im Kurznachrichtendienst Twitter.

Bundesrat besorgt um Stimmung in der Bevölkerung

Laut Gesundheitsminister Alain Berset beobachtet der Bundesrat die Stimmung in der Bevölkerung «mit Besorgnis». Das sagte er in Bezug auf die Ausschreitungen und Demonstrationen gegen das Covid-Zertifikat. Die Mehrheit der Bevölkerung unterstütze jedoch, was der Bundesrat mache.

Das sagte Berset am Freitag vor den Medien in Bern. «Wir sind alle im gleichen Boot seit 18 Monaten», sagte Berset. Der Bundesrat habe seit Anfang der Pandemie immer versucht, das Bestmögliche für das Volk zu bestimmen. Ziel sei, zurück in den Normalzustand zu kommen. Es sei evident, dass die Impfung helfe, dies zu erreichen.

Unklare Kriterien zur Aufhebung der Zertifikatspflicht

Es sei durchaus möglich, dass der Bundesrat noch im Spätherbst die Abschaffung der Covid-Zertifikatspflicht beschliesst. Dies sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Freitag vor den Medien in Bern. Eine klare Definition von Richtwerten sei aber schwierig.

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, sagt, dass die Belastung der Spitäler ein wichtiger Indikator für die Massnahmen. (Bild: Keystone)

Man analysiere alle möglichen Kriterien, etwa die Impfrate, die Überlastung der Spitäler, um die Entwicklung abzuschätzen, hielt Berset fest. «Wir schauen immer wieder an, wo wir stehen.» Was es für die Aufhebung der Corona-Massnahmen brauche, sei insbesondere eine höhere Impfquote.

Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ergänzte, dass die Belastung der Spitäler ein wichtiger Indikator zur Beurteilung der Situation sei. Es sei aber nicht so, dass man einfach eine Zahl in den Raum stellen könne, die alles abdecke. Laut Mathys ist eine Zunahme der Infektionszahlen in der kalten Jahreszeit wahrscheinlich. «Jojo-Spielen mit Massnahmen bringt nichts.» Es müsse die Dynamik der Pandemie beobachtet werden.

Nach Corona-Infektionen in New York: Bolsonaro hinterfragt Quarantäne

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die ihm auferlegte Quarantäne nach dem positiven Corona-Test seines Gesundheitsministers während einer Dienstreise in New York in Frage gestellt.

Er habe deswegen bei der Gesundheitsüberwachungsbehörde Anvisa nachgefragt, sagte Bolsonaro in einer Übertragung in sozialen Medien am Donnerstagabend.

Bolsonaro befindet sich nach der Rückkehr aus den USA laut brasilianischen Medienberichten derzeit für fünf Tage in Isolation im Regierungspalast in der Hauptstadt Brasília. Danach wolle er einen neuen Test machen. Die Anvisa, die etwa Corona-Impfstoffe in Brasilien zulässt, hatte Bolsonaro und Mitgliedern der brasilianischen Delegation, die Kontakt mit Gesundheitsminister Marcelo Queiroga hatte, 14 Tage Quarantäne empfohlen.

Grüne kritisieren Bundesrat und fordern weiterhin Gratistests

Die Grünen kritisieren den Entscheid des Bundesrates, kostenpflichtige Corona-Tests einzuführen. Sie fordern weiterhin Gratistests für alle.

Dies sei notwendig, «damit sich weiterhin möglichst viele Menschen weiterhin testen lassen und so ihr Umfeld schützen», schrieben sie am Freitag in einer Mitteilung. Auf Antrag der Grünen habe sich diese Woche auch die Gesundheitskommission des Nationalrats für die Fortführung der Gratistests über den 30. September hinaus ausgesprochen.

Es sei daher für die Grünen unverständlich, «dass der Bundesrat den Willen der Gesundheitskommission des Nationalrats ignoriert», hiess es weiter.

Mitte-Partei begrüsst Verlängerung der Gratistest-Phase

Die Mitte-Partei begrüsst, dass die Corona-Tests noch länger gratis bleiben, wie die Partei auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb. Das gebe die nötige Zeit, um Impftermine noch wahrzunehmen.

Die Partei hätte es aber bevorzugt, wenn die Tests auch danach in einem gewissen Umfang kostenlos geblieben wären, schrieb die Partei weiter.

Bund steht kurz vor Beschaffung von Johnson&Johnson-Impfstoff

Laut Gesundheitsminister Alain Berset steht der Bund kurz davor, einen Kaufvertrag für den Impfstoff von Johnson & Johnson abzuschliessen. Genauer dazu informieren werde der Bund voraussichtlich nächste Woche, sagte Berset am Freitag vor den Medien in Bern.

 

Den Impfstoff von Johnson & Johnson soll es bald in der Schweiz geben. (Bild: Keystone)

Bundesrat begrüsst Zertifikatspflicht für das Bundeshaus

Der Bundesrat begrüsst die Einführung einer Zertifikatspflicht für das Bundeshaus. Das Parlament könne so einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten, schreibt der Bundesrat in seiner Stellungnahme vom Freitag.

Der Bundesrat «begrüsst», die Einführung einer Zertifikatspflicht für das Bundeshaus, teilt der Bundesrat mit. «Damit leistet das Parlament einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung».

Er erachte die Einführung der Zertifikatspflicht auch für Mitglieder des Bundesrats und Mitarbeitende der Bundesverwaltung, die die Bundesräte begleiteten, als «verhältnismässig». Wichtig sei, dass die Kontrolle gut organisiert werde und frühzeitig vor Sitzungsbeginn beginnen würden. Auch der Zugang zum Parlamentsgebäude via die Schleusen soll für die Bundesräte offen bleiben. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Berset bezeichnet Impffortschritt weiterhin als ungenügend

Laut Gesundheitsminister Alain Berset sind 63 Prozent der Schweizer Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Im Vergleich mit anderen Ländern sei das noch immer zu wenig. «Wir sind weit von einer guten Situation entfernt.»

Laut Gesundheitsminister Alain Berset ist der Impffortschritt in der Schweiz ungenügend. (Bild: Keystone)

Es gebe Länder, in denen sich 90 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal haben impfen lassen, sagte Berset am Freitag vor den Medien in Bern. Auch die Nachbarländer seien etwa 20 Prozentpunkte voraus.

Wegen der tiefen Impfquote in der Schweiz könnten die kälteren Jahreszeiten schwierig werden, sagte Berset. «Wir müssen vorsichtig bleiben.» Das zeige auch die Erfahrung aus dem Vorjahr. Verglichen mit Ende September 2020 sei die Inzidenz heute viel höher.

SEM beschliesst Einreise-Beschränkungen für Serbien und Albanien

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat in Übereinstimmung mit den anderen Schengen-Staaten die Risikoliste aktualisiert. Neu gelten Einreisebeschränkungen gegenüber Serbien, Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Brunei und Japan. Uruguay wurde hingegen von der Liste gestrichen.

Personen aus diesen Staaten dürfen nur mit einem anerkannten Impfnachweis in die Schweiz einreisen. Dies gilt nicht für Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz oder einem Schweizer Pass. Die neue Liste gilt ab nächstem Montag. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Bundesrat will Zertifikats-Anmeldestelle aufbauen

Damit Touristinnen und Touristen einfach in der Schweiz ein Zertifikat erhalten können, soll eine nationale zentrale elektronische Anmeldestelle für Covid-Zertifikate aufgebaut werden. Diese soll die Kantone entlasten. Touristen sollen ihre für das Zertifikat notwendigen Unterlagen hochladen können, für deren Prüfung sollen weiterhin die Kantone zuständig sein.

Bei einer nationalen Zertifikats-Anmeldestelle sollen Personen aus dem Ausland einfacheren Zugang zu einem Schweizer Covid-Zertifikat erhalten. (Bild: Keystone)

Dieser Vorschlag geht bis am nächsten Dienstag in die Konsultation. Wegen der Konsultation wird die Übergangsfrist, während der Touristen bei einem Restaurantbesuch oder Ähnlichem auch physische Impfnachweise wie das gelbe Impfbüchlein vorlegen können, um zwei Wochen bis zum 24. Oktober verlängert. Alles dazu lesen Sie hier.

Bundesrat will Gratistests nur noch für einmal geimpfte Personen

Kostenlose Corona-Tests für alle gibt es ab dem 11. Oktober nicht mehr. Ausnahmen soll es dann nur noch bis Ende November geben.

Gratis testen lassen sollen sich bis Ende November nur noch Personen, die auf die zweite Impfdosis warten. Diesen Vorschlag hat der Bundesrat am Freitag in die Konsultation geschickt.

Konkret will der Bundesrat in den nächsten zwei Monaten Antigen-Schnelltests und Speichel-PCR-Pool-Tests von Personen finanzieren, die eine erste Impfung erhalten haben, jedoch noch kein Zertifikat haben. Alles dazu lesen Sie hier.

Was bisher geschah

Die bisherigen Kurzmeldungen aus der Schweiz und der Welt zu Corona finden Sie hier.

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